Back to the Roots - Wo führt die Technik uns hin ?

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#1
Wollt mal nen Threat zum Thema Jagd und Technik aufmachen und wie Ihr darüber denkt !?

Bei uns ist gerade vom JVB die Umfrage ob Wärmebildvorsätze bzw. Nachtsichtvorsätze allgemein freigegeben werden sollen ?

Ich sehr bei diesem Thema pro/kontra :

- Klar für SW Bejagung ist dieses Tool eine feine Sache aber bleibt es beim SW ?

Freue mich auf eure Meinung
 
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#2
Bei mir gibt es im jagdlichen Einsatz kein so Zeugs, nicht mal beleuchtete Absehen.

Dieser "Protheseneinsatz" führt dazu, dass immer unfähigere Jäger auch zum jagdlichen Erfolg kommen.

Dadurch wird die Jagd, die doch immer das Betätigungsfeld der fittesten der Gesellschaft war, zur Behindertensportveranstaltung.....

Einhergehend mit dem körperlichen Verfall der Beteiligten kann der schleichende Verlust der geistigen Fähigkeiten beobachtet werden.

War man früher noch in der Lage, Schwarzwildbestände mit Schwarzpulverwaffen zu regulieren, argumentiert dieses Klientel heute, dass es ohne Wärmebild und Drohnen gar nicht mehr geht...

Wie verblödet muss man sein, zu solchen Schlussfolgerungen zu kommen, und wie einfältig, seine eigene Unfähigkeit auch noch öffentlich darzustellen.


Gruß

HWL
 
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#3
Bei mir gibt es im jagdlichen Einsatz kein so Zeugs, nicht mal beleuchtete Absehen.

Dieser "Protheseneinsatz" führt dazu, dass immer unfähigere Jäger auch zum jagdlichen Erfolg kommen.

Dadurch wird die Jagd, die doch immer das Betätigungsfeld der fittesten der Gesellschaft war, zur Behindertensportveranstaltung.....

Einhergehend mit dem körperlichen Verfall der Beteiligten kann der schleichende Verlust der geistigen Fähigkeiten beobachtet werden.

War man früher noch in der Lage, Schwarzwildbestände mit Schwarzpulverwaffen zu regulieren, argumentiert dieses Klientel heute, dass es ohne Wärmebild und Drohnen gar nicht mehr geht...

Wie verblödet muss man sein, zu solchen Schlussfolgerungen zu kommen, und wie einfältig, seine eigene Unfähigkeit auch noch öffentlich darzustellen.


Gruß

HWL
Hast mich da falsch verstanden bin da auch auf deiner Schiene :) Aber man kann ja darüber reden was Berechtigt ist und was evtl. die Jagd in die falsche Richtung treibt
 
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#4
Bei mir gibt es im jagdlichen Einsatz kein so Zeugs, nicht mal beleuchtete Absehen.

Dieser "Protheseneinsatz" führt dazu, dass immer unfähigere Jäger auch zum jagdlichen Erfolg kommen.

Dadurch wird die Jagd, die doch immer das Betätigungsfeld der fittesten der Gesellschaft war, zur Behindertensportveranstaltung.....

Einhergehend mit dem körperlichen Verfall der Beteiligten kann der schleichende Verlust der geistigen Fähigkeiten beobachtet werden.

War man früher noch in der Lage, Schwarzwildbestände mit Schwarzpulverwaffen zu regulieren, argumentiert dieses Klientel heute, dass es ohne Wärmebild und Drohnen gar nicht mehr geht...

Wie verblödet muss man sein, zu solchen Schlussfolgerungen zu kommen, und wie einfältig, seine eigene Unfähigkeit auch noch öffentlich darzustellen.


Gruß

HWL
Ui, da rechtfertigt aber jemand seine Technik-Feindlichkeit.
Du hast in einigen Punkten Recht, aber das hat nie etwas mit Technik zu tun, sondern mit Zeitgeist.

"Unfitte Jäger": Wenn die Leute lieber viel fettes, salziges und süßes Zeug "fressen" anstelle sich genug zu bewegen und gesund zu ernähren, brauche ich mich nicht wundern. Zwei Drittel aller Deutschen Männer ist fett und ein Viertel sogar richtig fett (Quelle) Das hat nichts mit Jagd und Technik zu tun, sondern mit ungesunder Ernährung, Faulheit in Bezug auf Bewegung und dem Verlust der Kontrolle über den eigenen Körper und Willen. Ich werde mit einem BMI (Quelle) von 22,5 als dürr bezeichnet.
Aber unsere Gesellschaft akzeptiert und füttert diesen kollektiven Schweinehund. Bestes Beispiel für das Versagen in Sachen Gesundheit und Verbraucherschutz: Das CDU Ministerium unter Frau Klöckner

"Schwarzwildbejagung": Nein, die Bestände wurden ganz sicher nicht mit Schwarzpulver reguliert. Man kann die Zeiten ganz einfach nicht vergleichen. Die Habitate haben sich verändert und die Populationen haben sich gut angepasst. Einer der Hauptgründe für die starke Zunahme war nicht die Technik, sondern die Form der (Nicht-)Bejagung. Man hat allerorten Bestände aufgebaut.

"Technikeinsatz": Ich kann nicht erkennen, wieso damit die jagdliche Leistung reduziert wird. Ich schieße mit meinem Lochschaft, Schalldämpfer und Leuchtabsehen deutlich besser als über die offene Visierlinie. Wärmebild-Kameras sind eine Offenbarung, nur nicht in meinem Budget. Ich brauche auch längst nicht alles was geht (z.B. keine Halbautomaten) aber verurteile nicht die die damit GUT jagen.

Denn am Ende zählt nur der eigene Anspruch an die eigenen Fähigkeiten. Und wer fleißig übt und immer weiter lernen will, der wird ein guter Schütze, egal mit welcher Technik. Und das jagdliche Handwerk besteht ja nun auch beileibe nicht nur aus Waffen und Schießen.
 
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#5
Bei mir gibt es im jagdlichen Einsatz kein so Zeugs, nicht mal beleuchtete Absehen.

Dieser "Protheseneinsatz" führt dazu, dass immer unfähigere Jäger auch zum jagdlichen Erfolg kommen.

Dadurch wird die Jagd, die doch immer das Betätigungsfeld der fittesten der Gesellschaft war, zur Behindertensportveranstaltung.....

Einhergehend mit dem körperlichen Verfall der Beteiligten kann der schleichende Verlust der geistigen Fähigkeiten beobachtet werden.

War man früher noch in der Lage, Schwarzwildbestände mit Schwarzpulverwaffen zu regulieren, argumentiert dieses Klientel heute, dass es ohne Wärmebild und Drohnen gar nicht mehr geht...

Wie verblödet muss man sein, zu solchen Schlussfolgerungen zu kommen, und wie einfältig, seine eigene Unfähigkeit auch noch öffentlich darzustellen.


Gruß

HWL
Aha,
Du jagst also Barfuß im Lendenschurz mit Keule und Pfeil und Bogen.
Respekt!
 
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#6
Ui, da rechtfertigt aber jemand seine Technik-Feindlichkeit.
Du hast in einigen Punkten Recht, aber das hat nie etwas mit Technik zu tun, sondern mit Zeitgeist.

"Unfitte Jäger": Wenn die Leute lieber viel fettes, salziges und süßes Zeug "fressen" anstelle sich genug zu bewegen und gesund zu ernähren, brauche ich mich nicht wundern. Zwei Drittel aller Deutschen Männer ist fett und ein Viertel sogar richtig fett (Quelle) Das hat nichts mit Jagd und Technik zu tun, sondern mit ungesunder Ernährung, Faulheit in Bezug auf Bewegung und dem Verlust der Kontrolle über den eigenen Körper und Willen. Ich werde mit einem BMI (Quelle) von 22,5 als dürr bezeichnet.
Aber unsere Gesellschaft akzeptiert und füttert diesen kollektiven Schweinehund. Bestes Beispiel für das Versagen in Sachen Gesundheit und Verbraucherschutz: Das CDU Ministerium unter Frau Klöckner

"Schwarzwildbejagung": Nein, die Bestände wurden ganz sicher nicht mit Schwarzpulver reguliert. Man kann die Zeiten ganz einfach nicht vergleichen. Die Habitate haben sich verändert und die Populationen haben sich gut angepasst. Einer der Hauptgründe für die starke Zunahme war nicht die Technik, sondern die Form der (Nicht-)Bejagung. Man hat allerorten Bestände aufgebaut.

"Technikeinsatz": Ich kann nicht erkennen, wieso damit die jagdliche Leistung reduziert wird. Ich schieße mit meinem Lochschaft, Schalldämpfer und Leuchtabsehen deutlich besser als über die offene Visierlinie. Wärmebild-Kameras sind eine Offenbarung, nur nicht in meinem Budget. Ich brauche auch längst nicht alles was geht (z.B. keine Halbautomaten) aber verurteile nicht die die damit GUT jagen.

Denn am Ende zählt nur der eigene Anspruch an die eigenen Fähigkeiten. Und wer fleißig übt und immer weiter lernen will, der wird ein guter Schütze, egal mit welcher Technik. Und das jagdliche Handwerk besteht ja nun auch beileibe nicht nur aus Waffen und Schießen.
Bin eigentlich der gleichen Meinung abgesehen davon das das Gewicht nicht sehr viel mit jägerichem Können zu tun hat, auf Jeden Fall bei uns.
 
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#8
Wollt mal nen Threat zum Thema Jagd und Technik aufmachen und wie Ihr darüber denkt !?

Bei uns ist gerade vom JVB die Umfrage ob Wärmebildvorsätze bzw. Nachtsichtvorsätze allgemein freigegeben werden sollen ?

Ich sehr bei diesem Thema pro/kontra :

- Klar für SW Bejagung ist dieses Tool eine feine Sache aber bleibt es beim SW ?

Freue mich auf eure Meinung
Ich verstehe die Moralbedenken und Begrenzung "für die SW Bejagung" nicht!
Wollen wir jetzt unterscheiden in "Gut und böse?"
Wozu zählen Wildarten wie Fuchs, Marder,Dachs,Waschbär,Marderhund?
Ist SW Fuchs, Marder,Dachs,Waschbär,Marderhund das bösere Wild als Reh, Dam, RW usw?

Geht es nicht primär darum einen sauberen Schuss anzubringen und vernünftig anzusprechen
seinen Abschussplan zu erfüllen Schaden zu reduzieren?

MIR völlig egal wer was mit was erlegt. Solange die Kreatur nicht leiden muss!

Zum Thema Technikeinsatz:
Ich konnte schon viel ausprobieren. War von einigem schlicht begeistert. Habe aber gelernt. Ohne Jägerische Instinkte und Wissen bleibt der Erfolg schnell aus. Ganz besondes beim Schalenwild welches nicht grunzt.

Die nächste größere Jägerische Anschaffung die ich tätigen werde wird ein WBG sein und zwar schlicht zur Beobachtung. Ich finde es faszinierend mal zu sehen was außerhalb unserer Wahrnehmungsfähigkeit so los ist. Mehr schießen werde ich damit sicherlich nicht!
 
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#9
Was wohl der Mensch der Urzeit hier geschrieben hätte?

Schlinge, Lanze, Speer, Gruben, Netze, Felsenhänge - Das wäre vielleicht seine Sicht von "Survival of the fittest". :)

So mancher mit seinen Schwarzpulverwaffen, Zielfernrohr und Fernglas würde vermutlich als schlechter Jäger mit Protheseneinsatz von jenen gesehen werden. :p
 
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#10
Bin eigentlich der gleichen Meinung abgesehen davon das das Gewicht nicht sehr viel mit jägerichem Können zu tun hat, auf Jeden Fall bei uns.
Kommt stark auf Jagdart und Gelände an.
Im Flachland und reiner Ansitzjagd wo ich nahezu jeden Meter fahren kann ist körprliche Fitness sicherlich meist nebensächlich.

Im Bergland, Pirschjäger, als Durchgeher, Nachsuchenführer biste für jedes quentchen Fitness und akzeptablem BMI dankbar.
 
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#11
Wollt mal nen Threat zum Thema Jagd und Technik aufmachen und wie Ihr darüber denkt !?

Bei uns ist gerade vom JVB die Umfrage ob Wärmebildvorsätze bzw. Nachtsichtvorsätze allgemein freigegeben werden sollen ?

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- Klar für SW Bejagung ist dieses Tool eine feine Sache aber bleibt es beim SW ?

Freue mich auf eure Meinung
Die Umfrage kommt etwas spät, da im derzeit vorliegenden Kabinettsentwurf*, die Freigabe von Vorsatzgeräten bereits inkludiert ist.

Bedenkenfragen müsste man dann ehrlicherweise weiter fassen:
Damit müsste man dann auch die Schonzeiten in Frage stellen oder den Elterntierschutz.
Auch hier wiegt der gleiche Verdacht mit. Halten sich alle daran?
Damit kommen wir also nicht weiter.
Es gelten die gesetzlichen Regelungen. So wie bei allen anderen Themen auch.
Entweder halten siche die Jäger an diese Regeln oder sie halten sich nicht daran.
Das gilt dann aber immer für alles.
*
26. Dem § 40 Absatz 3 werden die folgenden Sätze angefügt:
„Inhaber eines gültigen Jagdscheins im Sinne von § 15 Absatz 2 Satz 1 des Bundes-jagdgesetzes dürfen abweichend von § 2 Absatz 3 für jagdliche Zwecke Umgang mit Nachtsichtvorsätzen und Nachtsichtaufsätzen nach Anlage 2 Abschnitt 1 Nummer 1.2.4.2 haben. Jagdrechtliche Verbote oder Beschränkungen der Nutzung von Nacht-sichtvorsatzgeräten und Nachtsichtaufsätzen bleiben unberührt.“
.........................................
Der neu eingefügte § 40 Absatz 3 Satz 4 ermöglicht es Inhabern eines gültigen Jagd-scheins, Nachtsichtvorsätze und Nachtsichtaufsätze für Zielfernrohre zu erwerben, zu besitzen und einzusetzen. Dies umfasst auch die sogenannten „Dual-use-Vorsatzgeräte“, die sich nicht nur auf Zielfernrohre, sondern auch auf verschiedene andere Arten opti-scher Geräte aufsetzen lassen. Ziel der Gesetzesänderung ist es, eine effizientere Be-kämpfung der überwiegend nachtaktiven Schwarzwildpopulation zu ermöglichen. Der neu eigefügte Satz 5 stellt klar, dass gegebenenfalls bestehende jagdrechtliche Verbote oder Beschränkungen der Nutzung von Nachtsichtvorsatzgeräten und Nachtsichtaufsätzen unberührt bleiben und mithin zu beachten sind.
Zur EIngangsfrage: DIe JAgd entwickelt sich seit Bestehen der Menscheit immer weiter. Es wurde stets versucht, optimale Ergebnisse zu errreichen und sich bestmöglich zu "rüsten".
Alles andere kann in Traditionsvereinen ausgelebt werden oder freiwilligen Selbstbeschränkungen.
Amn sollte sich grundsätzlich immer recht vorsichtig verhalten, anderen die eigenen Ansichten aufzuzwingen.
 
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#12
Kommt stark auf Jagdart und Gelände an.
Im Flachland und reiner Ansitzjagd wo ich nahezu jeden Meter fahren kann ist körprliche Fitness sicherlich meist nebensächlich.

Im Bergland, Pirschjäger, als Durchgeher, Nachsuchenführer biste für jedes quentchen Fitness und akzeptablem BMI dankbar.

Klar , wie gesagt " bei uns " heisst mitte BW , da muss man zum Sauen schiessen keine besondere Fitness haben. Wollt damit nur sagen das ich sehr gute Jäger kenn die nicht nur 10 kg zu viel haben.
Selber geh ich seit 20 Jahren " durch " und weiss daher schon das jedes Kilo zuviel nicht besonders Vorteilhaft ist.
 
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#13
Die Umfrage kommt etwas spät, da im derzeit vorliegenden Kabinettsentwurf*, die Freigabe von Vorsatzgeräten bereits inkludiert ist.

Bedenkenfragen müsste man dann ehrlicherweise weiter fassen:
Damit müsste man dann auch die Schonzeiten in Frage stellen oder den Elterntierschutz.
Auch hier wiegt der gleiche Verdacht mit. Halten sich alle daran?
Damit kommen wir also nicht weiter.
Es gelten die gesetzlichen Regelungen. So wie bei allen anderen Themen auch.
Entweder halten siche die Jäger an diese Regeln oder sie halten sich nicht daran.
Das gilt dann aber immer für alles.
*

Zur EIngangsfrage: DIe JAgd entwickelt sich seit Bestehen der Menscheit immer weiter. Es wurde stets versucht, optimale Ergebnisse zu errreichen und sich bestmöglich zu "rüsten".
Alles andere kann in Traditionsvereinen ausgelebt werden oder freiwilligen Selbstbeschränkungen.
Amn sollte sich grundsätzlich immer recht vorsichtig verhalten, anderen die eigenen Ansichten aufzuzwingen.
Jep das ist leider so, ich hätte da überhaupt kein Problem wenn das andere Jäger verwenden (kenne ja nur meine Revierverhältnisse) jedoch habe ich Bedenken das es auf sämtliches Wild missbraucht wird.

Und seien wir doch ehrlich, ob Gesetz oder nicht, wer meint er braucht sowas hat es ja eh schon ;)
 
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#14
Hermann Löns im Jahre 1911 zum Thema "Überjäger" - *SEHR* lesenswert: https://gutenberg.spiegel.de/buch/kraut-und-lot-1631/29

Auszug:
Vorläufig befinden wir uns noch im Anfangsstadium der Überjägerei, aber wenn wir 1999 schreiben, so wird sich die Sache folgendermaßen, wie folgt und also entwickeln: D-Zug, Auto oder Aeroplan befördern den Überjäger in seine Jagdgründe. Es ist Blattezeit. Mit der automatischen Blitzlichtphotographiermaschine Schillingscher Erfindung hat der Jagdaufseher die Böcke bestätigt. Der Sicherheit halber werden die Dickungen mit Xpsilonstrahlen abgeleuchtet und es wird festgestellt, daß die Böcke zu Hause sind. Geblattetwird nicht mehr; die Blatte liegt neben der Pfeilspitze aus Flintstein im Museum. Der Überjäger hat eine bessere Weise, den Bock vor das Fadenkreuz zu bringen, als auf so altväterliche Art. Er setzt sich über dem Winde auf den transportablen Aluminiumhochsitz mit Rückenlehne und Regendach, der Jagdaufseher klappt das mechanische, infolge eines Uhrwerkes Äsungsbewegungen machende und ab und zu fiepende Schmalreh, D. R. P. Nr. 15763981041, auf und stellt es fünfzig Schritte vor dem Hochsitze auf, stellt das Uhrwerk an und klettert auf den zweiten transportablen Hochsitz. Eine Minute nachher löst das Uhrwerk in dem künstlichen Schmalreh den Verschluß der Flasche mit künstlicher Brunftwitterung aus, und eine Minute später darauf steht der Bock vor der Dickung und noch eine später bei dem künstlichen Schmalreh. Knips, er hat die Kugeln! Durch das Feuer braucht der Überjäger nicht zu sehen, denn erstens hat die Überbüchse kein Feuer, sintemal sie mit Preßluft geladen ist, wie sie denn auch weder Knall noch Rückstoß hat, dagegen in einer Sekunde sechs Kugeln von sich geben kann, und zweitens befindet sich in dem Zielfernrohre ein winziger, aber todsicherer Momentaufnahmeapparat, der beim Abdrücken in Tätigkeit tritt und in der Sekunde soviel Aufnahmen macht, wie Schüsse abgegeben sind. Schnell die Films heraus, in den Taschenentwickler getaucht und durch den Vergrößerungsapparat besehen. Weidmannsgeheul, er hat die Kugeln alle sechse nebeneinander. Da liegt er ja auch schon! Schade, die beiden Blätter sind hin! Aber der Überjäger ist Weidmann, und nicht Bratenschütze, und das Gehörn ist ihm die Hauptsache, und das ist eins a, denn seit zwölf Jahren ist sibirisches Blut eingeführt und feste mit phosphorsaurem Kalke gefüttert. Auslage zwanzig, höhe dreißig Zentimeter, Perlung tiptop, und darum erklinge, du Taschengrammophon, und verkünde über Berg und Tal: »Bock tot, Bock tot, Bock tot!« Und dann kommt zweitens Bock Nr. zwei an die Reihe und so weiter, bis es so dunkel ist, daß auch das elektrische Zielkorn nicht mehr ausreicht.
...
Glauben Sie, ich übertreibe? Meinen Sie, so wird es nicht? Vor dreißig Jahren pumpten wir uns noch mit dem Ladestock müde; heute haben wir die Browning. Eins, zwei, drei, Geschwindigkeit ist keine Hexerei, der Fortschritt schreitet fort, die Technik macht nicht halt; wir stehen an dem bekannten Vorabende der bekannten großen Ereignisse, haben Radium und andere schöne Dinge und ahnen es nicht, was die Zukunft alles in der Unterrocktasche hat.

Noch steht die Jagd im Anfange ihrer Fortentwicklung, ist urmenschenhaft und primitiv; aber über ein Kleines, dann wird er auf der Höhe der Situation stehen, der Überjäger.
BTW: Nachdem das Ding über 100 Jahre alt ist sind die Autorenrechte erloschen und es ist Public Domain. Deshalb ist es über Gutenberg KOMPLETT verfügbar: https://gutenberg.spiegel.de/buch/kraut-und-lot-1631/
 
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