Alle doof oder ich knauserig?! - Gebrauchtwaffenpreise

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Die Diskussionen gebraucht gegen neu ist ja auch nicht neu... Wer hat denn als Jungjäger Ahnung von Waffen und kann gebrauchte Waffen richtig beurteilen? Es gibt genug gebrauchte Jungjäger Angebote mit denen man die die Jungjäger über den Tisch ziehen will und seine Schrankleichen gewinnbringend verhökern will...

Neue Waffen mit Garantieanspruch bergen weniger Gefahren für den Neueinsteiger...

Heutzutage traue ich mir zu gebrauchte Waffen etwas besser einschätzen zu können, bin aber weit von einem echten Experten entfernt, dem alle Nickligkeiten auffallen...
 
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Ich oute mich jetzt mal als Händler. Auch ich werde oft von Hinterbliebenen gebeten, den gesamten Bestand zu übernehmen und einen "anständigen" Preis hierfür zu machen. Ich lehne das inzwischen grundsätzlich ab und das aus gutem Grund. Die Preisvorstellungen sind idR gelinde gesagt abenteuerlich und für einen kleinen Händler (oder Büma) nicht darstellbar.
Man sollte auch vermeiden, privates und gewerbliches Handeln zu vermischen.
Ich bin dazu übergegangen, die Waffen in Kommission zu nehmen und mit dem Kunden eine Provisionsvereinbarung zu machen, so binde ich nicht sinnlos Kapital, die Waffenbehörden sind zufrieden und der Kunde nach Abschluss in der Regel auch.
Beispiel: Ein alter Jäger aus meinem direkten Umfeld hat die Jagd aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben, in seinem Bestand fanden sich ein Steyr Rep. Kal. .243, eine BBF Krieghoff, natürlich beide mit Super-Swarovski- Gläsern ohne Leuchtpunkt, eine Sauer BDF, eine Walther Mod.9 Kal. 6,35, diverse Messer etc. Nachdem einige Maulhelden aus der Gegend ihm genau erklärt haben, was das alles wert ist, hat er es zunächst selbst versucht und ist krachend gescheitert. Irgendwann kam auch die Waffenbehörde auf ihn zu, dass es so ohne Jagdschein vielleicht mal Zeit wird....
Lange Rede, kurzer Sinn, mit dem oben beschrieben Deal wurden alle Langwaffen bei ihm ausgetragen und Stück für Stück verkauft, es dauerte allerdings über ein halbes Jahr, die .243-er ging zurück in die Heimat nach Österreich, die BDF fand im deutschen Süden einen Abnehmer usw.
Wie Harry, der Büchsenmacher, immer sagt, das funktioniert nur, weil Du Deine Zeit nicht rechnest, die Du am Telefon etc. verbringst. Recht hat er. In der Zeit waren auch viele Jungjäger hier, die Spitzenwaffen zu angenehmen Preisen hätten kaufen können, aber 95% nehmen die nicht mal in die Hand, sondern entscheiden sich für X-Bolt, Rem 700 oder Ruger mit ZF von Hawke oder Bushnell. Der Kunde ist König.

Hej,

ja Kommission ist dann fair, aber 500€ für die von mir beschriebenen Waffen sind nicht angemessen. Und ich kann sagen, dass ich bereits mehrere Angebote für einzelne Waffen vorliegen habe, möchte diese aber wie beschrieben, erst einmal selbst gesehen haben, ehe ich mich entscheide, was bleibt und was ich veräußern möchte.
 
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Kann ich gut verstehen, hab auch gerade einen Jungjäger beraten. Für die zählt heute nur Neuware anscheinend. Insbesondere Quereinsteiger zwischen 30 und 45 mit etwas Geld und ohne jagdlichen Hintergrund über Generationen wollen Neuwahre und Plastik.
Jein. Wegen der Schalldämpferoption fallen Drillinge, BBF, DB, BDB, BS usw. automatisch raus. Und bevor man einen 98er kauft und dem ein Mündungsgewinde mit Neubeschuss finanziert, greift man lieber zu was aktuellem. Linksschützen bleibt eh fast nur Neukauf.
Aber es ist nicht alles schwarz-weiß. Oft kommt nach einer Weile der Wunsch nach einer nostalgischen Ergänzung...
Aber in der Tat gibt es in meinem Fall ganz viel Überdeckung zum zitierten Post...
 
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Ich hatte es irgendwo in dem Thread schonmal geschrieben: Wie viele R93, S80, K80, SIG 210 und andere Schmankerl in Topzustand kommen bei solchen Nachlässen schon vor? Da ist auch viel Müll dabei, der einfach keinen Wert hat, bzw. von Freund zu Freund für eine Brotzeit getauscht wird, aber für einen Händler uninteressant ist.
Habe von einem Freund der Familie eine Krico- KK SLB geschenkt bekommen. Ist auch ein Stück Erinnerung an den Mann, gesundheitlich angeschlagen und in gewissem Alter.
Hätte ich mir das zum Händler- VK gekauft, Overnite bezahlt, usw.? Eher nicht.
Und so manchem Jungjäger wird auch Schrott angedreht, da kann ich schon verstehen, wenn man Neuware mit Garantie vom Händler kauft. Ist für den Handel auch besser, ehrlich gesagt.
 

steve

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In der Zeit waren auch viele Jungjäger hier, die Spitzenwaffen zu angenehmen Preisen hätten kaufen können, aber 95% nehmen die nicht mal in die Hand, sondern entscheiden sich für X-Bolt, Rem 700 oder Ruger mit ZF von Hawke oder Bushnell.

Ein Stück weit einfach verrückt. Dann kannst auch gleich mit der Jogginghose in den :D
 
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Joa,
.... Aber ne K80 und ne R93 haben definitiv ihren Wert, die heben sich vom beschriebenen Standartplunder schon ab. Beim Drilling ist es was anderes, der hat noch nen gewissen Wert, ist aber schwer zu verkaufen, und deshalb für nen Büma weniger wert.
Die Sicht auf Waffen als reines Mittel zur Gewinnerzielung, wie es für nen Unternehmer auch richtig ist, is...

Die K 80 und die R 93 waren vor relativ kurzer Zeit die Topwaffen ihrer Kategorie, aber das vergeht auch noch. Ein Drilling Krieghoff Neptun mit einem guten Zeiss aus den 70ern ging vor kurzem auf e-gun für 3400€ weg, der Hat neu und ohne Glas damals 12.000 bis 15.000 DM neu gekostet. Das kann man schon als ein Spitzenergebnis bezeichnen für ein 40 bis 50 Jahre altes Schießeisen.

Waffen sind wie Autos: Gebrauchsgegenstände. Was heute ein Topmodell ist, fährt in 5 Jahren immer noch gut, ist aber trotzdem veraltet. und wenn es 10 Jahre alt ist, zahlt der Afrikaner oder Serbe oder Weißrusse halt noch ein paar € und gut isses.

Wenn Du absolute Raritäten hast, von namhaften Herstellern, kannst Du Glück haben und bei korrekter Rechnung noch den damaligen Kaufpreis zzgl. Verzinsung bekommen, das war‘s dann aber.

Ansonsten ist es eben Alteisen.

Gruß,

Mbogo
 
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Mein Favorit der letzten Zeit:

Hab grad ein Kahles Helia verkauft Neupreis 1500 - inkl. Montage und Swaro Flip Caps. Gesamtpreis knappe 1800€ - Das ganze 1,5 Jahre alt ohne Beschädigung.

Ausrufpreis meinerseits war 1250€ - um einiges billiger als die anderen Gläser zu der Zeit auf der Plattform.

Und dann kommen solche Anfragen:

Normalerweise geht man vom Handelspreis aus = 1500
abzgl. 20% MwST
abzgl. 10% für die fehlende Gewährleistung
und abzgl. 10% Wertverlust für jedes Jahr im Gebrauch.

Wenn das für dich OK ist, können wir weiter reden....


Was soll man da noch Antworten....
Gar nichts, Mail löschen und nicht mehr weiter drüber nachdenken, spart Zeit und Nerven.

Trotz aller Unkenrufe schätze ich eGun sehr. Was auf unserer österreichischen Plattform „Waffengebraucht“ abgeht ist nicht mehr normal, dagegen ist eGun als Verkäufer Balsam für die Seele.

Hab da schon über 20 Namen auf meiner „schwarzen Liste“, wenn die schriftlich anfragen oder anrufen, hebe ich gar nicht mehr ab.

Kürzlich hat mir einer vorgerechnet, dass mein angebotenes Swarovski AV 4-12x50 mit Steyr Schwenkmontage nur mehr € 250,— wert wäre und ich aus betriebswirtschaftlicher Sicht dieses um diesen Preis überlassen müsste, alles andere wäre eine, Zitat „Marktverzerrung“.
10 Minuten später war es für den Preis den ich haben wollte verkauft.
 
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Die K 80 und die R 93 waren vor relativ kurzer Zeit die Topwaffen ihrer Kategorie, aber das vergeht auch noch.
Das ist keine K80, sondern eine Teck oder Ulm, die gab oder gibt es mit freiliegenden Läufen mit Brille vorne. Wenn ne Teck ist, ist die vielleicht 750 Wert, als Ulm das Doppelte und vielleicht noch etwas mehr.
 
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Gar nichts, Mail löschen und nicht mehr weiter drüber nachdenken, spart Zeit und Nerven.

Trotz aller Unkenrufe schätze ich eGun sehr. Was auf unserer österreichischen Plattform „Waffengebraucht“ abgeht ist nicht mehr normal, dagegen ist eGun als Verkäufer Balsam für die Seele.

Hab da schon über 20 Namen auf meiner „schwarzen Liste“, wenn die schriftlich anfragen oder anrufen, hebe ich gar nicht mehr ab.

Kürzlich hat mir einer vorgerechnet, dass mein angebotenes Swarovski AV 4-12x50 mit Steyr Schwenkmontage nur mehr € 250,— wert wäre und ich aus betriebswirtschaftlicher Sicht dieses um diesen Preis überlassen müsste, alles andere wäre eine, Zitat „Marktverzerrung“.
10 Minuten später war es für den Preis den ich haben wollte verkauft.
War auch auf der österreichischen Plattform.....

Für das, das der Preis so "falsch" angesetzt war hatte ich ziemlich viele Anfragen und das Glas auch in wenigen Stunden verkauft. Einige wollten auch noch mehr zahlen wenn ich Ihnen das nachträglich gegeben hätte....
 
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Es ist doch wie immer: gut gepflegt, wenig benutzt, stimmige Kombinationen etc. verkauft sich sehr sehr leicht. verbastelter, verrosteter Schrott etc. halt nicht. Auch nicht für wenig Geld.
 
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Zuallererst moechte ich sagen, lass den Buechsenmacher was verdienen und sei froh dass der umanander ist, das ist naehmlich ein Idealist in einer aussterbende Rasse.

Verkaufen:
Mach Dich Schlau bei Egon. Dann bring die Kanone zum Buechsenmacher und frag Ihn was der realistische verkaufswert ist. Dannach biete dem Buechsenmacher folgendes an. Einlagerung ohne Lagerungskosten und wenn der Buechsenmacher die Kanone zu dem preis verkauft dann bekommt er die haelfte. Nur so hat der gute Mann/Frau wirklich intresse das Stueck so schnell wie moeglich zu verkaufen.

Oder, machs wie ich
Zeuge mehrere Kinder, bring die zum Jagen und verschenk alles an die Jaeger/Schuetzen in der
Familie. Zu lebzeiten schon ein paar abgeben, der rest nach Testament.
Somit muss ich mich nicht aergern wenn auf eine besonders schoene Waffe ein Spottpreis geboten, noch schlimmer verscherbelt wird.

Einem guten Jagdfreund, Buschpiloten, Jagdfuehrer eine oder mehrere Waffen zu vermachen bringt auch ein gutes gefuehl.

Cheers
 
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@Jaegerjoerg Hast du den Tresor aufbekommen?

Hab am Samstag das erste Mal mit einem Plasmaschneider gearbeitet und musste direkt an dein Problem denken 🤣
 
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Freitagmorgen um 3 Uhr sind mein Junior und ich nach Stuttgart gestartet, dank Vermittlung eines Freundes mit einem überdachten Anhänger.
Alle Waffen sind in gepflegtem Zustand und guten Gläsern ausgestattet. Zwei Wäschekörbe Munition sind dazugekommen, da wir den Schlüssel zum A Schrank tatsächlich gefunden haben, je Kugelwaffe 200 Schuss, einiges auch in bleifrei und locker 750 Schrotpatronen, Trap, Skeet, aber auch einiges für die Raubwildjagd. Den A Schrank werde ich weiter als Munitionsschrank nutzen. Den B Schrank gebe ich dort weiter. Fünf sehr ordentliche Waffenfutterale.
5 Wäschekörbe Rehgehörne , darunter sehr starke aus Polen. Mehr als 20 Fuchbälge, 1 Gamsfell, 1 Muffelfell und zu beiden die Trophäen. Trophäen hatte ich versprochen, mindestens 10 pro Waffe mitzunehmen. Die afrikanischen hatte sich zum Glück bereits jemand reserviert.
Wiederladergeräte mit Waage. 12 Matritzen.
1, 5 Wäschekörbe Jagd und Wiederladerbücher. Einige Locker, zwei Wildwannen, 1 dicker Ansitzsack, 3 Sitzkissen, 12 Putzstöcke, ein Wildkorb für die Anhängekupplung unbenutzt, VFG Filze in allen möglichen Größen und nicht geringen Mengen.....
Ein großer Tresor der Klasse 1 mit Kapazität für 18 Waffen ließ sich mit zwei Männern und einem dritten "mit Rücken" nicht verladen, einen Wildkühlschrank kann ich noch bekommen, dazu eine elektrische Winde, desgleichen eine große Geweihlampe, einen Blaser Waffenkoffer und noch einiges an Büchern.
Wir planen noch eine weitere Fahrt, evtl. zu dritt, für den Einser Tresor war dann eine Spredition geplant, gestaltet sich aber aufgrund der Pandemie als schwierig.
Die Erbengemeinschaft weigert sich vehement zur Beruhigung meines doch etwas schlechten Gewissens einen höheren Betrag für die Waffen anzunehmen, auch wenn ich einige der Waffen verkaufen würde. Hier waren sie heilfroh, besonders jetzt auch noch das Problem mit der vielen Munition nicht selber lösen zu müssen und die Waffen endlich aus dem Haus zu haben.
Ich werde vieles an Jungjäger weitergeben, Freunde haben auch bereits Interesse bekundet, beim Rest schaue ich dann mal.

Waidmannsheil
 
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Da sieht man auch, warum manche Geier mit schlechten Angeboten so ohne weiteres durchkommen, die Erben wollen das Zeug nur loswerden, wegen rechtlicher Bedenken, gerade wenn keine emotionale Verbindung besteht.
Dein Vorgehen finde ich löblich, du hast ja mehr Geld angeboten, siehst zu, dass auch andere profitieren und nimmst der Erbengemeinschaft ja letztendlich auch jede Menge Arbeit ab.
 
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