ASP in Belgien: der Anfang vom Ende

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Katastrophenschutz ist erstmal Sache des Bundes und der Länder. Die delegieren das teilweise auf die Landkreise runter. Und die greifen auf die kommunalen Einheiten zur Gefahrenabwehr zurück.
In RLP sind die Gefahrstoffzüge Regieeinheiten der Landkreise und meistens auf mehrere Einheiten verteilt.
Bei einer Lage wie der ASP in einem Bezirk kommt man nicht drumrum auf Einheiten aus Nachbarkreisen/Städten zurückzugreifen, da hast du Recht.
Unser Staat ist fast ausschließlich auf Freiwillige angewiesen, allerdings bin ich schon der Meinung das die 24/7 eine Dekonstation betreiben können. Auch über eine längere Zeitspanne.
Man muss halt Personal durchtauschen und das Pesonal das im öD beschäftigt verstärkt einsetzen.
 
G

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Guest
Deutschland ist reich und hat in den diversen kleinen und großen Katastrophen der letzten Jahre gezeigt, daß es im Gesamtbestand über große Mengen an Technik, Personal und Finanzen verfügen kann, wenn die Politik auf den Knopf drückt und richtig Druck macht.

Ein ASP Ausbruch hätte enorme Konsequenzen für ganz Deutschland und der Gedanke, daß der betroffene Landkreis dann allein im Regen stehen und das Problem mit eigenen Mitteln lösen müsste ist absurd. Das ganze Land hätte ein massives Interesse daran das Problem zu lösen bzw. einzudämmen und wenn man dazu benötigtes Material und Personal aus ganz Deutschland hinzuziehen müsste. Da wird auch kein Bauzaun aufgestellt, sondern Elektrozäune gezogen und Duftzäune aufgebaut und das kann ausreichend Personal von THW, Feuerwehr, Bundeswehr, Bereitschaftspolizei usw. in recht kurzer Zeit leisten. Da bauen 10 Leute locker 2-3km am Tag und wenn man da 200-300 Kräfte ansetzt stehen 30km Zaun innerhalb von 2 Tagen. Der Zaunbau ist im Rahmenplan als Aufgabe der Sicherheitsbehörden und nicht des lokalen Vet-Amtes, der Jagdbehörde oder ähnlich kleiner Landkreisämter definiert und die Sicherheitsbehörden können dafür alle benötigten Kräfte und Mittel auch überregional anfordern. Natürlich wird es so sein, daß zuerst lokale Kräfte und Mittel zum Einsatz kommen, aber wie bei jedem großen Waldbrand, Hochwasser o.ä. sind dann am nächsten Tag auch überregionale Kräfte im Einsatz um lokales Personal abzulösen und zu entlasten.

Ich war bei einigen Katastrophenlagen in Deutschland dabei und nach dem die Anfangsschwierigkeiten nach 1-2 Tagen überwunden waren, staunte man nur noch was da alles plötzlich anrollte und zur Verfügung stand. Besonders wenn sich dann die Politik wie üblich hemdsärmlig vor Ort den Fernsehkameras gezeigt hatte und als Krisenmanager punkten wollte. Ein ASP Fall in Deutschland dürfte mindestens die Meldehöhe Bundeslandwirtschaftsminister, wenn nicht gar Kanzler(in) erreichen und niemand auf dieser gesamten Schiene wird sich Passivität oder mangelnde Unterstützung vorwerfen lassen.
 
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Das der Katastrophenschutz nicht Sache des Bundes ist steht sogar im Grundgesetz. Der Bund hat da noch eine Behörde die sich früher mal Zivilschutz nannte. Da haben sie ganz tolle Büros wo die Mitarbeiter ihre Kinder mit zur Arbeit nehmen können. Dies Behörde soll sich integrativ einbringen. Außerdem hat der Bund das THW. Die können schon was reißen, sind aber auch Ehrenamtler und haben Normausrüstung, Elektrozaun gehört nicht dazu.
Laut Grundgesetz liegt der Katastrophenschutz bei den Ländern. Diese schreiben schöne Gesetze und schwups liegt der Katasrophenschutz bei den Kreisen. Die haben aber auch keine eigenen Kräfte und keine Zäune. Dafür bilden sie Feuerwehrzüge aus den Feuerwehren der Gemeinden. Es bleibt dabei, bis zu den Kreisen runter Wasserkopf. Material und Leute gibt es erst in den Gemeinden. Kleinere Gemeinden haben dabei so gut wie kein Material um eine erträgliche Decontamination durchzuführen und erst recht keine Zäune. Da kann ausschließlich die Kreisbereitschaft tätig werden. Und auch die nur wen nicht grade im eigenen Ort geputzt werden muß. Dann muß schon der Nachbarkreis kommen.
Mein Dorf hier hat ein Tragkraftspritzenfahrzeug, kaum 10 wirklich aktive Feuerwehrleute, ein Ortsausgang mit Kreisstraße, zwei mit Bundesstraße.
Wer nicht weiß was ein Tragkraftspritzenfahrzeug ist, so etwas wird in einen Sprinter gebaut, ist permanent überladen und laut norm nichtmal mit eine Plane oder einem Müllbeutel ausgerüstet.
 
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nach dem die Anfangsschwierigkeiten nach 1-2 Tagen überwunden waren, staunte man nur noch was da alles plötzlich anrollte und zur Verfügung stand.
Jawoll, nach 1-2 Tagen. Da will ich garnichts gegen sagen. Obwohl ich zu bezweifeln wage das 15km irgendein Zaun nach 1-2 Tagen vor Ort ist.
Aber das alles ist immer noch genau 1 Fall. Was machst Du wenn die Seuche nach zwei Tagen 5km weiter ist? Wenn das eine Seuche ist breitet die sich per devinition aus.

Am Ende wird das wie bei der Vogelgrippe. Hier fuhr der Amtsveterinär zu den Leuten die angeschissen wurden weil sie Ihre Hühner nicht eingesperrt hatten. Das er dafür für die auf der Straße rumlaufenden Hühner meiner Nachbarin bremsen mußte hat ihn nicht interessiert. Meine Nachbarin gehörte halt nicht zu denen die angeschissen wurden.
 
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Da kann ausschließlich die Kreisbereitschaft tätig werden. Und auch die nur wen nicht grade im eigenen Ort geputzt werden muß. Dann muß schon der Nachbarkreis kommen.
Wieso denn das? Bei uns ist der Gefahrstoffzug auf 5 oder 6 Standorte im Landkreis verteilt. Bei Alarm wird das Material und das Personal zusammengezogen. Sollte eine Teileinheit von dem Einsatz betroffen sein so übernehmen die anderen TEs die Arbeit.

Wer nicht weiß was ein Tragkraftspritzenfahrzeug ist, so etwas wird in einen Sprinter gebaut, ist permanent überladen und laut norm nichtmal mit eine Plane oder einem Müllbeutel ausgerüstet.
Muss es ja auch nicht, da es für die Brandbekämpfung bzw. technische Hilfeleistung in kleinerem Umfang ausgerüstet ist. Wenn der Gefahrstoffzug die Dekon aufgebaut hat kann aber ein TSF mit seiner Mannschaft unterstützen und Aufgaben übernehmen.

Wie stellst du dir denn so einen Einsatz vor? In Kommune XY bricht die ASP aus. Wer auch immer alarmiert die lokale Feuerwehr und sagt: So, macht ihr mal. Das ist jetzt eure Sache.
Totaler Quatsch. Erstmal davon abgesehen das so ein Sperrbezirk auch Gemeinde-, Landkreis- oder sogar Landesgrenzen überschreiten kann wird so eine Lage mindestens beim Kreis angesiedelt werden. Und der greift auf "seine" Kat-Schutz Einheiten zurück. Plus die lokalen Einheiten, plus Einheiten aus dem betroffenen Landkreis plus Einheiten aus anderen Kreisen plus THW, Bundeswehr, etc.

Ich bin Mitglied in der Technischen Einsatzleitung des Landkreises und habe einen gewissen Einblick was in solchen Lagen möglich ist.
 
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zu Seuchenprävention schreibe ich nichts, habe genug erlebt. Ich hoffe nur @moos steht für den Fall der Fälle parat und leitet den Zaunbau...
 
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Grundsätzlich hätte ich ja als Mitglied der freiwilligen FFW keine besondere Lust der Schweineindustrie den Arsch zu retten.
Ich bin freiwillig und Ehrenamtlich in der FFW, um Leben zu Retten und Menschen zu helfen.
Bin aber selbst zeitlich auch sehr eingebunden.
Ich hätte weder die Zeit noch würde ich es als meine Aufgabe sehen in meiner Freizeit, unentgeltlich tagelang Zäune zu bauen.
Um die Schweineindustrie vor Verlusten zu schützen.
Das sehen viele in der Freiwilligen Wehr ähnlich.
Man sollte sich hüten, die freiwilligen Feuerwehren als kostenlosen "Allzweck-Arbeitstrupp" zu missbrauchen.
 
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hier gibt es im Umkreis einen 1000er Maststall, der liegt mitten im Feld an einer Bundesstrasse. Der Stall ist erst seit relativ kurzem umzäunt und ein Tor ist bis heute nicht drin, so dass Schwarzwild bis an den Stall und damit auch an die (provisorische) Laderampe gelangen kann, wo die Mastschweine aufgeladen, aber auch die Ferkel abgeladen werden...
 
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Besonders betroffen von der ASP wären leider nicht die großen, industriellen Mastbetriebe. Diese sind normalerweise dicht und füttern industrielles Futter. Nein, betroffen wären die Klein- bzw. Biobauern, welche ihren Tieren natürliches, eigenes Futter und Freigang gewähren. Also diejenigen, welche wir bevorzugen sollten. In die großen, hermetisch abgeriegelten Ställe kommt die Krankheit eher nicht, Ausfälle zahlt denen die Versicherung, welche sich der kleine Bauer gar nicht leisten kann.
 
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Mal nicht ganz so viel Pathos. Den ersten Ausfall zahlt die Tierseuchenkasse und wer keinen Ertragsausfall versichern kann, sollte aufhören tierische Lebensmittel zu erzeugen.
 
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Besonders betroffen von der ASP wären leider nicht die großen, industriellen Mastbetriebe. Diese sind normalerweise dicht und füttern industrielles Futter. Nein, betroffen wären die Klein- bzw. Biobauern, welche ihren Tieren natürliches, eigenes Futter und Freigang gewähren. Also diejenigen, welche wir bevorzugen sollten. In die großen, hermetisch abgeriegelten Ställe kommt die Krankheit eher nicht, Ausfälle zahlt denen die Versicherung, welche sich der kleine Bauer gar nicht leisten kann.
Von Exportverboten und dem Preisverfall sind besonders die großen betroffen...
 
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Ich glaube dass das was @Oberpfälzer anspricht den Kern trifft. Ich finde es gut, das Brandenburg sich Gedanken macht. Und aus Sicht eines Veterinärs werden die Forderungen vermutlich gerechtfertigt sein, aber ich glaube, dass sie nicht umsetzbar sind.

Hier einige meine Thesen:
  • Wärmebildkameras können Sauen aus der Luft nicht ausreichend gut lokalisieren. Ich kenne nur die Handgeräte, aber selbst bei den richtig guten verschwindet die beschossene Sau ruck zuck unter der nächsten Fichtenkrone, im hohen Gras oder im Schilf. Die Wildkörper werden so schnell durch Vegetation verdeckt, dass es eine echte Herausforderung für die Dronenpiloten wird und sie am besten jetzt schon anfangen sollten zu üben. Bei der Waldkartierung sind die Verluste an Technik übrigens bisher recht hoch ...
  • Es finden sich nicht genügend Jäger. Schon heute kennen einige Frauen ihre Männer nur noch aus Erzählungen und mit Augenringen, da sie die Felder und Äcker bewachen müssen. Wie soll man denn von diesen wackeren Recken verlangen noch mehr Zeit zu investieren. Noch dazu ist die Jagd auf Sauen in Schilf und Waldgebieten ziemlich anspruchsvoll und die Schwarzkittel ganz schön pfiffig
  • Das Reviersystem stört. Man müsste also neue, freiwillige Jäger gewinnen. Aber nach derzeitiger Rechtslage können die natürlich nicht einfach irgendwo jagen gehen. Also muss die Jagd angeordnet werden. Super, damit dürfte die Motivation für die ansässigen, erfahrenen Jäger enorm ansteigen ...
  • Die Freiwilligen für die Kadaver fehlen. Wie lange sollen denn Heerscharen von Freiwillgen Feuerwehrleuten und Sonstigen in geordneten Ketten durch das Kerngebiet streifen. Wer hat denn im Winter bei Licht Zeit? Wer einmal eine Sau ohne Hund in einem noch so kleinen Bereich gesucht hat weiß, wie leicht man einen Wildkörper selbst in direkter Nähe überläuft.
Hier einige Lösungsansätze ohne Anspruch auf Machbarkeit:
  • Mit Nachtsichttechnik ausgestattete Waffen im Jagdgebiet ausgeben (Leihe)
  • Abschussprämien
  • Sauenfang
  • staatlich finanzierte, angeordnete Freistellung ähnlich dem Krankengeld
  • Auflösung der Reviere im Kerngebiet mit Entschädigung
  • Freigestellter Koordinator mit Erfahrung in der Jagd
  • Ausbildung von Dronenpiloten (könnten z.B. auch in der Kitzrettung eingesetzt werden)
  • Stopp der Reduzierung des forstlichen Bodenpersonals in der brandenburgischen hoheitlichen Forstverwaltung
Im Übrigen bin ich auch recht optimistisch, dass wir das hin bekommen. Der Weg ist aber noch lang und die Wege durch unsere Köpfe sind steinig.
 
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solch ein Quatsch!
Wenn die Deckungs- und Fraßsituation nicht zu Ungunsten des Schwarzwildes verändert wird, ist das ein Kampf gegen Windmühlen und ohne Sinn und Verstand.
 
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Die Moral wurde schon beim Waldumbau abgeschafft und mir ist nicht bekannt, daß es dabei an Jägern mangelte. Ganz im Gegenteil, je großzügiger die Freigabe desto mehr Teilnehmer. Und das ist auch nur Management, bei dem der Teilnehmer nur abdrücken und oft nicht mal nicht bergen oder versorgen. geschweige denn verwerten muss.
Och, eine Menge Populismus in dieser Aussage. Es ist moralisch nicht verwerflich, als Waldeigentümer zu verlangen, dass man keine Zäune bauen muss. Und ja, es ist ok, wenn Teilnehmer einer Drückjagd Teil des jagdlichen Systems eines Revierinhabers sind. Und selbst wenn es mal so war wie von Dir geschrieben, so ist das immer schnell vorbei. Denn es gibt nur wenige Jäger, die gerne zum Naturverjüngung schauen auf eine DJ kommen, Feigabe hin oder her.

Und die Freigaben sind dieses Jahr zum Glück mit Blick auf die ASP schon angepasst und es zählt im Prinzip nur noch der Mutterschutz als No-Go, aber das ist per Gesetzt auch so geregelt. Bei uns sind die Kilogrenzen zum Glück seit diesem Jahr vorbei. Jetzt müssen nur noch die Trophäen-Gebühren fallen und dann hat jeder gute Jäger das was ihm zusteht: Glück
 
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Wärmebildkameras können Sauen aus der Luft nicht ausreichend gut lokalisieren. Ich kenne nur die Handgeräte, aber selbst bei den richtig guten verschwindet die beschossene Sau ruck zuck unter der nächsten Fichtenkrone, im hohen Gras oder im Schilf. Die Wildkörper werden so schnell durch Vegetation verdeckt, dass es eine echte Herausforderung für die Dronenpiloten wird und sie am besten jetzt schon anfangen sollten zu üben. Bei der Waldkartierung sind die Verluste an Technik übrigens bisher recht hoch ...
Selbst die FLIR-Kamera der Polizeihubschrauber sieht nicht alles. Die sind auch durch Bewuchs etc. limitiert.
 
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