ASP in Deutschland aktuell

Anzeige
Mitglied seit
14 Dez 2000
Beiträge
1.609
Gefällt mir
1.454
Wow, sind ja tolle Erkenntnisse zu denen ihr hier >10 Tage nach amtlicher Bestätigung der ASP in einem stark verwesten Kadaver kommt! (y)

Sollten es infizierte Sauen geschafft haben, die jetzt ja ohnehin schon recht große Kernzone verlassen zu haben, wird die Sache aussichtslos. Deshalb war der Zaun ja so wichtig. Und da kann der Büffel sich hier noch so sehr ins Zeug legen, der Zaunbau hat einfach mal nicht wirklich gut geklappt, obwohl bei jeder Übung und bei jedem Planspiel dessen Wichtigkeit als Punkt Nr.1 unterstrichen wurde.

Da mit jeder Erhöhung des notwendigen Suchradius der abzusuchende Flächeninhalt in der zweiten Potenz mit wächst, kann man nicht mehr viele Kilometer in der Kernzone drauflegen, ohne beim planmäßigen Absuchen die weiße Fahne hissen zu müssen. Nach Mitteilung der Pressestelle des Landkreises hat die Kernzone rund um das Amt Neuzelle mittlerweile schon einen Umfang von knapp 58km. Da kann ja jeder mal seine Schulmathematik bemühen, die abzusuchende Fläche und die benötigte Manpower/Zeit für eine planmäßige Suche schätzen. Vermutlich mittlerweile deutlich über 10.000ha allein an mehr oder weniger schlecht zugänglicher, aber zumindest unübersichtlicher Waldfläche und der Rest sind Felder, Ortschaften, Gewässer, ...
Kannst Du sagen, durch wen die Absuchen im Kerngebiet aktuell erfolgen?

wipi
 
G

Gelöschtes Mitglied 24216

Guest
In der Masse Bedienstete des Landesforst.

Wobei Masse :unsure: ... bis zum Freitag waren es wohl nur die von dem FDP Mann im Bundestag auch aufgeführten 45 Personen. Das war auch der Stand der Lokalpresse. Diese Personen schafften eine Suchbreite von ca. 100m. Weiter kann man die Abstände nicht wählen, weil es auch darum geht kleinste Kadaverteile/Knochen zu finden. In dieser Woche ist Verstärkung aus anderen BL eingeplant.

Aber wie der CdB schon gepostet hat, der Zeitfaktor ist eigentlich gegessen. Gut, bei einem so stark verwesten Schwein, war er das vielleicht schon beim Auffinden.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Mitglied seit
7 Jan 2017
Beiträge
1.427
Gefällt mir
1.494
Der Drops ist gelutscht, das wird die Jagd in ganz Deutschland auf verändern meiner Meinung nach. In meinem geographischen Umfeld wird jetzt im September alles auf Links gedreht von den Pilzesammlern, die finden verendete Sauen wenn es mehr werden. Denen ist aber zuzutrauen nichts zu sagen, damit niemand ihre Schwammerlplätze rausfindet. Noch bin ich selbst nicht davon betroffen aber es hat verdächtig lange gedauert, bis die ASP offiziell angekommen ist. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, das es z.B 2019 keine an ASP erkrankten Wildsauen in Deutschland gab. Wenn man nicht sehr aktiv sucht braucht es einfach sehr viele Fälle bevor durch Zufall der Erste entdeckt wird.
 
Mitglied seit
30 Jul 2019
Beiträge
2.387
Gefällt mir
6.916
Hmmm, wenn da gleichzeitig eine Gruppe undisziplinierter "Zivilisten" durch den Wald ziehen, um Finderlohn zu bekommen, dann sollten da nicht unbedingt noch Sauen "auf der Pirsch" und vom Boden aus erlegt werden.
Abwägungssache von Behördenseite aus, was man für weniger schädlich hält. Undiszipliniert Zivilisten, auf der Suche nach der Prüzelprämie, die mit ihren Schuhen/Klamotten am Ende noch die Sache weiterverbreiten oder halbwegs planvolle Suche durch Jäger mit Abschussmöglichkeit.
Von ziellosem kreuz und quer durch die Botanik laufen für jederman, als hilfreiches Mittel zu was auch immer, bin ich wenig überzeugt.
 
Mitglied seit
17 Jul 2008
Beiträge
3.772
Gefällt mir
2.202
Was mir Sorge bereitet ist, dass es offensichtlich bereits seit mehreren Wochen unbemerkt/ungemeldet Fälle gegeben hat. Dies ist auf Grund des Verwesungsgrades ersichtlich. Da es bei einer Eindämmung sehr stark auf den Faktor Zeit ankommt habe ich Bedenken, ob es gelingen kann die Bereiche innerhalb weniger Jahre wieder seuchenfrei zu bekommen. Dies wird nun verstärkt an den Maßnahmen und deren Konsequenz aller Betroffener abhängen. Ich drücke jedenfalls alle Daumen, damit es besser läuft als in Polen und anderen östlichen Staaten. Ob Belgien zeitnah die Kurve bekommt bleibt abzuwarten.

wipi
In Belgien gab es im Jahr 2020 bislang 3 (in Worten: drei!) bestätigte ASP-Fälle; alle drei Funde bestanden aus tw. bereits skelettierten Kadavern - also nix Frisches.
Insofern kann man davon ausgehen, dass Belgien tatsächlich dabei ist, "die Kurve zu bekommen"...
 
Mitglied seit
14 Dez 2000
Beiträge
1.609
Gefällt mir
1.454
Dass das so ist, ist aber eigentlich logisch.
Faktisch muss man ja täglich das komplette Revier absuchen. Und dazu auch noch die verendeten Sauen auch bitte finden und nicht zwei Meter dran vorbeilaufen, weil sie eben irgendwo im Graben/Unterholz etc liegt.
Wo gestern noch keine tote Sau gelegen hat, kann heute eine sein.
Oder morgen. Oder übermorgen.
Wie hätte man das leisten sollen?
Wie soll man das jetzt leisten, bei gleichzeitiger Verhinderung von Beunruhigung des gesamten Reviers??
Ich habe den Umstand der zeitlichen Schiene nicht als Vorwurf gemeint, sondern als schlechten Umstand angeführt. Früher wäre halt besser gewesen.

wipi
 
Mitglied seit
27 Sep 2006
Beiträge
23.280
Gefällt mir
6.618
Abwägungssache von Behördenseite aus, was man für weniger schädlich hält.
Wenn man die ersten Papiere aus den Expertengruppen dazu liest kommt die Prämie als Entschädigung für die freiwilligen Helfer bei einer koordinierten Suche rüber. Daraus wurde dann anscheinend durch Kommunikationsfehler das "Kopfgeld für Jedermann".
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöschtes Mitglied 24216

Guest
Wenn man die ersten Papiere aus den Expertengruppen dazu liest kommt die Prämie als Entschädigung für die freiwilligen Helfer bei einer koordinierten Suche rüber. Daraus wurde dann anscheinend durch Kommunikationsfehler das "Kopfgeld für Jedermann".

Wie wollte die Expertengruppe die Prämie bei der koordinierten Suche verteilen?

schenkendöbern.jpeg
 
G

Gelöschtes Mitglied 24216

Guest
Laut Polizeikreisen wurden zumindest welche vom Oderzaun bei privaten Tierhaltern in der Region gefunden ... :rolleyes:
Würde mich nicht wundern, der gammelte ja auch monatelang so vor sich hin.

Die Pressestelle des Landkreises Oder-Spree hat bestätigt, daß bis gestern Sonntag, 20.9.2020, keine ausreichenden Weidezaungeräte zur Verfügung standen, um die neu zu errichtenden mobilen Zäune in allen Abschnitten der Kernzone stromführend aufzubauen. Das kannst du heute auch in den Lokalzeitungen nachlesen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
G

Gelöschtes Mitglied 24216

Guest
Thema Fester Zaun

Zum Thema fester Zaun: Manche erwecken den Eindruck, man hätte keinen festen Zaun bauen wollen. Aber das stimmt nicht, man hat keinen festen Zaun bauen dürfen.

...

Erst der Ausbruch der Seuche schafft nun die entsprechende Rechtssicherheit und gibt die notwendigen Kompetenzen
Die entsprechende Rechtssicherheit ohne erst auf den Ausbruch der Seuche warten zu müssen, hätte sich schon schaffen lassen, wenn man politisch schneller reagiert hätte. Das ASP Virus trat in Polen seit 2014 auf.

Erst am 3.7.2020 wurde aber auf Antrag der BL Brandenburg, Sachsen und RLP im Bundesrat der "Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Tiergesundheitsgesetzes" angenommen, der die rechtlichen Möglichkeiten zum Bau eines festen Zauns schaffen soll. Die Zustimmung des Bundestages steht jedoch bis heute aus. Dieser Gesetzesentwurf des Bundesrates wurde im Bundestag in fact bis heute nicht mal beraten. Gut Ding wollte Weile haben.


https://www.bundesrat.de/SharedDocs/beratungsvorgaenge/2020/0301-0400/0386-20.html
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Mitglied seit
20 Jun 2016
Beiträge
171
Gefällt mir
224
Thema Fester Zaun



Die entsprechende Rechtssicherheit ohne erst auf den Ausbruch der Seuche warten zu müssen, hätte sich schon schaffen lassen, wenn man politisch schneller reagiert hätte. Das ASP Virus trat in Polen seit 2014 auf.

Erst am 3.7.2020 wurde aber auf Antrag der BL Brandenburg, Sachsen und RLP im Bundesrat der "Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Tiergesundheitsgesetzes" angenommen, der die rechtlichen Möglichkeiten zum Bau eines festen Zauns schaffen soll. Die Zustimmung des Bundestages steht jedoch bis heute aus. Dieser Gesetzesentwurf des Bundesrates wurde im Bundestag in fact bis heute nicht mal beraten. Gut Ding wollte Weile haben.


https://www.bundesrat.de/SharedDocs/beratungsvorgaenge/2020/0301-0400/0386-20.html
Für mich Totalversagen. Realen Schaden abwehren klappt gar nicht, aber z.B. eine Waffenrechtsverschärfung ohne realen Schaden umsetzen, dass klappt sehr schnell.
 
Mitglied seit
22 Nov 2015
Beiträge
2.169
Gefällt mir
3.944
Was'n das für 'ne realitätsferne - man möchte sagen wenns erlaubt wäre: Pappnase? :oops:

"Totalversagen" wegen Hörensagens auszurufen, gehts noch 'ne Ecke populistischer?
Vermutlich hat diese "realitätsferne Pappnase" mehr Ahnung von der Realität als Du jemals von Deinem Schreibtisch aus bekommen wirst...

https://www.niedersachseninberlin.de/zukunftswerkstatt/zukunftswerkstatt20180/christian-lohmeyer/

Und sogar in Deinem theoretischem Fachgebiet hat er offensichtlich tatsächlich praktische Ahnung, die Pappnase!
https://www.noz.de/deutschland-welt...r-schmeisst-hin-sauer-aufs-land-niedersachsen
 
Zuletzt bearbeitet:
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Oben