ASP in Belgien: der Anfang vom Ende

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Der Jäger pennt, kann kaum noch sitzen,
Der Landwirt kommt vor Wut ins Schwitzen
Die Sau sucht Frass und bricht sehr doll,
Doppel 0 findet sie ganz toll, als Einstand
und zum Hunger stillen, im Biogas Mais kann sie dann chillen
Politik und Bauernheger zeigen mit Fingern auf die Jäger
Nein, meine Herren so gehts nicht, zieht Energiewendeschreier vors Gericht...
 
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Hallo.

Es wird sicher nicht jeder Landkreis entsprechendes Equipment auf Vorrat halten. Allerdings landesweit wird entsprechend vorgesorgt. Dies dürfte für Zaun und Kühlhäuser und Aufbrechräume etc. gelten. Es macht sicher Sinn, bereits jetzt entsprechende Örtlichkeiten zu lokalisieren, wo dann alles Schwarzwild versorgt und gelagert werden kann. So wird es jedenfalls bei uns in NRW geplant. Aktuell ist entsprechende Ausrüstung allerdings vergriffen, wodurch Lieferzeiten entstehen.
Es steht auch nirgendwo, dass die Jagdpächter die Abschüsse (alleine) leisten sollen. Die geänderten Gesetze auf Bundesebene lassen auch Bejagung durch bestellte Jäger zu. Diese könnten auch technisch aufgerüstet an den Start gehen. Ob ein Totalabschuss möglich ist, bezweifel ich aber dennoch.
Alle, die Vorsorgemaßnahmen mit abwertenden Kommentaren abtun, rate ich dringend, sich einmal etwas intensiver mit der Materie auseinanderzusetzen. Hilfreich sind sicher auch entsprechende Kontakte zu den örtlichen Veterinärämtern. Bei uns gibt es seit Monaten eine entsprechende Arbeitsgruppe mit Behörden, Landwirten und Jägern. Damit erst anzufangen wenn die Seuche da ist halte ich gelinde gesagt für sehr leichtfertig.
Ob das dann alles noch mit Jagdausübung betitelt werden kann ebenfalls. Aber wir stehen dann in einigen Bereichen auch "hinten an".

wipi
Im Vergleich mit verschiedenen Bundesländern ist NRW in vielen organisatorischen Bereichen weit vorn. Da kommt woanders lange nichts.
 
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Ich glaube dass das was @Oberpfälzer anspricht den Kern trifft. Ich finde es gut, das Brandenburg sich Gedanken macht. Und aus Sicht eines Veterinärs werden die Forderungen vermutlich gerechtfertigt sein, aber ich glaube, dass sie nicht umsetzbar sind.

Hier einige meine Thesen:
  • Wärmebildkameras können Sauen aus der Luft nicht ausreichend gut lokalisieren. Ich kenne nur die Handgeräte, aber selbst bei den richtig guten verschwindet die beschossene Sau ruck zuck unter der nächsten Fichtenkrone, im hohen Gras oddaser im Schilf. Die Wildkörper werden so schnell durch Vegetation verdeckt, dass es eine echte Herausforderung für die Dronenpiloten wird und sie am besten jetzt schon anfangen sollten zu üben. Bei der Waldkartierung sind die Verluste an Technik übrigens bisher recht hoch ... hier stimme ich Dir zu. Es wird viel von der Jahreszeit und den Baum - Pflanzenarten abhängen.
  • Es finden sich nicht genügend Jäger. Schon heute kennen einige Frauen ihre Männer nur noch aus Erzählungen und mit Augenringen, da sie die Felder und Äcker bewachen müssen. Wie soll man denn von diesen wackeren Recken verlangen noch mehr Zeit zu investieren. Noch dazu ist die Jagd auf Sauen in Schilf und Waldgebieten ziemlich anspruchsvoll und die Schwarzkittel ganz schön pfiffig Ich vermute eher, dass die betroffenen Jäger erstmal garnicht in ihre Reviere kommen. Erst nach und nach wird es ZUgang geben. Was bis dahin passiert entscheiden andere. Natürlich setzt man ein Stück weit zurecht auf die Kenntnisse der örtlichen Jäger, aber am Ende jagen die dann nicht mehr in ihrem Revier, sondern in einem mehr oder weniger großem Sperrgebiet.
  • Das Reviersystem stört. Man müsste also neue, freiwillige Jäger gewinnen. Aber nach derzeitiger Rechtslage können die natürlich nicht einfach irgendwo jagen gehen. Also muss die Jagd angeordnet werden. Super, damit dürfte die Motivation für die ansässigen, erfahrenen Jäger enorm ansteigen ...Die Rechtslage wurde hierzu bereits geschaffen. Der Pachtvertrag ist quasi wirkungslos
  • Die Freiwilligen für die Kadaver fehlen. Wie lange sollen denn Heerscharen von Freiwillgen Feuerwehrleuten und Sonstigen in geordneten Ketten durch das Kerngebiet streifen. Wer hat denn im Winter bei Licht Zeit? Wer einmal eine Sau ohne Hund in einem noch so kleinen Bereich gesucht hat weiß, wie leicht man einen Wildkörper selbst in direkter Nähe überläuft. Mit ein wenig Phantasie fallen mir auch andere als die örtlichen Feuerwehren ein.
Hier einige Lösungsansätze ohne Anspruch auf Machbarkeit:
  • Mit Nachtsichttechnik ausgestattete Waffen im Jagdgebiet ausgeben (Leihe) Vermutlich ein Mittel der Wahl, welches auch genutzt werden wird
  • Abschussprämien dürften bereits im Vorfeld kommen
  • Sauenfang sicher eine zusätzlich denkbare Möglichkeit
  • staatlich finanzierte, angeordnete Freistellung ähnlich dem Krankengeld ja, aber eher nicht die örtlichen Jäger. Da wird man auf andere Ressourcen zurückgreifen
  • Auflösung der Reviere im Kerngebiet mit Entschädigung Man braucht die Reviere nicht auflösen. Die Vertragsrechte haben aber keine Geltung mehr.
  • Freigestellter Koordinator mit Erfahrung in der Jagd Macht Sinn und wird bei uns auf Kreisebene in der Arbeitsgruppe so vorgesehen
  • Ausbildung von Dronenpiloten (könnten z.B. auch in der Kitzrettung eingesetzt werden) Fürchte dazu wird die Zeit fehlen und der Erfolg bleibt fraglich (s.o.)
  • Stopp der Reduzierung des forstlichen Bodenpersonals in der brandenburgischen hoheitlichen Forstverwaltung
Im Übrigen bin ich auch recht optimistisch, dass wir das hin bekommen. Der Weg ist aber noch lang und die Wege durch unsere Köpfe sind steinig.
Sorry, wenn ich in Deinen Text geschrieben habe. Erschien mir aber so einfacher und verständicher. Es werden sicher Fehler gemacht werden, wo es zum Ausbruch kommt. Das ist halt so und meist nicht weiter schlimm. Es ist aber sehr sinnvoll, sich im Vorfeld zusammenzusetzen und Verfahren mitzubestimmen. Behörden haben von jagdlichen Dingen häufig wenig Ahnung und das knowhow der Jäger wird gerne genutzt. Problematisch sehe ich ein wenig, dass sinnvolle Absprachen vor Ort teilweise durch Vorgaben "von oben" erschwert oder unmöglich werden.

wipi
 
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Das ist hier in RLP egal, das ist in jedem Kreis so geregelt.
Da ist es wieder, geregelt, vom Wasserkopf. In unserem Landkreis kann man die vorhandenen Möglichkeiten der Gemeinden regeln. Und die sind nicht toll. Ich denke, für 2x Decon auf Bundesstraße, dann ist das Material alle. Für den Ausbruch einer Seuche, und darum geht es, nicht um 1 Schwein, Wird das nicht reichen. Die Nachbarkreise haben ihre eigenen Schweine, überregional rollt an nach 1-2 Tagen für wieviel Wochen?
Am Ende sind es möglichrweise genau diese, ständig auszuwechselnden Kräfte, die sich den Virus nachhause tragen.
Und die, die Wiedergewählt werden wollen erklären, sie hätten alles im Griff, zahlen Prämie, und die Jäger haben zu springen.
 
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Ja, geregelt vom Land und aufgestellt vom Kreis der dann auch die materielle Ausstattung zahlt und beschafft. Personal kommt (natürlich) von den Kommunen, woher auch sonst.
Und überregional ist einiges möglich. Es kommt halt drauf an wie groß das Gebiet ist. Wenn die ganze Republik Seuchengebiet ist dann ist der Arsch natürlich ab.
Allerdings kann ich mir nicht vorstellen das bei euch im Landkreis so kurze Hose, Holzgewehr angesagt sein soll was Dekon- und ABC-Abwehrkomponenten betrifft. Welcher Kreis ist das?
 
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Katastrophenschutz ist erstmal Sache des Bundes ...
Wie @peng bereits geschrieben hat, der Bund hat originär im Katastrophenschutz nichts zu suchen.
"Der Katastrophenschutz ist Teil der allgemeinen Gefahrenabwehr. Er obliegt den Ländern. Für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort sind die Gemeinden, bzw. die Kreise und kreisfreien Städte Ansprechpartner. Sie sind als sogenannte untere Katastrophenschutzbehörden für den Schutz bei größeren Unglücksfällen oder Katastrophen verantwortlich. "
"Der Bund hat im Katastrophenschutz keine unmittelbaren Zuständigkeiten. "

https://www.bmi.bund.de/DE/themen/b...fahrenabwehr-und-katastrophenschutz-node.html
... Und der greift auf "seine" Kat-Schutz Einheiten zurück. Plus die lokalen Einheiten, plus ..., Bundeswehr, etc.
Ich bin Mitglied in der Technischen Einsatzleitung des Landkreises und habe einen gewissen Einblick was in solchen Lagen möglich ist.
Dann solltest Du über die Voraussetzungen (und bürokratische Hürden) des Einsatzes der Bundeswehr im Inland ja eigentlich bescheid wissen.
 
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Bei der BW sind es wohl weniger die bürokratischen Hürden (die mittlerweiler auch niedriger geworden sind) sondern eher die Verfügbarkeit.
Einsätze in anderen Bundesländern wie (diverse Hochwasser) haben ja gezeigt das man auch die BW mit ins Boot holen kann.
Wie das in einem ASP-Fall aussieht muss dann mal die Praxis zeigen.
 
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Könnt ihr Euch an BSE erinnern,ganze Kuhställe wurden ausgeräumt und die Kühe entsorgt,und
heute!!!!
Vogelgrippe, für Massen von Menschen in den Ländern wurde Impfstoff gebunkert,der wird
glaube ich jetzt wieder entsorgt.
Jetzt wartet doch erst mal ab wie sich das weiter entwickelt,die Bundesländer treffen ihre
Vorbereitungen und tritt irgend wo in DE ein Fall auf ,lernen die anderen davon.
Es trifft doch nicht ganz DE auf einmal ,also ruhig Blut.
Übrigens in Thüringen gibt es so viel Entschädigung im Ernstfall da bin ich als erster dabei.:D
Ich baue sogar den E-Zaun mit ,mache ich jetzt schon jeden Tag.;)

Schönen Sonntag Gruß Seppel
 
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In manchen Teilen von Thüringen hast du lediglich das Problem den Amtstierarzt
zu finden oder telefonisch zu erreichen wenn du ihn denn wirklich brauchst!
 
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In manchen Teilen von Thüringen hast du lediglich das Problem den Amtstierarzt
zu finden oder telefonisch zu erreichen wenn du ihn denn wirklich brauchst!
Komisch bei mir steht im LRA unter Veterinäramt alles was Du brauchst.:unsure:

Sollte es mal zur ASP kommen, ist der auch in Thüringen an jeder Stelle und zu jeder Zeit zu
erreichen kannste sicher sein.;)

Gruß Seppel
 
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