Abzugsgewichte

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Warum wird so ein Diagramm dann selten mit angegeben? Naja, das Problem ist, dass die Größenordnung der unterschiedlichen Wege sich stark unterscheiden kann. Das macht eine einfache Darstellung schwierig.
Da hatte doch einer mal sowas gebastelt ...
 

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Da hatte doch einer mal sowas gebastelt ...
coole Idee! Bleibt zwar theoretisch, hilft aber u.U. der Vorstellungskraft -
und hab das mal für einen weiter vorne beschriebenen Fall nachgebaut, über den ich mir immer noch nicht ganz klar geworden bin:
Beim Two Stage Trigger überwindest du zuerst den Widerstand des Vorabzugs, gelangst dann in einen Ruhebereich, um dann mit Überwindung des Abzugs den Schuss auszulösen.
1597151055020.png


@Hog Hunter würdest du die von dir beschriebene Charakteristik vermutlich eher mit der Grafik/Version 2 beschreiben?
 
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dir beschriebene Charakteristik vermutlich eher mit der Grafik/Version 2 beschreiben?
Die Idee, dass ein Ruhebereich existiert, basiert auf einem Missverständnis über die Funktionsweise eines Druckpunktabzugs.

Die in Version 2 dargestellte Abzugscharakteristik existiert nur sehr selten (bzw. gar nicht) als Druckpunktabzug. Zum einen ist so ein Verhalten der Präzision nicht förderlich und zum anderen ein deutliches Sicherheitsrisiko.

Der Vorzugsweg in einem Druckpunktabzug ist immer federbelastet. Je näher ich dem Druckpunkt komme, desto mehr Kraft muss aufgewendet werden um den Abzugszüngel zu bewegen. Den Druckpunkt erkennt man dann daran, dass der Weg nicht weiter ansteigt.

Auch am Druckpunkt muss immer zusätzlich die Kraft zur Spannung der Feder aufgebracht werden. Lässt man in der Zugkraft nach, dann kehrt der Abzugszüngel wieder in seine Ausgangslage zurück.

Im zweiten Diagramm ist das nicht der Fall. Aus dem Kurvenverlauf kann man entnehmen, dass die bis zu einem Weg von 2 (mm?) aufgewendet Energie ab diesem Punkt intern irgendwie gespeichert wird. Die Feder wird jetzt (durch den Abzug) gespannt gehalten und man braucht plötzlich eine geringere Kraft. Das ist die Funktionsweise eines Stecherabzugs.

Gefahren einer solchen Konstruktion:
- Man muss beim Abziehen darauf achten, wann der Abzug plötzlich leichter geht. Macht man das nicht, dann wird Kraft nicht wie gewollt in das Halten am Druckpunkt, sondern in die Bewegung der Abzugsmechanik gesteckt. Der Schuss kann unerwartet brechen.

- Was passiert, wenn ich den Abzug im "Ruhebereich" loslasse? Dann bleibt er "eingestochen". Würde automatisch wieder in die Ausgangslage zurückkehren, dann kann die Kurve nicht so verlaufen.

Der Unterschied zu einem Compoundbogen ist, dass (auch bei einem Spannabzug) die zum Auslösen nötigen Kräfte deutlich geringer sind. Zusätzlich ist das Sicherheitsrisiko größer, das entsteht, wenn man von außen nicht so gut den Spannzustand einschätzen kann oder sich unbeabsichtigt ein Schuss löst.
 
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Wer schießt denn welchen Abzug?
wäre doch ganz anders, als die ganzen theoretisch physikalischen Erklärungsversuche
Und vor allem: Wie gut schießt der damit.
Der DrP-Abzug meiner Howa bewegt sich bis zum DrP um3,5 mm.
Dafür sind 100g aufzuwenden, zur Überwindung des DrPs sind 1200 g erforderlich, aus durch die Charakreristik des Abzuges (brechen wie Glas) ein ganz hervorragendes Gefühl vermittelt.
In meinem 98er mit Seehuber-Handspannung ist seit über 20 Jahren ein Kessler-Abug drin der bei ca. 1150g auslöst. Ein "Abzugsweg" ist gar nicht fühlbar. Obwohl der Howa bei einem (gering) öherer Abzugsgewicht auslöst , fühlt er sich leichter an.
Ganz wesentlich trägt das geringe Gewicht der Schlageinheit zum ruhigen Schuss bei, was sich beim leer abdrücken bemerken lässt. Ein 98er und ähnliche machen "Klack"!, moderne Schlosse machen "Klick" und entsprechend gering ist auch die Erschüttterung.
 
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Für die Abzugseinstellungen gibt es ein sehr schönes PDF von Norbert Paschke:
http://www.vereinigte-schützen-waal.de/pdf/GrifKor.pdf

Ist zwar für Kurzwaffen, man kann da aber die Logik dahinter verstehen, und dementsprechend die richtigen Einstellungen vornehmen.

Es ist nicht leicht sich zu entscheiden. Beim Schwedenmauser liebe ich den Druckpunktabzug für das Ordonanzschießen. Bei der Jagd jedoch den Flintenabzug meiner Remington700.

Vor allem bei der Drückjagd finde ich den Druckpunktabzug fehl am Platz, da komme ich beim schnellen schießen damit gar nicht klar. Wie auch bei den Tontauben.
Da ist der Flintenabzug für mich perfekt.


Muss aber jeder selber ausprobieren und für sich entscheiden, da gibt es kein richtig oder falsch.
 
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coole Idee! Bleibt zwar theoretisch, hilft aber u.U. der Vorstellungskraft -
und hab das mal für einen weiter vorne beschriebenen Fall nachgebaut, über den ich mir immer noch nicht ganz klar geworden bin:

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@Hog Hunter würdest du die von dir beschriebene Charakteristik vermutlich eher mit der Grafik/Version 2 beschreiben?
Ja, so würde ich mir das vorstellen und so wird das auch in den Texten beschrieben, die ich, aus gegebenem Anlass, darüber gelesen habe. Ich selbst, kann das aber mangels praktischer Erfahrung mit einem solchen Zweistufenabzug nicht tiefergehender beschreiben. In den von mir dazu gefundenen Texten habe ich auch gelesen, dass es einstellbare Zweistufenabzüge gibt, die es dem Schützen ermöglichen, diese entsprechend deiner ersten Grafik zu konfigurieren. Wmh HH
 
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Ja, so würde ich mir das vorstellen und so wird das auch in den Texten beschrieben, die ich, aus gegebenem Anlass, darüber gelesen habe. Ich selbst, kann das aber mangels praktischer Erfahrung mit einem solchen Zweistufenabzug nicht tiefergehender beschreiben. In den von mir dazu gefundenen Texten habe ich auch gelesen, dass es einstellbare Zweistufenabzüge gibt, die es dem Schützen ermöglichen, diese entsprechend deiner ersten Grafik zu konfigurieren. Wmh HH
hm ... ich finde inzwischen den Kommentar von @Pirschler auch durchaus plausibel :D insbesondere den Hinweis auf das Sicherheitsrisiko. An dieser Stelle hinkt mein Vergleich mit einem Compoundbogen ohnehin, da hier der Schuss nicht durch das Spannen des Bogens ausgelöst wird.
Was ich mir aber vorstellen könnte, dass (in Version 1) die zweite Hälfte der Wegstrecke bis zum Druckpunkt subjektiv als „Ruhebereich“ wahrgenommen wird, weil viel Weg, ohne den Druck nennenswert erhöhen zu müssen, während in der ersten Hälfte erstmal Druck aufgebaut werden muss.
Also ich wäre durchaus neugierig; ich kenne auch nur die Sorte Druckpunkt-Abzug mit leichtem, linear verlaufenden Vorzug. Auch wenn ich überzeugt bin, dass mich dies kaum von einem Direkt-Abzug abbringen könnte: ich sehe (für mich oder auf der Jagd und auch oder gerade auf dem Stand) nach wie vor den Nutzen nicht, das eigentliche Abziehen um ein Vorspiel zu bereichern.

@Sir Henry mein Direkt-Abzug steht bei 700 Gramm.
 
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Hast nur ein Gewehr??
Falls nicht , wie ist es bei den anderen??

Übrigens allgemein:
Der Abzug einer Flinte hat eine andere Charakteristik als der einer Büchse,
zumindest in der Regel.
Daher ist der Ausdruck "Flintenabzug" für Büchsen nur dahingehend angebracht, weil der "Vorzug" wie beim DrP-Abzug entfällt.
Mehr oder weniger dreht sich die Diskussion um Abzüge, die in der jagdlichen Praxis kaum benutzt werden.
 
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ach ... eigentlich braucht man doch nur eine Waffe: einen Drilling :D
Bei mir stehen zwei Deutsche Stecher, drei französische Stecher, ein Druckpunktabzug, ein Direktabzug. Die Charakteristik ist bei allen höchst unterschiedlich, aber eigentlich bei jedem irgendwie zufrieden stellend, weil trocken stehend. Die genauen Gewichte kann ich dir gar nicht nennen: die meisten Waffen hatten mich begleitet, da mich sowas noch wenig interessierte. Kommen noch meine drei Flinten alle mit Doppelzüngel. Und wenn ich meinen alten 98er 6,5×57 wieder aufleben lasse, woran ich oft denke, dann bekommt der auch einen Direktabzug :giggle:
 
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Also für den 98er kann ich dir den Kessler-Abzug empfehlen.

aber gleich 10 Gewehre - whow.
Dann gehörst du, wie andere (oder ich) zu den gefährlichen Waffennarren, denen man ihre eingetragenen hochgefährlichen Waffen schneller wegnehmen könnte, als die "schwarz" und illegal besessenen ungefährlichen, denen man daher auch keine große Aufmerksamkeit zu schenken braucht.

Sollte sich die politische Lage über Scholz und die SPD auf der Suche zu Koalitionspartnern in Richtung Grüne und Linke bewegen, dürfte sich das schnell ändern können.

Dann erübrigen sich auch Diskussionen über Abzugsgewichte und mit "Abzügen" dürfte sich auf jeden Fall steuerlich etwas ändern.
Es hängt eben alles mit allem zusammen.
 
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Also für den 98er kann ich dir den Kessler-Abzug empfehlen.
(y)
aber gleich 10 Gewehre - whow.
Dann gehörst du, wie andere (oder ich) zu den gefährlichen Waffennarren, denen man ihre eingetragenen hochgefährlichen Waffen schneller wegnehmen könnte, als die "schwarz" und illegal besessenen ungefährlichen, denen man daher auch keine große Aufmerksamkeit zu schenken braucht.
Also ich glaube mit zwei kleinen Schränken voll gehören wir hier noch zu den Waisenknaben :whistle:
Und meinen Kinder wünsche ich von Herzen die Freiheit, sich damit ebenso ausgiebig beschäftigen dürfen, wann immer sie möchten, ein Leben lang!
 
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Das sehe ich nicht so, und da bin ich absolut bei Concolor. Ein Jäger muss auch mit dem "Jetzt" klarkommen, weil es auf der Jagd unzählige Situationen gibt, wo es ohne „Jetzt“ gar nicht geht.

Auf bewegtes Wild ist es immer ein „Jetzt“, und auch da muss der Jäger in der Lage sein, den Abzug kontrolliert (ohne zu reißen) im genau richtigen Moment zu bedienen.
 
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Dann gehörst du, wie andere (oder ich) zu den gefährlichen Waffennarren, denen man ihre eingetragenen hochgefährlichen Waffen schneller wegnehmen könnte, als die "schwarz" und illegal besessenen ungefährlichen, denen man daher auch keine große Aufmerksamkeit zu schenken braucht.

Sollte sich die politische Lage über Scholz und die SPD auf der Suche zu Koalitionspartnern in Richtung Grüne und Linke bewegen, dürfte sich das schnell ändern können.
/QUOTE]
Die schlimmsten sind eigentlich die von der Union.
Das hatten Grüne nicht mal zu träumen gewagt, was die durchgezogen haben.
Die letzten Erleichterungen gab es interessanterweise unter Rot-Grün und das im medialen Dauerbeschuss eines "Amoklaufs".
Nicht dass ich da heute vergleichbare Maßstäe sähe, aber vor rot/Grün braucht man sich nicht mehr fürchten als vor Schwarz/Gelb. Das ist seit den 70ern die wfafenverbotskoalition schlechthin und aktuelle ist ein Eifer in der schwarzen Ministerialbürokratie, den man auf anderen gebieten garnicht kennt.
Schwarz schreit nicht nach Verboten und streichelt die Betroffenen, zieht den Stiefel aber eiskalt und unbarmherzig durch.
Gut zu sehen, wie die Union entgegen der beinahe gesamten Sachverständigenrunde dagenegen entschieden hat und sogar noch ein garnicht angesprochenes Ding obendrauf setzte (WBK gelb).
 
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jeder abzug für seinen zweck :

bei der anschütz match 54 ist es beim präzisen scheibenschiessen super ins ziel zu gehen , auszurichten dann langsam über den vorzug bis zum leichten druckpunkt zu gehen und dabei nochmal seine gedanken sammeln . das abzugsgewicht insgesamt sind da nur 250 gramm .

jagdlich ist ein trocken stehender , nicht kriechender direktabzug für mich das beste . das abzugsgewicht muss in jedem fall hoch genug sein dass du auch unter 'jagdfieber' den finger kontrolliert anlegen kannst ohne dass es knallt . wirst du hier nämlich vom schuss überrascht kann die nächste überraschung darin bestehen dass du nen stück irgendwo nur angeflickt hast .

scheibe und wild sind zwei grundlegend verschiedene situationen.
 

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