.375 H&H - Kurzer Lauf, Schalldämpfer und Fabrikmunition

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Ein Kollege von mir verschoss das PPU TM in seiner 375H&H auf Sau und war sehr angetan von der guten Augenblickswirkung und geringen Entwertung.

Wärst du bisschen weiter vorne gelandet mit dem Ausschuss, hätte es möglicherweise schon anders ausgesehen.

Ansonsten kann ich dir das 250gr Sierra GameKing empfehlen. Das hatte bei mir auf DJ-Sauen schlagartige Wirkung gezeigt mit viel Pirschzeichen.
 
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Hornady SST, Nosler ballistic tip. Die gibt's aber gar nicht für die 375. Hatte mich vertan. Von Hornady gibt's aber ein amax und ein Interlock round nose
Muss dich korrigieren. Das 390gr A-Tip ist ein Matchgeschoss und braucht eine DrallLaenge die herkoemmliche Jagdwaffen nicht haben. Das Interlock in 270gr waere weicher als das PPU. Anderseits haben die meisten 375iger Geschoss in 270gr aufwaerts eine Manteldicke von 0.0035” und somit sind diese Geschosse nicht unbedingt fuer gute deformation auf 50kg Schweinderl bekannt.
 
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Das mit der Mantelstärke ist eine interessante Info - Danke @greg zeilinger
Ich bin nicht Sicher welche Dralllänge meine R93 hat und ob sie ggf. 270 grs Geschosse schlechter verdaut, aber die 300 grs haben auf anhiebt deutlich besser Gruppiert. Daher scheue ich vor weiteren Versuchen in 270 etwas zurück.

Du hast sicherlich reichlich Erfahrung mit dem PPU.
Was sagen Deine Erfahrungen zum Einsatz auf Sauen?
 
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Ein Blattschuss bremst ungemein besser, das ist so. Ich meinte aber nicht einmal so weit vorne sondern schon noch hinter dem Blatt aber näher an dieses ran. Ich weiss nicht ob die Perspektive täuscht aber der Ausschuss scheint schon eher mittig, nahe am Zwerchfell zu liegen. Damit auch näher an die Peripherie der Lungenflügel. Weiter vorn wärst du näheran der Aorta- würde die durch hydrodynamischen Druck im Schuss beschädigt hast du sofort kürzere Fluchten und mehr Schweiss...

Aber hätte, hätte Fahrradkette!😉 Bleib erstmals dabei und dienächste Erlegung wird anders.

Zum R93:
250gr Sierra GK schoss meiner Loch an Loch. Auch lange Bohnen wie 300gr TSX und alles dazwischen. 270er verbleit hab ich aber nie getestet. War die Federal die einzige 270er die du getestet hast? Vll passt die dem Lauf einfach nicht. Dir gefallen auch nicht alle Frauen!😉
 
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Die Sau stand leicht spitz, daher der mittige Ausschuß kurz vor dem Zwerchfell. Waidsack etc. waren unbeschädigt...
Du hast natürlich völlig recht. Weiter vorne durch beide Flügel, im Idealfall noch durch den Herzkranz und der hydr. Schock hätte sein übriges getan. Ein Freund hat mit der 9,3x62 (Norma Alaska) schon mehrere starke Sauen mit hohen Lungenschüssen an den Platz gebannt bzw. alle bisher damit beschossenen.

Eine Sau derselben Gewichtsklasse (57 kg, sogar die gleiche Lichtung), hab ich vor ein paar Wochen mit der .308 Win und dem schlapp geladenen Geco Star auf 130m erlegt. Die Lunge war blutunterlaufen und beide Flügel stark beschädigt. Dennoch ist sie 130m in den Wald geflüchtet. Die Schweißfährte war aber deutlich ausgeprägter. Also auch kein bum-um Schuss, aber damit rechnet man bei diesem Haltepunkt.
IMG_20201115_041909.jpg
 
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Die Sau stand leicht spitz, daher der mittige Ausschuß kurz vor dem Zwerchfell. Waidsack etc. waren unbeschädigt...
Du hast natürlich völlig recht. Weiter vorne durch beide Flügel, im Idealfall noch durch den Herzkranz und der hydr. Schock hätte sein übriges getan

Stimme zu und genau deswegen würde ich bei vorerst beim PPU bleiben.
 
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Werde ich auf jeden Fall.
Wenn sich bei den nächsten Abschüßen ähnliches zeigt, wage ich vielleicht den Versuch mit dem Sax KJG.
 
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Habe keine Erfahrungen mit dem Sax KJG und kann deswegen nichts dazu sagen.

Generell finde ich die Überlegung bei moderaten Distanzen auf das heimische Wild bei großen Durchmessern leichte Bleifreie zu verwenden schlüssig.
 
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Ich habe bisher nur das mittlerweile nicht mehr hergestellte 13g KJG verschossen! Präzision sehr gut, Wirkung ebenso!
Das neue, sehr leichte KJG habe ich noch nicht verschossen!
 
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Gestern hat es unverhofft geklappt.
Spät im Revier angekommen, bin ich weit gefahren um den Wind vom Auto nicht auf die Wiese streifen zu lassen und, um ehrlich zu sein, nicht noch ewig zum Sitz laufen zu müssen 👴.

Angehalten, mit der WBK abgeglast und unerwartet, keine 300 m weiter, stehen zwei Sauen vertraut im Gebräch.
Interessant wurde es, als ich alles Gerödel angelegt hatte und plötzlich ein Rudel Wölfe anfing zu heulen. Deutlich zu hören, hier nicht selten, und nicht weit weg. Ich dachte jetzt ist es vorbei, bevor die Pirsch begonnen hat. Die zwei Sauen haben aber nur kurz gesichert, dann weiter vertraut Gebrochen 🤞.

Der Wind war etwas ätzend, ich konnte aber im Waldschatten auf 110 m ran kommmen, ohne eräugt oder gewindet zu werden. Dank gutem Pirschstock, hab ich einen Plattschuss angetragen, da die Sau liegen sollte - Grenze.

Die Sau lag. Beim Aufbrechen war gut zu sehen, dass das Projektil den Trägeransatz getroffen hat. Der Ausschuss lag genau auf einer Rippe, eine der Nachbarrippen war gebrochen.
Die Lunge war nur dort verletzt, wo sie direkte Berührung mit dem Projektil hatte. Sah mir nicht nach weichem Blei auf Koks aus.

Bis auf die sagenhafte Stimmung durch den Nebel im Tal, den Mond und die Wölfe im Hintergrund, war es alles in allem ein herrlich spektakuloser Abschuss - bum und um - kein suchen, kein schweres bergen...
Ich befürchte die Tendenz zu erkennen, dass das Projektil auch bei einem einseitigen Blattschuss auf eine 52 kg Sau, noch nicht sein volles Potential entfaltet.
Sicher ausreichend Energieabgabe, aber es scheint sich zu bewahrheiten, dass das PPU SPRN 300 grs für unser Wild grenzwertig hart ist.

IMG_20210302_225856.jpg
IMG_20210302_233915.jpg
Links der Einschuss (durch's Blatt)
rechts der Ausschuss.
 
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Es bleibt kurrios.
Gestern habe ich auf ca 30m einen 30 kg Frischling beschossen.
Da auf offenem Feld, bewusst eine Hand breit hinter die Blätter.
Der Frischling sprang ab und flüchtete parallel zur Rotte, aber abseits, über den offenen Acker.
Durch die WBK konnte ich perfekt sehen, wie aus der Einschußseite der Schweiß spritzte.
Auf dem unten verlinkten Video, sieht man die starke Schweißfährte (hell-orangene Schlangenlinie).
Nach einer ca. 100m Flucht mit reichlich Schweiß, lag er dann.

Bei Aufbrechen fiel mir auf, dass der Einschuß größer war als der Ausschuß - in beiden Fällen mit Rippentreffer.
Die Lunge war völlig hinüber, trotzdem legte er (sie) eine beachtliche Flucht hin :unsure:.
Harte 375 H&H - 300 grs Geschoße sind sicherlich nicht für Frischlinge gemacht,
trotzdem verblüfft mich, dass die die Wirkung in der Lunge enorm war und das
schwachte Stück trotzdem so weit kam.

Ich bin heilfroh, dass die Feldfrüchte noch keine 5 cm hoch sind.
Spätestens in 3-4 Monaten, sind mit dieser Mun Blattschüße angesagt...

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Schweißfährte - von Anfang bis Ende stark
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Ein- Auschuß und Lunge
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Video - Flucht mit reichlich Schweiß

 
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Ich habe vor Jahren bei einer DJ mit der .375H&H und dem 300grs PMP- Geschoss eine Ricke beschossen: im Schuss sah ich hinter dem Stück etwas wegfliegen und eine deutliche Dunstwolke ( es war sehr kalt) stand über dem Anschuss! Das Reh fiel nach 50m verendet um - aber das komplette große und Teile des kleinen Gescheides lagen am Anschuss bzw. auf der Fluchtstrecke!
Und das PMP-Geschoss stand im Ruf, recht hart zu sein!
 
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Danke dass du uns mit deinen sehr gut dokumentierten Berichten an deiner Erfahrung teilhaben lässt!

Ich bin doch sehr erstaunt ob der langen Fluchten, die du mit der 375H&H hast. Möglicherweise eine Kobination aus einem doch nicht so weichen Geschoss, sanfter PPU-Ladung und bisschen noch der kurze Lauf.

Selber nutze ich die .375H&H auch schon ein paar Jahre teils Ansitz und viel auch DJ. Ich konnte mit den 270gr FailSafe, 250gr TTSX, 154gr Sax KJG nie solche Fluchtstrecken verzeichnen. Das 250gr Sierra GameKing war bisweilen sogar etwas brutal, dafür lag aber selbst weidwund getroffenes Wild innert 30m (bis zur 70kg Sau).
Am weitesten schaffte es leichtes Wild noch mit dem 300gr TSX vom Anschuss. Aber auch da eigentlich nur Rehe und nie über 60-70m.

Bis auf das SF und die 300gr TSX war es aber ausschliesslich selber geladene Munition aus 63cm Lauf.
 
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