Liebe Freunde des Garens über offenem Feuer,

am Samstag habe ich etwas gebastelt. Das Ergebnis war so schnell vertilgt, dass ich kein Tellerbild machen konnte, aber die Resonanz war einhellig: Bitte nochmal machen.


Man könnte das Ganze "Wild Hog Bacon Bomb deluxe" oder: "geräucherter Wildschweinlachs im Speckmantel" nennen.

Was man brauch:


Wildschweinrücken, ausgelöst und pariert
Bacon, nach Möglichkeit dünn geschnitten
Heidelbeermarmelade
Trockenmarinade (Rezept s. unten)

1. Die Vorbereitung

Aus dem Bacon legt man ein Baconnetz (zum "wie" sind reichlich (bewegt-)bebilderte Infos im WWW erhältlich), das von der Größe geeignet ist, den Rücken zu umschlagen. Das Netz wird dann mit der Heidelbeermarmelade - ich bin mir sicher, es gelingt mit jeder dunklen Beerenmarmelade - eingestrichen. Dann setzt man den Rücken auf eine Kante des Baconnetzes, schlägt die Seiten ein und wickelt dann das Fleisch komplett in den Bacon ein. Hiernach bestreut man alles großzügig mit der Trockenmarinade*), wickelt es stramm in Klarsichtfolie und lässt das Ganze ein paar Stunden ziehen.

2. Der Grill

Ich hab´s auf dem Kugelgrill gemacht, eingeregelt auf 115°C.

3. Das Garen

Das Fleisch aufgelegt und mit Kirschholzchips den Räuchervorgang gestartet, dauerte es keine 2 Stunden und die angestrebte Kerntemperatur von 65°C war erreicht - hängt natürlich auch mit der Fleischdicke zusammen. Bei mir war es ein Überläuferrücken, Fleisch ca. 4-5cm dick ohne Bacon, bei Zimmertemperatur aufgelegt. Danach habe ich allerdings den Kardinalfehler gemacht und das Fleisch zum Aufknuspern des Bacons nochmal fünf Minuten von allen Seiten direkt gegrillt. Kann man sich schenken, der Bacon ist durch die Dauer des Garens trocken genug, das Fleisch wird und wurde es dann leider am Rand. Auf´s Moppen habe ich verzichtet, war auch nicht nötig nach meinem Gesschmack

4. Fazit

Schweinelecker, mit dem Kirschrauch auch nicht zu dominant. Bacon und Wildsau gehen ohnehin prima, und durch die dunkle Marmelade kam eine passende Süße hinzu. Sicherlich nichts für Puristen, die am liebsten nur Pfeffer und Salz nehmen, um den Wildgeschmack nicht zu verhunzen. Dafür aber mehrheitsfähig bei Wildskeptikern und Kindern. Wird wiederholt.

Schmeggelasse,

Laddie


*) Rezept Trockenmarinade, vulgo "Rub", meine Lieblingsrub für alles Grillgut vom Schwein

Die Mengenangaben verstehen sich in beliebigen Einheiten (EL, TL, Tassen, Kilos...), je nach dem, wieviel man machen will. Klärt also nur die Verhältnisse.

5 Paprika edelsüß
4 brauner Zucker
1 Salz
1 Schwarzer Pfeffer, grob zerstoßen/gemörsert
1 Knoblauchpulver
1 Zwiebelpulver
1/2 Paprika rosenscharf
1/2 Pul Biber (oder beliebige andere Chiliflocken)