Auf den Barrikaden

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Tut mir leid, da hab ich mich wohl geirrt. Es ist wahrscheinlich eher in Hessen der Fall und nicht in Brandenburg. Zumindest rollt da grad die Welle der Entrüstung an...
Hessen
Auch in Bezug auf deinen verlinkten anderen Faden:
Du lebst halt offensichtlich im Tal der vollkommen Ahnungslosen und ich werde dich mit Sicherheit nicht an die Hand nehmen, deine Informations-, Verständnis - und Lesedefizite zum aktuellen Thema der Novellierungen der Jagdgesetzgebungen in den verschiedenen Bundesländern zu beheben oder zu korrigieren!
Vielleicht bemühst dich mal versuchsweise um die Rolle eines mündigen Bürgers,
die allermeisten Basic-Informationen zu diesem Thema waren hier in diesem Forum verlinkt und damit auch dir zugänglich!
Man muss die Informationen, die einem angeboten werden und am besten/gerne auch noch weitere, auch lesen und erfassen wollen; da entwickele ich persönlich bezüglich der Beurteilung deiner Beiträge immer mehr eine gewisse Skepsis.
 
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Was meint denn der diplomierte Waldschrat, um welche Summen es sich da handelt?
Er hat da ja sicherlich belastbare Zahlen aus zuverlässigen und neutralen Stellen.
Nur damit der einfache, also nicht diplomierte Steuerzahler einordnen kann, ob "die Politik" nicht erstmal viel größerer Baustellen abzuarbeiten hätte.
"Die Politik" wird zudem in naher Zukunft genug damit zu tun haben, dass hier im schönen Buntland keine Anarchie ausbricht, also werden deine feuchten Träume nach JG-Novellierungen im Sinne der Ö?V Jünger für lange Zeit eben auch nur Träume bleiben.
Die Antwort hat Dir der Büffel schon genannt. Jegliche Quelle, die ich DIr nennen könnte, wirdt Du nicht als unabhängig bezeichnen. Aber ich geb Dir mal ein Rechenbeispiel: eine Kultur mit Laubholz (Eiche/Buche 7000Stk/ha) kostet den Waldbesitzer rund12.000 bis 20.000€ bis zur Kultursicherung (1,5m Höhe). Edellaubholz vermutlich auch 10.000€. die Erschwernisse der Pflanzung bei den aktuellen Sommern sind da noch garnicht eingepreist.
Zaunschutz zusätzlich: 400m, 8 Rollen, aktuell 90€/Rolle. 100 Z-Profile a 12€/Stk. Zaunbau 2 Mann, je 8 Stunden a 40€. Da bist Du schon bei optimaler Zaunausformung (quadratisch 100x100m) bist Du schon rund 2.500€ los, bis der Zaun steht.
4 mal Kontrollieren und Reparieren, leertreiben/Jahr=12 Std/Jahr x 10 Jahre (Rotwild 15) 1200€
Abbau 2 Mann 2 Tage noch mal nochmal 1300€

Der Hektar Zaun kostet alleine 5000€.

Wenn man sich Kulturkosten und Zäune sparen könnte, weil z.B. die Hähersaat 1 bis 3 Eichen oder Buchen auf dem m² bringt und ich diese über die Pflege aus dem Nadelholz rauspflegen kann, dann kann ich garnicht so viel Geld mit der Jagdpacht einnehmen, wie sich mit der Naturverjüngung einsparen lassen kann. Wenn allerdings überhöhte Wildbestände dafür sorgen, dass bereits alles an Laubholz-NVJ unterm Altholz rausselektiert wird und außer Fichte und Brommbeer nix mehr da ist, wenn der Schirm fällt, dann muss man teure Pflanzen hinter Zaun einbringen und gegen die Konkurrenz jahrelang ausgrasen und freistellen.

20210927_144351.jpg
Hier mal ein Bild aus einem Bestand in einem meiner Gemeindewälder. Nach einem vorsichtigen Auflichten hatten wir um das Fichten und Kiefernaltholz für 10 Jahre einen Zaun stehen, der auch ziemlich wildicht war. Unter der Fichte inzwischen 95% Laubholz, Buche, Eiche, Vogelbeere, in den helleren Partien (kiefern) mehr Eiche, aber auch Kirsche, Bergahorn, Spitzahorn, Weide, Aspe, Birke und Mehlbeere. Teilweise weiß ich selbst nicht, wo die Mutterbäume stehen, aber alles kam von alleine.
Angereichert haben wir noch einige wenige Weißtannen, Douglasien, Esskastanien und Elsbeeren, nicht weil es nötig gewesen wäre, eher weil die Pflanzen an anderer Stelle übrig waren.
Kiefern, Fichten und Lärche sind in den lichten Partien von alleine gekommen. Nadelholzanteil in der Verjüngung <20%, im Ausgangsbestand >90%.
Pflegeaufwand in den 10 Jahren: Ausgrasen nicht ein mal, Keine offizielle Pflege, aber ich hatt immer eine Heppe dabei, wenn ich in diesem Zaun unterwegs war und auf Schalenwild kontrolliert hab.

Für alle die daran noch zweifeln: DAS ist der wichtige Waldbau (unabhängig von der Büchse), das Naturverjüngungspotential richtig einzuschätzen und Belichtungssituatonen schaffen, die die gewünschten Baumarten begünstigen und die weniger Gewünschten Baumarten über die Lichtsteuerung in ihrer Konkurrenzkraft ausbremsen.

100m weiter hatten wir übrigens einen Bestandesteil mit 50% Buchenanteil. Weil dort zwei Erdwege für die Hinterlieger durch gehen, haben wir dort nicht gezäunt. Trotz deutlich besserer Ausgangslage (Buchenanteile) ist dort die Verjüngung nicht höher als 50cm und stark verbissen.
 
Zuletzt bearbeitet:

z/7

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4 mal Kontrollieren und Reparieren, 12h/a
Das trägt den Anforderungen bei Streitigkeiten nicht Rechnung. Im Extrem bist mit wöchentlicher Kontrolle dabei. Nach jedem stärkeren Wind, Schneefall, wo Sauen vorkommen sowieso. Der Kontrollaufwand wird imho kapital unterschätzt. Und dann kann man nicht davon ausgehen, daß jeder Waldbesitzer das beim Sonntagsspaziergang erledigen kann. Meine Wenigkeit beispielsweise hat einfach ne dreiviertelstunde Anfahrt, und ist oft wochenlang gar nicht im Lande. Imho gehört die Zaunbauerei und Wartung in den Zuständigkeitsbereich der Jagd, dann ist das Thema schneller gegessen, als ein Förderantrag abgewickelt. Maisfelder zäunen könnens ja auch.
 
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Zur Ehrrettung einiger Jäger: Teilweise funktioniert das sogar recht gut. Bei einzelnen reicht ein Anruf und am Montag hängt das Reh in der Kühlung (so es Schusszeit hat) und der Zaun ist wieder rehrein. Reepariert muss er aber danach trotzdem oft werden.
Der Kontrollaufwand kann deutlich höher sein, ja. Wenn ich aber die Werte nicht am unteren Rahmen rechne, halten mir hier einige wieder Subjektivität und Übertreibung vor.

Was das Ganze aber noch komplizierter macht: Der Zaun schränkt den Waldbesitzer und auch die Nachbarn deutlich ein. Wenn Du nach drei Jahren Nachlichten musst oder der BK vorbeischaut, baust Du den Zaun ab und hinterher wieder auf. Oder aber, Du hoffst, dass die Pflanzen doch mit dem wenigen Licht es in absehbarer Zeit doch aus dem Äser schaffen und Du nach dem Abbau nachlichten kannst. Wie hat neulich einer gesagt: Der Einzelschutz ist eine Krücke, der Zaun der Rollstuhl im Waldbau. Egal, beides ist eine massive Behinderung und mehr wie nur ein Lebensraumverlust fürs Wild.
 
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"Erfolgreich jagen" ist ganz gewiss eine Definition, die ausgesprochen unterschiedlich gedeutet werden kann.
Dann ersetz erfolgreich durch effektiv. bezogen aufs Schwarzwild oder Füchse hat kaum jemand ein Problem mit der Formulierung "Effektiv" oder erfolgreich...
Mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Wild zu erlegen und dies zum Maß erfolgreichen Jagens zu machen, dass wird dem Anspruch an Jagd vieler Jäger nicht gerecht - und das ist gut so.
Ob das dem Anspruch an Jagd vieler Jäger gerecht wird ist eigentlich nebensächlich. Es wird auf jedenfalls dem Anspruch der Waldbesitzer und dem Bundesjagdgesetz gerecht.
Übersetzt heißt Deine Formel übrigens, " nötigen Abschuss mit möglichst geringem Jagddruck zu erzielen" und entspricht damit den allermeisten Forderungen zu angepasster Schalenwildbejagung. Das ist anerkanntes Mittel um Wildschäden zu reduzieren. Oder anders: wer mit wenig Jagddruck die Bestände absenkt, wird weniger Wildschäden haben als der, der mit viel Jagddruck den Bestand ggf. sogar noch weiter absenkt. Also Win Win für Wald und Wild!

Verstehen aber viele nicht, die v.a. da eigenen Vergnügen voranstellen.
 
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"Erfolgreich jagen" ist ganz gewiss eine Definition, die ausgesprochen unterschiedlich gedeutet werden kann.

Mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Wild zu erlegen und dies zum Maß erfolgreichen Jagens zu machen, dass wird dem Anspruch an Jagd vieler Jäger nicht gerecht - und das ist gut so.
Ist doch egal, wie der Einzelne das für sich deutet. Lasst die Leute doch machen... Oder hat man da Angst, dass eigene "Zukunftsbock" zu den Ökos abwandern könnte?
 

z/7

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Am Ende ist das nur Jagdneid. Den Rehleins gfallts heutzutag im Wald halt besser als auf dem nackerten Acker. Wenn man dann vorschlägt, das Feldrevier doch einfach attraktiver zu gestalten, so á la @Bodo_XJ , kommen Klagen über die bösen Landwirte. Man beschwert sich, daß es zu Aufgang der Jagdzeit im Wald pengpeng macht, und dann wär nix mehr da. Ja mei, wenn man im Wald nicht zu Anfang pengpeng macht, sieht man sie nicht mehr. Den Luxus, sich ganzjährig Tierchen in der freien Wildbahn anzugucken, kann sich halt nur ein Feldjäger leisten. Oder eben auch nicht. ;)
 
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... Also mal bitte ein bisschen Respekt vor der Kreatur! ...
Das ist doch angesichts Deiner Signaturen ganz sicher ironisch gemeint?
... Oder hat man da Angst, dass eigene "Zukunftsbock" zu den Ökos abwandern könnte? ...
Ich glaube schon sehr deutlich gemacht zu haben, dass mich Rehwild jagdlich nicht wirklich interessiert. Ich habe auch nicht die geringste Sorge, dass Irgendwer das Rehwild "ausrotten" könnte.

Deine Stellungnahmen bleiben von mir jedoch dann nicht unwidersprochen stehen, wenn Du das Wesen der Jagd umdeutest und sie zum Mittel zum Zweck degradierst.

Dann bleibt das präpotente Jungmännergehabe des großen weißen Rehwildjägers ja auch nicht folgenlos für die übrigen Jäger.
 
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Das ist doch angesichts Deiner Signaturen ganz sicher ironisch gemeint?
Absolut nicht. Scharf zu jagen und dazu mit einem Augenzwingkern zu stehen ist das eine. Rehe als Knospenfresser zu bezeichnen das andere... auch wenn es hier nur war, um es mir in den Mund zu legen. Ihr könnt sagen, was ihr wollt, ich kenne meine Einstellung zum Wild und der fehlt es definitiv nicht an Respekt. Das lasse ich mir auch nicht von irgendwelchen Laiendarstellern absprechen.

Deine Stellungnahmen bleiben von mir jedoch dann nicht unwidersprochen stehen, wenn Du das Wesen der Jagd umdeutest und sie zum Mittel zum Zweck degradierst.
Degradieren? Eher erheben. Ein Zweck ist das einzige, was diesem Handwerk eine Existenzberechtigung gibt.
 

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