Augendominanz die x-te

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Liebe Flintenprofis,

ich weiß, dass das Thema Augendominanz hier schon sehr oft gefragt und behandelt wurde.
Aber wie ist das nun? Wenn ich bei mir die ganzen Möglichkeiten des Augendominanztests durchführe, sei es beide Augen über Daumen oder Papier mit Loch auf mich "herholen" stelle ich fest, dass ich demnach als Rechtschütze ein links dominantes Auge haben müsste.
So ich bin ja alles andere als ein super Flintenschütze und komme jedenfalls mit zugekniffenem linken Auge besser klar als mit beiden Augen offen.
Zu mir sagte jedoch die Tage jemand, dass ich keine Linksdominanz haben kann, weil das unter 10000 nur einmal vorkommen kann und er das nicht glaubt. Desweiteren sagte er mir, dass mir mit zugekniffenem Auge das räumliche Sehen fehlt und man z.b. bei den Doubletten das sonst gar nicht geht. Einerseits mag er ja recht haben und es erscheint mir auch logisch.
Aber wie ist es denn nun? Spricht man mit 10 Leuten hat man ja mindestens 11 Meinungen.

Nun bitte ich euch um Nachsicht, da dieses Thema ja jetzt zum wiederholtem male aufgefriffen wird.

Danke euch für die Antworten.
 
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Augendominanz ist biologisch normal und geht meist mit der Händigkeit. Zum Nachteil der Flintenschützen aber nicht immer. Jeder 10000nste ist schlicht falsch.

Da wird ihnen geholfen

http://www.focus.de/wissen/mensch/neuro ... 04409.html

Der Rechtsschütze mit linkem dominantem Auge ist gekniffen :(

Zu Methoden der Abhilfe ist bereits so viel im Forum geschrieben, das läßt sich finden.
Linkes Auge zu ist schon mal eine Methode mit der man sehr weit kommen kann.
 
A

anonym

Guest
Und selbst wenn es nur einmal unter 1.000.000 Leuten vorkommt, kannst du es trotzdem haben. Was ist dass denn für ein sinnloses Argument.

Ich habe auch ne Kreuzdominanz und kneife beim Flintenschießen das linke Auge zu. Mit besten Ergebnissen hole immer meine 7 bis 9 Tauben runter. Eine spinnt immer :D
Ob ich dadurch jetzt weniger sehe, wahrscheinlich aber ich kenne es nicht anders. Von daher ist es mir egal ;)
 
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Schade nur, dass Weltklasseschützen scheinbar nicht wissen, dass man nichts treffen kann, wenn man das "störende" Auge beim Schiessen "abstellt". So hat meines Wissens nach Kimberley Rhode ein ähnliches oder das gleiche Problem wie Du, und immerhin ist sie aktuelle Olympiasiegerin und hat bei 5 Olympiaden in Folge auf dem Treppchen gestanden. Ich kennen auch noch etliche andere, die beim Wurftaubenschiessen mit entsprechend präparierter Brille oder geschlossenem Auge hervorragend treffen.

Fakt ist: Nach Einschätzung mehrerer mir bekannten Schießlehrer (und eigener Erfahrung) liegt die Quote der Schützen mit Dominanzproblemen bei fast 50 %!!! Hier ein Text, den ich in einem älteren Posting zum gleichen Thema geschrieben habe:

Augendominanz bei Flintenschützen
Bei jedem Flintenschützen sollte vor Beginn der Ausbildung erst einmal herausgefunden werden, ob ein dominantes Führauge auf der Anschlagseite vorhanden ist oder nicht. Es gibt aber nicht nur Rechts- oder Linksdominanz, sehr viele Schützen haben eine Zentralvision, bei der weder das rechte noch das linke Auge dominant ist Nach meiner Einschätzung haben ungefähr 40-50 Prozent (!!) aller Schützen Probleme mit der Augendominanz. Getestet habe ich das in ungefähr 25 Jahren an (gefühlt) mehreren tausend Personen während der Jungjägerausbildung, bei Flintenproben sowie bei Vorträgen und Seminaren.

Bei einer nicht 100 %igen Augendominanz auf der Anschlagseite ist das Schließen des nichtzielenden Auges die einzig wirklich sichere Methode, die damit unumgänglich verbundenen Probleme zu beseitigen. Wird das zweite Auge jedoch erst während oder nach Vollendung des Anschlags geschlossen, gibt es zwangsläufig Probleme und ich kann deshalb nur dringend raten, das nichtzielende Auge bereits vor dem Abrufen (bzw. bei Entschluss zur Schussabgabe auf Wild) zu schließen.

Zeitverzögerung: Oft dauert es einige Zeit, manchmal deutlich über 1 Sekunde nach dem Schließen des nichtzielenden Auges, bis das Sehzentrum sich auf die neue Situation eingestellt hat und das „richtige“ Auge die Dominanz übernimmt. Das führt zu einer Änderung der Zielwahrnehmung während der Anschlag- und Schwungbewegung und erschwert unnötig die kontrollierte Schussabgabe.
Parallaxe: Die relative Verschiebung zweier Objekte bei sich veränderndem Standort des Beobachters führt zu Problemen bei der Schwungkontrolle. Hat man (bei Kreuzdominanz) zunächst das Ziel mit dem linken Auge erfasst, muss unmittelbar vor Schussabgabe der neue Blickwinkel berücksichtigt und der "Haltepunkt" entsprechend korrigiert werden. Vor allem die vermeintlich einfachen Geradeaustauben werden dann oft unerklärlich "vorbeigesemmelt". Versuche mit dem Marksman-Computersystem (zeichnet u.a. die Waffenbewegung während des gesamten Anschlags auf) belegen dies anschaulich.
Zielerfassung: Das Auge kann ein sich schnell bewegendes Ziel nur klar erfassen, wenn es sich "mitbewegt", da ansonsten nicht genügend Bilder pro Sekunde übermittelt werden (Das menschliche Auge erfasst nur 16 Bilder pro Sekunde - Bei Erscheinen der Taube wird zunächst nur ein oranger "Strich" wahrgenommen, sobald das Auge „mitgeht“, ist die Taube in der Kontur klar zu erkennen). Startet man mit beiden Augen offen und schließt erst später das nichtzielende Auge, so ist es zwei Mal erforderlich, das Ziel entsprechend zu erfassen und ein fließender, dynamischer Anschlag wird unmöglich.

Sicher gibt es Schützen, die gelernt haben, das Auge erst im Anschlag zu schließen und damit auch mehr oder weniger leidlich klarkommen. Aber man sollte einem Beginner diesen langen Weg ersparen und von Anfang an das "Problemauge" schließen. Häufig ist ein technisches Hilfsmittel (Klappe/Brille mit Okklusionsfolie etc.) vorteilhaft, da vor allem Einsteiger schon genügend Stress mit anderen Sachen haben.

Oft wird bei einem Selbsttest die "Zentralvision" oder ein "wechselndes Führauge" nicht festgestellt! Nach meiner Überzeugung kann die Dominanz nicht zuverlässig vom Schützen selber festgestellt werden (da er nicht merkt, dass unbewusst korrigiert wird), eine zweite Person ist dagegen viel besser in der Lage, dies zu beurteilen. Dabei macht der Beobachter einfach ein Auge zu und fordert den Schützen auf, seinen Daumen vor das offene Auge des Beobachters zu bringen. Sieht der Beobachter nun bei wiederholten, schnellen, auf Kommando erfolgenden Versuchen den Daumen auf dem rechten Auge des (rechtshändigen) Schützen, so ist die Dominanz eindeutig rechts (ca. 50 %). Steht der Daumen jedoch vom Beobachter aus betrachtet auf der Nasenwurzel des Schützen, so hat dieser Zentralvision (ca. 30 %). Sitzt der Daumen auf dem linken Auge, so zeigt dies die Kreuzdominanz (circa 5 %). Bei entsprechend sorgfältigem Test kann so auch ein Wechsel des Führauges (mal links/mal rechts) oder ein permanentes Korrekturverhalten (z.B. rechts/auf Zentral korrigierend bzw. Zentral/auf rechts korrigierend) festgestellt werden (circa 15 %).

Die Prozentangaben sind nicht wissenschaftlich untermauert, sie entsprechen meiner persönlichen Einschätzung (und entsprechen ziemlich exakt der einiger geschätzter Kollegen!).

Manchmal bekommt man auch den Tipp, auf Links umzulernen. Dies ist in fast allen Fällen unsinnig und meist nur mit extremem Trainingsaufwand machbar. Mein Tipp: Probier es einfach aus! Wenn Du, wie Du schreibst, mit einem geschlossenen Auge gut triffst, hast Du die Lösung für Dich bereits gefunden!
 
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H.K. schrieb:
Liebe Flintenprofis,

ich weiß, dass das Thema Augendominanz hier schon sehr oft gefragt und behandelt wurde.
Aber wie ist das nun? Wenn ich bei mir die ganzen Möglichkeiten des Augendominanztests durchführe, sei es beide Augen über Daumen oder Papier mit Loch auf mich "herholen" stelle ich fest, dass ich demnach als Rechtschütze ein links dominantes Auge haben müsste.
So ich bin ja alles andere als ein super Flintenschütze und komme jedenfalls mit zugekniffenem linken Auge besser klar als mit beiden Augen offen.
Zu mir sagte jedoch die Tage jemand, dass ich keine Linksdominanz haben kann, weil das unter 10000 nur einmal vorkommen kann und er das nicht glaubt. Desweiteren sagte er mir, dass mir mit zugekniffenem Auge das räumliche Sehen fehlt und man z.b. bei den Doubletten das sonst gar nicht geht. Einerseits mag er ja recht haben und es erscheint mir auch logisch.
Aber wie ist es denn nun? Spricht man mit 10 Leuten hat man ja mindestens 11 Meinungen.

Nun bitte ich euch um Nachsicht, da dieses Thema ja jetzt zum wiederholtem male aufgefriffen wird.

Danke euch für die Antworten.

Noch nicht einmal überall in Teutonien ist das Konzept der Augendominanz überhaupt bekannt, von daher...

In der englischen Jagdpresse geistern seit Jahren folgende Zahl durch die Blätter:
Bei Männern ist die Verteilung ungefähr 90/10 (deshalb passt es eben auch meistens), bei Frauen ist die Verteilung ungefähr 50/50. Dann gibt es auch noch central vision...

Mit nur einem Auge ist das räumliche Sehen weg, klar, für Stereo braucht man zwei, aber es gibt sogar einäugige, die Doubletten schießen können, Dein Bekannter sollte einfach mal das Hirn anstrengen, am besten beide Hälften ;)

...und vor allem, geh mal auf einen x-beliebigen Schießstand, nicht jeder, der mit beiden Augen offen schießt, erreicht 100% :biggrin:

Den Bewegungsablauf auf links zu ändern, kann sich schlimmstenfalls nachteilig auswirken. Eine recht einfache und auch diskrete Lösung ist eine Schießbrille, auf dem linken Glas ist dann ein kleiner, nicht transparenter Klebestreifen, der im Anschlag nur die Mündung verdeckt, das reicht. Man braucht keine Augenklappe wie die Piraten ;) ...und wenn alles einfach mit zugekniffenem Auge geht, weshalb dann noch weiter darüber nachdenken?
 
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...so sieht die selbst gebastelte Version aus, Zutaten gibt's im Schreibwarenladen oder in jedem Büro.

Wenn es draußen schnell gehen muss, reicht auch ein Strich mit einem Labello...ist ein wirklich uralter Hut und in zig Publikation veröffentlich worden, seltsamerweise macht dieses Wissen um Teutonien ein großen Bogen...

 
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@Alle Drei :thumbup:

Das Problem beim Zukneifen ist bei vielen Menschen, dass sie das nicht können.
Scheint mir irgendwie feinmotorisch begründet.
Wem es nur unter großer Anstrengung möglich ist, das nichtzielende Auge zu schließen, überträgt diese "Bemühung" auf den gesamten psycho-neuronalen Schießkomplex.
Er verkrampft dadurch.

Bei WT-Schießen lässt sich sich das nicht so gut beobachten, wie z.B. beim Biathlon, wo die Kamera häufig direkt auf das Gesicht der Sportler/innen gerichtet ist.
Dabei kann man alle möglichen Varianten des Augeneinsatzes sehen.
 
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Ich hab wohl das gleiche Problem und bin mal gespannt was bei der Flintenausbildung auf mich zukommt. Obwohl ich Rechtshänder bin, schau ich bei Kameras mit dem linken Auge durch den Sucher und der "Daumentest" bestätigt die Kreuzdominanz auch. Lustigerweise hab ich in meiner Zeit bei der Bundeswehr immer mit Anschlag auf rechts und dem rechten Auge geschossen, aber Flintenschießen spielt da ja keine Rolle. Ich persönlich stelle mir die Umgewöhnung auf links schwieriger vor, als das linke Auge zu schließen. Obwohl ich hier von der Feinmotorik her auch etwas Probleme hab.

Grüße
 
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Tja, bei Bund habe ich wegen der linken Dominanz auf Linksschütze umtrainiert. Das hat mir schon viele, viele Male geholfen, wenn auf einer engen Leiter das Wild rechts austrat.

Aber beim Flintenschießen habe ich noch keine wirkliche Lösung gefunden. Und da schaffe ich das Linksschießen nicht wirklich.
Ist das Red-Eye tatsächlich empfehlenswert oder nur eines der vielen Wundermittel, um Geld zu verdienen? 38 Euro schmeißt man nicht gern zum Fenster hinaus.
 
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@Solms
Probier's mal mit dem Klebestreifen, den kannst Du immer wieder rückstandfrei abziehen, bis Du für Dich die richtige Größe und Position gefunden hast. Du kriegst die Kleber für 1-2 Euro und hast mehr als genug zum probieren, oder klau es Deiner Sekretärin, EUR 38,- braucht man für ein identisches Ergebnis wirklich nicht ausgeben.

Den Streifen bemerkt man nach einigen Minuten nicht mehr, auch das Gehen bei einer Streife ist fast so, als wäre die Brille nicht auf.
 
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War mir gar nicht bewusst, dass man das auch echt umtrainieren kann. Allerdings überrascht es mich null, wenn da jemand gleich wieder Geld mit verdienen will. 38 €. Hossa.
 
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Gut, probiere ich. Danke für den Tipp. Müsste mindestens drei Tauben wert sein.
wenn ich mir überlege, was ich meiner Sekretärin schon alles geraubt habe..
 

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