Auf in die Slovakei

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Morgen früh um 4.30 h geht los, Abfahrt in die Slovakei. Wir kennen uns vielleicht ein oder zwei Jahre, da sagte mein Jagdfreund: Willst Du mal mit in meine Heimat kommen? Na klar will ich...schauen wir mal.....ein paar Fotos werden es vielleicht werden...
Ich fahre ohne Erwartungen. Mit guten Freunden zusammen jagen, ein bisschen Pirschen, am Samstag a Druckerle....Mal sehen auf welchen Schoß sich Diana setzt. Alles kann, nichts muss!
 
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Wo? Javoriegebirge / Mittelslowakei

Warum? Wie so oft eine Jagd ohne konkrete Vorstellungen, einfach eine neue Gegend kennen lernen, ohne besondere jagdlichen Wünsche.

Mit den Einheimischen jagen, weit weg von Drückjagdnomaden, Franz-Albrecht-Raubkopien, Ökojägern, Wolfsverstehern und abgeschirmt gegen die deutsche Perfektion mit den ganzen Gutmenschentum. Einfach mal dort jagen wo auch Wolf, Bär und Luchs jagt und wie die Einheimischen damit umgehen. Mehr zu erfahren über viele Dinge die uns Internet und Lügenpresse vorenthält. Sie lachen uns aus, mehr möchte ich dazu an dieser Stelle nicht sagen.

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Das sind sie, die Berge. Ort jagdlicher Sehnsüchte, einer Natur die ohne unser Regelwerk auskommt....

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Die Gespräche drehen sich um das Großraubwild und wie man damit umgeht. Endlich ist es hell genug und wir steigen den Berg hinauf. Oben pirschen wir einen Holzabfuhrweg entlang. Ein Jagdfreund pirscht ebenfalls mit einem einheimischen Jäger "ein Stockwerk tiefer" auf einen Parallelweg. Sollte wir Wild vertreten, kommt es vermutlich unten und umgekehrt. Im Buchenlaub ist das Wild auch gut zu hören. Nach 200 m drei Stück Rotwild am Horizont, noch zu dunkel für ein Foto, dann Rehwild. Hin und wieder gibt der Wald einen Blick auf dem Gegenhang frei, es sind bis dort ca. 1.000 m. Überall steht Rotwild, meist einzeln.

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Laubrascheln über uns, vertraut kommt ein schwacher Spießer den Hang runter, zieht auf 60 m vorbei. Ich will ihn nicht schießen denn parallel unten pirscht der Jagdfreund, und er hat nicht so viele Möglichkeiten auf Rotwild. Schnell über Handy gewarnt, denn die Richtung passt. Leider wird die Tour unten durch zwei sehr gut aussehenden Slowakinnen vermasselt, die dort unbedingt einen Morgenspaziergang machen mussten.

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Auch ein guter Anblick aber eben kein Jagderfolg. Für den Abend ist ein Ansitz geplant

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Die Berge sind dort etwa bis 1.000 m weiter nördlich schließt sich die Niedere Tatra an.

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Der Lada gibt sein Bestes, es geht auf einen ausgefahrenen Holzabfuhrweg steil bergauf. Nach 400 m Fußmarsch erreiche ich unten im Steilhang einen Hochsitz, in eine Fichte genagelt.

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Die Kirrung ist gut angenommen von Rotwild und Sauen, die Bären halten sich vermutlich im Drückjagdkomplex auf, wo seit einem Monat Jagdruhe herrscht und stark gekirrt wurde. Leider zeigt sich nichts außer einem Fuchs und einem Marder.

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Disziplin und genaue Aufstellung der Teilnehmer, 50 Jäger und 50 Treiber. Die Polizei war vorher da und machte einzelne Stichproben. Normal auch mit dem Alko-Tester. Dieses Mal nicht, ich hätte sonst die Polizisten mal um ein Bild gebeten, für daheim.

Wie in Tschechien finden die Drückjagden als Vorstehtreiben statt, die Schützenabstände betragen nur etwa 50 - 80 m.

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Kopovs sind gut vertreten, auch einige Rauhaarteckel, ein Wachtel und 2 Border-Terrier, allesamt kurz jagend....

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Vor mir ein Graben und ein Gegenhang, hinter mir ein Steilhang. Ich stehe auf einer Forststraße, ein richtiger Partisanenstand wie ich ihn mag, je schlechter das Schussfeld umso besser der Stand.

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Bald habe ich Anlauf, aber Schweif unter 15 cm und damit nicht jagdbar....dabei blieb es auch. Beim Nachbarn knallt es, ein Frischling hatte zwar zunächst Glück, wurde aber auf der anderen Seite des Treibens dann erlegt.

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Im ersten Treiben wurden 5 Sauen erlegt. Nach dem Versorgung und einem kleinen Imbiss ging es zum 2. Treiben.

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Auch ein Buchenwald ist eine Monokultur. Es wird jedoch vermehrt mit Fichte aufgeforstet. Ich sah weder an der Fichte noch and der Buche Schälschäden. Der Rehwildbestand ist sehr gut, beim Rotwild habe ich keine großen Rudel gesehen, trotz Wolf, Luchs und Bär.

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Die Kerle sind natürlich sofort da wenn es knallt und orange Jacken durch den Wald laufen. Mit einer Flinte hätte ich einige erlegen können. Bei uns daheim halten sie mehr Sicherheitsabstand.

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wieder ein einzelnes Stück Rotwild, war aber nicht frei, nur Sauen und Fuchs.

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Dann gehts rund: Der Nachbar schießt (in eine Buche) und schreit "Sau"!! Ich geh in Anschlag da rauscht es in den Buchen: Zwei Rehe preschen auf mich zu und rennen mich fast um. Ich denke "so ein Trottel" und hebe die Mündung nach oben. In dem Moment kommt die Sau spitz auf mich zu die Böschung runter.....naja die üblichen Ausreden.....Aber ich habe dem Keilerchen versprochen dass man sich immer zwei Mal im Leben trifft.

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Für den Luchsbestand viel Rehwild, und sehr stark. Bären waren nicht im Treiben. Man gab uns den Tipp einfach ruhig stehen zu bleiben, sie würden schnell das Weite suchen. Nach der intensiven Kirrung und Jagdruhe hatte man schwer damit gerechnet.

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Bergung mit Lada über die verschlammte Rückegasse.....naja die Wildbrethygiene ist gewöhnungsbedürftig. Im zweiten Treiben wurden 7 Sauen erlegt.

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Damwild kam nicht in Anblick

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Zwei glückliche Erleger wurden zum Saujäger geschlagen...

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Eine Menge neue Eindrücke und Erlebnisse, auch ohne Jagdbeute kann man reich nach Hausen fahren.
Dazu eine Jagdgesellschaft, die mich gastfreundlich aufgenommen hat. Dem gilt mein besonderer Dank.

Lovu zdar!
 
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Ok dann hatte ich das falsch in Erinnerung.

Anyway danke für den bebilderten kurzweiligen Bericht und wmh für Bulgarien.
 
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Dir auch WMH :)

Schakal kann da inzwischen fast überall kommen, auch wir werden noch eine Einwanderung erleben. Aber die Erlegung ist auch in den Ländern mit dem Schakal als Standwild oft Zufall, ausländische Jäger sind an dieser Wildart weniger interessiert. Meinen bisher einzigen Schakal habe ich in Bulgarieren zusammenn mit einheimischen Jägern erlegt, die extra eine Drückjagd organsieiert hatten.

http://www.sz-online.de/nachrichten/schakale-siedeln-sich-in-der-slowakei-an-2891842.html
 
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