Beitrag zur Zertifizierung

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Ich baue keine Häusle. Da wohnen schon ein paar mehr drin. Der Endverbraucher ist in dem Falle der Vermieter und auch der macht aus dem Scherzifikat nur einen Marketinggag und zeigt damit, das er sich eingereiht in die Kohorten derer, die aufgehört haben, zu fragen, warum gewisse Dinge genau so gefordert werden. Er liefert Sonnenstrom und baut E-Dosen ans Haus. Schwalbennester aus Beton, fühlt sich öko, ist es aber nicht.
 
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Das spielt keine Rolle, wenn der Stadtrat in der Bausatzung beschließt: nur zertifiziertes Holz. Dann muss der das machen.
 
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Das spielt keine Rolle, wenn der Stadtrat in der Bausatzung beschließt: nur zertifiziertes Holz. Dann muss der das machen.

Ich fände es sehr schade, wenn Holz aus nachhaltigen deutschen Wäldern nicht verbaut werden würde, nur weil kein Zertifikat dran ist.
Die Forstwirtschaft in Deutschland unterliegt Gesetzen und ich würde die Forstwirtschaft, wie sie in Deutschland praktiziert wird, nicht als Raubbau oder ähnliches bezeichnen.
Ich hätte kein schlechtes Gewissen Holzprodukte, die in Deutschland gewachsen und produziert worden sind, zu nutzen, auch ohne ein Zertifikat.

Auch wenn das Beispiel hier rein fiktiv ist, zeigt es dennoch etwas auf:
Es wird engstirnig gedacht und nicht sehr weitreichend überlegt.
Man geht zu schnell davon aus, dass Holz, welches zertifiziert ist, unbedenklich ist.
Andererseits wird der Schluss nahegelegt, dass nicht zertifiziertes Holz automatisch bedenklich ist.
In meinen Augen sind solche Aktionen zu kurz gedacht.

FSC mixed Holz aus Südamerika wäre also in Ordnung, die Fichte aus Skandinavien wäre auch in Ordnung, wenn sie denn zertifiziert ist.
Ein Baum aus dem nächsten Wald wäre aber, wenn dieser nicht zertifiziert ist, nicht in Ordnung, vielleicht sogar verwerflich. :unsure:

Ich denke man sollte hier, wie so oft, genau hinterfragen welche Vorteile entstehen und welche Nachteile getragen werden müssen.

Mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil
 
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Das spielt keine Rolle, wenn der Stadtrat in der Bausatzung beschließt: nur zertifiziertes Holz. Dann muss der das machen.
So ist es.
Es wird engstirnig gedacht und nicht sehr weitreichend überlegt.
Richtig, es muß nur formal, dem Schein entsprechend richtig sein. Der Stadtrat hat dann korrekt gehandelt, den Rest muß er nicht verantworten und die lautesten Schreier fragen da auch nicht mehr weiter.
Wir leben in einer Scheinwelt, früher war es der Geldschein, heute der Anschein der gewahrt werden muß.


CdB
 
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Der Gleichbehandlungsgrundsatz ist bekannt oder? Basis dafür ist das Gesetz und keine privatrechtliche Marketingvereinbarung.

Sollte sich daran etwas ändern, dann können wir wieder die DDR-Flagge hissen.

CdB
Ich sage ja nicht, dass ich das gut finde oder gar fordere. Aus dem Landtagswahlkampf BW weiß ich leider, dass das die schon feststehende Regierungspartei zumindest überlegt. Wir würden in diesem Fall prüfen, ob eine Klage dagegen aussichtsreich ist.
 
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Merkwürdig ist, dass bis jetzt noch keine Klage wegen der Nachhaltigkeitsprämie eingereicht wurde. Da ist eine Fördervoraussetzung die Zertifizierung.


CdB
 
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Meine lieben und geschätzten Förster,

kein Stadtrat hat mir in- und außerhalb von Denkmals- und Sanierungssatzungen, B-Plänen und V+E-Plänen vorzuschreiben, ob ich weißfaules, braunfaules oder blaufaules Holz einsetzen soll oder nicht.

Warum schreibe ich das überhaupt?....


Gruss,
A.
 
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Warum schreibe ich das überhaupt?....

Weil da möglicherweise zwei mißverständliche Punkte enthalten sind. Zum einen wird in einer Satzung solch Vorschrift keinen Einzug finden. Zum anderen kann dir, als privaten Anwender alles Mögliche Recht sein oder auch nicht.

Anders wenn in einer Ausschreibung die Zertifizierung als Bedingung genannt wird, für den Betrieb oder für das Produkt. Kannst du dann nicht leisten, wirst du aussortiert.


CdB
 
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Meine lieben und geschätzten Förster,

kein Stadtrat hat mir in- und außerhalb von Denkmals- und Sanierungssatzungen, B-Plänen und V+E-Plänen vorzuschreiben, ob ich weißfaules, braunfaules oder blaufaules Holz einsetzen soll oder nicht.

Warum schreibe ich das überhaupt?....


Gruss,
A.
Die baurechtlichen Möglichkeiten hast Du selber schon genannt. Damit lässt sich schon Einiges steuern. Und ein Auftraggeber kann ein Zertifikat als Zugangsvoraussetzung für die Teilnahme an einer Ausschreibung festlegen. Ohne Zertifikat landet der Teilnahmewunsch gleich im Digitalschrott.
 
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Richtig, aber das muss der Bauherr erstmal wollen. Der Kostendruck ist gewaltig. Wenige Bauherren außerhalb der öffentlichen Hand leisten sich einen BER mit „Elbvielharmonie“ als Pförtnerhäuschen. In der Praxis ist es schlichtweg egal, woher das Holz kommt, denn die Betonlobby hat die ArchitektenZunft ganz gut im Griff, wie neulich jemand so treffend schrieb.
 
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Faktisch wären wir ohne PEFC-Zertifikat bei allen relevanten Kunden ausgelistet. Für diese Kunden macht es keinen Sinn, unterschiedliche Produktlinien laufen zu lassen, zumal es preislich keinen Unterschied macht.
 
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Als die deutsche Textilindustrie vor 30 Jahren das Öktotex100-Label einführte, um auf Schadstoffe in Textilien aus Billiglohnländern hinzuweisen und sich abzugrenzen, gab es in der Konfektion auch einen Aufschrei. Könne man doch nicht machen, Wettbewerbsverzerrung, der freie Handel in Gefahr, zu viele Auflagen, etc. etc.

Inzwischen ist das so selbstverständlich, dass man gar nicht mehr darüber nachdenkt.

Leider kann jeder Chinese mit Farbdrucker heute so ein Zertifikat nachweisen.
 
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Faktisch wären wir ohne PEFC-Zertifikat bei allen relevanten Kunden ausgelistet. Für diese Kunden macht es keinen Sinn, unterschiedliche Produktlinien laufen zu lassen, zumal es preislich keinen Unterschied macht.

Es bestätigt nur meinen ersten Beitrag im Faden. Diese Scherzifikate werden durchgedrückt. Wenn alle das selbe Zertifikat hätten, um mal diesen Fall anzunehmen, nach was würden dann die großen, mittleren und kleinen Holzkäufer schauen?
 
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