Ab welchem Monat können Kitze allein überleben?

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Aus dem Rehwild-Bejagungskonzept unseres Reviers:

"Die Vorrausetzungen für eine Erlegung Ricke vor Kitz sind folgende

  • Bevorzugte Anwendung auf Ricken mit Einzelkitzen, da ein Kitz allein sich nicht an dem Verhalten des Geschwisterkitzes orientieren kann,
  • Ricke und Kitz müssen sich auf einer Freifläche weit ab jeglicher Deckung befinden,
  • Die Schussentfernung soll 80 Meter nicht überschreiten, damit eine kurze Orientierungskreisflucht das Kitz nicht außerhalb der maximalen Schussentfernung bringen kann,
  • Es darf sich kein anderes Rehwild in unmittelbarer Nähe befinden, damit sich das Kitz nicht an deren Verhalten orientieren kann (z. B. mitziehender Bock),
  • Der mögliche Schussfeldwinkel muss in beide Richtungen angemessen groß sein, damit nach einer kurzen Orientierungskreisflucht Kugelfang und Sicherheit für den Zweitschuss gegeben sind,
  • Die Stücke müssen vertraut äsen und nicht ziehen,
  • Die Ricke wird Hochblatt geschossen, damit ein Zusammenbrechen an Ort und Stelle wahrscheinlich ist,
  • Die Aufgabe wird nur von besonnenen Jägern durchgeführt.
Wird eine Ricke mit Zwillingen bejagt, erfolgt die Erlegung in der Reihenfolge Kitz – Ricke – Kitz unter vorgenannten Bedingungen. Springt nach der Erlegung des ersten Kitzes die Ricke an den Rand des Schussbereiches, wird der Folgeschuss unterlassen, weil dadurch die Erlegung des verbleibenden Kitzes unwahrscheinlicher geworden ist. In diesem Fall soll auch nicht die Waffe nachgeladen werden, um wenigstens die Schützenposition nicht preiszugeben."
Sehr gut! Nur als Ergänzung: wenn doch mal versehentlich eine Ricke erlegt wurde, sitzt man die nächsten Tage dort an, um das Kitz auch zu erlegen. Ist mehr aus Sicht "Waldrevier".
 

Westwood

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Der typische Kommentar eines Feld- und Wiesenjägers. Mal sehn, ob sich noch kompetente Kommentatoren zu Wort melden.
Nicht direkt der Gegenseite die Kompetenz absprechen...
Immer dran denken das hier vermutlich die meisten unter verschiedenen Bedingungen und vermutlich auch mit sehr unterschiedlichen Zielsetzungen Jagd.

Die Kitze von verunfallten um die es eben ging (ich vermute du beziehst dich auf meinen Beitrag) konnte ich bisher nur im Revier meines ersten Jagdherren beobachten... Da wurde anders auf Rehwild gejagt wie an der jetzigen Wirkungsstätte.
 
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und wenn es dann 10m von der fremden Ricke steht, dann ist das schlimm oder wie muss ich das verstehen. Kann es dann von der Ricke im Sprung nicht lernen.
Ich verstehe hier die Argumentation nicht bitte erkläre mir warum es einem Kitz das im Wintersprung 1m neben der Ricke steht besser geht, als einem was auf 10m Distanz gehalten wird.
Warum soll das Kitz mit Ricke stärker gesünder und klüger sein wie die das andere das ohne Ricke im Sprung den Winter verbringt???
Was soll es "lernen"??? wie man sich eine "neue" Mutter sucht??
Klar wird es im Sprung stehen, aber die Beobachtung zeigte eben dieses geschuilderte Verhalten.

Umgekehrt "kämpft" ein Tiermutter nicht bis zur völligen Selbstaufgabe wie eine Menschenmutter um ihr Kind. Der Arterhaltung ist es dienlicher und die "Natur" hat es so eingerichtet, dass nicht beiden tot sind, sondern die Mutter nächstes Jehr wieder ein Kin bekommt.
Daher bedarf es der Anmerkungen in #124 nicht, denn wann sieht eine Geiß ihr aufbegrochenes Kitz wo hängen. Auch in der Natur fallen zunächst die Jungen dem Raubwild zum Opfer und traumatisierte Rehgeißen habe ich in über 60 Jagdjahren keine gesehen, aber solche, die nach der Erlegung eines Einzelkitzes nach ihm geschaut hat und gar nicht groß trauern konnte, weil sie daneben hing..
Es geht hier lediglich um eine gemachte Beobachtung und wer die nicht gemacht hat, kann dazu nix sagen. Ist wie mit Kalibern, die bewertet werden, ohne damit geschossen zu haben. Was ist mit verwaisten Kitzen in wildarmen Revieren, von welchen Rehen sollten sie was "lernen"??
Das ich kein Jagdgegner bin, könnten die Bilder belegen
 

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Ach ja, und noch eine Frage: wie unterscheidet man eine Geiß, deren Kitz(e) schon erlegt wurde( n ), von einer Geiß, die grad mal ohne daherkommt?
Grad mal ohne (wie schon gesagt wurde) geht in einer Schneise oder Rückegasse eher nicht, im Feld eher schon.
Wenn die Sinneserinnerung tatsächlich "arbeitet", dann erscheint die Geiß doch nicht dort, wo sie ihre Kitze verloren hat, odrrrrrr.
Welcher Geiß genau die Kitze weggeschossen wurden, lässt sich nur selten an bestimmten Merkmalen feststellen.
 
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Was soll es "lernen"??? wie man sich eine "neue" Mutter sucht??
Klar wird es im Sprung stehen, aber die Beobachtung zeigte eben dieses geschuilderte Verhalten.

Umgekehrt "kämpft" ein Tiermutter nicht bis zur völligen Selbstaufgabe wie eine Menschenmutter um ihr Kind. Der Arterhaltung ist es dienlicher und die "Natur" hat es so eingerichtet, dass nicht beiden tot sind, sondern die Mutter nächstes Jehr wieder ein Kin bekommt.
Daher bedarf es der Anmerkungen in #124 nicht, denn wann sieht eine Geiß ihr aufbegrochenes Kitz wo hängen. Auch in der Natur fallen zunächst die Jungen dem Raubwild zum Opfer und traumatisierte Rehgeißen habe ich in über 60 Jagdjahren keine gesehen, aber solche, die nach der Erlegung eines Einzelkitzes nach ihm geschaut hat und gar nicht groß trauern konnte, weil sie daneben hing..
Es geht hier lediglich um eine gemachte Beobachtung und wer die nicht gemacht hat, kann dazu nix sagen. Ist wie mit Kalibern, die bewertet werden, ohne damit geschossen zu haben. Was ist mit verwaisten Kitzen in wildarmen Revieren, von welchen Rehen sollten sie was "lernen"??
Das ich kein Jagdgegner bin, könnten die Bilder belegen
Du weichst aus, das war nicht meine Frage! Du hast in den Raum gestellt das ein Kitz ohne Ricke benachteiligt ist und du es deshalb entnommen hast.
Mich interessierte deine Erfahrung zu dem Thema offensichtlich weißt du ja da mehr wie ich denn ich kann einen Nachteil für ein Kitz ohne Ricke nicht erkennen. Da du es aber als Begründung angeführt hast für die Erlegung, dachte ich frag mal.
Denn wir reden ja immer noch darüber ab wann ein Kitz selbständig klarkommt. Ich kann ab November keinen Nachteil erkennen, du offensichtlich schon und welcher das ist, würde mich halt interessieren.
 
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Das erste Reh dieses Jagdjahres war ein Kitz mit 5 kg, dem der Ortslage nach die Geiß totgefahren wurde. Wahrscheinlich läuft noch so ein Winzling dort rum, daher sitze ich dort vermehrt an, habe in dieser Zeit nur ein Schmalreh erlegt. Erwarte jetzt die Frage: wie erkennt man ein einzelnes Reh als Schmal.
Ein November-Kitz mit 11- oder 12 kg wird es leichter schaffen als eines mit "Setzgewicht"
Das "bebashde" Kitz im Sprung war auch deutlich schwächer als die anderen. Das verwaiste 5-Kilo-Kitz und dessen Geschwister dürften einen "Winter" kaum überstehen, vor allem dann nicht, wenn nicht gefüttert, sondern nur gekirrt werden darf. Bis da ein verwaistes Kitz (im Wald) dran kommt, ist die Kirrung weggefressen. Zusammengereimt?? Nein an der leeren Kirrung erlegt.
 

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Du weichst aus, das war nicht meine Frage! Du hast in den Raum gestellt das ein Kitz ohne Ricke benachteiligt ist und du es deshalb entnommen hast.
Mich interessierte deine Erfahrung zu dem Thema offensichtlich weißt du ja da mehr wie ich denn ich kann einen Nachteil für ein Kitz ohne Ricke nicht erkennen. Da du es aber als Begründung angeführt hast für die Erlegung, dachte ich frag mal.
Denn wir reden ja immer noch darüber ab wann ein Kitz selbständig klarkommt. Ich kann ab November keinen Nachteil erkennen, du offensichtlich schon und welcher das ist, würde mich halt interessieren.
Nach meinen lanngjährigen Erfahrungen kümmern verwaiste Kitze und hängen im Frühjahr den anderen Jährlingen körperlich hinterher. Schluss aus! Da brauche ich nur mit offenen Augen durchs Leben zu gehen. Leider haben wir über mehrere Kilometer eine Landstraße, welche durch den Wald verläuft und ihren Tribut zollt. Dazu kommen offensichtlich immer wieder Wildunfälle, welche offensichtlich nicht gemeldet werden, aus welchen Gründen auch immer.

Allgemein wird ein Kitz, welches im Spätsommer oder später die Führung verliert überlebensfähig sein, wird aber in seiner Entwicklung beeinträchtigt. Das hat nix mit vermenschlichen zu tun, sondern mit einem Gewissen gegenüber der Kreatur. Wenn bei Bewegungsjagden wahllos (effizient???) auf Rehwild geschossen wird, war ich mit Sicherheit das letzte mal auf dieser Veranstaltung. Wer nicht in der Lage ist seinen Abschuss "ordentlich", sprich jung vor alt zu erfüllen, dem fehlt es einfach an der Einstellung und Verantwortung für sein Handeln.

Natürlich sinken die Gewichte der Kitze, bzw. dann Schmalrehe / Jährlinge im Frühjahr, da sie ihre Reserven über die Zeit verbrauchen. Entsprechende Reserven müssen aber auch beizeiten gebildet werden. Da hilft die Führung sicher auch.

Ich bin wahrlich kein engstirniger Tradionalist und offen für Entwicklungen, aber in diesem Bereich definitiv nicht. Da hilft auch das Schreiben aus Ba-Wü nicht. Es wurde doch wohl eher Förster und Co. als Rechtfertigung für eingefordertes Handeln an die Hand gegeben. Entsprechende wissenschaftliche Untersuchungen sind mir ansonsten unbekannt.

wipi
 
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Ein Kitz, das im Oktober noch mit 5 kg rumhängt, hat vorher schon ein Problem gehabt. Bei uns haben die gut genährten wenn im September die Jagd aufgeht um die 10 kg, der Durchschnitt 7-9. Im Novermber erlegte Kitze haben mindestens 10, oft deutlich drüber. Hatte grad erst eins mit 12 kg. Feist ohne Ende.
 
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Ein Kitz, das im Oktober noch mit 5 kg rumhängt, hat vorher schon ein Problem gehabt. Bei uns haben die gut genährten wenn im September die Jagd aufgeht um die 10 kg, der Durchschnitt 7-9. Im Novermber erlegte Kitze haben mindestens 10, oft deutlich drüber. Hatte grad erst eins mit 12 kg. Feist ohne Ende.
Nett dass du mich bestätigst.
Problem?? Klar, es hat vooorher die Mutter verloren.
 
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