Biolandbau, Comeback für Striegel, Hacke und Cambridgewalze

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Ist im ökologischen Landbau schon seit Jahren Gang und Gäbe.

Keine Neuerfindung sondern sogar im Rahmen des Integrierteten Pflanzenschutzes so gewünscht.

Steht aber auch gerade wegen der Bodenverdichtung in der Kritik. Ob Du ein bis drei mal im Jahr mit der Spritze und angepassten PSM die Kultur schützt, oder bis zu drei mal in der Woche deine Kultur mit Strigel, Walze oder Hacke bearbeiten musst, dass macht im Sinne der Nachhaltigkeit schon einen gewaltigen Unterschied - nicht zum Vorteile der mechanischen Pflanzenschutzmaßnahmen allerdings.

Warum?

Ganz einfach, die ganze Thematik wird in Panik und aufgrund des Drucks durch eine uninformierte Öffentlichkeit einfach nur in einer Verlagerung der Probleme gelöst.

Nicht jeder Biohof hat einen speziellen "bodenschonenden" Schlepper mit entsprechender Bereifung. Hinzu kommt der erhöhte Bedarf an fossilen Brennstoffen (Schlecht, wenn wir nach den Grynen gehen). Dazu kommt einfach das Thema Bodengare, die durch die ständige Bearbeitung verschlechtert wird (Saatbeet wird ständig herumgerührt, Bodenaustrocknung, Zerstörung und Verschüttung der Bodenkapillare, Zerstörung erwünschter Bodenorganismen durch Exponierung über Umwelteinflüsse etc). Ganz davon ab, das nicht jeder Betrieb in der Lage ist sich den Anforderungen des PF (precision Farming) anzupassen - weder finanziell, noch von der Anforderung an die Arbeitskräfte (erfordert speziell geschultes Personal welches im Zweifelsfalle bei Ausfall der Systeme noch manuell die Spuren und entsprechend den Druck, Geschwindigkeit und andere Feinjustierungen vornehmen kann die durch das Teilflächenspezifische Management automatisch angepasst werden)... Allgemein werden dadurch mehr kompetente, fachlich versierte Personen pro Hof benötigt.

Letzteres kann auch eine Chance sein, aber da hier in Deutschland niemand zur Arbeit gezwungen werden kann... Tja.
 
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Danke für den Link, das schick ich gleich mal meinem Lieblingsbauern und Niederwildheger. Mal hören was der dazu meint.

Wahrscheinlich folgendes: "Ja, kann man machen. Kann man aber auch sein lassen. Das erfordert wirklich Kompetenz auf dem Schlepper und nicht einfach einen 'Güllefahrer'. Der betreffende sollte nämlich zum einen ein geschultes Auge haben, das finde erst einmal in der heutigen Zeit und zum anderen genug Fachwissen haben leichte Änderungen in der Bodenstruktur auf anhieb zu erkennen und sofort in entprechenden Anpassungen in Fahrweise und Justierung vornehmen können. Also eine eierlegende Wollmilchsau. Bei der durchschnittlichen Qualität heutiger Arbeitskräfte kommt Dich das teuer zu stehen. Und ich habe noch nicht von den jagdlichen Aspekten gesprochen."
 
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Ist im ökologischen Landbau schon seit Jahren Gang und Gäbe.

Keine Neuerfindung sondern sogar im Rahmen des Integrierteten Pflanzenschutzes so gewünscht.

Steht aber auch gerade wegen der Bodenverdichtung in der Kritik. Ob Du ein bis drei mal im Jahr mit der Spritze und angepassten PSM die Kultur schützt, oder bis zu drei mal in der Woche deine Kultur mit Strigel, Walze oder Hacke bearbeiten musst, dass macht im Sinne der Nachhaltigkeit schon einen gewaltigen Unterschied - nicht zum Vorteile der mechanischen Pflanzenschutzmaßnahmen allerdings.

Warum?

Ganz einfach, die ganze Thematik wird in Panik und aufgrund des Drucks durch eine uninformierte Öffentlichkeit einfach nur in einer Verlagerung der Probleme gelöst.

Nicht jeder Biohof hat einen speziellen "bodenschonenden" Schlepper mit entsprechender Bereifung. Hinzu kommt der erhöhte Bedarf an fossilen Brennstoffen (Schlecht, wenn wir nach den Grynen gehen). Dazu kommt einfach das Thema Bodengare, die durch die ständige Bearbeitung verschlechtert wird (Saatbeet wird ständig herumgerührt, Bodenaustrocknung, Zerstörung und Verschüttung der Bodenkapillare, Zerstörung erwünschter Bodenorganismen durch Exponierung über Umwelteinflüsse etc). Ganz davon ab, das nicht jeder Betrieb in der Lage ist sich den Anforderungen des PF (precision Farming) anzupassen - weder finanziell, noch von der Anforderung an die Arbeitskräfte (erfordert speziell geschultes Personal welches im Zweifelsfalle bei Ausfall der Systeme noch manuell die Spuren und entsprechend den Druck, Geschwindigkeit und andere Feinjustierungen vornehmen kann die durch das Teilflächenspezifische Management automatisch angepasst werden)... Allgemein werden dadurch mehr kompetente, fachlich versierte Personen pro Hof benötigt.

Letzteres kann auch eine Chance sein, aber da hier in Deutschland niemand zur Arbeit gezwungen werden kann... Tja.
In Zukunft macht man das wieder ganz ökologisch und traditionell von Hand ohne den Verbrauch von pösen fossilen Kraftstoffen.
Dann klappt das auch mit der Schonung des Niederwildes !
 
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In Zukunft macht man das wieder ganz ökologisch und traditionell von Hand ohne den Verbrauch von pösen fossilen Kraftstoffen.
Dann klappt das auch mit der Schonung des Niederwildes !

Wie gesagt, noch kann in Deutschland niemand zur Arbeit gezwungen werden - da werden aber massiv AKHs verbrannt, auch ohne manuelle Hilfskräfte.

Alternativ könnte man wieder mehr "Ochsen" produzieren - sowohl die menschliche als auch die tierische Art - und so halt eben für entsprechende Alternativen sorgen.

In den 50er Jahren war das mit der Sonderschulpädagogik noch ein gangbarer Weg, aber das wurde ja auch Stück für Stück relativiert.

Wenn die Schneeflöckchen von heute alleine drei Stunden bei brütender Hitze, oder massiven Regenfall bei derartigen Maßnahmen eingesetzt werden müssten... Oh Weh, das Geschrei wär Groß...

"Wo ist mein Bier, man ist das heute Heiß.", "Klei mi am Mors, bei dem Mistwetter geh ich nicht raus." "$§*&! Man, ich brauch höhere Gummistiefel und neue Regenklamotten, ich bin durch bis zum Arsch."

Okay, beim Bier das war eine glatte Untertreibung wahrscheinlich würde da irgendein Energydrink mit Vodka eher passen... mir reicht halt ein Bier, das kann auch gerne Alkoholfrei sein, mir geht es nur um den Geschmack und das Ergebnis beim Löschen des Durstes - aber ich bringe mir meines auch selber mit - daher hört man von mir diesen Ausspruch nicht. Und der letzte Satz würde heutzutage nicht mehr über den Mund einer Schneeflocke kommen, die gehen einfach... lassen Hacke und Eimer stehen und setzen sich in die Bude...

Ich bin mir nicht einmal sicher, ob die einen Hasen von einer Ratte unterscheiden können... wahrscheinlich könnte man danach den Hasen von der Hacke kratzen. :rolleyes: 😢
 
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In Zukunft macht man das wieder ganz ökologisch und traditionell von Hand ohne den Verbrauch von pösen fossilen Kraftstoffen.
Dann klappt das auch mit der Schonung des Niederwildes !
Nein, in der Zukunft macht das ein autonom arbeitender Roboter wie der hier:
oder das hier:

Kleine autonom fahrende Einheiten die nur wenig Bodendruck ausüben und mittels Bilderkennung gezielt hacken, ohne irgendwelches Gift.

Der Zuckerrübenroboter "Farmdroid" funktioniert sogar nur über GPS und kann auch noch säen. Der merkt sich einfach wo er Zuckerrüben gesät hat und hackt alles dazwischen kaputt, eigentlich ziemlich genial.
Kleinere Probleme gibt es allerdings noch , wenn die Kalibrierung nicht stimmt hackt der auch gerne mal alle Zuckerrüben um:

Trotzdem hat das wahnsinnig viel Potential und ich sehe die Zukunft der Unkrautkontrolle in der autonomen mechanischen Bekämpfung.
 
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Ja, die Farmdroids gibt es schon länger - auf der DEULA in Nienburg stehen welche mit denen man sich PF näher erläutern lassen kann... aber nicht nur die Kalibrierung kann ein Problem sein, die Technik kann auch komplett ausfallen - wenn Du dann keine Funktionierende Alternativen hast, hack mal 15 ha von Hand... Viel Spaß dabei.

Analog dazu, Melkroboter - gute Erfindung - man muss nur im Hinterkopf behalten dass diese Technologie auch ausfallen kann und wenn man dann den Melkstand komplett zurückgebaut hat, oder wie im Falle eines Freundes aus dem Melkstand eine Besamungsstation gemacht hat, und die alte Absauganlage abgebaut und weiterverkauft hat. Wer melkt dann die Kühe, wie?
 
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Wenn man sich anschaut, wie die Mähroboter quasi im Handstreich die deutschen Gärten erobern, dann bin ich auch überzeugt, dass der Farmroboter die Arbeit in Zukunft machen wird.

Dazu kann man ihn noch wunderbar dann laden, wenn (Solar-)Strom im Überschuss da ist und arbeiten lassen, wenn das nicht der Fall ist.

Das Ding fährt in Zukunft auch um jedes Fasanennest und jeden Junghasen herum.

Was ist denn unser eigentliches Problem? Immer größere Maschinen, die immer schneller über die Äcker brausen und dem Wild keine Chance lassen. Mit dem kleinen Farmroboter kann das anders aussehen.

Hier gibt es von mir ein vorsichtiges (y) für die moderne Landwirtschaft.
 
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Ja, die Farmdroids gibt es schon länger - auf der DEULA in Nienburg stehen welche mit denen man sich PF näher erläutern lassen kann... aber nicht nur die Kalibrierung kann ein Problem sein, die Technik kann auch komplett ausfallen - wenn Du dann keine Funktionierende Alternativen hast, hack mal 15 ha von Hand... Viel Spaß dabei.
Würde ich unter Anlaufschwierigkeiten verbuchen. Ein Schlepper und jedes andere Arbeitsgerät kann auch ausfallen. Bei exotischen Geräten für Sonderkulturen ist das überall ein Problem, das hält aber trotzdem niemandem vom Einsatz ab.
Sobald der Prototypenstatus überwunden und es zu einer flächendeckender Verbreitung gekommen ist, ist die Ersatzbeschaffung bei Ausfall dann auch kein größeres Problem mehr.

Mein Statement will ich auch eher mittelfristig verstanden wissen. Da hat die kleinteilige autonome Technik den längeren Atem. Die Vorteile sind einfach zu erdrückend:
- Weniger Agrarchemie, was auch Verbraucherseitig gefordert wird
- Weniger Bodendruck, was im Hinblick auf Wasserhaltevermögen bei zurückgehenden Niederschlägen eine immer größere Rolle spielen wird
- Autonomes Arbeiten erlaubt Einsatzdauer über den menschlichen 8h Arbeitstag hinaus

Den Hemmschuh sehe ich im Moment bei den marktbeherrschenden großen Vollsortimentern (John Deere, Agco, Deutz-Same, CNH). Die warten natürlich noch ab, denn die machen einen Großteil ihres Umsatzes mit den Traktoren, da will man sich nicht selbst das Wasser abgraben. Ich würde wetten, die meisten haben ähnliche autonome Lösungen schon in der Schublade. Ich weiß, dass bei allen schon seit Jahren Forschung in dieser Richtung betrieben wird. Von Zeit zu Zeit schwappt auch mal was an die Oberfläche.

Würde mich aber nicht wundern wenn sich diese Verzögerungstaktik der etablierten Hersteller rächt und sich ein weiterer Player aus Fernost etabliert. Die haben ein irrsinniges Know-How im Bereich autonomer Fahrzeuge und können blitzschnell expandieren. Siehe auch die rasante Entwicklung in der Drohnentechnik.

Nicht nur von meinem Standpunkt als Konsument sondern auch als Jäger sehe ich diese Entwicklung sehr positiv.
 
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Schöne Geräte mit denen man viel machen kann.
Ich kann mir jedoch keinen Norddeutschen Bauern vorstellen, der mit so einem Gerät auf seinen Acker fährt, außer es gibt ordentlich ha-Prämie dafür!

Das Lieblings Ackergerät bei uns ist die Ungeziefer- und Unkrautspritze am besten GPS- gesteuert.

TH
 
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