Bergjagd - Ausrüstungstips und Tricks

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#1
Hallo,
die Bergjagd hat eigene Gesetze und Ansprüche was die Ausrüstung,
Vorbereitung, Durchführung angeht. Auch ist Bergjagd nicht gleich Bergjagd.
Der eine bewegt sich (wie ich) im Bergwaldbereich von 1000-2000m der andere im
Hochgebirge bis 3000m (oder mehr).

Immer jedoch ist der Erfolg nicht unwesentlich von sinnvoller Ausrüstung, Planung,
Bauchgefühl und natürlich Erfahrung abhängig. Auch gilt es interessantes Wild das uns in diesem Gelände
mit seinen physischen Merkmalen, Instinkt und Wetterfestigkeit weit überlegen ist erst einmal zu "spüren"
und ausfindig zu machen.

In diesem Faden soll es also um Erfahrungen und Tips zur allgemeinen Ausrüstung zur Bergjagd, Jagdhüttenausstattung, Gerichte, Ideen zum Hütten-Rucksackschmaus und das etwas kargere Leben auch ohne Kühlschrank, Stromnetz und WLan gehen.

Somit würde es mich freuen hier über Tips, Erfahrungswerte und auch gerne Bilder und "Geschichtchen" von erfahrenen Bergjägern, Bushcraftern, Bergsteigern, Outdoorköchen usw, zu Ihren vorgestellten Tips zu lesen.

Wer "nur" mitliest und sich der Tips, Erfahrungen und Geschichten zu dieser spannenden (und anstrengenden) Art der Jagd und dem Drumherum erfreut. Darf und soll natürlich gerne Rückfragen stellen und wenn er ein "Daumen" hoch hinterlässt motiviert das natürlich die schreibenden für weitere Beiträge.

In diesem Sinne!
WMH
 
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#2
Coole Idee!

Beim Zelten auf 2000m+ und -15 Grad, Isomatte und Schlafsack die das können!!! Sonst wirt‘s verdammt kalt 🥶😉
 
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#3
Das wichtigste sind gut eingelaufene Schuhe. Wenn du Schuhe hast, die dir Schmerzen und Blasen verursachen, dann freut dich die gute Gams auch nicht.

Ich bin mittlerweile auf dem Trip, weniger ist mehr. Durch meine Behinderung bin ich eh eingeschränkt und so versuch ich so wenig, als möglich an Ballast mitzunehmen.

Auf was ich auch nie verzichten würde sind Power Riegel. Hab ich anfangs belächelt, sind aber klein und richten einen wirklich wieder auf.

So lass jetzt anderen den Vortritt. Könnte da seitenweise schreiben

Robert
 
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#4
Coole Idee!

Beim Zelten auf 2000m+ und -15 Grad, Isomatte und Schlafsack die das können!!! Sonst wirt‘s verdammt kalt 🥶😉
Vor allem ist es ganz wichtig, das Zelt auf einem wirklich geraden Untergrund aufzubauen. Habe vor Jahren, am späteren Nachmittag, mit einem Jagdfreund das Zelt direkt am Übergang zum Kahlgebirge aufgebaut (um am nächsten Morgen eine gute Ausgangsposition zu haben) und sind dann etwas abgestiegen um Freunde auf einem Pille zu treffen und mit denen zu essen und zu trinken.

Als wir abends gegen 23:00 Uhr, gut angeheitert, wieder am Zelt ankamen und uns niedertaten, mussten wir feststellen, dass der Untergrund eben nicht sooo gerade war. Das führte dazu, das wir dann nachts lustig aneinanderrollten und sich die Nacht somit etwas nervig gestaltete. ;)

Bei der Gelegenheit: welche Isomatten nutzt ihr? Ist es sinnvoll da ein wenig mehr Geld in die Hand zu nehmen und damit auch wahrnehmbar mehr Komfort zu bekommen?


grosso
 
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#5
….Bei der Gelegenheit: welche Isomatten nutzt ihr? Ist es sinnvoll da ein wenig mehr Geld in die Hand zu nehmen und damit auch wahrnehmbar mehr Komfort zu bekommen?....

Ich übernachte nicht mehr im Freien. Aber früher öfter mal. Bin zu alt geworden dafür.
Therm A Rest Air lite ist die Wahl der Dinge zumindest find ich die super. Aber nimm nicht die kurze. Das war rausgeschmissenes Geld. Hab mir nach ein paar Monaten die Normallänge geholt.

Robert
 
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#6
Hüttenschmaus:
Essen Hält Leib und Seele zusammen.
In diesem Sinne versuche ich immer etwas schmackhaftes in der Hütte im Regal stehen zu haben. Da es in meiner kl. bescheidenen Hütte keine Kühlmöglichkeit (außer dem Wassertrog vor der Türe) gibt muss es also haltbar sein.

Diese Tage freute ich mich beim Abstieg nach Pirsch und Ansitz, bei der es über den Tag verteilt eine Banane und ne Hand voll Studentenfutter gab, auf eine selbst eingekochte Konserve.

An der Hütte war ich um 23:00 mit Hunger der für zwei gereicht hätte.

Im Regal wartete ein Glas eingekochte Wildfrikadellen. Zubereitet zuhause in der Pfanne und mit einem kl. Schluck Rinderbrühe 45min im Wasserbad einsterilisiert.

Zusammen mit Semmelknödel (aus der Packung) und in der Pfanne angeröstetet Kirschtomaten ein sehr leckeres Abendessen.

Zutaten:
Wildhack, angebratene Zwiebeln, Knoblauch, Gyrosgewürz, Salz, Pfeffer, Kräuter,Paprika, Eier, Semmelbrösel. Roher Fleischbrät sollte leicht "überwürzt" schmecken.

Fleischteig gut kneten, zu Kugel formen (volumen von etwa zwei Tischtennisbällen).
Mit öligen Händen flach in die Pfanne drücken und ringsum dunkel in Öl anbraten und durchgaren.
(Durchgaren geht auch nach dem scharfen anbraten bei ~80Grad im Backofen)
Dann die Pflanzerl in ein mit kochendem Wasser ausgespülten Glas geben und zu 1/3 mit Rinderbrühe füllen und verschließen

Gläser zu 3/4 in einem größeren Topf Wasser stellen und dort 45 min leicht köcheln lassen.
Wenn sich der Deckel beim abkühlen eingezogen hat ist die Konserve dicht und kann solange der Deckel durchs Vakuum eingezogen ist bedenkenlos gegessen werden. (Hält so min. 3 Monate)



Natürlich geht der Hund nicht leer aus.
Zu seiner üblichen Ration Trockenfutter gabs etwas Fleischsoße und eine Frikadelle untergemischt.

DSC_0864.JPG
DSC_0865.JPG
 
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#8
Das wichtigste sind gut eingelaufene Schuhe. Wenn du Schuhe hast, die dir Schmerzen und Blasen verursachen, dann freut dich die gute Gams auch nicht.
...

Robert
Ja, Schuhe sind für mich das Thema schlechthin! Wenn man gute, hochgebirgstaugliche möchte, sind die halt gerne mal gelb oder auch blau. Ich favorisiere La Sportiva.


grosso
 
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#9
Bei der Gelegenheit: welche Isomatten nutzt ihr? Ist es sinnvoll da ein wenig mehr Geld in die Hand zu nehmen und damit auch wahrnehmbar mehr Komfort zu bekommen?
grosso
Alles was es bequemer macht braucht Packplatz. Ich hatte eine Ultralight von Thermrest und eine dickere comfort. Erstere ist nicht wirklich komfortabel und die Isolierleistung hält sich in Grenzen. Zweitere braucht def. zu viel Packplatz als sie zu tragen.

Da ich es vermeide im Berg zu übernachten, wäre dies nur eine Notunterkunft für mich und hier kommt meine Survivalausbildung zum tragen. Hier bevorzuge ich junge Fichtenzweige ja 8-10cm hoch aufgelegt und die Rettungsdecke als Unterlage/ Wärmeschutz und Nässesperre und der Poncho als Notzelt/Shelter. Ein kl. Feuer und der Hund unter der Rettungsdecke würden es irgendwie erträglich machen.
 
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#10
Ja, Schuhe sind für mich das Thema schlechthin! Wenn man gute, hochgebirgstaugliche möchte, sind die halt gerne mal gelb oder auch blau. Ich favorisiere La Sportiva.


grosso
Farbe ist völlig egal. Der Leisten muss passen. Bei Kategorie D läuft sich der Fuss zum Schuh ein und nicht umgekehrt. Bei meinen Flossen geht am besten Hanwag.
Ein Päckchen Gel-Blasenpflaster (und wenns nur für den Mitgeher ist) wiegt nix und rettet einem u.U. die Tour!
 
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#11
...

Auf was ich auch nie verzichten würde sind Power Riegel. Hab ich anfangs belächelt, sind aber klein und richten einen wirklich wieder auf.
...

Robert
So handhabe ich es auch! Die Power Riegel passen in das Deckelfach des Rucksacks, sättigen und liefern Energie. Zugegeben, wenn die Kollegen teils ihre Tupperkisten auspacken und am Berg ein gefühltes Dreigänge-Menue mit Brot, Wurst, Käse, Ei und Dosenfisch richten, fühle ich mich manchmal wie eines der armen Schmuddelkinder aus der Siedlung ;). Dafür habe ich das Zeug aber auch vorher nicht durch die Gegend getragen.


grosso
 
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#12
Ja, ich denke es teilt sich in zwei Gruppen bei den Ausrüstungsfragen: übernachten ausserhalb (Zelt, Hütte) und der Rest.
Übernachten alpin, da hab ich nur "nicht-jagdliche" Erfahrungen im Zelt (Fischen).
Wenn dann ein Sturm bläst, ist der meistens kalt und kräftig. Hier helfen dann nur noch wirklich gute Zelte mit "snow flaps", da kann der WInd nicht drunter. Aber ja, viel mehr als auf den Berg hoch und dann mit Fisch wieder runter war da nicht.

Jagd: da schlafe ich meist in einer festen Behausung, mit Strom und Wasser (muss also wenig impovisieren).
Aber zum Rest der Bergjagd kann ich noch was beisteuern ...
 
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#13
Farbe ist völlig egal. Der Leisten muss passen. Bei Kategorie D läuft sich der Fuss zum Schuh ein und nicht umgekehrt. Bei meinen Flossen geht am besten Hanwag.
Ein Päckchen Gel-Blasenpflaster (und wenns nur für den Mitgeher ist) wiegt nix und rettet einem u.U. die Tour!
Ja und nach meiner sehr persönlichen Wertung gehen da nur die Compeed. Die habe ich IMMER dabei. Duck-Tape halte ich übrigens auch für eine sehr brauchbare Notlösung, die ich, als kleine Restrolle, meistens dabei habe. Mir hat sich mal bei einem solchen Schuh der Kategorie D, im Kahlgebirge, abseits aller Wege und Pfade, die Sohle über mehr als 1/3 gelöst und ich war sehr glücklich, das provisorisch fixen zu können.




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#14
So handhabe ich es auch! Die Power Riegel passen in das Deckelfach des Rucksacks, sättigen und liefern Energie. Zugegeben, wenn die Kollegen teils ihre Tupperkisten auspacken und am Berg ein gefühltes Dreigänge-Menue mit Brot, Wurst, Käse, Ei und Dosenfisch richten, fühle ich mich manchmal wie eines der armen Schmuddelkinder aus der Siedlung ;). Dafür habe ich das Zeug aber auch vorher nicht durch die Gegend getragen.


grosso
Powerriegel müssen auch bei mir immer mit. Aus eigener Erfahrung rate ich aber von speziellen Eiweißriegeln ab. Da kann der Eiweißschub sowieso schon mal schnell aufs Gedärm schlagen. In Verbindung mit größeren Höhen, die ja sowieso schon mal zu verstärktem Magengrummeln führen können, wenigstens bei mir überhaupt nicht zu empfehlen. Versuch macht kluch, wenigstens mich in diesem Fall.
 
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#15
Ja und nach meiner sehr persönlichen Wertung gehen da nur die Compeed. Die habe ich IMMER dabei. Duck-Tape halte ich übrigens auch für eine sehr brauchbare Notlösung, die ich, als kleine Restrolle, meistens dabei habe. Mir hat sich mal bei einem solchen Schuh der Kategorie D, im Kahlgebirge, abseits aller Wege und Pfade, die Sohle über mehr als 1/3 gelöst und ich war sehr glücklich, das provisorisch fixen zu können.




Anhang anzeigen 124236
Jep. Die habe ich auch.
Statt Ducktape habe ich 3-4 3m Spanngurte an der Kraxe.
Damit kannst allerlei festmachen, abspannen, rumwicklen, abbinden, Hund sichern
oder als Notschweißriemen hernehmen.
 
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