Antonio Zoli BBF 7x65R 12x70

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#1
Hallo zusammen,

ich habe von einem Freund eine Antonio Zoli BBF in 7x65R und 12x70 mit BDF Wechsellauf und Kettner 3-12x56 auf SEM vermacht gekriegt. Eine wirklich schöne, klassische Waffe und ich freue mich sehr über das Geschenk.
Es ist eine seiner allerersten Büchsen und dürfte damit um die 40-50 Jahre alt sein, das Glas denke ich neuer.
Sie ist gut gepflegt aber stark gebraucht und dem entsprechend nicht mehr blitzeblank und recht schwergängig.
Der Abzug steht ungestochen Trocken, aber man muss doch recht kräftig drücken.
Sie war jetzt recht lange beim Büchsenmacher, weil sich keine bleifreie Laborierung fand, die zufriedenstellend schoss. Eingeschossen ist sie jetzt deshalb schlussendlich auf Prvi Partizan, auf den Stand zum Testen geht es morgen.
Um die Schwergängigkeit in den Griff zu kriegen, habe ich ich eben gut gesäubert und geölt, aber es hat sich nichts getan. Beim BFF-Bündel geht es einigermaßen, beim BBF-Bündel muss man ordentlich Kraft aufwenden. Außerdem rutscht der untere Schlagbolzen beim Kippen nach vorne und muss erst zurückgeschoben werden, bevor man die Büchse schließen kann. Ist das normal oder ein Defekt (ich fürchte, der Schlagbolzen ist gebrochen?)?

Könnt ihr mir anhand der Bilder mehr über die Waffe sagen? Ich weiß nicht mehr als das Kaliber und den Hersteller.
Modell, Stärken, Schwächen, usw. wären sehr interessant für mich.

Von der Laborierung habe ich noch nie gehört - auf Reh und Sauen sinnvoll zu verwenden? Könnt ihr von ihr auf andere Laborierungen schließen, die Funktionieren könnten? Es wäre doch sehr praktisch, wenn die Waffe auch bleifrei schießt.

Auch zum Glas habe ich im Internet wenig Informationen gefunden, was gibt es dazu zu sagen?

Danke für eure Hilfe, ein bisschen Licht ins Dunkle zu bringen.

Hier findet ihr die Bilder: https://imgur.com/a/I6Gx7zD
 
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#2
servus

Hallo zusammen,
...

Außerdem rutscht der untere Schlagbolzen beim Kippen nach vorne und muss erst zurückgeschoben werden, bevor man die Büchse schließen kann. Ist das normal oder ein Defekt (ich fürchte, der Schlagbolzen ist gebrochen?)?
Defekt... und eigentlich hätte der Büchsenmacher diesen auch feststellen müssen (ausser, es ist erst kürzlich aufgetreten).


Von der Laborierung habe ich noch nie gehört - auf Reh und Sauen sinnvoll zu verwenden? Könnt ihr von ihr auf andere Laborierungen schließen, die Funktionieren könnten?

....
Laborierung :what:

..oder meinst Du das Kaliber ?

..is nich wahr, oder??

Natürlich kannst Du auch schwere Geschoße in diesem Kaliber für Rehwild verwenden.
Musst halt darauf achten, nicht gleich voll aufs Blatt zu schießen!

Für Sauen geradezu prädestiniert !
 
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#3
Kann sein, dass ich das Wort Laborierung falsch verwendet habe: Ich meine den Hesteller/das Geschoss (die Munition ist sehr preiswert, daher die Frage, ob sie jagdlich wirklich geeignet ist) und suche ein anderes Geschoss im selben Kaliber, das möglichst bleifrei ist und (aus welchen Gründen auch immer - Drallänge ö.Ä.) ähnliche Laufeigenschaften benötigt und somit womöglich aus der Waffe einigermaßen fliegt. Die Waffe war wirklich lange beim Büchsenmacher und scheint sehr wählerisch zu sein, was Munition angeht.

Bzgl. Schlagbolzen heißt es dann wohl zum Büchsenmacher gehen..
 
A

AnLe

Guest
#4
Kann sein, dass ich das Wort Laborierung falsch verwendet habe: Ich meine den Hesteller/das Geschoss (die Munition ist sehr preiswert, daher die Frage, ob sie jagdlich wirklich geeignet ist) und suche ein anderes Geschoss im selben Kaliber, das möglichst bleifrei ist und (aus welchen Gründen auch immer - Drallänge ö.Ä.) ähnliche Laufeigenschaften benötigt und somit womöglich aus der Waffe einigermaßen fliegt. Die Waffe war wirklich lange beim Büchsenmacher und scheint sehr wählerisch zu sein, was Munition angeht.

Bzgl. Schlagbolzen heißt es dann wohl zum Büchsenmacher gehen..
PPU Prvi Partizan? TM, Grom, ind uneingeschränkt auf alles Schalenwild zu empfehlen, wenn die Präzision passt. Mit der Z-Grom hatte ich einige unangenehme Erfahrungen, der Rest war "Bumm und um"
 
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#5
Hallo Fridolin,

sei doch froh, daß der Verschluß nach 40 Jahren noch "schön stramm" sitzt und nicht locker ist. Beim unteren Schlagbolzen soll der Büma dir ´ne neue Schlagbolzenfeder einsetzen. Ist vermutl. nur ´ne "1/2-Std. Operation".
Da die Waffe Blitzschlosse hat, steht der ungestochene Abzug meist recht hart (ab 2kg aufwärts). Das muß so sein, damit die Waffe, durch die ungünstigen Hebelverhältnisse des Blitzschlosses, nicht doppelt.
Verrostet ist an der waffe auch nix, also spricht auch nix dagegen, sich beim Büma das Laufbündel polieren und wieder neu (streich)brünnieren zu lassen und den Schaft abschleifen und neu ölen.
Das ZF wurde übrigens bei Docter-Optics (ehem. VEB Carl Zeiss Jena) in den 90er Jahren gebaut und von Kettner und Frankonia unter eigenem Namen (daher preiswerter) an den Mann/die Frau gebracht.
Also alles in allem eine voll alltagstaugl. Gebrauchswaffe an der nur eine opt. Aufhübschung und geringe Reparaturen (Schlabo-Feder) von Nöten sind.

Grüße
Sirius
 
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#6
Hallo Fridolin,

sei doch froh, daß der Verschluß nach 40 Jahren noch "schön stramm" sitzt und nicht locker ist. Beim unteren Schlagbolzen soll der Büma dir ´ne neue Schlagbolzenfeder einsetzen. Ist vermutl. nur ´ne "1/2-Std. Operation".
Da die Waffe Blitzschlosse hat, steht der ungestochene Abzug meist recht hart (ab 2kg aufwärts). Das muß so sein, damit die Waffe, durch die ungünstigen Hebelverhältnisse des Blitzschlosses, nicht doppelt.
Verrostet ist an der waffe auch nix, also spricht auch nix dagegen, sich beim Büma das Laufbündel polieren und wieder neu (streich)brünnieren zu lassen und den Schaft abschleifen und neu ölen.
Das ZF wurde übrigens bei Docter-Optics (ehem. VEB Carl Zeiss Jena) in den 90er Jahren gebaut und von Kettner und Frankonia unter eigenem Namen (daher preiswerter) an den Mann/die Frau gebracht.
Also alles in allem eine voll alltagstaugl. Gebrauchswaffe an der nur eine opt. Aufhübschung und geringe Reparaturen (Schlabo-Feder) von Nöten sind.

Grüße
Sirius
Das klingt gut, danke für die Infos.
 
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#7
Hallo zusammen,

ich habe von einem Freund eine Antonio Zoli BBF in 7x65R und 12x70 mit BDF Wechsellauf und Kettner 3-12x56 auf SEM vermacht gekriegt. Eine wirklich schöne, klassische Waffe und ich freue mich sehr über das Geschenk.

Könnt ihr mir anhand der Bilder mehr über die Waffe sagen? Ich weiß nicht mehr als das Kaliber und den Hersteller.
Modell, Stärken, Schwächen, usw. wären sehr interessant für mich.

Von der Laborierung habe ich noch nie gehört - auf Reh und Sauen sinnvoll zu verwenden? Könnt ihr von ihr auf andere Laborierungen schließen, die Funktionieren könnten? Es wäre doch sehr praktisch, wenn die Waffe auch bleifrei schießt.

Auch zum Glas habe ich im Internet wenig Informationen gefunden, was gibt es dazu zu sagen?

Danke für eure Hilfe, ein bisschen Licht ins Dunkle zu bringen.

Hier findet ihr die Bilder: https://imgur.com/a/I6Gx7zD
Ich besitze bis auf ZFR Kahles exakt diesselbe Waffe in demselben Kaliber. Bin damit sehr zufrieden. Da das Glas damals noch keinen Leuchtpunkt hatte, nehme ich sie weniger. Die Brenneke schoss auf 50 m mit dem Kugellauf zusammen. An der Kirrung konnte ich viele Doubletten schießen, da das Nachladen nicht notwendig war. Zuerst die Brenneke und dann die Kugel hinterher (Norma PPC). Einzig und alleine der BDFl-Wechsellauf war unnötig. Die Senkung des Schaftes ist für die BBFl. normal und passt, aber für den Flüchtigschuss ist sie zu stark. Beim Karnickelfrettieren unterschoss ich immer. Der Wechsellauf steht ungenutzt im Schrank. Fragt mich nicht über Ladedaten, die kennt der Wiederlader meines Vertrauens..
 
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#8
@ Sirius #5:

"Da die Waffe Blitzschlosse hat, steht der ungestochene Abzug meist recht hart (ab 2kg aufwärts). Das muß so sein, damit die Waffe, durch die ungünstigen Hebelverhältnisse des Blitzschlosses, nicht doppelt."

Moin Sirius! Ich weiß nicht, welche Zoli-BBF der Fadenstarter in Händen hat - aber nicht alle BBF von Zoli haben oder hatten Blitzschlosse! Von daher wäre ich hier mit Deiner Aussage zu den Blitzschlossen (mit bauartbedingt harten Abzügen) vorsichtig.
In den 80er (?) Jahren baute Zoli überraschenderweise BBF und den als stabil angesehenen Drilling MG92 mit modifizierten A&D-Schlossen mit obenliegenden Stangen wie sonst von vielen Suhler Produktionen bekannt.
(Bild aus www.Zoli.it)

Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie bei sicherem Rastenstand butterweich eingestellt werden können.
Italienische Jagdwaffen sind nun nicht meine Baustelle, ich erinnere mich aber gut aus alten Katalogen (u.a.WFW!) an diese dadurch auffallenden Waffen. Der Fadenstarter McFridoiline kann ja mal Waffentyp/Modellbezeichnung angeben, dann schauen wir weiter.

Wandersmann
 
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#9
Ich besitze bis auf ZFR Kahles exakt diesselbe Waffe in demselben Kaliber. Bin damit sehr zufrieden. Da das Glas damals noch keinen Leuchtpunkt hatte, nehme ich sie weniger. Die Brenneke schoss auf 50 m mit dem Kugellauf zusammen. An der Kirrung konnte ich viele Doubletten schießen, da das Nachladen nicht notwendig war. Zuerst die Brenneke und dann die Kugel hinterher (Norma PPC). Einzig und alleine der BDFl-Wechsellauf war unnötig. Die Senkung des Schaftes ist für die BBFl. normal und passt, aber für den Flüchtigschuss ist sie zu stark. Beim Karnickelfrettieren unterschoss ich immer. Der Wechsellauf steht ungenutzt im Schrank. Fragt mich nicht über Ladedaten, die kennt der Wiederlader meines Vertrauens..
Verträgt deine BBF auch bleifreie Büchsengeschosse? Der Büchsenmacher scheint daran verzweifelt zu sein, eines für meine zu finden.

@ Sirius #5:

"Da die Waffe Blitzschlosse hat, steht der ungestochene Abzug meist recht hart (ab 2kg aufwärts). Das muß so sein, damit die Waffe, durch die ungünstigen Hebelverhältnisse des Blitzschlosses, nicht doppelt."

Moin Sirius! Ich weiß nicht, welche Zoli-BBF der Fadenstarter in Händen hat - aber nicht alle BBF von Zoli haben oder hatten Blitzschlosse! Von daher wäre ich hier mit Deiner Aussage zu den Blitzschlossen (mit bauartbedingt harten Abzügen) vorsichtig.
In den 80er (?) Jahren baute Zoli überraschenderweise BBF und den als stabil angesehenen Drilling MG92 mit modifizierten A&D-Schlossen mit obenliegenden Stangen wie sonst von vielen Suhler Produktionen bekannt.
(Bild aus www.Zoli.it)

Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie bei sicherem Rastenstand butterweich eingestellt werden können.
Italienische Jagdwaffen sind nun nicht meine Baustelle, ich erinnere mich aber gut aus alten Katalogen (u.a.WFW!) an diese dadurch auffallenden Waffen. Der Fadenstarter McFridoiline kann ja mal Waffentyp/Modellbezeichnung angeben, dann schauen wir weiter.

Wandersmann
Das Modell der Waffe kenne ich (und der Schenkende wohl auch) leider nicht. Kannst du das eventuell anhand der Bilder ausmachen?
 
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#10
Hallo,

wenn die Waffe sogar noch Anson & Deeley Schlosse mit obenliegnden Stangen hat, freu dich noch mehr. Evtl. könnte ein Spritzer Kaltentfetter das Problem der harten Abzüge (altes, verharztes Fett) schon beheben.

Grüße
Sirius
 
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#11
Hallo,

wenn die Waffe sogar noch Anson & Deeley Schlosse mit obenliegnden Stangen hat, freu dich noch mehr. Evtl. könnte ein Spritzer Kaltentfetter das Problem der harten Abzüge (altes, verharztes Fett) schon beheben.

Grüße
Sirius
Wie kann ich das erkennen? Oder hast du das anhand der Bilder ausgemacht?

Ich kann bei Bedarf auch gerne noch bessere Fotos machen :)
 
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#12
Ob das Schlosswerk ein A&D-System mit unten- oder obenliegenden Stangen (0der gar nur Blitzschlosse) hat, kann ich aufgrund der Bilder nicht entscheiden.
Einfache Diagnose:
1. Schaftkappe abschrauben; mittig im Holzschaft taucht ein Loch auf, darin tief verborgen eine Schraube - zeitgemäß wahrscheinlich noch geschlitzt; diese mit langem Schraubendreher (oder selbstgemachtem Hilfsinstrument) lösen und Schaft abziehen - kann nix bei passieren!
2. Bei abgezogenem Hinterschaft liegt dann das Schlosswerk vor Dir. Vergleiche das sich Dir darbietende Bild mit dem, das ich Dir oben von einem vergleichbaren Zoli-Drilling eingestellt habe, dort sieht der Blinde mit den 3 schwarzen Punkten die (hier obenliegenden) Abzugsstangen.
3. Bei der Gelegenheit ein paar Spritzer Cito-Waffenöl auf alle aufeinander gleitenden Teile geben, aber kein "Bad im Schloss" anstellen. Vorher die Abzugsrasten mit Reinigungsbenzin-befeuchtetem Lappen von möglichem alten Fett säubern.
Wandersmann
 
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