Aufzucht und Auswilderung von Fasanen und Rebhühnern

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Klär mich mal auf, wie läuft das mit Deiner Aufzuchtvoliere für Rebhühner.
Kommen da die geschlüpften Jungtiere (Brutautomat?) rein, oder läßt Du ein Paar drinnen brüten? Woher hast Du die Eier / Elterntiere?

Mein Rebhuhnbiotop wird in meine Augen auch immer besser - ich habe zur Zeit mitten im Revier ein ehemaliges Fichtenfeldgehölz mit knapp 1 ha, das der Borkenkäfer vernichtet hat. Steht mitten in mehr als 40 ha baumlosen Ackerland und besteht eigentlich nur noch aus Hollunder und Beikraut. Ebenso werden die nächsten Jahre Randstreifen / Gewässerstreifen massiv zunehmen. Daher will ich den Rebhühner wieder auf die Beine helfen. Da bin ich für jeden Tipp dankbar!

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Die Fasane nehmen bei uns wieder zu - Aufwärtstrend klar erkennbar. Man sieht z.Z. fast auf jedem Feldweg eine Henne mit 2 bis 11 Jungtieren. Macht Freude am Morgen mal etwas rum zu fahren. Zur Zeit stelle ich gerade Futterautomaten auf - ich will von den Schütten wegkommen. Einzig der Getreideabputz geht noch Haufenweise ins Revier - da können sie scharren bis ins Frühjahr und Würmer/Käfer/Ameisen sind da immer drin.2D1E18C6-9B21-44D3-AFEB-44CADE3BA092.jpg

Meine eigenen Gerstenflächen lasse ich jetzt erst einmal als Stoppelfeld stehen - bis Anfang September der Raps drauf kommt. Nur etwas Klee habe ich vor der Ernte eingestreut, auf den Fahrgassen ist er schon teilweise knöchelhoch. Da waren gestern beim Ansitz auf der sichtbaren Fläche 14 Hasen gleichzeitig im Schlag.
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Eventuell bleibt sogar ein Körnermaisfeld nach der Ernte unbearbeitet bis ins Frühjahr zur Sojaansaat. Somit hätte ich gute Deckung und Windschutz. Zwischenfrüchte nach der Weizenernte sind ohnehin Standard.
 
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Das Hauptproblem ist, dass man nirgends Rebhühner bekommt, die wildbahntauglich sind. Eigentlich sind nur ausgemähte Gelege, bzw. deren Nachzucht geeignet. Die Paare werden getrenntgeschlechtlich unter Dach ohne Naturboden überwintert und kommen dann im Frühjahr in Voliere 3x3x1,4 m, Silogitter. oben Netz und Strom mit Bewuchs. Die große Voliere wird mit Junghühnern aus Kunst- oder Ammenbrut besetzt. Das erste Gelege nehme ich ab.
Hier die Zuchtvoliere: altes Modell
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Standort wird alle zwei Jahre gewechselt, besser Jährlich..
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Das Nachfolgemodell mit Silonetz, unten Blechrand
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2 Boxen je 3x3x1,4 m
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Damit sich der ganze Verdauungstrakt richtig entwickeln kann, brauchen schon die Küken viel Grün. Hier können sie die große Voliere praktisch leerfressen.
Die alte Voliere..Bild 1671.jpg
 

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Das Hauptproblem ist, dass man nirgends Rebhühner bekommt, die wildbahntauglich sind. Eigentlich sind nur ausgemähte Gelege, bzw. deren Nachzucht geeignet. Die Paare werden getrenntgeschlechtlich unter Dach ohne Naturboden überwintert und kommen dann im Frühjahr in Voliere 3x3x1,4 m, Silogitter. oben Netz und Strom mit Bewuchs. Die große Voliere wird mit Junghühnern aus Kunst- oder Ammenbrut besetzt. Das erste Gelege nehme ich ab.
Hier die Zuchtvoliere: altes Modell
Anhang anzeigen 83917
Standort wird alle zwei Jahre gewechselt, besser Jährlich..
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Das Nachfolgemodell mit Silonetz, unten Blechrand
Anhang anzeigen 83919
2 Boxen je 3x3x1,4 m
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Damit sich der ganze Verdauungstrakt richtig entwickeln kann, brauchen schon die Küken viel Grün. Hier können sie die große Voliere praktisch leerfressen.
Die alte Voliere..Anhang anzeigen 83922
Moin....Von einem Brieftaubenhalter erfahre ich, dass Coccidien immer wieder ein Problem sind, wenn die Tauben Freiflug für längere Zeit haben. Kann das auch für freigelassene Fasane problematisch werden, wenn sie im Gehege vorher als Küken davor geschützt waren...wie ist es mit Ansteckung der noch vorhandenen Wildfasane? Für freizulassende Rebhühner wäre es auch zu bedenken. Taubenzüchter haben davor ja immerhin eine Heidenangst.....
 
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Kokzidien kommen in freier Wildbahn immer vor und sind auch ein Sterblichkeitsfaktor. Bei Kaninchen im Stall genauso wie bei Greifvögeln, egal.
Was Du bezüglich des Schutzes der Voliere mit Futterzusätzen und dann der Umstellung auf Naturfutter andenkst, beschäftigt mich schon längere Zeit. Daußen müssen sie mit einem gewissen Maß an diesen Einzellern klarkommen. In der Voliere vermehren die sich eben sehr schnell bei Feuchtigkeit und dann gehts bergab. Was geschieht mit der Darmflora? Zuerst ständiger Schutz über Futterzugaben und dann überhaupt nichts mehr? Beim Fasan ist das kein Problem, der packt das wenn er nicht über längere Zeit mit Medikamentenzugaben gefüttert wurde. Daher ist die mangelnde Gewöhnung von Volierenfasanen an Freilandbedingungen immer kritisch zu sehen. So eine Volierenhenne, die bereits legt, hat im Frühjahr erst mal "gewaltig Bauchweh" durch die Futterumstellung in freier Wildbahn und was anderes zu tun, als wie in feuchten Träumen oft dargestellt sich sofort eine Nistmulde scharrt und mit der Brut zu beginnen.
 
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Um den Faden mal wieder aufleben zu lassen. Habe am Wochenende dieses alte Schätzchen beim Aufräumen des Bücherregals wieder gefunden, bis Colchicus seine Erfahrungen in Buchform gebracht hat wird der Platz im Regal nicht streitig gemacht.
 

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Ausräumen muss er es denke ich nicht. Fachliteratur kann man nie genug haben.
Wo sich Differenzen auftun, muss man für sich das passende raussuchen.
Würde ich auch so machen. Leider sind bei vielen Jägern in Sachen Fasan nicht einmal basics vorhanden, man lernt 5 x "W" und das wars dann.
Von Berufsjägerseite kommt im Gegensatz zu den früheren Gallionsfiguren der Szene wie Amann oder Behnke nix mehr.
Die vorhandene Literatur ist ein Basiswissen aber im Ernstfall ist man doch nur "im Flachwasser" unterwegs.
Fasanenhege zeitgemäß brachte sicher neue Gesichtspunkte, aber was geeignete Fasanen für eine Wiederansiedlung mitbringen müssen. Aber die Bevorzugung des engl. Grünrückigen war ein Kind der Zeit, man hatte nichts anderes und für den Verfasser schaute es auch so aus, als wenn nur dieser Fasan überlebt. Die Hähne sind ja auch "fast unsterblich". Aber es brauchte ein paar Jahre um herauszufinden, dass dieser Fasan einfach zu wenig Jungfasane pro Gesperre liefert. Es geht um die Wiederansiedlung mit dem Ziel einer selbsttragenden Population. Das ist der Inhalt dieses Buches.
Berufsjäger die einfach nur jedes Jahr eine bestimmte Anzahl Fasane auswildern, um die Treibjagdstrecke kalkulierbarer zu machen, spielen in einer anderen Liga. Es ist ein Unterschied ob man diese Verhaltenskrüppel ein paar Wochen bis zur Jagd über die Runden bringt, oder ob man es mit Qualität anstatt Quantität macht.
 
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Nach "Fasanenhege zeitgemäß", was den Nagel im übrigen auf den Kopf trifft ist mir "Der Fasan" von Kroll am liebsten.
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Das ist die zweite, erweiterte Auflage. Ich habe den Behnke auch aber für meinen Geschmack legt er zu viel Gewicht auf die Aufzucht.
Behandelt Kroll natürlich auch aber der Teil Hege und Lebensweise ist viel ausführlicher.
Sehr gutes Buch auch wenn man danach unbedingt die "Fasanenhege zeitgemäß " lesen sollte da vieles so heute nicht mehr umsetzbar oder aber durch neue Erkenntnisse wiederlegt ist.
 
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