Auf den Barrikaden

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Das dürfte dann wohl regional bedingt sein. Wenn hier im südlichen Bayern jemand ein kleines Feldrevier mit sagen wir mal 8 Stück Rehwild auf dem Plan hat bekommt der im Leben nicht in der nächsten Periode 90 Stück für 3 Jahre genehmigt.
Von 8 auf 90 wäre Faktor 11,25 und nicht 5. Ist das realistisch zu erlegen in einem kleinen Feldrevier? Wenn die Rehe nach der Ernte in den Wald abwandern? Aber meinen Segen hätte er, wenn er die Strecke beibringt, darf der gerne auch weiter so jagen.

I.d.R. wird es so laufen, dass er erstmal eine Erhöhung bekommt, die nicht der geforderten Höhe entspricht mit dem Zusatz, er soll die mal schießen und dann nochmal nachbeantragen. Das wäre auch der vernünftige Weg, weil er ein Problem bekommt, wenn er den ambitionierten Plan dann nicht erfüllt bekommt...
 
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z/7

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Auch das. Immer wieder erstaunlich, was auf einmal geht, wenn man die Pacht nicht mehr bekommt. Nein, die Eigenjagden können einfach rechnen. Wildpreteinnahmen und Naturverjüngung nachhaltig....

Und ich bezweifle, daß die außenstehende fragen, was denn nachhaltig wäre.
 
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Mein lieber Reherschrecker, ich musste auf solchen „Profijagden“ nicht mal „Startgeld“ bezahlen, aufgrund besonderer Fähigkeiten, die insbesondere dort gefragt waren. Zweitklassige Büchsenschwinger, die sich wohl Profis nennen, müssen da noch sehr viel üben, um mithalten zu können. Aber um möglichst viele Rehe über den Haufen zu schiessen, braucht es nur einen lockeren Finger und die nötige ideologische Einstellung, um nicht zu sagen Skrupellosigkeit. Ist mir zu billig.
Eine Jagd, bei der Startgeld verlangt wird, ist keine Profijagd. Und dass es, um "möglichst viele Rehe über den Haufen zu schiessen" nur einen lockeren Finger braucht, ist schlicht gelogen. Wenn dem so wäre, bräuchte man nur die paar Idioten, die bei den Erntejagden auf alles schießen, was sich bewegt, einladen und man hätte seine perfekte Drückjagdmannschaft.
Was ich aber auf einer Drückjagd brauche sind Leute, die kompromisslos gut schießen, ehrlich mit eigenen Fehlern umgehen, Karten lesen können, sich selbst organisieren können und unaufgefordert mit anpacken. Solche Leute finden sich unter den Jägern aber leider echt selten.

Ein Aspekt der gerne mal vergessen wird, ein Feldrevier hat nicht so ohne weiteres die Möglichkeit den erteilten Abschussplan für Rehwild mal eben Faktor 5 höher zu beantragen und das dann genehmigt zu bekommen. Deshalb fühlen sich ja viele Jagden so machtlos gegenüber dem Forst, sie dürfen gar nicht mehr schießen und müssen zusehen wie das Nachbarrevier den Abschuss verzehnfacht.
Wenn man selbst so viel schießt, dass zum Nachbarrevier kein Überdruck besteht, wird sich die Abwanderung in Grenzen halten. Viele würden sich nur wundern, wie viel sie eigentlich nachhaltig schießen könnten, wenn sie es mal täten.

Nur zum Verständnis: Welche Wildart hat denn ein "Maul"?
Jede, die Nahrung zu sich nimmt und kein Vogel ist.
 
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Nur zum Verständnis: Welche Wildart hat denn ein "Maul"?
Jede, die Nahrung zu sich nimmt und kein Vogel ist.
O.K., dann bringe ich meinen Jagdschülern seit vielen Jahren falsche Begriffe bei.

Gut, ich bin ja eher im Sachgebiet 3 unterwegs. Als Ausbilder in diesem Bereich interessiert mich jedoch noch der offenbar vorhandene Unterschied zwischen "kompromisslos gut schießen" und "gut schießen". Und wie stellt sich "kompromissbereites gutes Schießen" denn dar?
 
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Was in Krumbach alles möglich ist wenn die lodenjocklige Politprominenz gestürzt wurde und die schützende Hand der Waidheiligkeit verschwindet ist schon erstaunlich
 
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Was in Krumbach alles möglich ist wenn die lodenjocklige Politprominenz gestürzt wurde und die schützende Hand der Waidheiligkeit verschwindet ist schon erstaunlich

Ist schon lustig. Ich war vor 20 Jahren unweit dieser Kreisgruppe ein paar mal in einem Privatrevier zu Gast. Nach Aussage des Pächtersohns haben die ihren Dreijahresabschussplan regelmäßig erfüllt. Also jedes Jahr den Abschussplan der für drei Jahre vorgesehen war und damit je 100ha nicht so weit weg von den staatlichen Jagden im Landkreis. Die Reh sind davon auch nicht weniger geworden, aber man wollte sich nicht von den Grundbesitzern vorrechnen lassen, dass die sie die Pacht mit den Rehen reinschießen. Und Stress mit den Nachbarn wollten sie auch nicht (obwol man mutmaßte, dass die es nicht viel anders machen würden...). Leider tat sich das Laubholz in der Fichtenwüste Schwabens trotz des dreifachen Abschusses immer noch verdammt hart.
 
  • Haha
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Was in Krumbach alles möglich ist wenn die lodenjocklige Politprominenz gestürzt wurde und die schützende Hand der Waidheiligkeit verschwindet ist schon erstaunlich
Schöner Anflugvon Sarkasmus, der geradezu nach einer Antwort in vergleichbarem Ductus schreit!
Von daher:
Erkenne ich da in deinem Beitrag eine Anregung zur Neiddebatte oder hast du evt. nur deine gute sozialistische Erziehung wieder aus dem Hinterkämmerlein hervorgekramt!
Gelernt ist eben gelernt! ;)
 
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Das muss ich auch noch verstehen, also ...

... kann man nichts falsch machen. Und schon gar nicht die Altersstruktur gefährden.

Aber gleichzeitig sind diejenigen ...


:oops:
Ich geh mal davon aus, dass der Hinweis mit der Erntejagd auf den Paralellfaden mit dem beschossenen Häcksler bezogen war.

Die Alterstruktur bei einer Wildart, deren Sozialverhalten in ausgeprägter Territorialität besteht, ist also von besonderer Bedeutung??? Das musst Du mir mal erklären. Geht es den alten Geißen nur dann gut, wenn sie alle anderen weiblichen Stücke nahezu täglich aus dem eigenen Einstand werfen kann? Der alte Bock ist erst zufrieden, wenn er die lästigen Jährlinge morgens und abends auf Trab bringt bis die endlich auf der nahen Kreisstraße überfahren sind und er den dreijährigen Nachbarn nach erbittertem Kampf endlich geforkelt hat?

Wie schaut eigentlich die Altersstruktur bei Deinen Sauen aus? Einer Wildart, die zumindest was die weiblichen Stücke anbelangt ein sehr ausgeprägtes Sozialleben haben, mit Weitergabe von Wissen und Erfahrungen über mehrere Generationen? Oder bei den Füchsen, wo die einjährigen Stücke oft noch bei der Aufzucht des nächstjährigen Gehecks mithelfen.

Zum Verständnis: Ich toleriere es ausdrücklich, wenn Jäger der Auffassung sind, dass das Schwarzwild Schäden im Feld macht und/oder als potentieller Seuchenüberträger scharf bejagt werden muss und darunter die Sozialstruktur in der Population leidet. Ich kann gut damit leben, wenn man Fuchs und co. kurz hält, um dem Niederwild und anderen Bodenbrütern damit in einem sich verschlechternden Biotop unter die Arme zu greifen. Ich erwarte aber auch, dass Jäger und Förster, die über angepasste Rehwildbestände dem Wald im Klimawandel helfen wollen nicht von exakt diesen o.g. Teilen der Jägerschaft angefeindet werden. Hört endlich auf, die Reh als heilige Kühe anzubeten!

Wer mit Wildbiologie argumentiert, sollte sich auch schon mal damit auseinander gesetzt haben und auch neuere Erkenntnisse (nach Löns) wahr und ernstnehmen.
 
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Werden irgendwo 100 Sauen im Jahr geschossen, dann ist das der große Saujäger.
Fängt und schießt einer 50 Füchs und Raubzeug, dann ist er der große Niederwildheger.
Läßt einer in seinem Revier auf den Treibjagden Hasen, Fasane, Enten und Rebhühner jeweils im dreistelligen Bereich erlegen, dann ist das derund natürlich ein ganz doller Jäger!

Schießt irgendwo einer das dreifache (oder mehr) an Rehen wie seine Nachbarn, dann ist das ein ganz übler Totschießer und gehört geächtet (oder besser noch geteert und gefedert und mit blankem Spiegel auf einem spitzen Balken sitzend durch die Gesellschaft bei der der nächsten Hubertusfeier getragen...) Ganz unabhängig davon, ob die hohe Rehwildstrecke ein zufälliges Ergebnis in einem Ausnahmejahr ist, oder über zig Jahre hintereinander machbar ist.
Wenn das so ist, kenne ich aus meinem kleinen jagdlichen Horizont derart nicht, dann ernten die üblichen Protagonisten und selbsternannten Besserjäger eben den "Lohn der jahrzehntelangen Hege" der Lodenjockel!
Sei euch gegönnt!
Ich persönlich und auch mein etwas erweitertes jagdliches Umfeld muss im Gegensatz dazu dann leider Gottes seit vielen, vielen Jahren den Lohn der ""Lohn der jahrzehntelangen Hege" des Schwarzwildes in der Regiejagd ernten, die Wahrheit muss heißen ausbügeln!
Btw,
Hier in Hessen ist es laut Eigenauskunft z.B. so, das die erhobenen Daten bezüglich der Schälprozente Fichte/Buche beim Landesbetrieb sich nicht nicht signifikant von den privat bejagten Revieren unterscheiden.
Die Vergleichsdaten der gesamten Regiejagd und Privatjagd bezüglich Verbiss liegen mir leider nicht vor und sind für mich auch nicht einsehbar/abrufbar;
ein Schelm wer böses dabei denkt!
Vielleicht kann da jemand aus dem Forum detaillierte Zahlen liefern und meine Neugier stillen!
Was ich mich allerdings immer wieder frage:
Wie konnte es in den großen Regiejagden der selbsternannten Profis mit Festanstellung oder Beamtenstatus, die ja nun als Jagdrechtsinhaber und gleichzeitig Jagdausübungsberechtigter über viele Jahrzehnte alle Gestaltungsinstrumente oder Trumpfkarten der Jagdausübung selbst in der Hand hatten, dazu kommen, das wir auch dort bezüglich Verbiss/Schälschäden immer noch keine vorbildlichen Waldbilder und/oder angepasste Wildbestände vorfinden.
Menschliche Fehler oder Systemfehler, Konsequenzen aus dieser Diskrepanz?

Was mich persönlich aber am meisten ärgert, ist der Versuch der Forstinstitutionen die alleinige Deutungshoheit über die Jagd zu erlangen und eine Umdeutung des Begriffes Jagd zu erreichen!
Es wird versucht die Verantwortung für eigene Fehlentscheidungen der vergangenen Jahrzehnte unter den Tisch fallen zu lassen und gleichzeitig auch noch für die zukünftigen potentiellen Fehl-Entscheidungen prophylaktisch einen "schwarzen Peter" verteilen zu wollen. .
Aktuell wird ja gerade prophylaktisch versucht ein potentielles Misslingen der für die kommenden Jahre erforderlichen Waldumbaumaßnahmen und Entscheidungen sakrosankt auf andere zu verlagern, indem man die Privat-Jäger als Hauptverantwortliche für ein potentielles Scheitern im Waldumbau darzustellen versucht!

Bezüglich Deutungshoheit über die Jagd, meine persönliche Erkenntnis:
Für die allermeisten Interessensvertreter der Forstinstitutionen hört die Jagd spätestens am Trauf des Waldes auf, das wird hier in diesem kleinen Forum durch die immergleichen Protagonisten und wieder kehrenden Litaneien sehr schön unter Beweis gestellt.
Dieser extrem enge "Trauf-Horizont" wird der Jagd aber nicht im geringsten gerecht!
Das Jagd aber deutlich mehr ist als die zugegebenermaßen absolut notwendige Dienstleistung an den Ansprüchen der Landnutzer wird komplett negiert!
Man verengt die Jagd bewusst auf eine Mini-Anzahl waldrelevanter Schalenwildarten (hier im Forum geht´s primär eher ausschließlich um erlegte waldrelevante Schalenwildvertreter ;) ) ; das kann man exemplarisch an den rein forstlich orientierten/geprägten Gesetzesentwürfen zu den Landesjagdgesetzen in den letzten Jahren erkennen und erleben.
Als Jäger und auch als mündiger Bürger wehre ich mich mit allen Mittel gegen diese geplanten Einschränkungen des Jagdrechts genauso wie gegen die Simplifizierung und eindimensionale Betrachtung des Begriffes Jagd, wie ich sie von der Seiten der Forstinstitutionen immer wieder vorgebetet bekomme!
 
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O.K., dann bringe ich meinen Jagdschülern seit vielen Jahren falsche Begriffe bei.

Gut, ich bin ja eher im Sachgebiet 3 unterwegs. Als Ausbilder in diesem Bereich interessiert mich jedoch noch der offenbar vorhandene Unterschied zwischen "kompromisslos gut schießen" und "gut schießen". Und wie stellt sich "kompromissbereites gutes Schießen" denn dar?
Ich glaube, ich weiß, was er damit meint:
"Kompromisslos gut schießen": Jedes Stück Rehwild, das freigegeben ist und sich mit sicherem (sauberem) Schuss erlegen lässt zu erlegen. Anwechselndes Rehwild zum Verhoffen bringen.
"Gut Schießen": Jede Sau und jeden Fuchs, die sicher zu erlegen sind, zu erlegen. Oder es zumindest zu versuchen...
"Kompromissbereites gutes Schießen", wie gutes Schießen UND zusätzlich jedes Stück Rehwild zu 100% ansprechen und der angepassten Freigabe konform erlegen. Die Freigabe (sofern Reh überhaupt frei sind) aus eigener Überzeugung wie folgt anpassen: Ausschließlich Geißkitze, mit Gewichten zwischen 7,0 und 8,5kg aufgebrochen (schwach aber verwertbar) und nur, wenn diese auf maximal 25m exakt breit stehen und mindestens 20 Sekunden mit Äsen verbracht haben.
 
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@prinzengesicht: Wenn Du in Deinem Pamphlet Schwarzwild durch Rehwild und Feldschäden/Feld durch Wald/Waldschäden ersetzt, dann unterscheidest Du Dich 0,00 von den von Dir kritisierten Förstern. Und "ausbügeln" trifft es in diesem Zusammenhang auch, auch wenn ich selbst diesen Begriff nicht verwenden würde. Der große Unterschied ist, dass der Forst Dich nicht kritisiert, weil Du die Sauen in Deinen Feldern scharf bejagst.
Anderseits kann ich mich an Diskussionen zwischen Dir und Stöbi erinnern, wer Dir erklärt hat, dass er versucht durch Intervalljagd auf Reh und Rotwild und JAGDRUHE IM SOMMER und IM WALD auf Schwarzwild versucht hat, a) die Wildschäden im Wald zu reduzieren und b) die Sauen in der wildschadensträchtigen Zeit im Wald zu halten versucht hat und den nötigen Aderlass durch DJ im Herbst erzielte.

Diese durchaus sinnvolle Jagdstrategie, die eben auch Schadensvermeidung im Feld im Auge hat, bezeichnest Du allerdings als "Traufhorizont". Man könnte im Umkehrschluss auch behaupten, Dein Horizont weiter reicht nicht weiter als bis zur letzten Ackerfurche.

Wie die Situation in Hessen ist, weiß ich auch nicht. Stöbi könnte Dir da mehr sagen.
Für meinen Bereich siehst Du den Unterschied, ob Du in einer Privatjagd oder einer staatlichen Jagd unterwegs bist am Wald, insbesondere an der Verjüngung. Nicht meterscharf, aber mit etwas Grenzabstand sehr deutlich.

Man kann natürlich die alleinige Deutungshoheit über die Jagd als Jagdpächter auch für sich beanspruchen und die Förster als Schalenwildmanager etc. abtun, aber die Probleme in der Wahrnehmung der Gesellschaft sind gegenwärtig andere als bejagbare Hasenbesätze heran zu hegen. In der Realität steht der desolate Waldzustand, der Waldumbau im Klimawandel und die Verbisssituation im Fokus der Öffentlichkeit. Daneben auch das Schwarzwild und die ASP. Da ist das Engagement der Jäger durchaus erkennbar. Es stände der Jägerschaft insgesamt gut zu Gesicht, würden sie im Zusammenhang mit Waldumbau von der Gesellschaft auch eher als Problemlöser denn als Problem wahrgenommen.
Auch hier hab ich keinen Einblick in den hessischen (oder anderen) Landesjagdverband. Beim BJV werd ich den Eindruck nicht los, dass die mit ihrer neuen Spitze eher in die entgegengesetzte Richtung laufen und damit jegliche Glaubwürdigkeit und Akzeptanz bei Politik und Gesellschaft verspielen.
 

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