Asches letzter Bissen

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Machmal differieren meine und Florian Asches Sichtweise etwas, doch dieses Mal kann ich uneingeschränkt zustimmen.

Der Verweis auf die schleichende Erweiterung der landwirtschaftlichen Nutzfläche durch größere Wendeschleifen beim Traktor hat meiner Meinung nach tatsächlich zur Verminderung von Habitaten geführt, die wir nun durch Fördermaßnahmen wieder teuer bezahlen, ist meiner Meinung nach durchaus berechtigt, wobei man das natürlich nicht für alle Landwirte pauschal sagen kann.

Bei uns wurde im letzten Jahr zwar "nur" ein Fahrweg am Feldrand weggepflügt, trotzdem ist diese Praxis ein Problem, um das sich gekümmert gehört - auch, wenn es manchem Landwirt sauer aufstoßen könnte.

Mich wundert an dieser Stelle nur, dass unsere Regierung, die ansonsten sehr schnell mit "Billiglösungen" in Form von Gesetzen, Aufforderungen und Anweisungen ist, hier tatsächlich 100 Mio. Euro für Habitatsfördermaßnahmen auszugeben bereit ist, wo eine einfache Anweisung an die Landwirtschaft, den Vermessungszustand der Ackerflächen wieder herzustellen, doch genügen würde.

@Landwirte: Bitte nicht hauen. :whistle:
 
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Kannte ich aus unserem Münchner Revierteil auch. Wo ein Weg hätte sein sollen spross der Mais....

Dem Jagdherrn schwillte daraufhin der Kragen und er brachte die Revierkarte nebst eigezeichnetem Wegenetz zur Gemeinde. Die in Feld übergegangenen Wege waren auf der Karte freundlich markiert.

Die Felder verzeichneten nach dieser Aktion einen Flächenschwund und Wege kamen wieder zum Vorschein.
 
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Kannte ich aus unserem Münchner Revierteil auch. Wo ein Weg hätte sein sollen spross der Mais....

Dem Jagdherrn schwillte daraufhin der Kragen und er brachte die Revierkarte nebst eigezeichnetem Wegenetz zur Gemeinde. Die in Feld übergegangenen Wege waren auf der Karte freundlich markiert.

Die Felder verzeichneten nach dieser Aktion einen Flächenschwund und Wege kamen wieder zum Vorschein.
Nicht zufällig äusserster Münchner Westen?
 
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Kannte ich aus unserem Münchner Revierteil auch. Wo ein Weg hätte sein sollen spross der Mais....

Dem Jagdherrn schwillte daraufhin der Kragen und er brachte die Revierkarte nebst eigezeichnetem Wegenetz zur Gemeinde. Die in Feld übergegangenen Wege waren auf der Karte freundlich markiert.

Die Felder verzeichneten nach dieser Aktion einen Flächenschwund und Wege kamen wieder zum Vorschein.

Wir fahren ihm halt einfach durch den Acker, wo der Weg sein sollte... Wenns ganz schlimm kommt, fahr ich da dreimal mit dem Schlepper durch, dann ist der wieder da.

Es ist natürlich auch schwierig, die Fläche voll auszunützen und nicht drüber rauszufahren, aber das dann so zu lassen, geht halt nicht.

P.S.: Man verzeihe mir den komischen Satzbau im ersten Abschnitt. Es war ein harter Tag. So sollte es eigentlich heißen:

Der Verweis auf die schleichende Erweiterung der landwirtschaftlichen Nutzfläche durch größere Wendeschleifen beim Traktor greift und ist in meinen Augen durchaus berechtigt. Dies hat auch meiner Meinung nach tatsächlich zur Verminderung von Habitaten geführt, die wir nun durch Fördermaßnahmen wieder teuer bezahlen, wobei man das natürlich nicht für alle Landwirte pauschal sagen kann.
 
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Guest
100 Mio Habitatsförderung sind ein kleines Konjunkturprogramm. Das Geld verschwindet ja nicht, es haben dann nur andere.

Eine Forderung Vermessungsgrenzen wieder herzustellen, würde dagegen Konjunktur abwürgen, weil Anbaufläche verschwindet.

Also kauft die Regierung die Landwirte mit Steuergeldern von Regierungs-Gesetzen frei, aber so dem Land zusätzliche Nutzfläche.

Alles klar?

Ist doch mittlerweile übliche Praxis, daß sich der Staat selbst Kosten und Strafen auferlegt, weil er Gegebenheit nicht ändern kann oder will. Dann lieber von der linken in die rechte Tasche.
 
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Völlig klar. Ist trotzdem nicht in Ordnung. Dass sich Medien um so etwas nicht kümmern, passt aber genauso nicht.
 
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Das Datum für den Beitrag war ja nicht schlecht gewählt. Ich warte schon längere Zeit
voller Spannung darauf, wie "westliches Türklopfen" aussieht!
 
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Es würde schon ausreichen, dass jeder "Interessierte" (d.h. Jäger, Naturschützer, Imker, Anwohner, etc.) bei berechtigten Zweifeln eine "offizielle" Vermessung beantragen kann. Zeigt die Vermessung, dass der Landwirt tatsächlich Gelände beackert, dass ihm nicht gehört, muss der Landwirt die Kosten der Vermessung tragen, ansonsten der Antragsteller.

Solange der Landwirt wie jetzt keinen finanziellen Schaden fürchten muss, wird er natürlich jeden zusätzlichen qm mit unter den Pflug nehmen. Wenn es doch mal rauskommt, wird ihm ja höchstens mit dem Finger gedroht ("Dududu - nicht noch mal machen ...").
 
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Es würde schon ausreichen, dass jeder "Interessierte" (d.h. Jäger, Naturschützer, Imker, Anwohner, etc.) bei berechtigten Zweifeln eine "offizielle" Vermessung beantragen kann. Zeigt die Vermessung, dass der Landwirt tatsächlich Gelände beackert, dass ihm nicht gehört, muss der Landwirt die Kosten der Vermessung tragen, ansonsten der Antragsteller.

Solange der Landwirt wie jetzt keinen finanziellen Schaden fürchten muss, wird er natürlich jeden zusätzlichen qm mit unter den Pflug nehmen. Wenn es doch mal rauskommt, wird ihm ja höchstens mit dem Finger gedroht ("Dududu - nicht noch mal machen ...").

Wundert mich etwas...

Bei uns riskiert das kaum mal jemand.
Meine Kollegen von den Prüfdiensten sind ganzjährig unterwegs, um festzustellen, ob die Katasterfläche der beackerten Fläche entspricht. Passt da irgendetwas nicht übereinander, wird sofort tiefer nachgegraben und u.U. steht dann ganz plötzlich die Agrarförderung zur Disposition.
Einzige Ausnahme sind die Freunde vom prallen Euter, die zäunen auch mal einen Weg mit.
 
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Bei einem Anruf beim Kreis bekam ich die lapidare Antwort "Unser Landrat kommt selber vom Bauernhof und möchte nicht, dass die Landwirte angegangen werden." Ging um eine entfernte Wallhecke.

Als ich mal beim Bauamt wegen zahlreicher Schwarzbauten an diversen Fischteichen vorstellig wurde (mit Fotos und Lageplänen inklusive Flurstücknummern, also kaum Recherche-Arbeit für die Behörde) wurde mir mitgeteilt "an einer Verfolgung besteht kein öffentliches Interesse".
 
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In einer Nachbargemeinde war vor zwei oder drei Jahren ein Feldweg abgängig. An seiner Stelle fand sich plötzlich landwirtschaftlich genutzte Fläche...
Ein Anwohner ließ eine Beschwerde los, die von der Tageszeitung entsprechend publik gemacht wurde. Reaktion: Große Empörung bei der zuständigen Samtgemeinde ob des unberechtigten Umpflügens, Ankündigung einer Untersuchung des Vorgangs, Androhung drakonischer Strafen, Verweis auf Ökologie, ...usw..
Nach wenigen Monaten in der Tageszeitung eine relativ knapp gehaltene Meldung: Man habe bei der Prüfung des Vorgangs festgestellt, dass der Weg ( inklusive der Wegränder mit Bewuchs) nicht mehr benötigt werde und ihn daher gleich aufgelassen und die Karten entsprechend korrigiert...
Wenn man sich ansieht, wie viele Sommerwege und Ackerrandstreifen jährlich schrumpfen oder verschwinden, wie viele Hecken immer schmaler werden und wie viele Randbäume an Waldbeständen im Wurzelbereich gezielt angepflügt werden, könnte man Schaum vor'm Maul bekommen.
Höhepunkt waren Obstbäume (in der Feldmark von der Gemeinde angepflanzt), die mal eben mit dem Trecker überrolt wurden, immer mal wieder ein neuer pro Jahr.
Aber wenigstens da gab es dann mal etwas Ärger.
 
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Schlimm bei uns ist auch der Wasser- und Bodenverband. Der ist im Rahmen der Flurbereinigung Besitzer von zahlreichen Windschutzstreifen und Hecken geworden. Da der Verband aber fest in Bauernhand ist, muckt natürlich niemand, wenn jedes Jahr großzügiger gepflügt wird.

Ich habe an den Enden von manchen Hecken extra Hochsitze stehen, auch wenn es jagdlich nicht immer sinnvoll ist, damit die Hecken nicht jeder Jahr etwas kürzer werden.
 
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