Ausbildung Bracke

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Das ist gut, dass du das ansprichst, da hab ich noch einige Fragen.

1. Rehwild laufen lassen oder auch schießen, wenns kommt?
2. Hund auch nachts laufen lassen? - Sauen wechseln bei uns manchmal recht spät ein, weil die Einstände meistens beim Nachbarn sind
3. Den Hund ausschließlich vom Stand schnallen oder auch mit ihm pirschen?
Sprichst Du vom Brackieren oder von der Teilnahme an DJ? Was soll mit dem Nichterlegen bezweckt werden?

Manche lassen den Hund nachts Hasenspuren arbeiten. Soll wohl einfacher sein, dann Hasen zu finden für die Spurarbeit. Was hat das mit dem Verhalten eurer Sauen zu tun?

Wenn Du später mit dem Hund auch Pirschen möchtest, solltest Du das so früh wie möglich etablieren. Generell, wie schon oben bezüglich der Schweißarbeit, sehe ich kein Problem darin, den Hund von anfang an mit unterschiedlichen Aufgaben vertraut zu machen. Der Trick ist, die verschiedenen Einsatzbereiche jeweils klar zu trennen: Outfit, Routinen, Kommandos. Räumliche und zeitliche Trennung ergibt sich ohnehin durch die Umstände. Wenn er in jeder Disziplin reichlich Übungsmöglichkeit hat, wird das schon. Problematisch ist es nur, wenn es an Gelegenheit mangelt, oder der Hund in eine Richtung gebogen werden muß, die ihm nicht liegt.
 
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Naja, ich frage, weil ich einfach von dem ganzen Input, den ich kriege, verwirrt bin und ich langsam nicht mehr weiß, ob meine Filter noch stimmen.

Jeder, mit dem ich rede und der mitkriegt, dass ich eine junge Bracke ausbilde, gibt mir seinen geheimen Ratschlag. Und die sind manchmal echt nicht logisch nachvollziehbar.

Oft sind die Tips aber auch einfach gegensätzlich:

Der eine sagt: Wenn du den Hund vom Stand schnallst und ansitzt, auf keinen Fall auf Rehwild schießen, weil der das sonst hetzt. Am besten völlig ohne Rehkontakt lassen.

Der nächste sagt: Wenn du den Hund vom Stand schnallst, schieß auf alles jagdbare Wild, das er bringt, sofern die Jagdzeit es zulässt, schließlich geht es ja um Jagdbetrieb.

Dann sagt dir wieder einer, man muss den Hund in der Abenddämmerung auf Hasen ansetzen, damit er nicht sichtig jagen muss.

Der nächste sagt dir: Ja nicht in der Abenddämmerung ansetzen, weil es zu schwierigen Begegnungen mit Sauen kommen kann.

Und so gehts grad weiter.

Deswegen frag ich hier lieber nochmal nach. Da hab ich einige Leute mit Erfahrung und das macht das Filtern einfacher.

Mein Ziel ist, in 2 1/2 Jahren ungefähr eine ausgeglichene, funktionierende Bracke zu haben, die man schicken kann - vom Stand und in Dickungen und die das Wild spurlaut möglichst vor mich hin drückt und nicht von mir weg. Und wenn sie dann noch halbwegs im gesellschaftlichen Alltag führbar ist, bin ich glücklich.
 
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Naja, ich frage, weil ich einfach von dem ganzen Input, den ich kriege, verwirrt bin und ich langsam nicht mehr weiß, ob meine Filter noch stimmen.

Jeder, mit dem ich rede und der mitkriegt, dass ich eine junge Bracke ausbilde, gibt mir seinen geheimen Ratschlag. Und die sind manchmal echt nicht logisch nachvollziehbar.

Oft sind die Tips aber auch einfach gegensätzlich:

Der eine sagt: Wenn du den Hund vom Stand schnallst und ansitzt, auf keinen Fall auf Rehwild schießen, weil der das sonst hetzt. Am besten völlig ohne Rehkontakt lassen.

Der nächste sagt: Wenn du den Hund vom Stand schnallst, schieß auf alles jagdbare Wild, das er bringt, sofern die Jagdzeit es zulässt, schließlich geht es ja um Jagdbetrieb.

Dann sagt dir wieder einer, man muss den Hund in der Abenddämmerung auf Hasen ansetzen, damit er nicht sichtig jagen muss.

Der nächste sagt dir: Ja nicht in der Abenddämmerung ansetzen, weil es zu schwierigen Begegnungen mit Sauen kommen kann.

Und so gehts grad weiter.
Deswegen frag ich hier lieber nochmal nach. Da hab ich einige Leute mit Erfahrung und das macht das Filtern einfacher.
Hört sich an, als ob ein Großteil dieser schlauen Tipps von Leuten kommt, die Vorsteher führen. Eine Bracke muß weder durch schlechte Lichtverhältnisse, noch durch lange Stehzeiten von Fährten, noch durch Nichterlegen von Rehwild dazu gebracht werden, die Nase runterzunehmen. Die ist von der Genetik dazu verdammt, daß ihre Nase am Boden klebt. Und wenn die Nase am Boden klebt, ist es schietegal, was man sehen könnte. Dann werden auch keine Rehe gehetzt, denn das geht nur sichtig, dann werden keine Schneelöcher gestupft, denn wenn die nach nix riechen sind sie uninteressant, und Sauen sind Luft, weil der Hund nur die grade verfolgte Hasenspur im Fokus hat, und nix anderes. Können sich die Führer von Vorstehhunden nicht vorstellen, aber so ist es. Für einen echten Brackerich auf Spur existiert nur die Spur, und sonst nix auf der Welt. Dafür sind sie gezüchtet, und das muß man verstehen, wenn man sie richtig behandeln will. Viele dieser Ratschläge mögen für andere Rassen wichtig und richtig und gut sein. Bracken haben ihre eigenen Probleme.
 
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Einige Freunde der rotbestockten Schlabberbacken niedersächsischer Herkunft schwören auf die preiswerte Variante - das Fruchtzwerge Becherch....leer gefuttert vom Führer selbst und dann mit irgendwas gefüllt, was der Hund mag. Alu folie drüber oder so und dann verblenden.

Dabei sind Schweißhunde, zumindest meiner, so mega verfressen, dass sie eigentlich ALLES nehmen würden. Inklusive Behältnis. Muss nichts besonders feines sein. Ganz Niedersache also.

Kulinarisch anspruchsvoll ist nur mein KLM (man merkt die französische Abstammung).
Allerdings! Egal ob bestes Rindfleisch, Pansen, feine Dose, gesundes Obst, billiges Katzenfutter oder Brennholz vorm Ofen. Meiner ist da in Lichtgeschwindigkeit völlig schmerzfrei. :cool: Nur beim ganzen Rinderohr mit Fell wird er zum wahren Gourmet nach wildem Ritual. Erst fliegt das Ohr mehrmals durch Wohnzimmer, dann begibt er sich auf seinen Platz und schließlich wird königlich geknabbert, geschnüffelt, geschleckt und gefressen. :)
 
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Nur beim ganzen Rinderohr mit Fell wird er zum wahren Gourmet nach wildem Ritual. Erst fliegt das Ohr mehrmals durch Wohnzimmer, dann begibt er sich auf seinen Platz und schließlich wird königlich geknabbert, geschnüffelt, geschleckt und gefressen. :)
Als ich meinem das letztens kredenzt habe, hat mir meine Frau, als sie von der Arbeit kam, vorgeworfen, ich hätte ungewaschene Füße und solle gefälligst duschen gehen... :D :D
 
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Als ich meinem das letztens kredenzt habe, hat mir meine Frau, als sie von der Arbeit kam, vorgeworfen, ich hätte ungewaschene Füße und solle gefälligst duschen gehen... :D:D
Jo, es riecht etwas streng und fördert die eheliche Frustrationstoleranz. :cool: Kommt dann noch bei Platzl und Glühwein ein geziemender Furz auf dem Schoß während der Kuschelphase hinzu, besteht allerdings eine erhöhte Gefahr der Störung adventlicher Besinnlichkeit. :D
 
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So daneben ist das doch nicht. Also zumindest Schnee und Länge sind ok. Schnee zur dezenten Kontrolle (mach ich auch gelegentlich, der Hund weiß ja nicht, was ich sehe) und die Länge macht ein Brack in dem Alter spielend. Wichtiger ist, die Länge immer wieder zu variieren.

Zur Stehzeit muß man wissen, daß eine Fährte mit der Zeit eher leichter zu arbeiten wird als schwerer. Die Annahme, daß da irgendwas von den Fährtenlegerdüften verschwindet, ist falsch. Das sammelt sich nur allmählich am Boden und bildet dann eine wesentlich konzentriertere Spur. Die Bodenverwundung erblüht auch erst mit der Zeit zur vollen Pracht. De facto ist eine so frische Fährte also eigentlich schwieriger zu arbeiten.

Übernachtfährte ist dementsprechend olfaktorisch nicht wirklich eine Herausforderung, die Schwierigkeit ergibt sich hier aus den Verleitungen. Sollte man also erst angehen, wenn man sich der Motivation des Hundes sicher ist.
Um dem ein bisserl vorzubeugen denk ich mir, dass es nicht schadet, wenn man bei den Schleppen schon regelmäßig Verleitungen einbaut.
 
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Mangelndes Urvertrauen. Hat was mit der körpereigenen Oxytocin-Produktion zu tun, denk ich.

Daraus ergeben sich jagdpraktisch einige Problemfelder. Schußfestigkeit, Schärfe, Selbstbewußtsein, Ausbildbarkeit, Führigkeit. Wovon der Terrier zu viel hat, hat die Bracke zu wenig.

Alles unbekannte ist a priori gefährlich, man muß dem Hund Zeit geben, sich damit vertraut zu machen (ne Nacht drüber schlafen) und es ist eminent wichtig, daß die ersten Erfahrungen positiv oder zumindest nicht aversiv sind. Langfristige kleinschrittige Gewöhnung an unangenehme Dinge. Was einmal im falschen Hals gelandet ist, bekommt man nur schwer wieder raus. Führerfehler werden mit tagelangem Beleidigtsein quittiert. Hauruck geht gar nicht, Überraschungseffekte noch weniger.

Das sind so die Baustellen, mit denen man bei Bracken rechnen muß. Und darum ist es auch wichtig, wenn man die Bracke als Bracke einsetzen möchte, seine Ausbildungsmethoden darauf einzustellen. Insbesondere, was aversive Mittel betrifft oder dem Hund den wenigen vorhandenen Schneid abkauft.
 
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Schleppen hab ich damals mir meiner ganz jungen Hündin (Welpe) viell. 2 x Rehlunge im Garten und dann je 1 x Has und 1x Fuchs im Revier gemacht, das wars...mehr zum Kennenlernen der Wildart als zur wirklichen Nasenarbeit.
Einem Laufhund braucht man die Nase nicht auf den Boden zu gewöhnen, das haben die drin, seit Anbeginn dieser Rassen.
Wenn ein Hund ab 4-5 Monaten auf der Spur laut diese voran bringt, wozu dann noch eine intensive Duftbahn anlegen, der jeder Pudel folgt?

Besser jede Gelegenheit, frische Gesundfährten frei zu arbeiten !

"Schweiß" nur über Fährtenschuh an besonderen Tagen, mit völlig anderen Ritualen...Eine andere Nummer !
Hier übr. darf am Schluß ruhig auch mal ein besonderes Erlebnis warten, per eingeforener Frischling oder Schwarte mit Kopf, die man schön über einen Stubben hängt ...;). Es lohnt sich, diese Arbeit zu machen. Puristen nehmen dafür Läufe und Schwarte ein und derselben Sau !
Leckerlis brauchte meine Hündin nie, die Begeisterung mit dem Herrn zu teilen, gefunden zu haben, ist für sie Belohnung genug.
Im Praxisbetrieb gabs hinterher auch keine Leckerchen mehr.
 
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Ich hab immer gedacht die einzige Ausbildung die man einer Bracke angedeihen lassen muss ist Karabiner auf und alles Gute wünschen......... Oder war das bei einem Wachtel😂
 
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So machens viele Förster...:LOL:und das noch beim Auszeichnen.
Seltsamerweise sind diese verlotterten Hunde meist die am besten jagendsten...:giggle:

Was in jedem Fall stimmt ist, daß ein als Solojäger eingejagter fertiger Hund keinerlei Kommando mehr braucht und v.a. auch keine Pfeife !

Halsung ab zur vereinbarten Zeit, zurücklehnen und jagen.
Ob Wild da ist, merkt man dann sehr bald.
 
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Mangelndes Urvertrauen. Hat was mit der körpereigenen Oxytocin-Produktion zu tun, denk ich.
o_O :rolleyes: soso, und dieses "mangelhafte Urvertrauen" aufgrund einer zu geringen "körpereigenen Oxytocin-Produktion" soll Bracken-spezifisch sein... denkst Du... :LOL:

Daraus ergeben sich jagdpraktisch einige Problemfelder. Schußfestigkeit, Schärfe, Selbstbewußtsein, Ausbildbarkeit, Führigkeit. Wovon der Terrier zu viel hat, hat die Bracke zu wenig.
Was für ein Quatsch! Das Einwerfen von irgendwelchen unspezifischen Schlagworten i.V. mit der pauschalen und wertenden Zuweisung eines "zu viel" oder "zu wenig" ist in beide Richtungen weder sinnvoll noch Ziel führend - sondern in dieser Verknappung einfach nur falsch!

Alles unbekannte ist a priori gefährlich, man muß dem Hund Zeit geben, sich damit vertraut zu machen (ne Nacht drüber schlafen) und es ist eminent wichtig, daß die ersten Erfahrungen positiv oder zumindest nicht aversiv sind. Langfristige kleinschrittige Gewöhnung an unangenehme Dinge. Was einmal im falschen Hals gelandet ist, bekommt man nur schwer wieder raus. Führerfehler werden mit tagelangem Beleidigtsein quittiert. Hauruck geht gar nicht, Überraschungseffekte noch weniger.
Eine gesunde Vorsicht vor Neuem und Unbekanntem ist schlicht und ergreifend eine Überlebensstrategie, die sich im Tierreich sehr bewährt hat.

Das sind so die Baustellen, mit denen man bei Bracken rechnen muß. Und darum ist es auch wichtig, wenn man die Bracke als Bracke einsetzen möchte, seine Ausbildungsmethoden darauf einzustellen. Insbesondere, was aversive Mittel betrifft oder dem Hund den wenigen vorhandenen Schneid abkauft.
Der einzige Satz, dem man vorbehaltlos zustimmen kann!
 
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