Besondere Erlebnisse bei der Jagd

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Dies soll ein Faden werden, in dem wir besondere, herausragende Erlebnisse der Jagd teilen können. Es wäre schön, wenn er nicht banal verwässert würde.
Hier mal ein besonderes Erlebnis von heute morgen:

Um 04h30 vorsichtige Pirsch linksseitig des großen Wildbachs über Stock und Stein hoch zu einem Platz, wo ich einen alten, grauen, sehr heimlichen Rehbock bestätigt habe.
Schließlich bin ich vor dem ersten Dämmerlicht da und setze ich mich neben einer alten Kiefer, die Schlagschatten wirft, zwischen zwei Felsblöcke, der Rucksack dient vor dem hinteren hüfthohen Fels als bequeme Rückenstütze, die Beine sind bequem auf der vor mir liegenden schrägen Felsplatte ausgestreckt, Hündchen auf dem Schoß; für mich gibt es nicht viel Schöneres, um den beginnenden Tag zu genießen.

Am Gegenhang am Waldrand ein undefinierbares Stück. Als es stärker dämmert, zieht es nach oben in den Wald – der alte Bock?? Dann außer einigen Gemsen und einer Ricke kein weiterer Anblick mehr – bis plötzlich Bewegung auf 20 m vor mir - eine Wildkatze, die mich direkt anläuft. Sie verhofft gerade mal vier Meter vor uns und äugt den komischen Felsen mit vier Augen an. Auf meinem Schoß versteinert die DJT Hündin.
Ich hatte ihr ein Häubchen aus einem abgeschnittenen Wollstrumpf gegen die Morgenkälte – und vor allem zur Tarnung des auffälligen schwarzen Köpfchens – aufgesetzt.
Das kommt uns nun zugute. Sonst wäre die zierliche Katze schon auf und davon. Ich bin auch gut getarnt, unter anderem verdeckt eine Haube aus Tarnnetz das verräterische, helle Gesicht, an den hellen Hände Tarn- Handschuhen, über Stiefeln, Hose und Hund liegt ein schmales, unregelmäßig grau=felsfarben gefärbtes Soft-Tyvek-Tuch als wärmende und tarnende "Decke".
Nun ist die geduckt verharrende schmale Katze sichtlich unschlüssig und fixiert uns mit ihren großen hellen Sehern. Niemand rührt sich, eine kleine Ewigkeit vergeht. Es ist erstaunlich, daß meine, sehr „katzenfreudige“ Hündin nicht zittert oder winselt, sie ist wie versteinert - Angriffsstellung.
Die schön schwarz-gelb geringelte Wildkatzen-Rute schlägt einige mal langsam hin und her, dann hält die Katze ihn ruhig. Der hellgelb-graue Körper ist schlank, es ist sicherlich eine Katze, kein Kuder.
Nun ist mir auch klar, warum der Hund beim Herweg so intensive unter jedem Felsüberhang und dichten Busch verschwand und suchte. Entlang des Wildbachs liegt sicherlich das Jagdrevier der Katze – wahrscheinlich hat sie ein Geheck zu versorgen und pirscht hier auf Mäuse.
Nach rund drei Minuten gegenseitigem Fixieren mache ich ein ganz kleine Bewegung, schwupps springt die Wildkatze ab – und der DJT auf dem Schoß wird verrückt und will hinterher. Ich kann die passionierte Hündin nur mit Mühe bändigen und ruhig halten. Welch schönes Erlebnis. Nur schade, daß keinerlei Chance für ein Foto bestand.
Hier ein Bild einer früheren Begegnung, ein starker Kuder, Bild auf ca. 50 m. Damals saß ich an einem Hang und vesperte, der Kuder wechselt von unten in einer steilen Schlucht hoch, es gelang, die Kamera aus der Gürteltasche zu fingern, da mein Körper überriegelt, für ihn nicht einsichtig war.

2013-12-Wildkatze Kater  2 MP safariteam.jpg
 
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3 erster Vorderlader Bock.jpg
Jetzt ist es geschehen: nach vielen Diskusionen ob Vorderladerjagd erlaubt, waidgerecht oder auch nur schrullig ist, habe ich meinen Beständer einfach gefragt, und er hat genickt(fernmündlich).
Gestern früh, bei leichtem Regen und etwas maulend, ging ich meinen Erdsitz in einer alten Obstplantage an.
Links eine Gasse zwischen Brombeerhecken, geradeaus ein Weg der nach ca 40m hinter eine Hecke abknickt. Insgesamt alles sehr unübersichtlich, bis auf die beiden Schneisen.
Hier geht ein Bock, den hatte ich letzte Woche kurz vor.
Vorgestern saß ich schon hier, aber bis auf einen Siebenschläfer der von einem dürren Apfelast aus die Gegend beäugte und nach 5 Minuten ins Gras sprang hatte ich keinen Anblick.
Und jetzt regnete es auch noch, in der nicht einsehbaren Wiese mit überständigem Gras keuchte und hustete etwas, und vestummte.
Um 0510 war das Licht so gut, dass ich den Diopter montieren konnte.
Um 0600 knallte es beim Nachbarn.
nach einer viertel Stunde vollzog der Bilch sein Morgenriual.
Dann: Roter Fleck von links nach rechts im hellen Gras-Bock-sichert zu mir, Rifle hoch- Hahn gepsannt-Hochblatt-Rums-Rauch-Schalen schlegeln-nachladen...nichts zu sehen, die Wolke zieht Richtung Anschuss.
Nach 5 Minuten musste ich hin, länger braucht ein Nichtraucher nicht. Da liegt ER, den Einschuss hochblatt, ein ungerader Sechser. Das 250gr schwere 45er Geschoss hat ihn einfach umgeworfen.
Alles passte: Entfernung, Licht, die bekannte Genauigkeit des Vorderladers die ich bisher nur vom Papierlochen kannte, nur der Wind wurde von der Hecke genau zum Bock gelenkt.


Das aktuelle Bild vom Bock, der einziger der es auf's Brettchen geschafft hat1622877792057.png
 
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Anhang anzeigen 170446
Jetzt ist es geschehen: nach vielen Diskusionen ob Vorderladerjagd erlaubt, waidgerecht oder auch nur schrullig ist, habe ich meinen Beständer einfach gefragt, und er hat genickt(fernmündlich).
Gestern früh, bei leichtem Regen und etwas maulend, ging ich meinen Erdsitz in einer alten Obstplantage an.
Links eine Gasse zwischen Brombeerhecken, geradeaus ein Weg der nach ca 40m hinter eine Hecke abknickt. Insgesamt alles sehr unübersichtlich, bis auf die beiden Schneisen.
Hier geht ein Bock, den hatte ich letzte Woche kurz vor.
Vorgestern saß ich schon hier, aber bis auf einen Siebenschläfer der von einem dürren Apfelast aus die Gegend beäugte und nach 5 Minuten ins Gras sprang hatte ich keinen Anblick.
Und jetzt regnete es auch noch, in der nicht einsehbaren Wiese mit überständigem Gras keuchte und hustete etwas, und vestummte.
Um 0510 war das Licht so gut, dass ich den Diopter montieren konnte.
Um 0600 knallte es beim Nachbarn.
nach einer viertel Stunde vollzog der Bilch sein Morgenriual.
Dann: Roter Fleck von links nach rechts im hellen Gras-Bock-sichert zu mir, Rifle hoch- Hahn gepsannt-Hochblatt-Rums-Rauch-Schalen schlegeln-nachladen...nichts zu sehen, die Wolke zieht Richtung Anschuss.
Nach 5 Minuten musste ich hin, länger braucht ein Nichtraucher nicht. Da liegt ER, den Einschuss hochblatt, ein ungerader Sechser. Das 250gr schwere 45er Geschoss hat ihn einfach umgeworfen.
Alles passte: Entfernung, Licht, die bekannte Genauigkeit des Vorderladers die ich bisher nur vom Papierlochen kannte, nur der Wind wurde von der Hecke genau zum Bock gelenkt.


Das aktuelle Bild vom Bock, der einziger der es auf's Brettchen geschafft hatAnhang anzeigen 170445
hatte der Bock die Maske angelegt?
D.T.
 
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Das schwerste REAL-Langgeschoss vor 80grain WasagPP.
mit der 54er Hawken auch zunächst auch Langgeschosse, danach gepatchte Rundkugel vor 90grain WasagPP.
Gute Medizin!
Es kann sich kaum einer vorstellen wie ich diese Jagdart vermisse.
 
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@baikal: Waidmannsheil!
@Doc-Holiday: Gute Idee, dieser Faden. Die besonderen Jagderlebnisse, oft auch ganz ohne etwas zu erlegen, sind für mich das Salz in der Jägersuppe. Da gibt's so viel, was mir einfällt, z.B. der balzende Uhu in einem knorrigen Obstbaum bei Vollmond direkt neben dem Sitz. Oder als ich nach dem Abendansitz zurück zum Auto gegangen bin und es neben mir in der Hecke knackt. Aus Spaß habe ich wie eine alte Bache geblasen, woraufhin die 70 kg - Wutz (die in der Hecke steckte) schnurstracks aus der Hecke kam und mich beinahe umgerannt hätte (das Gewehr hatte ich schon entladen). Da haben wir beide ziemlich blöd geguckt.
 
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Ich habe einige Jahre die H&N .45 Maxiball mit 215gr vor 36gr CH2 aus dem italienischen Nachbau einer Wesson-Rifle geschossen. Auf 50m hat sie jede Hawken geschlagen.
1622999520168.png
Tja, bis ich dann plötzlich mit zwei Waffenteilen in zwei Händen da stand. Der Guß-Systemkasten mit dem aufgedrehten Laufgewinde hat der mächtigen Energie der Schweizer nicht standgehalten und so verabschiedete sich der Lauf in der Horizontalen nach vorne ;)
 
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An soner Wesson war ich auch mal dran, bis sich dr Preis in unglaubliche Höhen geschraubt hat.
auf Sauen war mir auch das Kaliber .54 irgendwie angenehmer.
 
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Besonderes Erlebnis der Mini-Art: Eines schönen Abends am Ansitz, gut getarnt, Gewehr wegen der engen Verhältnisse vor mir und ggf. naher Schußdistanz schon schußbereit auf dem Schoß waagerecht gehalten - plötzlich setzt sich ein Käuzchen auf den schönen "Ast". Hat aber schnell seinen Fehler bemerkt und schwang sich wieder von dannen. Habe noch lange gelacht,
 
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Mit ohne schiessen kann ich auch:
Ich sitze mit Johanna auf einer offenen Leiter an einer Kirrung.
Plötzlich bekommt der Jagdbegleithund einen extrem langen Hals und äugt nach unten.
Ein paar Sekunden später wuselt ein Eichhorn die Leiter hoch, erklimmt mein Hosenbein, springt auf die Ablage und hechtet in den nächsten Baum.
Das ging so schnell, da blieb keine Zeit für nix.
 
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Anhang anzeigen 170446
Jetzt ist es geschehen: nach vielen Diskusionen ob Vorderladerjagd erlaubt, waidgerecht oder auch nur schrullig ist, habe ich meinen Beständer einfach gefragt, und er hat genickt(fernmündlich).
Gestern früh, bei leichtem Regen und etwas maulend, ging ich meinen Erdsitz in einer alten Obstplantage an.
Links eine Gasse zwischen Brombeerhecken, geradeaus ein Weg der nach ca 40m hinter eine Hecke abknickt. Insgesamt alles sehr unübersichtlich, bis auf die beiden Schneisen.
Hier geht ein Bock, den hatte ich letzte Woche kurz vor.
Vorgestern saß ich schon hier, aber bis auf einen Siebenschläfer der von einem dürren Apfelast aus die Gegend beäugte und nach 5 Minuten ins Gras sprang hatte ich keinen Anblick.
Und jetzt regnete es auch noch, in der nicht einsehbaren Wiese mit überständigem Gras keuchte und hustete etwas, und vestummte.
Um 0510 war das Licht so gut, dass ich den Diopter montieren konnte.
Um 0600 knallte es beim Nachbarn.
nach einer viertel Stunde vollzog der Bilch sein Morgenriual.
Dann: Roter Fleck von links nach rechts im hellen Gras-Bock-sichert zu mir, Rifle hoch- Hahn gepsannt-Hochblatt-Rums-Rauch-Schalen schlegeln-nachladen...nichts zu sehen, die Wolke zieht Richtung Anschuss.
Nach 5 Minuten musste ich hin, länger braucht ein Nichtraucher nicht. Da liegt ER, den Einschuss hochblatt, ein ungerader Sechser. Das 250gr schwere 45er Geschoss hat ihn einfach umgeworfen.
Alles passte: Entfernung, Licht, die bekannte Genauigkeit des Vorderladers die ich bisher nur vom Papierlochen kannte, nur der Wind wurde von der Hecke genau zum Bock gelenkt.


Das aktuelle Bild vom Bock, der einziger der es auf's Brettchen geschafft hatAnhang anzeigen 170445
Frage: Wie entlädst du die und wenn nicht entladen wird wie merkt man ob geladen ist oder nicht ?
 
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