Bergjagd - Ausrüstungstips und Tricks

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Weicheier !!!! Wieviele halbe Tage hat man nicht schon bei der Elchjagd zugebracht bei minus 15 und noch kälter.

Ich empfinde die Kälte in Norrland anders wie in den Bayerischen Alpen. Zumal ich in meinen Klamotten die ich im schwedischen Winter trage auf keine Gamsjagd gehen möchte.

Tyvek:
Der KSK Schneetarnanzug dürfte aus Tyvek sein. Der ist zeitweise auf eBay usw erhältlich.
Ich habe eine Jacke für 17€ bestellt. Wenn ich daran denke, werde ich über das Teil berichten.

Verdammt. Ich hab erst dieses Jahr das olle Baumwoll Bundeswehrteil gekauft. Auf den Bildern sieht man allerdings keine Alu Innenseite. Allein wenn der Stoff kaum Wasser aufnimmt wäre es schon eine erhebliche Verbesserung.
Geräuschlos ist was anderes.

Wäre mir auf der Gamsjagd bei Schnee nicht so wichtig.
 
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Das Entscheidende bei der Soft-Tyvek Variante in meinen Augen ist die aluminierte Innenseite - Prinzip Rettungsdecke, die strahlt die Körpertemperatur zurück!
Ein Overall aus Tyvek ist umständlich, das Kleidungsstück wird ja fast immer nur als Windschutz übergezogen, wenn man Pause macht oder während der Bergpirsch mal kurz oder länger ansitzt.
Beim Mantel kann man ihn vorn offen lassen und dann "abdampfen".
Ich habe jetzt etliche Ansitze oben im Berg in Eis und Schnee hinter mir: Auf dem Körper Brynje Arctic Hemd , dann dünne einlagige Fleecejacke, dann Soft-Tyvek-Mantel, sonst nichts. Spart unheimlich Gewicht im Rucksack.
Na gut, das 147x112 cm Soft-Tyvek über Stiefel und bis Hüfte und über DJT - der heizt natürlich kräftig...

Der nicht aluminierte Overall hat auch den Nachteil, daß man mit den Schneeklumpen oder Matsch an den Stiefeln da rein muß.

Die ersten Meter habe ich bei extremtextil bestellt, die haben auch noch andere "goodies", dann habe ich neulich bei Lucas Bader nur aluminisiertes Soft-Tyvek günstiger bestellt, weil extremtextil erst nach zwei Monaten lieferte.
Die Tyvekbezeichnung war dann 3563M, bei der Ware von extremtextil 3460M. Konnte keinen Unterschied feststellen...

Vielleicht schafft Cast das ja, er ist offensichtlich Experte im "Googeln"

Die KSK-Jacke ist sicher hochinteressant als Windstopper
 
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Geil, Tyvek! Da hab auch schon einiges draus gebastelt.

Es lässt sich auch für den Sommer-Modus gut abtarnen duch bemalen mit Acryl- oder auch einfachen Dispersionsfarben
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So sieht dann das Ergebnis im komplett selbstgenähtem Hängemattensetup im Sommer- und Winter-Modus aus:
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Oder als Biwaksack
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Zum Radfahren und Bergsteigen hab mir ne ultraleichte Regenjacke genäht,
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Die Jacke wiegt nur ein paar Gramm und passt zusammen mit dem Regenüberzug in die dafür vorgesehene Bodentasche an meinem Rad-Rucksack. Die Nähte sind alle getaped, unnötige Taschen gibts nicht, so daß sie schon recht wasserdicht ist. Meiner schwere Goretex-Hardshell hält länger durch, allerdings wiegt die auch mehr als das vierfache und ist viiiiel größer.
5.2_1849073-hj5ulsgwe7rt-tyvek_jacke_1-medium.jpg
Schlag Weibern mal was ab.... Auch wenn sie dafür nicht gedacht war, hat es eine weitere zwei Nummern kleinere Jacke in seltsame, regnerische Länder bis in den Großstadtalltag meiner Schwester geschafft.
Lo_1849077-lgxfwqufrna9-tyvek_jacke_m1-medium.jpg
Schnell weg aus dem Großstadtdschungel in den richtigen Dschungel auf einer anderen Insel, nicht weniger regnerisch aber viel schöner. Zurück zum eigentlicher Einsatzzweck, beim Zieleinlauf mit Naturtarnung:
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Nach 8h Vollgas bei teils heftigen Windböen und waagerechtem Regen war sie allerdings durch. Ich aber auch.

Und um den Bogen zum Thema zu bekommen: Ich verwende Tyvek gerne beim Wandern und Radfahren vom Flachland bis Hochalpin als Wind- und Regenschutz.
Das Zeug ist recht atmungsaktiv und ausreichend wasserdicht. Für die Jagd ist es mir als Windschutz aber zu raschelig und zu laut. Als Regenjacke gehts jedoch, Soft-Tyvek ist leiser als eine Hardshell und wasserdichter als (m)eine Softshell.

Einen Tyvek-Overall (mal nicht selbst genäht und kein Soft-Tyvek) habe ich für die Pirsch im Schnee, das ist allerdings viel zu laut das Ding.

@Doc-Holiday : gibts ein Bild von dem Mantel?
 
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Das Entscheidende bei der Soft-Tyvek Variante in meinen Augen ist die aluminierte Innenseite - Prinzip Rettungsdecke, die strahlt die Körpertemperatur zurück!

Ich dachte zunächst (aufgrund falsch hängen gebliebener Informationen), dass Du die Abstrahlung von Körperwärme gegenüber den Verlusten durch Konvektion überschätzt, habe aber dann das auf Wikipedia gefunden:

"Neben der Wärmestrahlung verliert der Körper Energie auch durch Konvektion und Verdunstung von Wasser in der Lunge und Schweiß auf der Haut. Eine grobe Abschätzung ergab, dass für einen stehenden Erwachsenen die Wärmeleistung durch Strahlung die durch natürliche Konvektion um einen Faktor zwei übersteigt.[19]"

Man lernt also nie aus...

Waidmannsheil und Gruß,

concolor
 
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Hier ein Bild des ersten Mantels - der ist für mich zu eng.
Sitzt gut, es fehlt aber die Weite in den Ärmeln, welche die isolierende Luft als Puffer speichert.
Außerdem habe ich es mit der Farbe zu gut gemeint; die nächsten Anstriche waren schön wässrig verdünnt, viel dezenter, siehe die V-förmigen Einsätze, die den Mantel unten deutlich und glockenförmig weiten.
Damit kann man beim Sitzen schön die Seiten über die Knie schlagen und die Körperwärme halten.
In die Kapuze ist innen eine Lage leichtes Tarnnetz eingenäht - so kann kein Reflex vom aluminierten Teil ausgehen, hält auch noch Luft als Isolation.
Derzeit nutze ich den Mantel trotz der blöden Farbe, ziehe einen weit geschneiderten, langen Mantel aus dem leichten Tarnnetz drüber, ( 315 g) dann sind auch eventuelle Geräusche effektiv gedämmt - und es isoliert auch noch zusätzlich.

Und die Kopie des Fjellduken Biwaksacks/Ponchos mit aluminiertem Soft-Tyvek - und Kapuze - hat sich neulich schon bestens bewährt, als erst feiner Schnee fiel, der dann in Nieselregen überging.
Rucksack und Gewehr, Hund und Mann , alles drin, warm und trocken- Gewicht 340 g.
Der Unterschied zu dem Polyurethan beschichteten Fjellduken ist das Material. Soft Tyvek ist wasserabweisend, - (hydrophob)- da kondensiert so schnell kein Wasser - bei massivem Dampf natürlich auch - ist also nichts für schweißtreibende Aufstiege, aber prima für Abstiege bei Schneefall oder leichtem Regen - mit Gewehr und Rucksack drunter.

Als ich in Kamerun jagte, hatte ich einen "Kasten " aus normalem Tyvek, der über das Moskitonetz paßte und in den saukalten Nächten der Regenzeit im Urwald schön warm hielt. Das Gewebe war durch häufiges Waschen und Zusammenrollen ganz weich geworden und machte keinerlei Geräusch mehr.

Zurück zur Bergjagd: Vor dem Schneefall habe ich die 170 g Unterplane für die Hängematte mit der Hängematte getestet. War mittags weit oben nach Pirsch ziemlich groggy, spannte bei leichten Minusgraden die Hängematte im schattigen Wald auf, das Stück Tyvek drunter.
Und habe herrlich eine gute Stunde gepennt, war schön warm, ein großer Gegensatz zum Herbst, als die dünne Fallschirmseide schon die Körperunterseite auskühlte.

Und beim späteren Ansitz am Felsen war die Unterplane eine Decke über Stiefel bis Bauch, herrlich warm.

Neulich bin ich Spätnachmittags - in Eile - aufgebrochen zum Abendansitz am Hang "um die Ecke". Hatte vorher den Rucksack umgeräumt - und als ich mich am Ansitz "antütteln" wollte, war überhaupt nix zum Anziehen im Rucksack.
Also nur mit Brynje Arctic Langarmhemd auf dem Körper bekleidet und starke Windböen bei minus zwei Grad!!
Ups -dünne Kappe, keine Kapuze.
Also das Stück Hängematten-Unterplane Soft-Tyvek über die Kappe gezogen und Schultern bis Hüfte von hinten geschützt - woher die Sturmböen kamen .

So hielt ich es immerhin eine halbe Stunde aus.

Dann großer Fehler: Da kein Wild im Hang war, ließ ich den DJT los, damit er sich auslaufen konnte. Ging gleich ab wie eine Rakete und machte UNTER mir- überriegelt - ein Reh hoch, das sie in den Berghang hetzte.
Und dann mußte ich - dem eisigen Wind direkt ausgesetzt - gut zehn Minuten auf dem Weg ins Dorf warten, bevor sie zufrieden wieder zurück kam. Schützte mich bibbernd mit dem Soft-Tyvek-Stück, grenzwertig, aber ging.

Den Weg mußte ich blockieren, damit sie nicht ins Dorf saust und begeistert Katzen jagt.....
Was war ich froh über das Stück Tyvek mit Alu-Innenseite.....
Neulich erwischte sie die Katze des Sohns des Bürgermeisters. Autsch.
Bloß gut, daß der vernünftig ist und am Folgetag meinte "Schade, um die Katze aber sie hat ja nur ihren Job als Jagdhund gemacht, Du mußt sie jetzt immer angeleint im Dorf haben"


2020-12-17 Soft-Tyvek Mantel tarn 2 MP.jpg
2020-12-17 Soft-Tyvek Mantel tarn außen 2 MP.jpg
Netzmantel grün-dunkel 2 MP.jpg

1994-Lagerleben 2 MP.jpg

Kamerun Adamaoua  Lager an Quelle 30 km Fußmarsch nordöstlich von Sambolabo.jpg
 
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Hier ein Bild des ersten Mantels - der ist für mich zu eng.
Sitzt gut, es fehlt aber die Weite in den Ärmeln, welche die isolierende Luft als Puffer speichert.
Außerdem habe ich es mit der Farbe zu gut gemeint; die nächsten Anstriche waren schön wässrig verdünnt, viel dezenter, siehe die V-förmigen Einsätze, die den Mantel unten deutlich und glockenförmig weiten.
Damit kann man beim Sitzen schön die Seiten über die Knie schlagen und die Körperwärme halten.
In die Kapuze ist innen eine Lage leichtes Tarnnetz eingenäht - so kann kein Reflex vom aluminierten Teil ausgehen, hält auch noch Luft als Isolation.
Derzeit nutze ich den Mantel trotz der blöden Farbe, ziehe einen weit geschneiderten, langen Mantel aus dem leichten Tarnnetz drüber, ( 315 g) dann sind auch eventuelle Geräusche effektiv gedämmt - und es isoliert auch noch zusätzlich.

Und die Kopie des Fjellduken Biwaksacks/Ponchos mit aluminiertem Soft-Tyvek - und Kapuze - hat sich neulich schon bestens bewährt, als erst feiner Schnee fiel, der dann in Nieselregen überging.
Rucksack und Gewehr, Hund und Mann , alles drin, warm und trocken- Gewicht 340 g.
Der Unterschied zu dem Polyurethan beschichteten Fjellduken ist das Material. Soft Tyvek ist wasserabweisend, - (hydrophob)- da kondensiert so schnell kein Wasser - bei massivem Dampf natürlich auch - ist also nichts für schweißtreibende Aufstiege, aber prima für Abstiege bei Schneefall oder leichtem Regen - mit Gewehr und Rucksack drunter.

Als ich in Kamerun jagte, hatte ich einen "Kasten " aus normalem Tyvek, der über das Moskitonetz paßte und in den saukalten Nächten der Regenzeit im Urwald schön warm hielt. Das Gewebe war durch häufiges Waschen und Zusammenrollen ganz weich geworden und machte keinerlei Geräusch mehr.

Zurück zur Bergjagd: Vor dem Schneefall habe ich die 170 g Unterplane für die Hängematte mit der Hängematte getestet. War mittags weit oben nach Pirsch ziemlich groggy, spannte bei leichten Minusgraden die Hängematte im schattigen Wald auf, das Stück Tyvek drunter.
Und habe herrlich eine gute Stunde gepennt, war schön warm, ein großer Gegensatz zum Herbst, als die dünne Fallschirmseide schon die Körperunterseite auskühlte.

Und beim späteren Ansitz am Felsen war die Unterplane eine Decke über Stiefel bis Bauch, herrlich warm.

Neulich bin ich Spätnachmittags - in Eile - aufgebrochen zum Abendansitz am Hang "um die Ecke". Hatte vorher den Rucksack umgeräumt - und als ich mich am Ansitz "antütteln" wollte, war überhaupt nix zum Anziehen im Rucksack.
Also nur mit Brynje Arctic Langarmhemd auf dem Körper bekleidet und starke Windböen bei minus zwei Grad!!
Ups -dünne Kappe, keine Kapuze.
Also das Stück Hängematten-Unterplane Soft-Tyvek über die Kappe gezogen und Schultern bis Hüfte von hinten geschützt - woher die Sturmböen kamen .

So hielt ich es immerhin eine halbe Stunde aus.

Dann großer Fehler: Da kein Wild im Hang war, ließ ich den DJT los, damit er sich auslaufen konnte. Ging gleich ab wie eine Rakete und machte UNTER mir- überriegelt - ein Reh hoch, das sie in den Berghang hetzte.
Und dann mußte ich - dem eisigen Wind direkt ausgesetzt - gut zehn Minuten auf dem Weg ins Dorf warten, bevor sie zufrieden wieder zurück kam. Schützte mich bibbernd mit dem Soft-Tyvek-Stück, grenzwertig, aber ging.

Den Weg mußte ich blockieren, damit sie nicht ins Dorf saust und begeistert Katzen jagt.....
Was war ich froh über das Stück Tyvek mit Alu-Innenseite.....
Neulich erwischte sie die Katze des Sohns des Bürgermeisters. Autsch.
Bloß gut, daß der vernünftig ist und am Folgetag meinte "Schade, um die Katze aber sie hat ja nur ihren Job als Jagdhund gemacht, Du mußt sie jetzt immer angeleint im Dorf haben"


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Anhang anzeigen 155966

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Könntest du mal ne skizze vom Fjellduken zum nachschneidern einstellen. Meine Tyvekbestellung mit Alubedampfung sollte bald ankommen. :geek:
 
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Bei der lehrreichen Stoffdiskussion möchte ich ja fast gar nicht hineinposten.

Nutze auf dem Berg schon zeit langem die ultraleichten Platypustrinkbeutel.* Gefüllt hab ich sie meist flach gegen den Rücken, leer passen sie gerollt oder flach überall hin. Ungern mach ich sie prall voll, außer wenn nötig. Die 2l Variante ist so bis 1,5 angenehm flach, außerdem drückt das Wasser dann nicht so auf die Plastikhülle und den Verschluss...

Sie sind meines Erachtens ein gutes Beispiel für den Zugang vieler hier im Thread. Wir sind auch bereit Material wie Schuhe oder eben die empfindlicheren Flaschen halt eher zu ersetzen wenn mir dadurch deutlich weniger tragen müssen!

Ein Kamerad aus dem nördlichen Tirol meinte vor vielen Jahren als ich mich bei einer langen Tour über eine Loch im Material aufregte:
Es Zaig keart gsund zerissn - Das Zeug gehört gesund/neu zerissen. Im Schrank nutzt es am wenigsten...

*Die neuen mit dem Karabiner kenne ich noch gar nicht
 
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Schön, daß der sehr dumme Beitrag unter meinem gelöscht wurde. Im Gegensatz zum Verfasser schätze ich DocHolidays Beiträge sehr.

Noch mal zum Tyvek:
das lässt sich auch ganz hervorragend kleben. was robuster als nähen ist, da die Löcher im dünnen Stoff bei Belastung gerne mal vom Nähfaden aufgezogen werden.

Am dauerhaftesten wirds, wenn man näht und nach Fertigstellung einen 2cm breiten Tyvek-Streifen von innen über die Nähte klebt. Das geht nie mehr auf, ehr reißt der Stoff mittendrin. Außerdem werden die Nähte dadurch natürlich wasserdicht.

Als Kleber eignet sich einiges, ich habe die besten Erfahrungen mit Ponal wasserfest gemacht (kein Witz). Lässt sich gut verarbeiten und klebt dauerhaft so fest, daß sich beim Abziehen ehr das Material spaltet.

Mit Ponal und einem tyvek-Flicken lassen sich auch Löcher und Risse schnell, dauerhaft und beinahe unsichtbar reparieren.

Mit beschichtetem Material habe ich keine Erfahrung, hier würde ich wohl unbeschichtetes Tyvek von außen kleben, was dann aber natürlich mehr oder weniger sichtbar ist.

Waidmannsheil
Ratatoskr
 
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Bei der lehrreichen Stoffdiskussion möchte ich ja fast gar nicht hineinposten.

Nutze auf dem Berg schon zeit langem die ultraleichten Platypustrinkbeutel.* Gefüllt hab ich sie meist flach gegen den Rücken, leer passen sie gerollt oder flach überall hin. Ungern mach ich sie prall voll, außer wenn nötig. Die 2l Variante ist so bis 1,5 angenehm flach, außerdem drückt das Wasser dann nicht so auf die Plastikhülle und den Verschluss...

Sie sind meines Erachtens ein gutes Beispiel für den Zugang vieler hier im Thread. Wir sind auch bereit Material wie Schuhe oder eben die empfindlicheren Flaschen halt eher zu ersetzen wenn mir dadurch deutlich weniger tragen müssen!

Ein Kamerad aus dem nördlichen Tirol meinte vor vielen Jahren als ich mich bei einer langen Tour über eine Loch im Material aufregte:
Es Zaig keart gsund zerissn - Das Zeug gehört gesund/neu zerissen. Im Schrank nutzt es am wenigsten...

*Die neuen mit dem Karabiner kenne ich noch gar nicht
Wer aktiv jagd...der verschleisst Material. Ein gutes Beispiel ist mein Swedteam Backbone den ich seit zig Jahren viele hunderte male auf dem Rücken hatte. Er muss nun ersetzt werden....ob mein neuer (verm. Der Blaser) genauso lange lebt?! Keine Ahnung. Aber er wird in Kürze genauso dreckig sein wie der Backbone jetzt ist...
 
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Am dauerhaftesten wirds, wenn man näht und nach Fertigstellung einen 2cm breiten Tyvek-Streifen von innen über die Nähte klebt. Das geht nie mehr auf, ehr reißt der Stoff mittendrin. Außerdem werden die Nähte dadurch natürlich wasserdicht.

Als Kleber eignet sich einiges, ich habe die besten Erfahrungen mit Ponal wasserfest gemacht (kein Witz). Lässt sich gut verarbeiten und klebt dauerhaft so fest, daß sich beim Abziehen ehr das Material spaltet.

Klasse Tip mit dem Kleben. hatte ich mir auch schon überlegt, dachte aber. daß es zu steif werden würde.
Wäre das flexibel genug für einen Mantel????
 
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Klasse Tip mit dem Kleben. hatte ich mir auch schon überlegt, dachte aber. daß es zu steif werden würde.
Wäre das flexibel genug für einen Mantel????

Vielleicht funktioniert Tyvek Tape ??? Ich habe es benutzt, um die Tyvek-Windschutzscheibe an meinem Haus abzudichten. Es ist sehr flexibel und stark, aber ich kann mich nicht an die Dicke erinnern.
 
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Nachdem der obige Beitrag nach der Löschung diversen Spams etwas aus dem Zusammenhang gerissen ist:
Der bezog sich nicht auf @THLR

Und da auch einer meiner Beiträge dem Löschen zum Opfer fiel, möchte ich kurz wiederholen:
Tyvek ist sehr hitzeempfindlich.
Naht umbügeln wenn überhaupt nur auf niedrigster Stufe und mit äußerster Vorsicht, sonst kräuselt sich das Material.

Ich habe nach ersten Versuchen aufgrund der Gefahr, das Stück zu zerstören gar nicht gebügelt sondern nur gefaltet. Geht mit Tyvek auch recht gut.

Was da über der Hängematte auf dem Herbst-Bild hängt, ist ein multifunktionaler Poncho, der war schon auf diversen mehrtägigen Touren als Poncho und Zeltplane dabei.
Beim Jagen ist mir Tyvek allerdings wie schon geschrieben zu raschelig. Ich jage aber auch nicht im Hochgebirge (leider).
 
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So, hier die Anleitung für einen Biwaksack/Poncho, ein herrlich wärmendes Teil für Jagd im Schnee oder erdfarben angemalt auch ohne Schnee.

Das aluminierte Soft-Tvek wird in einer Breite von ca. 147 cm geliefert. Dann also ein Stück von 300 oder besser 320 cm abschneiden, in der Mitte umklappen. Das wäre dann oben - und ohne Naht dicht bei leichtem Niederschlag.

Eine Seite wird zugenäht (
beim Original Fjellduken hat man oben, unten und vorn einen Reißverschluß, kann es so über eine Schnur als Schutz hängen),
die andere Seite bekommt von unten her einen Reißverschluß, mir genügt ein Meter, denn oben schaue ich raus.
Wer es als Biwaksack über den Schlafsack nutzen will, läßt lieber einen Reißverschluß von der gesamten Länge einnähen.
Die seitlichen - 45 cm langen -Durchgriffe für die Arme sind 28 cm vom vorderen (Reißverschluß-) Rand entfernt, beginnen von oben nach 40 cm.
ACHTUNG: Reißverschluß von oben zumachend einnähen, nicht wie auf dem Bild von unten.
So kann man beim Ansitz die Öffnung so eng machen, wie man möchte, um einblasende Kälte zu verringern.
Und bei mir wird der 45 cm Schlitz auf einer Seite nochmal 20cm verlängert, damit der DJT auch Ausschau halten kann....
Kapuze: Die ist auf dem Bild in Verlängerung der Oberkante eingenäht, ca. 45 cm lang und breit. Man kann sie vorn individuell immer noch modellieren, ich habs mit eingeknoteten schmalem Fahrrad-Reifenschlauch (hohe Reibung, sitzt relativ fest) gemacht.

Rascheln: Normales (dickes) Tyvek habe ich neben Knautschen öfter in der Waschmaschine schonend mit schwerem Gewebe zusammen (solides Bettuch) gewaschen, dann wurde es weich.
Das Original-Tyvek Überzelt auf den Kamerunfotos war weich wie Samt. Na ja, bei 35 Safaris und immer nach jeder oder jeder dritten Nacht Abbau und Einpacken...

Bei so dem schön die Körperwärme reflektierendem aluminierten Soft-Tyvek habe ich mich noch nicht dazu getraut, es in die Waschmaschine zu stecken. Derzeit lege ich es auf den Stuhl und walke es bei jedem Hinsetzen einmal durch.
In jedem Fall hallt das Geräusch nicht weit.
Gestern Abend saß ich auf 2.000 m Höhe in eine Felszinne geschmiegt von 17h-18h45. Gut gedeckt, aber dem dort pfeifenden Wind bei Null Grad und windschill ?? schutzlos ausgesetzt:
Angezogen nur: Brynje Arctic Merinohemd, dann dünnes einlagiges Fleece-Jäckchen, dann Soft-Tyvek Mantel, dann Tarnnetzmantel. Hach, war schön warm...
Und das 120 m entfernt äsende Alttier bekam von meinen - sparsamen - Bewegungen und dem leichten Geräusch des Tyvek nichts mit als kaum noch Windbewegung war...

Hab dann nicht geschossen, wartete auf ein Kalb, kam aber nichts. Auf dem langen Heimweg, 600 m steil abwärts, dann 120 Höhenmeter wieder aufwärts im Mondlicht war ich heilfroh drüber....
Schön wars!
2021-02-19 Biwaksack Soft-Tyvek  2 MP.jpg

2021-02-19 Biwaksack Soft-Tyvek Deatail 1 Länge  2 MP.jpg

2021-02-19 Biwaksack Soft-Tyvek Deatail 2 Durchgriffe u Kapuze 2 MP.jpg
 
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