Absolut nichts los im Wald

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18 Feb 2022
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In einem Revier = Lebensraum vom Wild, das ich mir erarbeiten will, um zu verstehen wie das Wild sich dort verhält, schaue ich mir die Topographie an, mache mir selber eine Geländebeschreibung; zuerst markiere ich wo die Wasserläufe sind. Dazu nehme ich mir eine Karte 1:50.000 oder 1:25.000, stecke die in eine Kartenhülle, nehme eine Folie vom Overheadprojektor, klebe die da drauf und markiere mir mit wasserfestem Folienstift die interessanten Bereiche.

Zuerst wo Wasser ist: map1 in der Übersicht, map2 im Detail.

(Die Karte nur als Beispiel, die ist uralt aus meiner Kartensammlung:)... wer hier grad sein Revier findet :cool: Das sind hier gute Rotwildreviere)

Auf die zweite Folie die drüber geklebt wird, kommen Bewegungslinien der Wildarten; Wildbeobachtungen, Wildwechsel, Tränke, Äsungsmöglichkeiten. Dann eigene und fremde Reviereinrichtungen; das Wild verhält sich unabhängig der jagdlichen Grenzen. Das ganze neu machen je nach Jahreszeit. Dann die Grenzen des eigenen Jagdreviers (= eigener Jagddruck) und der fremden Jagdreviere eintragen (mit den Bewegungsmustern der Jagerei der Nachbarreviere 😇 (Pirschwege, Stände, bevorzugte Ansitzeinrichtungen gerade an der Grenze..., Schussrichtungen, vorherrschende Windrichtungen, Parkplatz, Bewegungsrichtung der Nachbarjäger = fremder Jagddruck, den das Wild zu vermeiden sucht) und der Bewegungsmuster der Freizeitsportler und Jogger, Hundemamas, Naturliebhaber, Wanderer, Mountainbiker on road und off road, Camper, Angler ...) Manchmal stehen die Rehe ganz nah an diesen belaufenen Routen und fern der Jagdeinrichtungen der Reviere...

Dieses Jahr 2022 war sehr trocken, genaugenommen sautrocken; es kann sein dass Oberflächenwasser örtlich über Wochen/Monate (!) komplett versiegt ist, das Wild muss sich entsprechend verhalten; vor Ort nachprüfen und ALLES vor Ort mit der Karte getarnt als geräuschvoller Spaziergänger :geek: bzw. als Waldarbeiter👩‍🌾 überprüfen.

Dadurch versteht man erstmal die ganz spezifischen örtlichen Gegebenheiten mit denen auch das Wild konfrontiert ist.

map1.jpg


map2.jpg
 
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Interessant. Ich bin aber eher der digitale Kartenanwender. Mit dem kostenlosen Inkscape geht vieles... , auch der Jährliche Feldfruchtwechsel auf Layern....
 
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ich denke, für den Ansitzsack kommen diese Hinweise zu spät. Er hat innerlich seinen Pirschbezirk bereits gekündigt und ist auf der Suche nach was Neuem.
Ich wünsche ihm dabei viel Erfolg.
 
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ich denke, für den Ansitzsack kommen diese Hinweise zu spät. Er hat innerlich seinen Pirschbezirk bereits gekündigt und ist auf der Suche nach was Neuem.
Ich wünsche ihm dabei viel Erfolg.

So wird das wohl sein... er hat damit abgeschlossen.

Und vielleicht wird der nächste Begeher, der nicht weiss "dass da kein Wild ist" einfach rausgehen und gut Strecke machen... weil er eben vielleicht eine Kleinigkeit anders macht, nämlich zu anderen Zeiten, Wetterlagen und vor allem jahreszeitlichen Aktivitätsphasen des Wildes rausgeht.
 
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18 Feb 2022
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Das was Ansitzsack geschildert hat, ist wichtig für viele andere Jungjäger. Also vielen Dank an ihn (y)Genau diese Fragen stellt sich jeder JJ, der im Gelände alleine unterwegs ist.

Genau dies berichten bei uns auch total frustriert die Kollegen JJ:

Ich sitze an den selben Plätzen und hab fast jedesmal Rehwild im Anblick, auch noch im Hellen, so dass ich mit meiner Spektiv/Handy-Konstruktion auch Fotos zur Dokumentation schiessen kann.

Nur die anderen JJ sehen...nix. :eek::sick::alien: "Alles leer"...nur war's letztes Jahr und nicht im trockenen Jahr 2022, wo jetzt sogar unsere Igel kein Futter finden und sehr mager in den Winter gehen (das nur nebenbei).

[Es kann auch wegen der Trockenheit sein, dass das Wild zwingend Richtung des letzten Oberflächenwassers wechseln muss und dann einfach wenige hundert Meter weiter, aber leider im Nachbarrevier steht, wenn der eigene Revierteil sich auf einer trockenen Hügelkuppe befindet ... :unsure:]
 

MSP

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In einem Revier = Lebensraum vom Wild, das ich mir erarbeiten will, um zu verstehen wie das Wild sich dort verhält, schaue ich mir die Topographie an, mache mir selber eine Geländebeschreibung; zuerst markiere ich wo die Wasserläufe sind. Dazu nehme ich mir eine Karte 1:50.000 oder 1:25.000, stecke die in eine Kartenhülle, nehme eine Folie vom Overheadprojektor, klebe die da drauf und markiere mir mit wasserfestem Folienstift die interessanten Bereiche.

Zuerst wo Wasser ist: map1 in der Übersicht, map2 im Detail.

(Die Karte nur als Beispiel, die ist uralt aus meiner Kartensammlung:)... wer hier grad sein Revier findet :cool: Das sind hier gute Rotwildreviere)

Auf die zweite Folie die drüber geklebt wird, kommen Bewegungslinien der Wildarten; Wildbeobachtungen, Wildwechsel, Tränke, Äsungsmöglichkeiten. Dann eigene und fremde Reviereinrichtungen; das Wild verhält sich unabhängig der jagdlichen Grenzen. Das ganze neu machen je nach Jahreszeit. Dann die Grenzen des eigenen Jagdreviers (= eigener Jagddruck) und der fremden Jagdreviere eintragen (mit den Bewegungsmustern der Jagerei der Nachbarreviere 😇 (Pirschwege, Stände, bevorzugte Ansitzeinrichtungen gerade an der Grenze..., Schussrichtungen, vorherrschende Windrichtungen, Parkplatz, Bewegungsrichtung der Nachbarjäger = fremder Jagddruck, den das Wild zu vermeiden sucht) und der Bewegungsmuster der Freizeitsportler und Jogger, Hundemamas, Naturliebhaber, Wanderer, Mountainbiker on road und off road, Camper, Angler ...) Manchmal stehen die Rehe ganz nah an diesen belaufenen Routen und fern der Jagdeinrichtungen der Reviere...

Dieses Jahr 2022 war sehr trocken, genaugenommen sautrocken; es kann sein dass Oberflächenwasser örtlich über Wochen/Monate (!) komplett versiegt ist, das Wild muss sich entsprechend verhalten; vor Ort nachprüfen und ALLES vor Ort mit der Karte getarnt als geräuschvoller Spaziergänger :geek: bzw. als Waldarbeiter👩‍🌾 überprüfen.

Dadurch versteht man erstmal die ganz spezifischen örtlichen Gegebenheiten mit denen auch das Wild konfrontiert ist.

Anhang anzeigen 206746


Anhang anzeigen 206747
Herzlichen Glückwunsch zu diesem wunderbaren Revier. Im Nachbarrevier Scheuerheck durfte ich vor vielen Jahren meine ersten jagdlichen Erfahrungen machen. Schön wars.
 
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29 Jan 2022
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So wird das wohl sein... er hat damit abgeschlossen.

Und vielleicht wird der nächste Begeher, der nicht weiss "dass da kein Wild ist" einfach rausgehen und gut Strecke machen... weil er eben vielleicht eine Kleinigkeit anders macht, nämlich zu anderen Zeiten, Wetterlagen und vor allem jahreszeitlichen Aktivitätsphasen des Wildes rausgeht.
Das würde ich dem Nächsten von ganzem Herzen wünschen, denn für mich war das extrem frustrierend, auch hinsichtlich der eingesetzten Zeit von mir und den Kollegen die mir da helfen wollten sowie der finanziellen Aspekte.
Vielleicht fahre ich noch ein letztes Mal raus wenn es geschneit hat für die letzte Gewissheit. Wenn das meine Eigenjagd wäre, würde ich allerdings so lange die Jagd aussetzen bis ich mal einen Verbiss, einen Fegeschaden, eine Plätzstelle, einen Wildwechsel oder einfach nur ab und zu ein Stück Rehwild entdecken würde. Selbst wenn mir da jetzt noch etwas unterkommen würde (außer Schwarzwild) würde ich den Finger gerade lassen.
Für die Wetterfühligen: Wird es dieses Jahr Schnee geben?...
 
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Das würde ich dem Nächsten von ganzem Herzen wünschen, denn für mich war das extrem frustrierend, auch hinsichtlich der eingesetzten Zeit von mir und den Kollegen die mir da helfen wollten sowie der finanziellen Aspekte.
Vielleicht fahre ich noch ein letztes Mal raus wenn es geschneit hat für die letzte Gewissheit. Wenn das meine Eigenjagd wäre, würde ich allerdings so lange die Jagd aussetzen bis ich mal einen Verbiss, einen Fegeschaden, eine Plätzstelle, einen Wildwechsel oder einfach nur ab und zu ein Stück Rehwild entdecken würde. Selbst wenn mir da jetzt noch etwas unterkommen würde (außer Schwarzwild) würde ich den Finger gerade lassen.
Für die Wetterfühligen: Wird es dieses Jahr Schnee geben?...
Nein
 
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Vielleicht fahre ich noch ein letztes Mal raus wenn es geschneit hat für die letzte Gewissheit.
Irgendwie reizt mich das gerade ziemlich. Das kann doch nicht sein, dass überhaupt nichts da ist. Wenn Du nicht in der falschen Ecke wohnen würdest, würde ich zu gerne mal schauen kommen.

Hast Du eigentlich mal einen wirklich erfahrenen und erfolgreichen Altjäger darum gebeten, mit Dir nach Pirschzeichen zu schauen?
 
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Ich wünsche Dir jedenfalls ordentlich Weidmannsheil, und vor allem dass Du Dir nicht in langen sinnlosen Ansitzen die Freude an der Jagd verdirbst.
meine Frau hat 2016 ihren Jagdschein erworben und hätte im damaligen Revier beinahe wieder die Lust am Jagen verloren. Zwanzig Ansitze ohne Anblick. Ohne Wärmebildkamera sieht man absolut gar nichts. Das Wild tritt aus, wenn der Landwirt zu Hause am Küchentisch sitzt, und wenn alle Hunde des Dorfes schon Gassi geführt wurden - aber nicht bei Tageslicht.
 
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Wenn das Wild nicht raus kommt musst du rein in den Busch. Selbst das scheueste Waldreh bei größtem Besucherstrom äst auch an den kürzesten Wintertagen mindestens 3 mal bei bestem Tageslicht. Aber bestimmt nicht auf der Freifläche.
IMG-20221114-WA0003.jpg
Solche unscheinbaren kleinen Schneisen sollte man sich lieber suchen. Direkt an einem undurchdringlichen Einstand und nur 3m Schussfeld mit einem gut besuchten Wechsel. Ich muss aber auch zugeben, die Stelle hab ich erst nach 10 Jahren in dem Revier gefunden.
 

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