.308 bleifrei - Geschossgewicht GMX - andere (bleifreie) Alternativen

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18 Okt 2018
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Jagd ist praktisches schießen. Da kann man nicht wie im Sport 2-3 Schmier/Probeschüsse abgeben bevor es losgeht. Bei der Jagd muss der 1. Schuss mit hinreichender Präzision gelingen. Wie man seine Reinigungsprozedur macht (oder gar keine) liegt an einem selbst, und eben auf dem Stand ausprobieren.
Es gibt Büchsen die schießen frisch gereinigt und „eingeschmiert“ praktisch auf den selben Fleck und dann welche welche nach der Reinigung mal 10cm irgendwo hin schießen und erst nach x Schuss ist die Treffpunktlage da wo man sie erwartet. Hilft nur probieren.
Top Antwort.

Und bedenke: Ölschuss!

Und: Du willst wild töten, keine Scheiben lochen.

Einigermaßen reproduzierbare Streukreise - die aber dann verlässlich gehalten werden (müssen!) - sind absolut tolerabel. Denn ob du Herz und Lunge in alle vier Richtungen plus minus 1,5 cm zerlegst ist egal.

Je nachdem wo und wann du jagst wirst du als Sportschütze das große kotzen bekommen. Auflage. Bewegtes Ziel. Ziel geht in den Bestand zurück. Winkel. Kälte. Wind. Regen.

Da hast du weniger Zeit und für einen sportschützen „unmögliche“ Bedingungen.
 
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23 Okt 2000
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Hier muss ich auch noch einmal nachhaken....

Bis dato habe ich eigentlich nach jedem Training dem Tombak mit Ammoniak den Kampf angesagt, bei längeren Sessions gerne auch unterhalb des Rangedays.
Mehr denn 50 Schuss ohne Chemie never ever, bei handgedengelten Läufen max. nach 20 Murmeln.

Von daher bin ich jetzt etwas verwundert, daß im Jagdbereich die Keule scheinbar nicht nach jedem heißen Einsatz herausgeholt wird...

Für die Längenangaben der GMX bedankt. Nach Rechnerei werde ich aber erst einmal die leichteren Versionen genauer unter die Lupe nehmen.

Was die Entfernung anbelangt: ich würde per se zum jetzigen Zeitpunkt die Finger jenseits der 150m eh den Finger gestreckt lassen, und das nicht unter dem Aspekt der Geschwindigkeit.

Die Frage ist aber bei den leichten Geschossen doch generell, wie stark der Geschwindigkeitsverlust jenseits der 200m ausfällt, egal wie gut die SD ausschaut.

Selbst wenn ich meinetwegen eine 300 WSM richtig heiß laboriere, ist die zweite Frage, ob ich die dann vll. 100m v0 mehr auch unter dem Aspekt Präzision umsetzen kann (primär unter dem Aspekt der Innenballistik).

Was mir gerade auch durch den Kopf geht: die genannten Geschosse sind alle gebändert - wie gut wird hier der Drehimpuls übertragen oder ist gerade dieses Konstruktionsmerkmal eine Ursache für das Schmieren bei entsprechend hohen Geschwindigkeiten?

Auf jeden Fall tut sich mir hier ne komplett neue Spielweise auf... ;-)

Barnes und gmx haben keine Führbänder:rolleyes:
 
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28 Aug 2018
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Hallo zusammen,

erst einmal kurz vorstellen: bin frisch gebackener Jungjäger aus NRW, der in Zukunft mit der einen oder anderen Frage ums Eck kommen wird... ;-)

Direkt die erste davon...

Grübele gerade über die Ladedatenfrage (Kal. 308 Win, LL 600 mm, DL 11") - achso, lade seit 15 Jahren wieder, allerdings nur für den sportlichen Einsatz auf 300m plus x, Innen- und Außenballistik sind also nicht das Thema, die Zielballistik hingegen sehr wohl, da ich hier über keinerlei Erfahrung verfüge... ;-)

Mein Wunsch wäre bleifrei auf Kupferbasis (Flußstahl stehe ich eher kritisch gegenüber).
Eine verfügbare kupferbasierte Variante wäre das Hornady GMX, verfügbar in 150, 165 und 180 grs. .
Habe gelesen, daß das GMX wohl recht wählerisch bezüglich des Dralls sein soll, von der Theorie her und auch aus der praktischen Erfahrung mit HPBT und LD sollten bei der vorliegenden Waffe am ehesten die beiden schwereren Geschoße präzise geradeaus fliegen.

(Verladen würde in Lapua resp. Hornady-Hülsen N140 resp. RL 15 (insofern wieder lieferbar), was unterm Strich eine zu erwartende maximale (gebrömelte) v0 von 800-820 m/s für die 165er, Pi mal Daumen 760-780 m/s für die 180 bedeuten würde, entsprechend 3400-3600 J E0.
Was der Chrony hinterher dazu sagt und wie das ganze fliegt, wird erst einmal auf der offenen Bahn ausprobiert.)

Das hier - hoffentlich - für mich zu erwartende Spektrum besteht aus Rehwild und Sauen (mal schauen, was sich da so ergibt).

Nun zur eigentlichen Frage: wie schaut es bezüglich der Zielballistik bei den GMX aus?
Wie sprechen die Geschosse an, wie gut ist die Energieabgabe, Ausschuß ja/nein, Hämatonbildung etc. ...???

Wer kann mir hier mit Input weiterhelfen? Oder sollte ich bleifrei lieber in eine andere Richtung schauen?

DANKE vorab für entsprechende Rückmeldung...
Servus und Herzlich Willkommen.
Ich schieße das Gmx aus einer 308. Win mit 9,7 Gramm.
Habe kurze Zeit das 165 Grain Geschossen, aus einer Savage 10 Tr.
Ich will dich nicht belehren, aber das Gmx ist meines Wissens ein Tombak Geschoss mit Hohlspitze und Sollbruchstellen.
Ich habe festgestellt dass dieses Geschoss Geschwindigkeit benötigt um sicher Anzusprechen, da fehlt der 308. Win die Antriebskraft bei dem 165 Grain Geschoß.
Das 150 Grain Spricht aus meiner Praktischen Erfahrung sehr gut bei Sauen auch über 50 KG an bei Rehwild ist die Entwertung sehr Moderat, auffällig ist das Rehwild bei Schüssen hinter die Blattschaufel meist nicht mehr oder nicht sehr weit gehen.
Ich bin hoch zufrieden, allerdings bei Dachs und Fuchs kann man sich das abziehen sparen.
Ich hoffe ich konnte dir Helfen.
Wmh
 
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23 Okt 2000
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Ich lade .308 und .300 Win mit den GMX 150 grs, 165 grs. Das 150 grs in der R8 in .308 fliegt sehr präzise. Aber, auch ich habe immer wieder Präzisionsprobleme, und zwar je nach neuem Los der Geschosse. Es gibt, so scheint es mir, immer wieder mal Ausreißer. Die Wirkung hingegen ist sehr gut.


Danke für den konstruktiven Hinweis. Für mich wäre das nix. Lm cnc murmel, losgleiche Hülsen und fein abgewogen bofors pulver und es passt weit überdurchschnittlich, los für los. So stelle ich mir das vor. Ähnlich bei Brenneke mit qualitätshülsen. Jetzt erstes mal rs40. Mal schauen
 
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Werter Crocodoc-

Sie haben schon recht, daß der jagdliche Schuß -inclusive des Jagdgeschosses-
eine ganz erstaunliche Welt ist.
Nicht für möglich gehaltene Dinge werden Gewißheit.
.308Win geht schon, allerdings nicht "bis zum Horizont".
Bleiben Sie bei den bleifreien Geschossen auf der leichteren Seite, BARNES TTSX, AERO SB,
FOX Classic Hunter sind ein guter Anfang.
N140 halte ich für Scheibenkram, RL15 & NORMA203b werkeln sehr gut, und daß gute Zünder
guten Druck machen, wissen Sie ohnehin ganz bestimmt.

Ihre Reinigungsintervalle sind sehr hoch, gerade für die .308Win.
Ichselbst benutze für Rehwild mit seinem "Körperchen" eine recht grantige 22er,
75gr mit 1025m/s, da sind die von Ihnen genannten Zyklen Pflicht.
Eine .308Win sollte locker 100Schuß vertragen, eine ebensolche mit "geglättetem" Lauf
auch 150Schuß.

Idealerweise holen Sie den noch warmen Schmauch mit der Schnur gleich nach dem Schuß
heraus- idealerweise, aber in der Dämmerung kommt man gelegentlich an die Grenzen.
Ansonsten daheim, nachdem die Büchse wieder Raumtemperatur angenommen hat.

Das Schmieren hängt wohl eher vom Geschoßmaterial und dem Zustand des Laufes ab,
als von der Konstruktion Führband vs. Entlastungsrillen.
Aber daß gedrehte Geschosse den solchen stranggepreßten den Rang ablaufen,
ist allgemeiner Konsens.
Meine persönlichen Erfahrungen mit den genannten AERO SB samt BR II und NORMA 203b
waren jedenfalls sehr gut- damit meine ich Wettkampftauglichkeit.

Zum jagdlichen Schuß überhaupt:
Ich habe mit der Jagd an den langen Wiesen begonnen, später die Waldjagd samt Pirsch
erlernt. Dabei haben mir drei Dinge ganz gut geholfen.

Erstens waren das schwere, gut ausgebaute Kanzeln, die eine Annäherung an den BR-Stil
erlaubten, samt Auflagen für Ellbogen und Sackerl für Vorder- und Hinterschaft.
Eine bekam sogar ein "Trepperl" für unterschiedliche Schußwinkel, das ganze mit Teppich
überzogen. Das sorgt für Sicherheit.

Zweitens habe ich mich für die Waldjagd von den Ordonnanz-Schützen in den Gebrauch des
Gewehrriemens als Schießhilfe einweisen lassen. Jahrelang habe ich die Burschen heimlich
ausgelacht- aber deren Ergebnisse waren schlichtweg nicht zu leugnen.
Also bin ich über meinen Schatten gesprungen und habe nachgefragt, und siehe da...
Wann immer möglich sperre ich jetzt das Gewehr an mein Skelett, benutze zusätzlich
Baum, Stumpf oder Zweibein.

Zuletzt habe ich die .308Win aufgegeben und mich zu schnelleren Patronen hin orientiert.
(Aber das ist meine Show, die für Sie nur nebenher von Belang ist).
Ich bin nämlich ein echter Freund des Swift Scirocco II, welches den Ruf als splitterärmstes
Kern/Mantel-Geschoß verteidigt. Das bedeutet, daß es -ähnlich den Kupfer/Tombak-Konstruktionen- kaum Scherblei in den Körper abgibt.
Dafür benötigt es als Ausgleich eben Geschwindigkeit, um eine kräftige Stoßwelle mit entsprechender Wirkung in den Wildkörper zu bringen.

Derzeit habe ich also folgende Patronen zur Wahl:
7,62x57mm mit SS II 165gr auf 915m/s aus LL560mm,
.22-250AI/40° mit SS II 75gr auf 1025m/s aus LL635mm und
.17Hornet mit HORNADY VMAX 25gr auf 1015m/s aus LL510mm.

Wie Sie sehen, bin ich eher "flott" unterwegs.
Und wäre ich gezwungen, auf nur eine einzige Büchse&Patrone Zugriff zu haben,
so würde ich wohl eine TIKKA T3 mit LL610mm wählen, eingerichtet entweder für die .270Win,
noch besser die völlig unterschätzte 7x64 oder idealerweise deren überarbeitete Tochter,
die 7x64iX.

Speed kills.

derTschud, merkbar im Urlaub
 
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18 Jun 2012
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Moin zusammen,

massig interessante Ansätze, ich bastele einfach mal zusammen... ;-)

@ Lacky_017 und deepSky:
Schon richtig, was hier angeführt wird, der erste Schuß muß/sollte sitzen, aber so ganz will ich das gesagte mit dem CBS nicht stehenlassen.

Die allermeisten Läufe, die mir bis dato in die Finger gekommen sind, weisen besagten Effekt auf.
Gehäufter bei kaltgehämmerten (OK, kalt ist hier relativ) Exemplaren denn bei knopfgezogenen.
Hängt auch damit zusammen, daß die Spannungen, welche nach dem Hämmern auch trotz thermischem Entspannen immer noch latent vorhanden sind, mit zunehmender Erwärmung zum Tragen kommen.

Nächster Punkt: die wenigsten Sportschützen schießen den Lauf komplett trocken beim ersten Schuß.
Natürlich wird die Masse an Öl, welche zum Konservieren aufgetragen wird zwecks Lagerung, vor dem Besuch auf der Range entfernt.
Trotzdem schieben viele (mich eingeschlossen) noch einmal vor dem ersten Schuß einen minimal mit Ballistol benetzten Patch durch den Lauf - der Ölschußeffekt ist hierbei durchaus vernachlässigbar, der Lauf wird es (gerade bei "laufmordenden" kleineren Kalibern wie 6mm Br oder gar 6mm PPC) mit deutlich erhöhter Haltbarkeit danken.

Und da man im BR oder F-Class-Bereich sehr schnell auf 2000-3000 Schuß p.a. kommt, ist der Punkt auch schon unter dem Kosteneffekt nicht zu vernachlässigen.
Wobei es gerade im BR-Bereich durchaus Kollegen gibt, welche DEN von südchinesischen Jungfrauen unter dem Meer gedengelten "Super-Lauf" nur für den Wettkampf einsetzen, den "normalen" für das Training...
Und ja, selbst ein Lauf aus gleicher Fertigung ist nicht identisch mit dem, der als nächstes durch die Hände des Master of desaster of Knopfzieh-Jongleur gegangen ist...

Wiederum komplett anders sieht es bei den Moly-beschichteten Murmeln aus, die aber jagdlich nun wirklich keine Rolle spielen.

Da ich vornehmlich (auch den Kosten geschuldet) im TR-Bereich unterwegs bin (und dies auch parallel beibehalten werde, solange man uns hier in Teutonien dies tun lässt), ist meine Affinität zur .308 naheliegend.
Ich habe 2 Waffen in diesem Kaliber, die auf die jeweilige sportliche Disziplin zugeschnitten sind bezüglich Gewicht (Laufkontur und Länge, Maße (Schaft) und Optik.

Und eben besagte Remi 700 5R als Erbstück, welche nun, da vorhanden, als Jagdwaffe zum Einsatz kommen wird.
Generell zur .308: riesiges Spektrum an Fabrikladungen und Geschossen, einfach in der Handhabung (also keine Wiederladezicke wie meinetwegen viele der 6mm-Varianten), kurz (in Hinblick auf die Systemlänge) und bei den allermeisten Ladungen relativ unempfindlich in Hinblick auf die Außentemperatur.

Kurz: die Knifte ist da, also fange ich damit erst einmal an. Und ich denke, in Anbetracht der ballistischen Werte sollte alles Wild, was in Deutschland kreucht und fleucht, bis auf 150 m zumindest "erschrecken" (letzteres nicht ernstgemeint ;-) ).
Für die Distanzen darüber hinaus: klaro da gibt es sicherlich bessere Lösungen, aber als erstes jagdliches Universalkaliber absolut nicht die schlechteste Wahl.
(Ja, die .270er gefallen mir auch, gerade die WSM, aber um bei allen .270ern die ballistischen Vorteile voll ausspielen zu können, braucht es hier auch wiederum einen relativ langen Lauf, am besten 650 mm aufwärts - hier also noch ein Punkt für die .308, die ist da genügsamer).

Und da ich jagdlich Neuling bin, gilt für mich als oberste Prämisse: nur dann den Finger durchziehen, wenn ich mir sicher bin, auch dem Wild zuliebe.

Was den Wind resp. Benchrest-Auflagen anbelangt: Ich schieße seit gut 15 Jahren fast nur auf Außenständen, meine Hauptspielwiese in Belgien weist noch nicht einmal einen Kugelfang auf, geschweige denn Hochblenden. Heißt im Klartext, wenns es herbstlich "pustet", sind mit einer "schnellen" Ladung und einem 185 grs. Scenar auch schon einmal Seitenwindabweichungen von 3 MOA und deutlich darüber auf 300m drin.

Soll heißen: nicht alle Sportschützen schießen in eingehausten Anlagen und wissen nicht, welche Einflüsse Wind und Wetter haben können... ;-)

@derTschud
Den Ansatz bezüglich Schießriemen resp. vernünftiger Auflage beim Schuß unterschreibe ich absolut.

Apropos Schießriemen resp. überhaupt Gewehrriemen...
Dann macht ja Leder Sinn, Neopren dürfte sich zu sehr dehnen???

Korrekt oder falsch??? Empfehlungen hierzu?

Wenn ich mit dem Schießriemen aus der CISM-Ecke auflaufe, am besten noch mit Schießjacke, ist das Gelächter vorprogrammiert... ;-)

Wobei ich mir (bisher jagdlich nur theoretisch) durchaus Gedanken um die Lauflänge der Remi und dem zur Verfügung stehenden Platz in der Kanzel machen...

Aber nun ja, die Waffe ist da, Kaliber und Drall sind erst einmal festgelegt (die Frage ob ich da nicht irgendwann einen anderen Lauf einlege, kommt später).

Superinteressant für mich die Erkenntnis, daß sich die Kupferlinge durch das doch deutlich unterscheidende spezifische Gewicht und somit die divergierende Länge in Relation zu den sportlichen Pedanten außenballistisch merklich anders verhalten - das zum Thema für mich selber Blick über den Tellerrand...

Quintessenz bis hierher:
Werde zunächst einmal mit dem GMX resp. TTSX experimentieren (auf der Scheibe), ferner mit dem Aero SB sowie Fox Classic Hunter (QL-Daten habe ich bereits implementiert) und dem Swift.
Gewicht... Ich denke 150 grs. für den Anfang

Hier muss gesagt werden: bis auf das GMX hatte ich keines der gesagten Geschosse auf dem Schirm... *hmmmm*

Und dann hoffe ich, daß dieser ganze Corona-Irrsinn aufhört und ich die Ladungen auch auf dem Stand ausprobieren kann...

Sers Jörg

NB:
Man lernt nie aus - absolut interessanter Austausch hier... Chapeau!
 
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18 Jun 2012
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Halt, einen hab ich noch... ;-)

Bei den .308-Aero SB gibt es zwei Varianten in 150 grs., einmal 1,5mm Hohlspitze, ferner 2mm.

Gemäß Adam Riese und Eva Zwerg sollte die 2mm-Version bei geringerem Tempo sicherer ansprechen - macht diese also mehr Sinn?
 
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14 Okt 2012
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Moin zusammen,

massig interessante Ansätze, ich bastele einfach mal zusammen... ;-)

@ Lacky_017 und deepSky:
Schon richtig, was hier angeführt wird, der erste Schuß muß/sollte sitzen, aber so ganz will ich das gesagte mit dem CBS nicht stehenlassen.

Die allermeisten Läufe, die mir bis dato in die Finger gekommen sind, weisen besagten Effekt auf.
Gehäufter bei kaltgehämmerten (OK, kalt ist hier relativ) Exemplaren denn bei knopfgezogenen.
Hängt auch damit zusammen, daß die Spannungen, welche nach dem Hämmern auch trotz thermischem Entspannen immer noch latent vorhanden sind, mit zunehmender Erwärmung zum Tragen kommen.

Nächster Punkt: die wenigsten Sportschützen schießen den Lauf komplett trocken beim ersten Schuß.
Natürlich wird die Masse an Öl, welche zum Konservieren aufgetragen wird zwecks Lagerung, vor dem Besuch auf der Range entfernt.
Trotzdem schieben viele (mich eingeschlossen) noch einmal vor dem ersten Schuß einen minimal mit Ballistol benetzten Patch durch den Lauf - der Ölschußeffekt ist hierbei durchaus vernachlässigbar, der Lauf wird es (gerade bei "laufmordenden" kleineren Kalibern wie 6mm Br oder gar 6mm PPC) mit deutlich erhöhter Haltbarkeit danken.

Und da man im BR oder F-Class-Bereich sehr schnell auf 2000-3000 Schuß p.a. kommt, ist der Punkt auch schon unter dem Kosteneffekt nicht zu vernachlässigen.
Wobei es gerade im BR-Bereich durchaus Kollegen gibt, welche DEN von südchinesischen Jungfrauen unter dem Meer gedengelten "Super-Lauf" nur für den Wettkampf einsetzen, den "normalen" für das Training...
Und ja, selbst ein Lauf aus gleicher Fertigung ist nicht identisch mit dem, der als nächstes durch die Hände des Master of desaster of Knopfzieh-Jongleur gegangen ist...

Wiederum komplett anders sieht es bei den Moly-beschichteten Murmeln aus, die aber jagdlich nun wirklich keine Rolle spielen.

Da ich vornehmlich (auch den Kosten geschuldet) im TR-Bereich unterwegs bin (und dies auch parallel beibehalten werde, solange man uns hier in Teutonien dies tun lässt), ist meine Affinität zur .308 naheliegend.
Ich habe 2 Waffen in diesem Kaliber, die auf die jeweilige sportliche Disziplin zugeschnitten sind bezüglich Gewicht (Laufkontur und Länge, Maße (Schaft) und Optik.

Und eben besagte Remi 700 5R als Erbstück, welche nun, da vorhanden, als Jagdwaffe zum Einsatz kommen wird.
Generell zur .308: riesiges Spektrum an Fabrikladungen und Geschossen, einfach in der Handhabung (also keine Wiederladezicke wie meinetwegen viele der 6mm-Varianten), kurz (in Hinblick auf die Systemlänge) und bei den allermeisten Ladungen relativ unempfindlich in Hinblick auf die Außentemperatur.

Kurz: die Knifte ist da, also fange ich damit erst einmal an. Und ich denke, in Anbetracht der ballistischen Werte sollte alles Wild, was in Deutschland kreucht und fleucht, bis auf 150 m zumindest "erschrecken" (letzteres nicht ernstgemeint ;-) ).
Für die Distanzen darüber hinaus: klaro da gibt es sicherlich bessere Lösungen, aber als erstes jagdliches Universalkaliber absolut nicht die schlechteste Wahl.
(Ja, die .270er gefallen mir auch, gerade die WSM, aber um bei allen .270ern die ballistischen Vorteile voll ausspielen zu können, braucht es hier auch wiederum einen relativ langen Lauf, am besten 650 mm aufwärts - hier also noch ein Punkt für die .308, die ist da genügsamer).

Und da ich jagdlich Neuling bin, gilt für mich als oberste Prämisse: nur dann den Finger durchziehen, wenn ich mir sicher bin, auch dem Wild zuliebe.

Was den Wind resp. Benchrest-Auflagen anbelangt: Ich schieße seit gut 15 Jahren fast nur auf Außenständen, meine Hauptspielwiese in Belgien weist noch nicht einmal einen Kugelfang auf, geschweige denn Hochblenden. Heißt im Klartext, wenns es herbstlich "pustet", sind mit einer "schnellen" Ladung und einem 185 grs. Scenar auch schon einmal Seitenwindabweichungen von 3 MOA und deutlich darüber auf 300m drin.

Soll heißen: nicht alle Sportschützen schießen in eingehausten Anlagen und wissen nicht, welche Einflüsse Wind und Wetter haben können... ;-)

@derTschud
Den Ansatz bezüglich Schießriemen resp. vernünftiger Auflage beim Schuß unterschreibe ich absolut.

Apropos Schießriemen resp. überhaupt Gewehrriemen...
Dann macht ja Leder Sinn, Neopren dürfte sich zu sehr dehnen???

Korrekt oder falsch??? Empfehlungen hierzu?

Wenn ich mit dem Schießriemen aus der CISM-Ecke auflaufe, am besten noch mit Schießjacke, ist das Gelächter vorprogrammiert... ;-)

Wobei ich mir (bisher jagdlich nur theoretisch) durchaus Gedanken um die Lauflänge der Remi und dem zur Verfügung stehenden Platz in der Kanzel machen...

Aber nun ja, die Waffe ist da, Kaliber und Drall sind erst einmal festgelegt (die Frage ob ich da nicht irgendwann einen anderen Lauf einlege, kommt später).

Superinteressant für mich die Erkenntnis, daß sich die Kupferlinge durch das doch deutlich unterscheidende spezifische Gewicht und somit die divergierende Länge in Relation zu den sportlichen Pedanten außenballistisch merklich anders verhalten - das zum Thema für mich selber Blick über den Tellerrand...

Quintessenz bis hierher:
Werde zunächst einmal mit dem GMX resp. TTSX experimentieren (auf der Scheibe), ferner mit dem Aero SB sowie Fox Classic Hunter (QL-Daten habe ich bereits implementiert) und dem Swift.
Gewicht... Ich denke 150 grs. für den Anfang

Hier muss gesagt werden: bis auf das GMX hatte ich keines der gesagten Geschosse auf dem Schirm... *hmmmm*

Und dann hoffe ich, daß dieser ganze Corona-Irrsinn aufhört und ich die Ladungen auch auf dem Stand ausprobieren kann...

Sers Jörg

NB:
Man lernt nie aus - absolut interessanter Austausch hier... Chapeau!
Ja dann kennst Du Dich ja bestens aus würde ich sagen. Wenn deine Waffe nach dem Reinigen da schießt wo Du es erwartest dann putze weiterhin wie gewohnt (Ich mache es auch so vor allem mit Ballistol habe ich auch keinen jagdlich relevante Abweichungen nach der Reinigung).
Und die 308 win reicht für 99% der Fälle bis 150 m wenn man trift. Lass Dir da. nichts erzählen.

Die 30-06 kann das gleiche wie eine 308 win nur 80 m weiter.
Die 300wsm / 300 Win Mag das selbe wie 308 nur gut 200 m weiter.

WmH
 
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18 Sep 2015
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Was sich bei mir als äusserst Positiv auf den CBS ausgewirkt hat ist, die Waffen mit der Mündung nach unten zu lagern. Anscheinend kann da Öl zurück ins PL laufen und den ersten Schuß beeinflussen. Obwohl ich eher sparsam öle und zum Schluß 4 bis 5 trockene Patches durchziehe um nur einen minimale Ölschicht im Lauf zu haben. Falsches Schloß und/ oder gründliches Entfetten beim rausnehmen hin oder her.

Aus dem Eingangspost geht hervor, dass deine Waffe 600mm LL hat. Da kann man durchau die Säge ansetzen und gleich noch ein Gewinde für den SD mit schneiden lassen. Mußt ja nicht runter auf 42cm, 50cm reichen leicht.
 
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Was sich bei mir als äusserst Positiv auf den CBS ausgewirkt hat ist, die Waffen mit der Mündung nach unten zu lagern. Anscheinend kann da Öl zurück ins PL laufen und den ersten Schuß beeinflussen. ...
So hab ich das noch nie betrachtet. :unsure:
Spontan hätt ich gesagt, dass in den allermeisten Fällen gar nicht so viel Öl bleibt, dass das eine Rolle spielen könnte wenn man die Waffe auf die Mündung stellt.

Aus dem Eingangspost geht hervor, dass deine Waffe 600mm LL hat. Da kann man durchau die Säge ansetzen und gleich noch ein Gewinde für den SD mit schneiden lassen. Mußt ja nicht runter auf 42cm, 50cm reichen leicht.
Never change a running system!

Das hat Zeit. Die Büchse funktioniert - und wenn er den Wunsch mal verspürt kann er das immer noch jederzeit tun.
Außerdem hat die (Mehr-)Leistung, die der 60 cm Lauf erzielt, hat noch nie nicht geschadet.;)
 
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ich hab letztes Jahr die Los 155 H getestet und war ganz zufrieden. 8 Stücker Rehwild sind allerdings noch nicht sehr viel. Bei den Sauen bin ich bei 180ern S&B Blei geblieben.....
Die 165 Ht kamen teilweise längs an, hab ich grad mal auf den Bierdeckel bekommen.
Demnächst teste ich noch TTSX 168 und die LOS 140 Ht.
 
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23 Mrz 2004
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Was sich bei mir als äusserst Positiv auf den CBS ausgewirkt hat ist, die Waffen mit der Mündung nach unten zu lagern. Anscheinend kann da Öl zurück ins PL laufen und den ersten Schuß beeinflussen. Obwohl ich eher sparsam öle und zum Schluß 4 bis 5 trockene Patches durchziehe um nur einen minimale Ölschicht im Lauf zu haben. Falsches Schloß und/ oder gründliches Entfetten beim rausnehmen hin oder her.
Mache ich schon jahrzehntelang.
Ist Usus beim Militär (nein, nicht BW ;-)),
die Scharfschützengewehre mit der Mündung nach unten HÄNGEND zu lagern.
Hat auch was mit Öl zu tun
 
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Mache ich schon jahrzehntelang.
Ist Usus beim Militär (nein, nicht BW ;-)),
die Scharfschützengewehre mit der Mündung nach unten HÄNGEND zu lagern.
Hat auch was mit Öl zu tun
Daher hatte ich auch diese Empfehlung:cool:.

@Löffelmann Gebe dir recht, bei mir kann's eigentlich auch kein Öl sein, aber es hilft. Verwende grundsätzlich ein falschen Schloß, zum Abschluß noch ein Patch mit Balistol und dann 4 bis 5 trockene Patches hinterher. Was da dann noch drinn ist, ist vernachlässigbar wenig.
 
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