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  1. #31

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    Verbote von Jagdgenosse zulässig?

    Ganz so einfach ist das nicht!
    Und eben nicht "aus welchen Gründen auch immer!!", sondern nur aus "ethischen" Gründen.

    (leider wurde diese Möglichkeit höchstrichterlich mal entschieden).
    Wirklich "leider"?
    Würdest Du das im umgekehrten Fall auch so sehen?
    Es geht hier schließlich um einen Eingriff in das Eigentumsrecht.
    Klar! Wegen übergeordneter Gründe, auf Grund eines Gesetzes, ...
    Aber es bleibt ein Eingriff ins Eigentumsrecht!
    Was wird hier ein Geschrei veranstaltet, wenn "wir" etwas nicht dürfen ...

    Das beruht auf einem Urteil des EGMR (so weit musste das betrieben werden, da auch das BVerfG das Jagdrecht höher als die Einschränkung eines Grundrechtes ansah).

    § 6a BJG Befriedung von Grundflächen aus ethischen Gründen
    Dieser Paragraph ist rel. lang, deshalb hier nur die m.E. für diesen Fall wesentlichen Punkte:
    ... wenn der Grundeigentümer glaubhaft macht, dass er die Jagdausübung aus ethischen Gründen ablehnt.
    ...
    Ethische Gründe nach Satz 1 liegen insbesondere nicht vor, wenn der Antragsteller

    1. selbst die Jagd ausübt oder die Ausübung der Jagd durch Dritte auf einem ihm gehörenden Grundstück duldet oder
    2. zum Zeitpunkt der behördlichen Entscheidung einen Jagdschein gelöst oder beantragt hat.


    Die Hürden sind rel. hoch, eben genau um zu verhindern, dass die ethischen Gründe nur vorgeschoben sind (was in diesem Fall ("Stress" zw. Jagdvorsteher und Grundeigentümer) wohl zuträfe).
    Der Grundeigentümer müsste also ALLE seine Flächen befrieden lassen und darf selbst nicht jagen.

    Was das Gesetz leider nicht fordert ...
    Wie kann jemand Jagd aus ethischen Gründen ablehnen, aber selbst Schlachttiere halten, womöglich noch als Massentierhaltung ohne Freilauf, etc.?
    Müsste nicht jemand, der "Tiermord" ablehnt mindestens Vegetarier sein?

    Wie andere schon schrieben zuerst das Gespräch suchen, bevor man "die Keule auspackt".
    ICH würde zuerst mal mit dem Jagdvorsteher (unter 4 Augen!) darüber reden was da eigentlich los ist (Wissensvorsprung schaffen), dann mit dem Grundeigentümer reden und zwar so, dass er sich weder in die Ecke gedrängt fühlt, noch "sein Gesicht verliert", wenn er nachgibt.
    "Draufsatteln" kann man notfalls immer noch.


    WaiHei
    JMB
    Danke Mohawk, hypsilon haben sich bedankt

  2. #32
    Avatar von Duckdichundwech
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    Verbote von Jagdgenosse zulässig?

    JMB haste fein geschrieben...nur die Praxis bedeutet "Stress" für Jagdeigentümer; Jagdpächter und auch Jagdbehörde...
    ..eine gute Aussage gegenüber Flächenaussteigern ist die Erklärung, dass alle Wildschäden (verursacht von Wild aus seinem künftigen jagdfreiem Grundstück) von ihm als Grundstückseigentümer auch bezahlt werden müssen.....diese Aussage bringt manchen Verwirrten wieder in eine normale Gedankenwelt
    Alimente sind Erzeugerpreise,die der Mann bezahlen muss.

  3. #33

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    Verbote von Jagdgenosse zulässig?

    Duckdichundwech

    ..eine gute Aussage gegenüber Flächenaussteigern ist die Erklärung, dass alle Wildschäden (verursacht von Wild aus seinem künftigen jagdfreiem Grundstück) von ihm als Grundstückseigentümer auch bezahlt werden müssen.....diese Aussage bringt manchen Verwirrten wieder in eine normale Gedankenwelt

    Musst dich aber nicht wundern, wenn er dir ob dieser Aussage ins Gesicht lacht - und dir eine gewisse Verwirrtheit unterstellt.
    quidquid agis, prudenter agas et respice finem

  4. #34

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    Verbote von Jagdgenosse zulässig?

    Nach BJG habt Ihr beide ein bisschen Recht:

    § 6a Befriedung von Grundflächen aus ethischen Gründen
    ...
    (6) Wildschäden an Grundstücken, die zum gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehören, hat der Grundeigentümer der befriedeten Grundfläche nach dem Verhältnis des Flächenanteils seiner Grundfläche an der Gesamtfläche des gemeinschaftlichen Jagdbezirks anteilig zu ersetzen. Dies gilt nicht, sofern das schädigende Wild auf der befriedeten Grundfläche nicht vorkommt oder der Schaden auch ohne die Befriedung der Grundfläche eingetreten wäre.
    (7) Der Grundeigentümer der befriedeten Fläche hat keinen Anspruch auf Ersatz von Wildschäden.

    Während Absatz 7 eindeutig ist, dürfte es bei Absatz 6 regelmäßig zu "Diskussionen" kommen.


    WaiHei
    JMB

  5. #35

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    Verbote von Jagdgenosse zulässig?

    Zitat Zitat von Dagobertreiten Beitrag anzeigen
    Der Grundstücksbesitzer kann verlangen dass der Hochsitz entfernt wird, aber er muss dir einen neuen Standort
    für den Hochsitz bewilligen (§22Jagdgesetz Hessen), sollte Einvernehmlich sein sonst habt ihr ein Problem.
    Auf Brachflächen braucht man den Eigentümer nicht zu fragen.
    Zur Zeit darf er die Bäume gar nicht Fällen, Naturschutzgesetz- Verboten von 01.03-30.09
    Kirren/ Füttern kann er nicht verbieten
    Hi Dagobertreiten, zu Deiner o.g. Aussage in fett: Das steht wo geschrieben bzw. kann man woraus genau ableiten?

    Danke Dir, ist wirklich von Interesse für mich!

    Gruß und WH

    h.

  6. #36

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    Verbote von Jagdgenosse zulässig?

    In dem Buch Der Jäger und sein Recht bzw. Untere Jagdbehörde

  7. #37

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    Verbote von Jagdgenosse zulässig?

    Zitat Zitat von JMB Beitrag anzeigen
    Nach BJG habt Ihr beide ein bisschen Recht:

    § 6a Befriedung von Grundflächen aus ethischen Gründen
    ...
    (6) Wildschäden an Grundstücken, die zum gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehören, hat der Grundeigentümer der befriedeten Grundfläche nach dem Verhältnis des Flächenanteils seiner Grundfläche an der Gesamtfläche des gemeinschaftlichen Jagdbezirks anteilig zu ersetzen. Dies gilt nicht, sofern das schädigende Wild auf der befriedeten Grundfläche nicht vorkommt oder der Schaden auch ohne die Befriedung der Grundfläche eingetreten wäre.
    (7) Der Grundeigentümer der befriedeten Fläche hat keinen Anspruch auf Ersatz von Wildschäden.

    Während Absatz 7 eindeutig ist, dürfte es bei Absatz 6 regelmäßig zu "Diskussionen" kommen.


    WaiHei
    Das hast du sehr freundlich, m.E. aber nicht ganz zutreffend formuliert. Denn der gute Duckdichundwech - wieso höre ich von ihm eigentlich nix zum Thema? - liegt fast komplett daneben.

    Also ich als Grundbesitzer würde dem Revierinhaber, der, so wie Duckdichundwech, behauptet, ich müsse den Wildschaden allein zahlen (er schrieb: „…alle Wildschäden (verursacht von Wild aus seinem künftigen jagdfreiem Grundstück) von ihm als Grundstückseigentümer auch bezahlt werden müssen…“) immer noch ins Gesicht lachen. Und auch etwaigen „Diskussionen“ würde ich gelassen entgegen sehen.

    §6a (6) BJG sagt lediglich dass ich, obwohl meine Fläche befriedet ist, weiter an der Wildschadensregulierung beteiligt bin (anders das LJG RLP, dort „befriedeter Bezirk – nicht Mitglied JG – keine Verpflichtung zum Schadensersatz).
    Beteiligt aber nur anteilig meiner (befriedeten) Fläche an der Gesamtfläche des Jagdreviers, also so, als ob meine Fläche nicht befriedet wäre.
    Und das auch nur, falls die Befriedung ursächlich für den Wildschaden war.

    Unsere JG hat grob 1.200 ha bei rund 100 Jagdgenossen. Wald-Feld-Verteilung rund ein Drittel zu rund zwei Drittel. Macht im Schnitt 12 ha je Jagdgenossen, 4 ha Wald, 8 ha Feld. Die hängen i.d.R. aber nicht zusammen, sondern sind schrotschussartig übers Revier verteilt. In meinem Fall auf 10 Flurnummern. Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass er beweisen kann, dass ein Wildschaden ohne die Befriedung der Grundfläche nicht eingetreten wäre?
    Und selbst wenn der Beweis geführt werden könnte, dann wäre ich mit sagenhaften 1% an der Regulierung beteiligt. Immer unter der Prämisse, dass die JG den Wildschaden zu bezahlen hat.

    Jetzt nehme ich mal an, dass, wie in den allermeisten Fällen, der Jagdpächter den Wildschaden per JPV übernommen hat (bei uns vollständig):
    Dann wird Duckdichundwechs kecke Behauptung kein bisschen glaubwürdiger. So lange der Jagdpächter mir nicht nachweisen kann, dass ich auf einer meiner Eigentumsflächen sagen wir eine Sauenzuchtanstalt oder eine Auffangstation für mutterlose Rehkitze und Rotwildkälber betreibe, wird er auf den Wildschäden sitzen bleiben.

    Nicht falsch verstehen, ich will nicht einer Befriedung das Wort reden. Allerdings halte ich auch überhaupt nichts davon, wenn von Jägerseite den Jagdgenossen mit, freundlich formuliert, Halbwahrheiten versucht wird ein X für ein U vorzumachen. Nicht alle Jagdgenossen sind ahnungslos, so ein überheblicher Ansatz kann gewaltig nach hinten losgehen.
    quidquid agis, prudenter agas et respice finem

  8. #38

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    Verbote von Jagdgenosse zulässig?

    Zitat Zitat von HirschHorn Beitrag anzeigen
    Das hast du sehr freundlich, m.E. aber nicht ganz zutreffend formuliert.
    Das war ich nicht, "das war das Auto" - Äh - der Gesetzgeber (fahre ja gar keinen Ford ).
    Aber wo war das nicht ganz zutreffend?
    Du schreibst doch auch "Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass er beweisen kann, dass ein Wildschaden ohne die Befriedung der Grundfläche nicht eingetreten wäre?"
    Genau das meinte ich mit "Diskussion".
    Ansonsten stimme ich Dir zu.


    Zitat Zitat von HirschHorn Beitrag anzeigen
    Jetzt nehme ich mal an, dass, wie in den allermeisten Fällen, der Jagdpächter den Wildschaden per JPV übernommen hat (bei uns vollständig)
    Da scheint, im Zuge der "Mais- und Sauenschwemme", gerade ein Wandel einzutreten: "Volle Übernahme" gibt es bei Neuverträgen hier kaum noch.
    Entweder Pauschale (die dann aber unabhängig von eingetretenem Schaden zu zahlen ist), Deckelung bei XXX €, Halbe-Halbe (bis (dann i.d.R. höherem) Deckelungsbetrag), ...


    Zitat Zitat von HirschHorn Beitrag anzeigen
    (anders das LJG RLP, dort „befriedeter Bezirk – nicht Mitglied JG – keine Verpflichtung zum Schadensersatz).
    Wird in RLP nicht unterschieden in "normalen" und "aus ethischen Gründen" Befriedeten Bezirk?
    Hat man das im LJG so aufgenommen ("Befriedete Bezirke nach §6a BJG werden behandelt wie solche nach §6" o.ä.) oder schließt man/Du das aus der "alten Regelung" "befriedeter Bezirk – nicht Mitglied JG – keine Verpflichtung zum Schadensersatz"?


    WaiHei
    Geändert von JMB (24.07.2017 um 22:28 Uhr)
    JMB

  9. #39

    Registriert seit
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    Verbote von Jagdgenosse zulässig?

    Zitat Zitat von JMB Beitrag anzeigen
    Das war ich nicht, "das war das Auto" - Äh - der Gesetzgeber (fahre ja gar keinen Ford ).
    Aber wo war das nicht ganz zutreffend?
    Du schreibst doch auch "Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass er beweisen kann, dass ein Wildschaden ohne die Befriedung der Grundfläche nicht eingetreten wäre?"
    Genau das meinte ich mit "Diskussion".
    Das "nicht ganz zutreffend" war auf das "beide ein bisschen recht" gemünzt. Ich glaube ich habe deutlich gemacht, dass Duckdichundwech fast komplett daneben liegt. Bezüglich der "Diskussionen" stimme ich dir zu.

    Zitat Zitat von JMB Beitrag anzeigen
    Wird in RLP nicht unterschieden in "normalen" und "aus ethischen Gründen" Befriedeten Bezirk?
    Hat man das im LJG so aufgenommen ("Befriedete Bezirke nach §6a BJG werden behandelt wie solche nach §6" o.ä.) oder schließt man/Du das aus der "alten Regelung" "befriedeter Bezirk – nicht Mitglied JG – keine Verpflichtung zum Schadensersatz"?
    Ich schließe das schlicht aus dem LJG und der dazu gehörigen Verordnung, die ich im Netz gefunden habe (Stand 2013). Meines Wissens wurde der §6a Ende 2013 ins BJG eingefügt. Ob die Rheinland-Pfälzer darauf hin ihr LJG geändert haben weiß ich nicht. Die Gesetzgebung ehemaliger Provinzen interessiert mich nur am Rande.
    Nach Duckdichundwechs Post ("..in RLP aber nicht...!!!....erst denken dann schreiben!") bin ich davon ausgegangen, er könnte etwas Substantielles zum Thema beitragen. War aber wohl der berühmte Satz mit X...
    quidquid agis, prudenter agas et respice finem

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