Asches allerletzter Bissen

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Ist das so? Wiegen die flachen Neukunden die abwandernden Tiefschürfer auf?
Es ist leider tatsächlich so.
Ich habe vor etlichen Jahren einmal für eine liebe Bekannte eine Gesamtausgabe von Tolkiens "Herr der Ringe" für teures Geld erworben. Als ich dann vorsichtshalber vor dem Einpacken einmal einen Blick hineingeworfen habe, traf mich fast der Schlag.
Samwise nannte Frodo "Chef" und die Ringgeister "nölten". Es gab darüber hinaus noch allerlei stilentgleiste Übersetzungsversuche eines offenkundig der Idiomatik der englischen UND deutschen Sprache Unkundigen.
Als ich daraufhin beim Verlag direkt reklamierte und nachfragte, was da denn passiert war, dass das so entgleist war, wurde mir mitgeteilt, man sei sich durchaus bezüglich der Schwächen der neuen Übersetzung im Klaren, habe sich aber, im Hinblick auf die kognitiven Fähigkeiten der Zielgruppe (war kurz nach den Filmen), bewusst aus Vermarktungsgründen für diesen Kompromiss entschieden.

Ich habe dann nicht mehr weiter nachgefragt und das Buch zurückgegeben.
 
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z/7

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Der Anteil intellektuell und humanistisch gebildeter wäre tatsächlich derart im Abnehmen begriffen? Ist das nicht ein relativ konstanter Teil jeder Bevölkerung? Die Marketing-Entscheidung Deines Beispiels hat ja doch eine recht begrenzte Zielgruppe im Auge. Gute Literatur (und dazu zähle ich auch kongeniale Übersetzungen) ist zeitlos und unabhängig von sprachlichen Moden, und packt jeden auf seiner Ebene. Der Zauber eines Rilke oder Homer greift selbst wenn man einzelne Wörter nie vorher gehört hat. Derart anbiederndes "nach dem Munde reden" zeugt mir von wenig Kenntnis des Menschen. Gutes Handwerk hat sich noch nie verraten müssen.
 
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Ist das so? Wiegen die flachen Neukunden die abwandernden Tiefschürfer auf?
Selbstverständlich.

Warum sollte diese gesamtgesellschaftliche Entwicklung ausgerechnet das Themenfeld "Jagd" nicht betreffen?

Bereits vor drei Jahren häuften sich die Meldungen und Veröffentlichungen zum sogenannten "negativen Flynn-Effekt", also zu der Feststellung, dass der durchschnittliche Intelligenzquotient der Menschen ab dem Geburtsjahrgang 1975 regelmäßig zurückgeht.

Das führte u.A. auch zu der interessanten Meldung aus 2019, dass britische Schulen die Analoguhren in Schulgebäuden durch digitale Modelle ersetzten, weil zunehmend mehr Schüler eine analoge Uhr mit Zifferblatt nicht mehr lesen konnten.
 
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Der Anteil intellektuell und humanistisch gebildeter wäre tatsächlich derart im Abnehmen begriffen? Ist das nicht ein relativ konstanter Teil jeder Bevölkerung? Die Marketing-Entscheidung Deines Beispiels hat ja doch eine recht begrenzte Zielgruppe im Auge. Gute Literatur (und dazu zähle ich auch kongeniale Übersetzungen) ist zeitlos und unabhängig von sprachlichen Moden, und packt jeden auf seiner Ebene. Der Zauber eines Rilke oder Homer greift selbst wenn man einzelne Wörter nie vorher gehört hat. Derart anbiederndes "nach dem Munde reden" zeugt mir von wenig Kenntnis des Menschen. Gutes Handwerk hat sich noch nie verraten müssen.
Die Bibel wurde seit Jahrhunderten immer wieder dem Zeitgeist bezgl. der Übersetzung
angepaßt. Scheint eine bewährte Vorgehensweise zu sein.
 

z/7

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Nicht wirklich. Du verwechselst die Absicht mit dem Erfolg. In Bezug auf die Akzeptanz ist im deutschen Sprachraum Luther nach wie vor unerreicht. Die Bildkraft, Melodie und Verständlichkeit muß man erst mal schaffen. Dagegen sind die historisch vllt stellenweise korrekteren Übersetzungen mit zeitgeistlichem Anspruch dröge. Man merkt die Absicht, und ist verstimmt. Spannender sind da schon wieder mundartliche Interpretationen.
 

z/7

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Das führte u.A. auch zu der interessanten Meldung aus 2019, dass britische Schulen die Analoguhren in Schulgebäuden durch digitale Modelle ersetzten, weil zunehmend mehr Schüler eine analoge Uhr mit Zifferblatt nicht mehr lesen konnten.
Herumdoktern an Symptomen. Um so verwerflicher, als man die Mittel hätte, das Übel an der Wurzel zu packen.
 
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Nicht wirklich. Du verwechselst die Absicht mit dem Erfolg. In Bezug auf die Akzeptanz ist im deutschen Sprachraum Luther nach wie vor unerreicht. Die Bildkraft, Melodie und Verständlichkeit muß man erst mal schaffen. Dagegen sind die historisch vllt stellenweise korrekteren Übersetzungen mit zeitgeistlichem Anspruch dröge. Man merkt die Absicht, und ist verstimmt. Spannender sind da schon wieder mundartliche Interpretationen.
wenn man den Erfolg an der Auflage messen will, kommt man möglicherweise zu anderen Ergebnissen.
 

z/7

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Ob man das jetzt schon abschließend beurteilen kann? Immerhin hat Hr. Luther ein paar Jahrhunderte Vorsprung. ;)
 
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Herr Asche's Letzter Bissen habe ich seit Abo-Anfang im 2012 nie verpasst. Ich weiss als Mitglied von Jachtforum.nl dass mehrere andere NL Leser seine Beiträge besonders schätzten. Es war für mich also immer ein Must Read, wie die Editorial/Vorwort. Wie schwierig es auch immer war um alle Nuancen in Euerer schönen Fremdsprache richtig zu sehen und zu verstehen. Wiederlesen bei Zweifel war aber immer der Mühe wert!
Herr Asche's Meinung zum Benehmen des Bay. Jagdverbandes zum Fangschuss durch die Jägerin von einer Katze habe ich allerdings total verstanden. Und unterschriebe. ' Redden wat je redden kan' heist sowass in Holland.
Ich bedaure den Abschied von seinen exzellente columns sehr.
Heel hartelijk en complimenten mijnheer Asche!

Waidpersonenheil aus NL.
 
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Corrigendum:
...... von seinen exzellenten Columns sehr.

Heel hartelijk dank en complimenten mijnheer Asche!
 
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Ich brauche nicht 14tägig ...“Test“ von Jubelpersern.
Ha! Toll, dass einer die Jubelperser noch kennt. Bei Stiftung Warentest und ADAC Motorwelt gibts auch mal schlechte Noten (mangelhaft, "Elchtest"). Bei der WuH ist gefühlt jedes getestete Produkt immer gut oder sehr gut. Das wundert mich auch. Verschwinden die schlechten Tests in der Schublade?
(Sorry, dieser Beitrag gehört eigentlich nicht in den Faden hier ;). Die Diskussion hat sich insgesamt etwas vom Titel entfernt ...)
 
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In US gun Zeitschriften ist das ähnlich. Wenn überhaupt gibt es mal eine negative Bewertung
für nicht amerikanische Produkte. Die sind in der Regel keine Anzeigenkunden.
 
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Ach je


Eine Folge "ein Herz und eine Seele" mit tetzlaff und seiner Familie hat mehr Potential an Verunglimpfung... Habe ein paar aufgenommen und wird heute mittag ganz entspannt angesehen

Ansonsten sollte meines Erachtens wieder mehr Inhalt und Fakten in die Zeitschrift rein

Das kostenlose Beilage zur "Jagd in Bayern" ist in dem Fall echt ein Beispiel
 
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Ha! Toll, dass einer die Jubelperser noch kennt. Bei Stiftung Warentest und ADAC Motorwelt gibts auch mal schlechte Noten (mangelhaft, "Elchtest"). Bei der WuH ist gefühlt jedes getestete Produkt immer gut oder sehr gut. Das wundert mich auch. Verschwinden die schlechten Tests in der Schublade?
(Sorry, dieser Beitrag gehört eigentlich nicht in den Faden hier ;). Die Diskussion hat sich insgesamt etwas vom Titel entfernt ...)

kann ich leider nicht bestätigen. Schau mal in die aktuelle djz. Da werden ganz klar Mängel bei diesem Aufsatzgerät angesprochen und auch für bestimmte jägertypen eine nicht Kauf Empfehlung ausgesprochen.
genau so wie bei dem Auto Tests. Manche Wagen werden ganz klar als nicht Kaufwürdig dargestellt und auch ganz klar Schwächen und Stärken genannt.
 
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Du rennst einem Ideal hinterher. Für Quote / Auflage wird die Oma verkauft. Sieh Dir das Fernsehen an, lies Focus / Spiegel / Stern und vergleiche mit dem Niveau von vor 20 Jahren.

Ich hab es aufgegeben und kaufe so etwas nicht mehr. Abstimmen an der Kasse; nur bin ich einfach „zu Wenige“ um etwas zu bewirken.
Das hilft denen aber auch nicht.
Gugg Dir an, wie sich die Auflagen in den letzten 15-20 Jahren entwickelt haben.

Insgesamt ist diese Entwicklung der permanenten Orientierung an den Schwächsten geschuldet (-> Schule). Inklusion überall. Keiner soll zurückgelassen werden und wie die Thesen alle heißen. Soll halt keiner merken, dass er intellektuell gewisse Dinge nicht erfassen kann, was an sich einfach nur eine neutrale Tatsache ist.
Vielleicht kann derjenige dafür halt schneller rennen, höher springen oder besser Autos reparieren. "Böse" wird/wurde es erst durch Beurteilung. Also, dass gut Auto reparieren irgendwie weniger wert sei, als schlaue Bücher verstehen.
Fällt uns in der Realität bereits permanent auf die Füsse.
Haufenweise studierte Grenzdebile (besonders beliebt die "weichen" Studiengänge, alles, was im Entferntesten dramatischerweise ausgerechnet mit Pädagogik zutun hat) bei gleichzeitigem Handwerkermangel.
So manch schlechter Hilfsintellektuelle wäre vermutlich ein wesentlich besserer Gas- und Wasserinstallateur, Schneider oder Metzger.

Und dazu kommt, dass eine dumme Masse nunmal leider leichter lenkbar ist. Macht die Glotze an und sehet die täglichen Beispiele.
 
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