Bewegungsjagden 2019/2020

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Bei uns oberer Durchschnitt würde ich sagen. Es gab bei den Spießern keine Einschränkung. Wenn ich früher einen Gast hatte, dann habe ich den immer schießen lassen wenn es nicht die Oberantilope war. In CZ werden bei uns grundsätzlich keine Spießer erlegt, der Bedarf an schwachen Hirschen ist sehr groß. Ich versteh das grundsätzlich, dass halt viele mal mit sowas anfangen wollen.
 
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Ein kurzes resume des Wochenendes.
Am Freitag ging es bei anfangs leichtem Nebel in den Wald. Ich hatte meine 7 Leute auf ihren Ständen eingewiesen und erreichte meinen Stand 15min vor dem Schnallen der Hunde. Während ich aufbaumte wechselte schon eine kleine Rotte über die Schneise vor mir, wohl von einem der Nachbarschützen hochgetreten. Der letzte Nebel verzog sich zügig und der nächste Anblick ließ nicht lange auf sich warten. Ein Überläuferkeiler querte die Schneise auf 12uhr im Steilen Hang und verendete noch bevor er diese zuende überqueren konnte. 10 minuten später nähert sich Hundegeläut, dann brechen unterhalb von mir regelrecht die Jungbuchen um. Ein einzelnes starkes Stück flüchtet in meine Richtung, Waffe hoch, als das Stück den Weg erreicht sehe ich das Gewaff. Der Schuss auf ca 30m ist dann keine Kunst mehr. Das Keilerchen erhält die Kugel auf dem Blatt und ich kann den weiteren Fluchtverlauf nur noch hören bis zu einem dumpfen Schlag und dann war kurzzeitig Stille. Der der Sau folgende Wachtel quert die Forststraße und gibt kurz noch einmal laut und kommt zurück. In der nächsten Stunde bietet sich immer wieder Anblick, jedoch ohne die Chance einer Schussabgabe. Dann nähert sich der laut meines Hundes, er kommt nicht allein. Er folgt 3 Überläufern die den Wechsel des Keilers entgegengesetzt laufen. Die ersten 2 laufen leicht versetzt, der Dritte hat etwas Abstand, er bricht im Schuss sofort zusammen und rutscht leider noch über die Böschung den Hang hinunter. Kurz vor Schluss lässt sich noch ein Kitz durch anschrecken zum Verhoffen bringen und ich kann die Chance nutzen.
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Ich habe leider kein besseres Bild, aber das war der kraftaufwändigen Bergung mit 3 Leuten geschuldet. Das Kitz fehlt dort noch. Ein wunderbarer Jagdtag neigte sich dem Ende entgegen.

Samstag ging es bei Nieselregen und etwas Wind los. 50m von der Waldkante war mein Sitz. Im Umkreis von 100m vor mir fast nur Brombeeren und Jungwuchs, hinter mir Altholz. Der Hund suchte freudig ab, fand aber kein Wild. Nach 20min erweiterte er seinen Radius. Nach rund anderthalb Stunden versucht sich ein Überläufer vor mir in den Brombeeren zu drücken. Der junge Wachtel folgt und gibt hartnäckig Standlaut. So wird die Sau wieder hoch und flieht in die Richtung wo er her gekommen ist. 30min vor Schluss ist wieder Bewegung in der Dickung, ein einzelnes Stück, ich bin mir unsicher und warte, der Hund bringt das Stück ins Altholz und ich kann sicher ansprechen. Überläuferbache, definitiv keine Striche - die passt. Distanz gute 40m und eine Totflucht von 20m. IMG_20191116_114748-1587x1190.jpg
IMG_20191116_123424-1190x1587.jpg
An beiden Tagen wurde mit jeweils über 100 Schützen über 130 Stücke Wild erlegt und alle Hunde waren am Ende gesund bei ihren Führern. So kann die noch junge Saison gerne weitergehen.
Im Großen und Ganzen ist das Schwarzwild dieses Jahr sehr sehr stark im Wildbret. Die Frischlinge haben fast alle 20kg plus. Meine beiden Überläuferkeiler vom Freitag hatten knapp 80kg und der noch junge Keiler gute 100kg.
Auch die Überläuferbache brachte etwas über 70kg auf die Waage.
Für die kommende Woche wünsche ich allen guten Anblick und kräftiges Waidmannsheil.
 
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Bei mir ist es morgen soweit. Erste DJ im ersten JJ.

Ich wäre gerne als Treiber durch, bin aber nun doch aufgrund Schützenmangels als Schütze dabei.

Die Ausrüstung ist gecheckt. Meine persönlichen Regeln und Grenzen sind auch gesteckt.

Ich freu mich auf morgen =)

Euch allen Waidmannsheil zu den tollen Strecken! 🦌🌿🐗
 
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Bei uns oberer Durchschnitt würde ich sagen. Es gab bei den Spießern keine Einschränkung. Wenn ich früher einen Gast hatte, dann habe ich den immer schießen lassen wenn es nicht die Oberantilope war. In CZ werden bei uns grundsätzlich keine Spießer erlegt, der Bedarf an schwachen Hirschen ist sehr groß. Ich versteh das grundsätzlich, dass halt viele mal mit sowas anfangen wollen.
Schau an, da hatte ich wohl eine Wissenslücke. Meine Ausbildung hat gesagt, ein Hirsch mit Augsproßen ist immer mehrjährig.
 
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Schau an, da hatte ich wohl eine Wissenslücke. Meine Ausbildung hat gesagt, ein Hirsch mit Augsproßen ist immer mehrjährig.
Dann hat sie Dir aber verschwiegen, daß typischerweise der 1. Kopf noch keine Rosen hat....;)
Oder hattest Du einen NL-Ausbilder, nach dem Motto:
rechte Stange = 8 Enden = Achter = 8 Jahre = Bummmmm… :ROFLMAO:
(Ähnlichkeiten mit noch lebenden Personen sind rein zufällig.)
 
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So weit ich weiß lebt der Hans -Albrecht Hewicker noch. Aber ist schon lange her als ich mit 16 die Ausbildung in SH gemacht habe, vieleicht ist mir das mit den Rosen auch entfallen.
 
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Schau an, da hatte ich wohl eine Wissenslücke. Meine Ausbildung hat gesagt, ein Hirsch mit Augsproßen ist immer mehrjährig.
Das ist im Prinzip richtig, ein Schmalspießer mit Augspross ist bei uns zumindest ein weißer Rabe. Wir haben auch nicht viele Augsprossgabler vom 2. Kopf. Daher ist der Abschuss entschuldbar. Wie ich schon gesagt habe, in meinem Jägerleben habe ich scho viele Hochgabler, auch mit 3erKrone gesehen, aber nur einen Augsproßgabler 1-jährig der im Bast erlegt wurde, ein anderer Hirsch hatte eine ganz ungewöhnliche Stangenform, eine sehr hoch angesetzte "Augsprosse". Gewissheit liefert immer der Kiefer. In diesem Fall waren die fehlenden Rosen sofort erkennbar.
 
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Ich möchte noch anmerken, daß dieses Hirschchen eine hoch ungünstige, weil waagrechte Stellung der Augsprosse aufweist, die es nach Anbringen der Trophäe an der Wand nicht erlaubt, auch nur eine Kappe dran aufzuhängen….:oops:
Man sollte das beim Abschlag-Winkel des Schädels berücksichtigen ! :LOL:
 
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Waidmannsdank!

Es ist kurios dieses Jahr - seit Mitte Oktober wechseln sich jeweils Jagden mit Nullnummern und mehreren Stücken ab. Im Schnitt sind es bisher 1,8 Stck pro Jagd, damit bin ich sehr zufrieden. :)
(y)(y)(y)
Ich habs heut mal kurz überschlagen: Ich war heuer auf 5 Drückjagden, und hab dabei 4 Sauen, 3 Reh und 2 Füchse strecken können (Bericht folgt). Macht ebenfalls 1,8 Stücke je Drückjagd! Zugegeben bin ich heuer auf nich sooo vielen Drückjagden wie in der Vergangenheit und auch nicht wie Stöbi, aber auch im vergangenen Jahr hatte ich eine ähnliche Quote (28 Stücke auf 17 Jagden = 1,64 Stk/DJ)
Wegen mir darf es gerne so weitergehen!
 
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Ende Oktober (auf Freitag) die 2. Drückjagd. Meine Frau entscheidet sich spontan, dem DJ-Bock zu entsagen und lieber mit dem Labby durchzugehen und ich kann meinen Dad kurzfristig als Ersatzmann mitbringen. Der junge Revierleiter nimmt mein Angebot an und ich darf in meinem alten Ausbildungsrevier wiedermal eine kleine Truppe anstellen. Gesagt getan, die Stände sind alle top ausgezeichnet und so ist das Anstellen kein Problem. als letztes stelle ich meinen Dad an und ich selbst beziehe auf der gegenüberliegenden Grabenseite meinen Stand in der Abteilung "Wildpretshöhe";)

Erstaunlich ruhig verlaufen die ersten Minuten am Stand, erst kurz vorm Schnallen fällt der erste Schuss zu meiner Rechten. zu 99% war das mein Standnachbar, von dessen Existens ich nur aus der Stenadkarte erfahre. etwa 200m Dickung trennen uns. Wenig drauf hör ich den Wachtel meines Dads aufheulen und gleich drauf knallts. Ein zweiter und ein Dritter Schuss folgen in relativ schneller Folge! Eindeutig mein Dad. Der Wachtel heult immernoch auf..
Wenig drauf erreicht mich eine SMS. "Sch... Köter, die rotte wär mich sooo schön angelaufen! Naja 2 liegen, auf die erste hab ich 2mal geschossen!" Letzteres wundert mich, ich hätt eher drauf gewettet, dass der Hund den Drückjagdbock umgerissen hat...:ROFLMAO:

DAs Treiben geht dann auch irgendwann los und ein Fuchs quert meinen Stand (nicht frei:mad:). Als nächstes kommt mein Chef (als Durchgeher) vorbei. Der ist lange schon wieder weg, da erscheint auf etwa 80m eine Sau auf der Rückegasse. Die Waffe hoch und den rechten Rand anvisiert, da erscheint auch schon nummer zwei, gefühlt etwas schwächer und v.a. deutlich heller. Die Entfernung ist grenzwertig, aber die Sau nicht allzu schnell und schon is die Murmel unterwegs. Dank SD hör ich selbst den Kugelschlag. Eine weitere kleinen Lücke überfällt nur eine der beiden Sauen.:unsure::unsure::unsure:
Die nächste Stunde wird zur Qual, dann erscheint mein Chef zur zweiten Runde. Er schaut etwas ungläubig, wie ich ihn immer weiter auf der engen Schluppe den Hang rauf schicke, aber dann ruft er freudig: "Da ist Schweiß, viel Schweiß! Guter Schweiß!" und sein KlM knurrt schon den Überläuferkeiler an, der 5m hinter der zweiten Lücke liegt. In der verbleibenden Stunde schauen noch zwei Füchse vorbei, die offensichtlich wissen, dass es ihnen heute nicht gilt...
Am Abend liegen 56 Sauen, 15 Reh und ein Waschbär, der von Hunden gestellt wurde.


Am Tag drauf DJ Nr. 3.
Meine Frau schließt sich wiederum der Treiberwehr an und ich kann einen Freund nachnominieren. Der hat ein liebevoll gepflegtes Niederwildrevier aber nur wenig möglichkeiten auf Schwarzwild.
Wir drei (mein Dad is auch wieder mit von der Partie) rücken als letzte ab. Unsere Stände sind mitten im Einstand auf Schneißen. Der Freund hat etwas mehr Schussfeld, ich hab wirklich nur 1 und ne Halbe Gasse nach oben, und drei nach unten.
Gleich zu beginn wechselt mich ein Fuchs an, der unter den Schirmästen am Ende einer der Schussschneißen verhofft. Sein letzter Verhofferer und für ihn ein tödlicher Fehler.;)
Ein Weitere Fuchs quert die unteren Schneißen, ist aber nicht zu bekommen. Die Ansage lautet: "Wer ein Stück beschossen hat und es nicht liegen hat, hört mit der Jagdausübung auf. Da gibt man keinen "ich versuchs mal - Schuss" auf einen Fuchs ab...
Das Treiben nimmt seinen teilweise seeehr ruhigen Verlauf. Ein Frischling passiert im Nebel meine unteren Schneißen, in der ersten war er zu schnell, in der zweiten im Nebel verschluckt und die Dritte quert er hinter der Einsehbarkeit. Irgendwann kommt ne SMS von meinem Dad, Kitz tot. Und auch der Freund hat zu Berichten: Frischling erlegt - vermutlich der, der sich bei mir durchgemogelt hat.
Irgendwann kommen auch die Hundeführer vorbei. Vorm Laika kommen zwei Rehe über die Gasse geflogen...
Etwa 100m hinter mir dann Tumult, Hundelaut und die Treiberrufe einzelne Sau nach hinten! - also zu mir. Ich hör es kurz knacken und da fliegt die Sau auch schon über die obere Gasse. Ich war dorthin schon im Anschlag werf ihr einen Schuss "an die Büsch" hinterher. Wie sich später zeigt, hab ich die ÜL-Bache unterm Haupt (ohne Knochen) gestriffen. Zum Glück erlegt sie ein Schütze 2 Stände weiter hinten. Mein Schuss wär zu 99% auszuheilen gewesen, zu kriegen war die Sau damit nicht. Die Borsten vom Anschuss passen 100%ig und auch die folgende Kontrollsuche endet an besagtem Stand.
Mit etwa 35 Schützen liegen 11 Sauen, 2 Reh iund mein Fuchs.

Die Woche drauf auf Sonntag (3.11.) die traditionelle Hubertusjagd vor hiesigen Hegegemeinschaft. Zuerst traditioneller besuch beim örtlichen Pfarrer. Normalerweise gibts da anlassbezogen eine kleine Andacht mit Hörnerklang. Da Sonntag ist, hat der Pfarrer keine Zeit für solche Extrawünsche und wir werden kurzerhand in die regulär stattfindene Sonntagsmesse "integriert. Die bunt zusammen gewürfelte Truppe darf einige Stücke spielen (macht das verdammt gut) Aber der Geistliche verschwendet kein einziges Wort zum Hl. Hubertus. Stattdessen erfahren wir eine Geschichte von einem Dingsbums, der auf einen Baum gekrabbelt ist, um Jesus zu sehen. Er hätt ja wenigstens nen Hochsitz draus machen können...

Die Jagd selbst ist auch wiedermal sehr traditionell: Frei sind alle Sauen, alle Füchs und alles Raubwild. Und wie so oft bei deisen traditionellen Hubertusjagden ist auch die Strecke recht übersichtlich: Ein Fuchs liegt, ein Kitz fängt der Labby meiner Frau, die Sauen werden überwiegend gefehlt, nur eine wird angeschweißt. Ich hab außer einer Maus, fünf Amseln und einem Kolkraben keinen Anblick.
Die Geschichte wär eigentlich nen eigenen Faden wert, weil diese eine Sau im Nachhinein noch für odentlich Ärger sorgt...
Der Schütze (übrigens einer, der keine Gelegenheit versäumt, auf die Förster zu schimpfen, weil diese grundsätzlich ohne Anzusprechen auf jedes Reh schießen) schießt auf einer - nach seinen Aussagen - winzigen Lücke im Schwarzdorn auf eine Sau. Zum Ende des Treibens kommen die Treiber dort vorbei und er weißt zwei Treiber (u.a. meine Frau) die beide OHNE Waffe unterwegs waren, auf den Einschuss ein. Die Sau hat angeblich um die 40kg...
Die beiden ( ich hab meine Holde schon gelobt für ihren Einsatz) krabbeln auf allen vieren auf der Schweißfährte hinter der Sau her.
Zum Glück hat diese Sau den Schwarzdornverhau (vom Anschuss weg sicherlich noch 500m!) bereits verlassen, wurde nochmal gesehen aber nicht mehr beschossen und hat auch das Revier schon verlassen. Über der Grenze stand (war auch so abgesprochen) ein Freund von mir und hat die Sau erlegt. Wie sich rausstellte war das ein fünf bis sechsjähriger Keiler mit beidseitig etwa 7 bis 8cm sichtbaren Gewehren und über 100kg. Der 1. Schuss war ein hoher Vorderlaufschuss. Die Sau hatte zu dem Zeitpunkt bereist 500m durch Schwarzdornen und weitere 500m über freies Feld und Heckenstreifen zurückgelegt. Sie war kurz davor in einen weiteren Schwarzdornkomplex von 10 bis 20ha einzuwechseln. Die beiden Jagdpächter haben die Vereinbarung, dass krankes Wild, wird es im Nachbarrevier erlegt, ins erste Revier zurück geht. Dementsprechend lag der Keiler dann bei der Hubertusjagd auf der Strecke und der, der dem Keiler den Lauf zerschossen hat, wurde zum Jagdkönig erklärt. Der, der die Sau "totgeschossen" hat, hat mal angefragt, ob er die Waffen haben kann (hätt ich an seiner Stelle auch). Darauf hin wurde er vom "Krankschießer" noch verhöhnt ("Der xy kann sich auch auf m Flohmarkt n paar waffen kaufen...!" - weitere Ausführungen spar ich mir) Ich hab in dem Moment eigentlich hauptsächlich daran gedacht, dass meine Frau und ein weiterer Hundeführer in den Schwarzdorn hinter nem Keiler mit 100kg+ ohne Gewehr hergekrabbelt sind. Was ein A....

Sei's drum. Meine Frau war ebenfalls angewidert von solch Arroganz und wir hatten einen Guten Grund (der Bub hat gequängelt), das Schüsseltreiben frühzeitig zu verlassen.
 
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Zurück zu freudigeren Jagden: Am Samstag jetzt die 5. Drückjagd.
Über ne Whattsappgruppe hab ich von zwei kurzfristigen Absagen erfahren und konnte am Vortag noch "meinen" Jungjäger (Siehe Beitrag #50) nachnomminieren. Geplant sind zwei Treiben. Überraschenderweise darf ich mit anstellen. Alles kein Problem, ich bin nicht zum ersten mal dabei und diese Runde kann ich. Zudem kenn ich auch meinen Stand. voriges Jahr konnt ich dort einen Überläufer und zwei Rehe strecken. Erwartungsfrao steuere ich also meinen Stan an. Leider hatten wir einen ungewöhnlichen Südwind...
Zu Beginn fliegen Geiß und Kitz durch Stangenholz, gefolgt von einem Bock... Wenig später kommt eine Rotte - auf 150m zu meiner Rechten...:mad:
Hinter mir fallen ein paar Schüsse. Durch die Douglasienstangen erkenne ich einige Buckel, die sich mir Nähern. Leider genau im Wind und wie erwartet, drehen sie ab und queren die Gasse zu meiner linken auf ebenfalls etwa 140m und ohne Kugelfang. Wenigstens laufen die genau in Richtung von meinem Dad. Bei der SMS komm ich exakt bis zum "8 Sau" da knallt auch schon dreimal bei ihm. den Rest "en zu dir!" spar ich mir. er hat sie wohl rechtzeitig bemerkt. 2 Liegen, die 3. Murmel sitzt mittig auf ner untersändigen Buche.
Bei mir folgen zwei einzelne Sauen auf den wechseln, die zuvor die Rotten genommen haben, aber in umgekehrter Richtung. Dann wechselt mich noch so ein verfluchter Frischling der Zwergenliga durchs Stangenholz an, natürlich genau paralell zur Gasse. Der Frosch (keine 10kg) ist immer noch größer als die Lücken, aber auf 20m einen Versuch wert. in die nächste Lücke - ich bin sauber vorne drauf) schick ich die Murmel. Bleibt das Mistviech, das hundsmiserablige, nicht stehen? meine Kugel spritzt kurz vor der Wurfscheibe in die Nadelstreu...:mad::mad::mad:

Mein Ärger ist allerdings schnell verflogen als sich der Jungjäger meldet: Der Hundeführer hat die von ihm beschossenen Sau nach etwa 100m gefunden. Nach über zwei Jahren hat der junge Mann endlich sein erstes Stück Wild erlegt. Am Streckenplatz strahlt er von einem Ohr bis zum anderen und wenn er die Lauscher nicht hätt, er würd glatt um den ganzen Kopf rum grinsen!!! Alle, wirklich alle, die von seinem "Leidensweg" und seinem Traume wissen, freuen sich riesig mit dem Jungen Mann...

Ich hab mich im Vorfeld freiwillig zum zentralen Aufbrechen gemeldet und der Jungjäger packt kräftig mit an.

dann gehts zum zweiten Treiben. Ich werd in einen mir bislang unbekannten Revierteil eingeteilt und muss auch nmmer anstellen. Stand 109 ist der meine. Der Zuweg ist für hiesige Verhältnisse gewaltig. Zuerst gehts zusammen mit einem anderen Schützen etwa 250m durch eine Laubholznaturverjüngung. An dessen Stand bieg ich im 90°Winkel an und folge etwa weitere 300m der Bestandesgrenze. mein Stand befindet sich auf einem Kassenkreuz in einer auslaufenden Dickung, jungem Stangenholz. Ich hab sechs Gassen unterschiedlicher Länge. Die auf 12 Uhr ist die längste mit etwa 180m. Allerdings hab ich dort keine zweite Gasse in spitzen Winkel dazu. Noch vorm Treiben wechseln 2 Rehe hinter der Gasse in meinem Rücken durchs Stangenholz, leider immer verdeckt und nur schemenhaft zu sehen. 2 Min später folgt ne kleine Rotte von 5 Frischlingen - ebenfalls nicht zu beschießen. Im Tälchen zu meiner Rechten geben die Hunde laut. Kurz drauf überfällt ein Frischling die lange Gasse vor mir auf etwa 70m. Ich geh intuitiv auf den Wechsel und hoffe auf eine 2. Sau, die aber leider nicht folgt. Ist schon blöd, wenn man 6 Gassen hat und nicht weiß, auf welche an sich orientieren soll. Inzwischen jagen überall um mich rum Hunde und es fallen auch einige Schüsse. Da die lange Gasse die einzige ist, auf der ich nur eine Chance haben werd, richt ich die Kanone dahin aus und lass nur den Kopf und wenn nätig den Oberkörper rotieren. Das zahlt sich aus, etwa 10 Minuten nach dem ersten einzelnen Frsch folgt ein zweiter auf selbem Wechsel. Diesmal fahr ich auf diesem mit und unmittelbar bevor der die Gasse überquert hat ist die Murmel unterwegs. Darauf war ich, aber war die Sau da schon in den Büschen? hab ich sie noch "rechtzeitig" vor dem ersten Randbaum erwischt??? erste Zweifel machen sich breit...

Wenig drauf wechselt ein relativ schwaches Reh über die linke Gasse. Am linken Rand verhofft es kurz und sinkt unverzüglich mit der Kugel auf dem Blatt nieder. Wenigstens das klappt noch...!
Es folgen einige Reh die flüchtig über verschiedenste Gassen flüchten. Irgendwann kommt vor mir ein Kitz auf die Gasse, dass deutlich hinkt. Die Vergrößerung rauf gedreht erkenne ich, dass es den linken Vorderlauf schont. Auf meinen Pfiff verhofft es kurz und die 308 ist unterwegs. Ohne zu zeichnen aber mit deutlich hörbarem Kugelschlag verlässt das Kitz die Gasse.
OK. Ich hab auf zwei Stücke geschossen, die beide nicht in Sichtweite liegen - aber, das 2. Kitz hätt ich nicht beschossen, wenn es nicht krank gewesen wäre, es waren auch deutlich über 100m! Also - nicht meine Nachsuche!
Ne halbe Stunde später kommt am hinteren Ende ein Reh über die lange Gasse und zieht am linken Rand spitz auf mich zu. Auf etwa 100m dreht es breit und bleibt stehen. Die kugel ist unterwegs, ich hör deutlich Kugelschlag und seh auch, dass hinterm Reh "Wolle" fliegt. Das Reh zeichnet typisch mit nem Satz in die Höhe und verschwindet ganz flach von der Gasse. Das sollt zu finden sein!

Ne viertel Stunde vor ende jagt eine Bracke auf mich zu und ich seh nen Fuchs über die erste rechte Gasse flüchten. auf der Zweiten Gasse bin ich längst drauf und ich meine im Schusss den Fuchs hinter nen Buchenstock rollieren zu sehen. Liegen seh ich ihn nicht...! Jetzt ist aber endgültig jagdende. Es kommt auch nur noch ne Geiß mit nem Bockkitz, aber auch die waren nicht zu erlegen, weil ohne Kugelfang.

Mit Ende Treiben baum ich ab und find als erstes den Fuchs. der lag mit nem Schuss durch die rippen 10m hinterm Anschuss. Ich hoffe mal, dass die "Platte" auf dem Kopf von der Räude her stammt und nicht der Tollwut geschuldet ist (vom Verhalten her war er es nicht! Jedenfalls wurde er nach der jagd unschädlich beseitigt.) Mein Weg führt mich die lange Gasse entlang zu den drei Anschüssen. nach 70m lacht mich ein8cm großer Lungenschweißfleck an. Dder dazugehörige Frosch hat es noch 25m weit geschaft, Liegt aber in Sichtweite. Das zuletzt beschossene Reh finde ich nicht. dafür leuchtet mich der Spiegel des laufkranken Kitzes an. Es hat es ebenfalls noch etwa 20m in Stangenholz geschaft. Weil es hinter dem vermuteten Anschuss von Nr. 3 liegt, zieh ich es durchs Stangenholz zurück Richtung Stand. Reh Nr. 3 ist in die gegenüberligende Seite geflüchtet, so mach ich es dem Hund nicht unnötig schwer. Beim zweiten Absuchen der Gasse finde ich auch den Anschuss des abgängigen Rehs. Schnitthaar und unzweifelhaft Lungenschweiß. Im Stangenholz fnd ich aber weder das Reh noch weiteren Schweiß. Ich bögel noch einen Halbkreis von 30 bis 40m um den Anschuss, den ich mit Bändern verbreche, dann geht es fett beladen Richtung Auto. Beim ersten Reh, das immernoch auf meinem Her und Heimweg liegt, kommt mir mein Nachbarschütze mit seinem Sohn entgegen und ich bin nicht bös drum, dass letzterer mir ein Reh abnimmt. Der Weg zum Auto geht zwar Berg ab aber durch jede Menge Reisig und ist weit!

Am Sammelplatz bind ich mir wieder die Schürze um. Ein Befreundeter Hundeführer kommt und erkundigt sich nach dem Anschuss. Zu verfehlen ist er eigentlich nicht, aber es wird auch Dunkel. Ich bin mit Aufbrechen der Nachmittagsstrecke noch nicht fertig, da kommt der Kollege und gratuliert mir zu Reh nr. 3. Trotz perfektem Schuss (also hinterm Blatt durch die Rippen) ist das schwache Schmalreh noch etwa 150m weit gekommen. Auf der ersten Helfte hat das Stück - außer dem Flatschen am Anschuss - kaum geschweißt. Ohne Hund keine Chance.
Der Jungjäger packt wieder ordentlich mit an und so verpassen wir beide fast das Verteilen der Brüche. Nur weil sie mich zum Blasen dazurufen, bekomm ich als letzter meinen Bruch - fast als letzter, den auch der Jungjäger hat seinen Wedel noch nicht bekommen, was der Jagdleiter dann aber gerne noch nachholt.

Nächstes Wochenende ist eine Drückjagd in einem von mir forstlich betreuten Revier. Bislang ist es mir immer geglückt einen Fuchs und eine Sau auf dieser Jagd zu erlegen. Schaun wir mal...
 
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9 Okt 2012
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Samstag in Mittelhessen. Toll organisierte Jagd - 80 Schützen, 57 Sauen, 15 Rehe 6 Füchse. Bei mir keine Sau, gefühlt als einziger... ! Kitz erlegt.
 
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24 Mai 2019
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Mittwoch sehr gute Jagd im mittelhess. Mittelgebirge:
88 Schützen erlegten 88 Stück Wild (3 x Rotwild, 53x Rehwild, 33x Sauen); echte Nachsuchen 10.
War mal wieder Schneider trotz einigen Anblicks; manchmal passts halt nicht: fliegende Rehe, verdeckte Schweine, nicht freie Füchse und Schnepfen ;)
Der besonnte Freiflächen-Sitz wurde vom Wild überwiegend umlaufen; ich hatte diese Ahnung schon beim Aufbaumen.
Motto: Dabeisein ist alles... Der Hund hatte mehr Spaß. Nicht aufgeben !:giggle:
DSC_0089.JPG
 
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24 Mai 2019
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Heute hatte Hubertus ein Einsehen:
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Er kostete mich 2 Patronen mehr als normal und ersparte mir die Abend-Sauna ...
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Da er ganz oben im Steilhang lag, haben wir mit 4 Mann 30 m nach oben geborgen zum Fahrweg. Ein 100 m unterhalb liegender Maschinenweg ist auch für Allrad nicht befahrbar zur Zeit.
Der Bock war mein Beifang. Schön war, daß eine Jungjägerin in von mir angestellter Gruppe ihr erstes Drückjagdreh schoß, auf anspruchsvollem Bodenstand.
IMG_0063.JPG
Gesamtstrecke 23 Rehe und 13 Sauen mit 60 Schützen.
Im Nachbarrevier fielen gestern 48 (!) Sauen und 15 Rehe.
 
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