Ab welchem Monat können Kitze allein überleben?

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#17
Cast hat es auf den Punkt gebracht. Wenn es keine Vorteile bringen würde oder nicht notwendig wäre , würde das Kitz nicht so lange bei der Ricke bleiben, bzw. die Ricke das Kitz nicht so lange dulden. Die Natur hat sich dabei was gedacht.
Hab selbst mal Anfang Mai nen "Bock" von 8,5kg erlegt. Die Ricke war 500m von dort auf ner Straße geblieben. Ende Oktober des Vorjahres.
Und es war sicher genau DAS Kitz DIESER Geiß???


Wenn Du die Natur schon zitierst: "Ich hab noch nie gehört, dass der Luchs in der Form selektieren würde: jetzt fress ich erstmal die Kitze und die Geiß heb ich mir für später auf! Der fängt das Stück, was ihm am nächsten steht und oder am längsten blöd schaut. Dass kann, muss aber nicht das schwache Geißkitz sein. In nicht wenigen Fällen stirbt da auch mal die Geiß zuerst.
Von Wölfen ist bekannt, dass sie teilweise gezielt die Muttertiere zuerst erbeuten und das führungslose Jungwild für eine spätere Jagd stehen lassen...

BTW: Nach der Logik von DIr und Cast dürfte man auch NIE eine Bache erlegen, denn da verläßt der Nachwuchs erst den Rottenverband, wenn die nächste Generation im Wurfkessel liegt. Weibliche Stücke noch nicht mal dann, sondern werden überwiegend in die Rotte integriert. Sicherlich hat sich die Natur dabei auch etwas gedacht...

BTW: Für mich gelten ausdrücklich zwei folgende Regeln:
1. Jung vor alt!
2. Keine Zeugen!
 
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#18
Da ich auch in einem reinen wild zugewucherten Waldrevier jage kann ich dir nur sagen....ich habe keins:oops:
Bewährt hat sich auf alle Fälle bei mir,das ich den weiblichen Abschuss fast nur morgens/vormittags tätige und immer den Blatter mithabe.
Klappt zwar nicht immer,aber wesentlich besser als Abends im letzten Licht.
 
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#19
Schöner Thread.
Wenn mir jetzt noch jemand ein Patentrezept verrät, wie man in einem reinen Waldrevier den weiblichen Rehabschuss mit wirklich gutem Gewissen erfüllen kann.........nur zu.

:rolleyes:
basti
Versuchs mal mit Morgenansitzen im September. Kitz(e) erlegen und danach sitzenbleiben. Möglichst mal ein wenig Kitzfiep zum Besten geben. Meist kommt die Geiß retour.
Kitzfiep funzt auch später noch, allerdings sind die wirklich fängigen Wetterlagen nach dem Haarwechsel deutlich seltener wie Anfang September.
Die letzten Jahre hat es sehr gut geklappt, heuer war irgendwie der Wurm drin und die Geißen sind mir des öfteren ausgekommen.

An sonsten Drückjagd ab November. Wie beschrieben sollten die Kitze auch überleben, wenn die Geiß versehentlich erlegt wird. Kümmerer gibt es nach meiner Erfahrung in den "überhegten" Revieren deutlich häufiger wie in den scharf bejagten Revieren. Zumindest sind die Durchschnittsgewichte in den letzteren signifikant höher...

Ferkelwemser war schneller...
 
Zuletzt bearbeitet:
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#20
Zur Eingangsfrage: Ich hab mal gehört, etwa ab Haarwechsel im Herbst soll die Abhängigkeit nicht mehr gegeben sein. Ab da kann man auch feststellen, dass Geiß und Kitz auch getrennt flüchten...
 
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#21
Versuchs mal mit Morgenansitzen im September. Kitz(e) erlegen und danach sitzenbleiben. Möglichst mal ein wenig Kitzfiep zum Besten geben. Meist kommt die Geiß retour....
Ich habe in einem Revier-wie Ferkelwemser- extrem dichte Abteilungen (ex Moorwiesen im Naturschutzgebiet) , die praktisch nur von 4-5m breiten Forstwegen durchzogen sind. Wenn da Ricke/Kitz auftauchen und ich das (einzige???) Kitz erlege, kann es durchaus sein, das eine Stunde später in der Nähe die/eine Ricke den Kopf aus dem Busch steckt.

Aber was sagt mir das, morgens im September......?

basti
 
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#22
Das ist genau die Situation,für die es kein Patentrezept gibt-in einem solchen Fall lass ich die Ricke laufen.Die nötigen Schmalrehe schiesse ich hauptsächlich im Mai,die nötigen Kitze, wann immer es geht,die Ricken,wenn ich sie nicht mit den dazugehörigen Kitze bekommen habe,Ende Januar.
Da bleibt es schon relativ lange hell- meistens ist es auch nicht nötig,da wir zu 90% Mitte Dezember mit dem Abschuss durch sind.
 
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#23
Also meine Erfahrung aus meinem Revier in 11 Jahren sind das Rehkitze ab November sehr gut alleine zurecht kommen.
Die Hauptursache für schwache und abgekommene Stücke im Frühjahr ist nicht die fehlende Ricke, sondern der Lebensraum ist einfach nicht ausreichend.
Ein angemessener Bestand bringt starkes Rehwild hervor hab es jetzt wieder gesehen an der Grenze vom Nachbarn eingewechseltes Rehwild ist deutlich schwächer als der schnitt bei mir im Revier.
Mitten im Revier Ricke mit 2 Bockkitze eins 12,2kg das andere 11,0kg die beiden Stücke von der Grenze hatten dagegen 5,8kg und 7,2kg egal ob mit oder ohne Ricke währen die Beiden wohl nicht durchgekommen. Die Ricke ist vor ein paar Tagen erlegt worden und hatte 13,7kg. Durchschnitt liegt normal bei 15- 17kg bei mir.
Zusammengefasst hab ich angepasste Bestände, ist das Rehwild stärker und widerstandsfähiger die Kitze kommen auch schon früh ohne Ricke zurecht.
Ist der Bestand für den Lebensraum zu hoch ist das Rehwild eher schwach und die Kitze haben es schwer egal ob mit oder ohne Ricke.
 
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#24
Ich finde,es ist schwer zu sagen,daß Kitze ab Oktober;November,Dezember auch ohne Mutter zurecht kommen-schliesslich hat sie ja auch keiner befragt.
Verhungern werden sie wohl nicht-aber die werden wohl nicht ohne Grund mehr oder weniger regelmässig bis in den März/April bei ihrer Mutter stehen.
Meine Meinung dazu ist-es wird sich NIE ganz vermeiden lassen-aber man muss es auch nicht heraufbeschwören.
 
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#25
Wenig tröstlich, aber zur Not habe ich ja noch den gnädigen Ausputzer im Revier:

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:rolleyes:
basti
 
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#26
Ungefähr ab September als Kümmerer mit einstelligen Wildbretgewichten im nächsten Frühjahr.
 
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#27
Kitze sind teilweise schon mit wenigen Wochen deutlich von der Ricke entfernt aktiv. Ich habe schon gefleckte Kitze, die gerade die ersten Blätter ästen, 80m entfernt von der Ricke rumbummeln sehen. Jetzt können die schon mal 100, 200m und mehr auseinder stehen. Dass Du die Ricke nicht zusammen mit dem Kitz auf einem Bild hast heisst also nicht zwangsläufig, dass die weg ist.
Viele Bilder, einige Wochen, zuvor war öfter eine Geis mit Kitz dort, jetzt keine Geis mehr.

Nur eine begründete Vermutung.
 
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#28
Das hängt von vielen Faktoren ab und kann nicht generell beantwortet weren. Fragst einen Öko dann kommt dieser Zeitpunkt eher. Man muss zwischen kümmern und dahinsiechen bis zum verenden unterscheiden. Der Winter spielt dabei eine große Rolle. Im frühen Stadium auch der Fuchs in großen Ausmaß. Sicher wird ein Kitz in den meisten Breiten schon nach 4 oder 5 Monaten "überleben". Die Frage ist wie. Einen Laufschuss überlebt auch ein Reh.
Na ja, ich würd mal sagen, dass ein belesener Öko nix anderes sagt als ein belesener BJV´ler. ;) Es wurde hier schon geschrieben, was auch in der Literatur steht und darüber hinaus ist es Sache der gegebenen Verhältnisse (Qualität des Lebensraumes, Prädatoren) und wie das Kitzl beieinander ist.
Aber beim ein oder anderen Öko haben Rehleins eher Ruhe. ;)
 
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#30
Schöner Thread.
Wenn mir jetzt noch jemand ein Patentrezept verrät, wie man in einem reinen Waldrevier den weiblichen Rehabschuss mit wirklich gutem Gewissen erfüllen kann.........nur zu.

:rolleyes:
basti

Das geht mit gutem Gewissen, wenn man will! Ab 01.05. bis ca. erste / zweite Juni-Woche Intervalljagd mit Sammelansitz und hündischer Hilfe auf Schmalreh u. Böck. Ggf. im April mit WBK schon mal schauen, wo und wie man ab Mai mit Hundi spazieren geht und auch im Mai immer wieder mal schauen, wo und wie mans am WE mit der Manschaft machen könnte.

Der Rest dann im Oktober als Doublette (aber soo viel ist da nicht mehr nötig). Macht in gut zwei Stunden zw. 5 und 12 mal bumsi, je nach Waldverhältnissen. Allein im Mai an den WE schnell 40 Stückl und da kannst mir glauben, sind genug Weibsn drunter. Dann ist Jagdruhe bis August / September. Mal von JJ, die unbedingt blatten wollen abgesehen. Im Oktober / November nochmal Vollgas wg. Migration aus der Nachbarschaft (weil die alle draußen herumballern, gibts ne Verbisskonzentration im Wald und deshalb ist das extrem wichtig). Ab 1.12. Jagdruhe bis 1.5. im nächsten Jahr. Blitzsaubere Jagd bei bestem Licht auf überschaubare Entfernung bei bester, schneller und sicherer Ansprache.
Kein Kirrungsdummfug im Herbst / Winter nötig.
 
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