Alte 12/70 Flinte, Stahlschrot

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#1
Hallo zusammen,

ich entschuldige mich im Voraus für diese Frage, die sicher schon mehrfach diskutiert wurde. Ja, ich habe mich bereits durch die Suchfunktion gewühlt und einiges, inklusive Widersprüchlichem, gefunden. Will aber ganz sicher gehen:

Mir wird demnächst nach Bestehen der Jagdprüfung eine alte Querflinte in 12/70 überlassen. Natürlich kein Stahlbeschuss. Voll- und 3/4-Choke. Die Waffe passt mir super und wird zum Trainieren auf jeden Fall weiter benutzt werden. Nun ist natürlich die Frage, ob und wie ich damit auch jagen kann. Ich meine, dieser Tabelle:
https://www.beschussamt-ulm.de/beschussamt/Interne_Dokumente/Dokumente/stahlschrotverwendung.pdf
entnehmen zu können, dass ich mit der Flinte Stahlschrot bis zu einer Größe von 3,25mm mit normaler Ladung verschiessen darf, auch mit Voll-Choke. Ich habe aber schon mehrfach im Netz gelesen, dass das doch nicht so sei und man nur mit Half-Chokes (oder weniger) Stahlschrot verschiessen dürfe. Außerdem wird gelegentlich auf eine neue Tabelle hingewiesen, die ich aber irgendwie nicht finden kann.

Ist das bloß haltloses Geschwätz oder sollte man wirklich bei der Flinte von Stahlschrot die Finger lassen?

Für eine verlässliche Antwort wäre ich dankbar.
 
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#2
Du stehst also am Scheideweg und mußt Dich entscheiden, wem Du folgen sollst: "dem Netz" oder dem Beschussamt Ulm.
Nun rate mal, wozu ich Dir rate.

Wandersmann

(Der Volksbefragungen zu Fachthemen grundsätzlich ablehnt, es sei denn, die Antwort wird ertanzt. Oh Herr...)
 
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#3
:33:

wenn einem die (alte) Flinte lieb ist, würde ich Bleien und nur im Notfall Weicheisen verschiessen. Man kann sich natürlich das Choke mit dem Weicheisenzeugs aufreiben, muß man aber nicht. Prinzipiell geht es unter Beachtung der Vorschriften. Das oben ist ein Link. Viele Schiessanlagen erlauben eh nur Blei.
sca
 
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#4
Danke für die Kommentare. Das bestätigt meine Vermutung. Ich hatte eh vor, mit günstiger bleihaltiger Trap-Munition zu üben (und das wird bei weitem der Großteil der Schüsse sein, die durch die Läufe gehen werden). Umso besser, wenn man dann bei Gelegenheit mit 3,2mm Stahlschrot auf Hasen oder Enten gehen kann. Gans fällt bei der Schrotgröße wohl weg, aber das ist nicht so schlimm.
 
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#5
Du darfst 2 Dinge nicht verwechseln:

1. Was darf man aus der Flinte an Stahlschrot verschießen?
2. Was macht jagdlich Sinn zu verschießen?


Zu 1.: Da stimmt das Blatt vom Beschussamt Ulm, bis 3,25mm darf auch aus Vollchoke, ohne dass die Waffe davon gleich Schaden nimmt.

Zu 2.: Ein enger Choke mit Stahlschrot bringt oft extrem schlechte Streubilder, und somit ist die Waffe damit jagdlich unbrauchbar. Hier hilft nur eins: Probeschuss auf die Scheibe, wobei es mich nicht wundern würde, wenn beide Läufe mit Stahlschrot nicht wirklich brauchbar schießen. Aber hier kann man nur Tendenzen und Mutmaßungen anbringen, das muss aus jeder Flinte individuell getestet werden.
 
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#6
Hm, guter Punkt... da hilft nur ausprobieren. Zur Not liesse sich der Choke vermutlich vom Büma runterfeilen, aber das möchte ich der Waffe eigentlich nicht antun.
 
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#7
Und das Ergebnis der Choke-Aufreibereien ist oft unvorhersehbar!
Frag mal bei den Fachleuten (z.B. Gutsnobrain) nach der Möglichkeit (und Kosten) des Einbaues von Wechselchokes.

Wandersmann
 
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#8
Mein Vater und ich schießen in unseren alten Flinten (FN 12/70 und Sauer 16/70) 3,5 mm Zinkschrot mit 1/2 und Vollchoke. Das funktioniert auch noch auf Grau/Canadagänse bis 30m gut. Auf Enten haben wir auch mit 3mm Stahlschrot aus den Flinten gute Strecken erzielt, Gänse haben sich da nur geschüttelt oder gezuckt. 3,25mm Stahl haben wir uns noch nicht getraut.
 
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#9
Bedenke auch das die heutigen Patronen im Gegensatz zu den "alten" so vor 40/50 Jahren nicht zu vergleichen sind. Die alten Flinten ( die echte Handwerkskunst sind) haben mit den heutigen Patronen absolut keine Probleme ( obschon die alten Flintenstähle für Blei aus gelegt waren). Die Schrotmuni mit 30 oder 32 g reichen für ( fast) alles Wild aus. Gänse nehme ich mal raus; die schiesse ich aber möglichst auf Kopf und Hals. Dafür muß die Deckung stimmen, d.h unbedingt ein Schußbild erstellen. Weicheisen braucht man ja nur am Gewässer.
Es wird immer darauf hingewiesen das die Flinte keinen Stahschrotbeschuss hat. Der ist garnicht notwendig. Eventuell mal die Laufwände messen lassen und auch mal die Bohrung ob es sich tatsächlich um Vollshoke handelt. Da habe ich schon Überaschungen erlebt.
In meinen alten Flinten ist auch ein Vollchoke Lauf aber am liebsten nehme ich die 20er mit 1/4 und 1/2 Bohrung, 28g/2,8mm reicht für Hase, Fasan und Ente, aber nicht weiter als 25 bis höchstens 30m.
Die älteren Flinte kann man von einem guten Fachman auf bohren lassen. Bei denen geht das gut ( anderes Laufmaterial als die neuen Flinten) und kostet nicht viel.
Aber welche Chokes man bevorzugt muß jeder für sich herraus finden.
 
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#10
Zinkschrot hatte ich noch gar nicht in meine Überlegungen einbezogen... man liesst ja gemischtes darüber, aber über Stahl auch. Und Wismut sprengt mein Budget... ich denke, ich werde sowohl Zink als auch 3,25mm Stahl mal ausprobieren und je nach Deckung, etc entscheiden, was bei Jagd am Wasser mitkommt. Auf Hase, etc ist Blei ja noch ok.
 
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#11
Man muß noch einen kleinen Hinweis folgen lassen!

Querflinte!

Liegt Dir etwas an ihr? Soll sie noch lange Freude machen? Dann lass Stahlschrot generell sein. Es rummst deutlich mehr. Ich habe meine zweite Querflinte aus Suhl mit ca. 400 Schuss Blei 36Gramm im Verschluss schon „weich“ gehabt. Was hätte da Stahlschrot gemacht? Der Choke ist das eine, die Verschlussbelastung das andere.
Das Stahlschrot deutlich mehr „rummst“ hat meine Cosmi eindringlich bewiesen. Die Feder für die Jagdladungen repetiert jede 24g Stahl klaglos, aber schon bei 28g Blei nur jene mit extra Wuppdich.
Wird einen Grund haben, warum die DT 11 deutlich größere Wandstärken aufweist als das Vorgängermodell DT 10 oder warum Zoli der Z-Gun in der Duotone Version ebenfalls mehr Stahl an der Basküle angedeien lies.

Für den, der Querflinte unbedingt will, wäre die Darne eine Überlegung wert. Deren Verschluß überlebt auch die aller Bockflinten.
 
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#12
Ich besitze auch eine alte QF in 16/70. Damit verschieße ich an Gewässern Zinkschrot und habe damit gute Erfahrungen (auf Enten) gemacht. Sonst "füttere" ich sie mit Bleischrot, was preislich (Skeet) auch kein echtes Schnäppchen ist.


Und das Ergebnis der Choke-Aufreibereien ist oft unvorhersehbar!
Frag mal bei den Fachleuten (z.B. Gutsnobrain) nach der Möglichkeit (und Kosten) des Einbaues von Wechselchokes.
Wandersmann
Wechselchoke habe ich in meinem alten Drilling nachrüsten lassen, bedarf aber eines anschließenden Neubeschusses. Vielleicht kommt es günstiger die Waffe nur neu auf Stahlschrot beschießen zu lassen (soweit möglich)?
 
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#13
Wenns nicht mehr wie ein paar Schuss im Jahr mit WE.- Schrot macht´s einer guten Quer nichts. Das sehe ich bei meiner alten Engländerin. Nur regelmäßig Parcour schiessen sollte man mit WE.- Schrot nicht. Und wenn mal Enten vorkommen bleibe ich immer zurück vom Wasser - brauche also kein Weicheisen. Und auch bei den Enten müssen ein paar Flinten im Hintergrund stehen.
Also Weicheisen brauche ich wirklich sehr selten.
Und die NIlgänse liegen bei uns kaum am Gewässer. Da nehme ich aber die O/U.
 
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#14
Hallo,

stehe auch kurz davor mir eine alte Flinte (16/70) ohne Stahlschrotbeschuss zuzulegen.

Hier nun die neue Tabelle (Stand 2018 Februar) vom Beschussamt in Ulm: KLICK

Sollte ich diese richtig deuten, kann aus den alten Flinten bei normaler Ladung Weicheisenschrot bis zu dem angegebenen Durchmesser für das jeweilige Kaliber verschossen werden. Ist das korrekt?

Schrotpatronen mit Zink sind fast nicht im Internet zu finden.

Was ist eigentlich mit Kupferschrot? Hat jemand schon Erfahrung damit?
 
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#15
@ Saarjagd:

"können ...aus den alten Flinten bei normaler Ladung Weicheisenschrot bis zu dem angegebenen Durchmesser für das jeweilige Kaliber verschossen werden."

das Ist korrekt!

Für "normal"-Nitro-Beschossene ältere Flinten gilt die rechte Tabellenhälfte für die Kaliber 20 / 16 / 12 mit 70er Lagern bis zu Stahl- und Alternativstoff-Schrotgrößen von 3 / 3 / 3,25 mm.

Wandersmann

PS: meine private Einschätzung: falls Du Eisen oder Zink etc.-Schrote findest, die mit 65er(67,5er) Hülsen gefertigt wurden, kannste die auch in gut erhaltene, ältere Nitro-beschossene Flinten mit 65er(67,5er) Lager stopfen, die Prüfdrücke waren in den Lagerlängen 65 und 70 identisch.
 
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