ASP-Klausel im Pachtvertrag

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#1
Bei uns steht 2020 die Neuvergabe des Pachtvertrages an und wir wollen für diese Periode eine ASP-Klausel aufnehmen. Ich bin zwar Jurist, aber nicht für Jagdrecht und gemeinsames Brainstorming hilft. Was sollte man also für eine faire Klausel beachten?

1. Für das Revier bzw. Teile besteht Jagdverbot, zB wegen Ausbruch ASP
-> (anteiliger) Entfall der Jagdpacht
-> kein Ersatz Wildschaden für diese Flächen
-> weitere Übernahme der "jagdlichen Pflichten" ohne Vergütung des Jägers zB für Entsorgung Fallwild, soweit diese Pflichten die Jagdgenossenschaft träfen und Pächter die Übernahme rechtlich möglich ist (zB kein Betretungsverbot auch für Jäger)

2. Das Revier liegt im Gebiet "Totalabschuss" mit Vernichtung der erlegten Stücke
- Reduktion Pacht wegen Wegfall einer Schalenwildart (gerade in einem Revier in dem SW neben Rehwild Standwild ist) sowie Vernichtung der erlegten Stücke

Was fällt Euch noch ein?
 
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#2
Warum nicht einen Juristen zu Rate ziehen . Die 500 Euro im Vorfeld machen sich auf jeden Fall bezahlt !
 
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#3
- Sonderkündigungsrecht für Fall, dass Revier von ASP Maßnahmen gleich welcher Art betroffen ist

- Parallel autmatische Minderung mit definierten Prozentsätzen je nach Einschränkung

- Aussetzen der Wildschadensübernahmepflicht
 
S

scaver

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#4
Das sind aber sehr brave Bauern, die einem damit die Pacht geben. Kennt man so gar nicht.
sca
 
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#5
Für den Fall behördlich angeordneter Jagdverbote entfällt für die Dauer dieser Verbote jegliche Wildschadenersatzpflicht.
Den Satz habe ich in unseren Pachtvertrag geschrieben und erläutert und gut war es. Für den Fall ASP haben die Bauern definitiv andere Probleme, als ein paar Euro Wildschaden...:cool:
 
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#6
Wollte ich genau so auch aufgenommen haben, war denen nicht zu vermitteln. 2020 ist dort für mich Schluss.

Man muss nicht zu allen Bedingungen pachten.......
 
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#8
Wenn ich das ganze hier lese, wundere ich mich nicht mehr über die zunehmende Lähmung und Verblödung in diesem unserem Lande, hervorgerufen durch Regulierungswahn, Verbürokratisierung und Schwerfälligkeit.

WENIGER ist MEHR

2 Zitate:
1. Da mache mer erstmal nix und stelle uns janz dumm. (der unvergessene "Bömmel" aus der Feuerzangenbowle)

2. Des Waidmanns Ursprung liegt entfernt – dem Paradiese nah, da war kein Kaufmann, kein Soldat, kein Arzt, kein Pfaff, kein Advokat, doch Jäger waren da!
(Von wem wurde das Thema eigentlich noch gestartet? Ach ja, von einem Juristen!:mad::ROFLMAO:)

Wieso muss man alles regeln, was nicht ohnehin schon ohnehin sich aus bestehenden Rechtsgrundsätzen ableitet.

Bsp.: staatlich verordnetes öffentliches Jagdverbot: hier ist der Wegfall der Geschäftsgrundlage, basta.
keine weitere Regulierung nötig.

Bsp.: Sittenwidrigkeit (wenn keine Leistung, dann keine Vergütung)

Außerdem überfordert man manchen braven Landwirt im Jagdvorstand mit zuviel Bürokratismus und man weckt nur unnötig schlafende Hunde.

Wenn man meint, zuviel regulieren zu müssen, sollte man ggf. auch mal sein Verhältnis zum Vertragspartner, also den Jagdgenossen, kritisch reflektieren! Vielleicht hat man selbst da zuviele Leichen im Keller?

Und wer immer noch meint, dass sich manches nicht von alleine erledigt, dem empfehle ich aus Band 1 von 08/15 das Studium der Romanfigur des Major Luschke. H. H. Kirst diesen Charakter beispielhaft gegen das Komisskopp-Denken aufgebaut und dargestellt.

WMH
T.
 
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#9
In der letzten WuH war ein interessanter Artikel. Es ging um eine siedlungsnahe Fläche, die wegen Sicherheitsbedenken nicht bejagt werden konnte. Das Gericht entschied, dass dann dort auch kein Wildschaden zu ersetzen ist.

Kann ich wegen ASP eine Fläche (oder ein ganzes Revier) nicht bejagen, müsste analog dazu auch der Wildschaden entfallen.
 
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#10
Wenn man meint, zuviel regulieren zu müssen, sollte man ggf. auch mal sein Verhältnis zum Vertragspartner, also den Jagdgenossen, kritisch reflektieren! Vielleicht hat man selbst da zuviele Leichen im Keller?
Ein Vertrag ist was? Richtig, eine zweiseitige, gleichlautende Willenserklärung. Also kommt ein Satz rein, wird vom Vorstand und den Pächtern unterschrieben und bewahrt vor evtl. späteren juristischen Auseinandersetzungen, weil einer der Verpächter meint, es doch probieren zu müssen.
Die Menschen mit denen man jetzt am Tisch sitzt kennt man, was ist denn wenn plötzlich neue Leute da sitzen, wg. Hofübergabe, Flächenverkauf usw.?
Aber wenn TicTac meint, dass das alles Quatsch ist, vllt. hat Er ja gar keinen Pachtvertrag:unsure:
 
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#11
Oh doch, er hat.

Und hat ein spitzenmäßiges Verhältnis zu den Jagdgenossen, man geht halt fair miteinander um.
Und hat letzte Woche vorzeitig verlängert, ohne überflüssigen Sermon im Vertrag:p:ROFLMAO:; obwohl Belgien und die ASP nicht weit weg sind.
 
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#12
Mal schauen wie weit die Fairness geht wenn die Schäden in die Höhe schnellen, bei Geld hört so manche Freundschaft auf.
 
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#13
@ ferkeskopp: Immer schön alles schlecht reden, ist halt zeitgemäß.
Schäden werden gemeinsam festgestellt und der Wert ermittelt.
In bisher 2 Pachtperioden haben wir 2x den Schätzer bemühen müssen, weil wir uns nicht unbürokratisch geeinigt hatten. Da dessen Schätzung beide Male sich mit meiner Annahme deckte, ist da jetzt auch die Luft raus und die Landwirte wissen, dass wir sie nicht über den Tisch ziehen.

Der Wildschaden hat sich bei uns übrigens über die letzten 10 Jahre um 90% vermindert.
Wir schießen allerdings auch 25-30 Sauen am Feld vor der Ernte.
 
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#15
siehst Du,im Gegensatz zu Dir, haben wir den vorangegangenen 2 Pachtperioden und auch in der laufenden noch nie einen Schätzer bemühen müssen, aber trotzdem weisst Du nicht,wer Dir Übermorgen gegenüber steht, von daher:cool:
 
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