Biowild

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#61
Die Ausgangssituationen sind zu verschieden. BioWild beschäftigt einerseits „unterbeschäftigte“ Akademiker und pensionierte Förster, denen dieses Projekt mehr als ein Zubrot sichert und es reglementiert, beschränkt und hinterfragt andererseits das teuer erkaufte Jagdausübungsrecht und die Jagdmethodik der jeweiligen Revierpächter. Da ist Augenhöhe bereits im Ansatz nicht gegeben. Aber wie bereits gesagt, niemand wird gezwungen mitzumachen.
 
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#62
Meine nicht, ich habe schon sehr oft Rehwild nur Stunden nach dem Spritzen auf der Fläche äsen gesehen. Mehr noch, ich vermute sogar ganz massiv, daß gewisse Spitzmittel ähnlich wie Salz eine anziehende Wirkung aufweisen. Dazu kommt sicherlich, daß je nach Kalenderdatum, Spritzplan und Revier das verbleibende Äsungsangebot ggf. so eingeschränkt sein kann, daß dem Wild nichts anderes übrig bleibt, als Grünzeug zu naschen, auf dem vielleicht sogar noch die getrockneten Tropfen des Spritzmittels sichtbar sind.

Rehwild im Rapsacker ist alltäglich und gerade der Raps wird mit Roundup, Colzaphen, Devrinol, Triagol, Select, Nizo, Metarex oder Fezan gern behandelt. Da einfach mal auf die Sicherheitsdatenblätter schauen und sich fragen, ob die Äsung in derart behandelten Kulturen wirklich gesund sein kann.

"BIO" ist für mich erst mal nur eine Art Copyright, eine erdachte Definition und wie bei allen derartigen Begriffen kann man sich dort nur legal einsortieren, wenn man auch die Inhalte erfüllt.

Daß das nicht so einfach ist, zeigen schon die hundert verschiedenen Definitionen und Biosiegel. Im Moment ist mir aber eben kein geschütztes Biosiegel bekannt, was freilebendes Wild einsortiert. Eine Rolle spielt das aber nur im gewerblichen Handel, privat kann sich ja jeder selbst sein Siegel erdenken und die Worte wählen.



Für dich hier die gängigen Rapsinsektizide, Anzahl der Behandlungen und Schwellengrenzen für eine Behandlung gegen Rapsglanzkäfer, Rapsstängelrüssler und Kohltriebrüssler mal detailliert aufgelistet:

https://pflanzenschutzdienst.rp-gie...terraps/fruehjahr/rapsinsektizide-uebersicht/

Unsere Rehe stehen zwar häufig auf dem Raps (insbes. im Winter), meine persönliche Beobachtung ist jedoch, das dies nach den Pflanzenschutzbehandlungen deutlich abnimmt und das Rehwild z. B. keinen frisch pflanzenschutztechnisch behandelten Raps aufnimmt.
Es bleibt die Frage nach Untersuchungen auf eventuelle Rückständen von Pflanzenschutzmittel im Wildpret von Rehwild, ich habe da keinerlei Veröffentlichungen oder Untersuchungsergebnisse in Peto, vielleicht kann da jemand anderes etwas zu diesem Thema beitragen.
Btw, Rotwildwildpret würde ich persönlich in dieser Hinsicht aufgrund seines Nahrungsverhaltens als Intermediärtyp und der entsprechenden Nahrungsaufnahmekapazitäten als deutlich problematischer einschätzen.

Gruß

Prinzengesicht
 
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#63
zu mal das Rehwild den Winterraps, im Winter, als Äsung nutzt,in dieser Zeit werden keine Pflanzenschutzmaßnahmen durchgeführt. Der Raps ist im Herbst nicht interessant für die Rehe, da dann Zwischenfüchte, Rübenblatt etc. zur Verfügung stehen, das ändert sich, wenn Zwischenfrüchte gemulcht, oder abgefroren sind.
 
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#64
Die Behandlung der (Winter)Rapsflächen beginnt schon vor der Aussaat mit glyphosat (Roundup) und setzt sich bis zum Winter mit verschiedenen Herbiziden zur Unkrautunterdrückung fort. Zusätzlich wird gegen Schnecken, Rapserdfloh, Rapsblattwespe usw. behandelt und mit Fungiziden gegen gegen Wurzelhals- und Stängelfäule gearbeitet. Rapsäcker sind aber bevorzugte Herbst und Winteräsung, insbesondere in den Raps-Maiswüsten. Da würde ich die Frühjahrsbehandlungen aufgrund anderweitigen Äsungsangebot sogar unkritischer sehen.

Raps ist jetzt nur ein Beispiel, man könnte auch Rüben (im Frühjahr) oder Wintergetreide oder Mais je nach Region und Jahreszeit nehmen. Wenn die Sauen die frisch gelegten Maiskörner der reihe nach ausbuddeln, dann wäre bei gebeizten Saatgut schon die nächste Chemie im Spiel.

Untersuchungen zu Rückständen im Wildpret sind mir nicht bekannt, ich gehe aber mal davon aus, daß es sie gibt. Vermutlich ist aber eine allgemeingültige Aussage schwer, weil ja bei freilebenden Wild nicht bewiesen werden kann, wo und wann welche Schadstoffe nun aufgenommen oder eben nicht aufgenommen werden. Da schließt sich die Diskussion und Auseinandersetzung ja unmittelbar an die bekannte bleifrei Diskussion an. Vielleicht gibt es Werte, vielleicht gibt es Untersuchungen, aber der Rest ist (erbitterte) Diskussion und Glaube. Unstrittig ist für mich in jeden Fall, daß Wild auf chemisch behandelten Flächen äst und chemisch behandelte Nahrung aufnimmt, welche Auswirkungen das hat, keine Ahnung.
 
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#65
Moin,

ich bin der festen Überzeugung, dass man mit den heutigen Analysegeräten und -methoden so gut wie jeden Stoff / Herbizid / Hormon / Wirkstoff etc. .... nachweisen kann.

Rückschlüsse auf die gesundheitliche Gefährdung des Menschen oder anderer Lebewesen sollte man den zuständigen Gesundheitsbehörden überlassen - wir haben in dieser Zeit schon genug mit Aktionismus / Panikmachern zu tun (man schaue nur mal in die Zeitungen, ...). Und immer daran denken: "Die Dosis macht das Gift".

munter bleiben!!

hobo

p.s.: Ich esse bevorzugt Rehwildbret (und danach kommt schon Hase) :whistle:
 
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#66
Wenn die Sauen die frisch gelegten Maiskörner der reihe nach ausbuddeln, dann wäre bei gebeizten Saatgut schon die nächste Chemie im Spiel.

Untersuchungen zu Rückständen im Wildpret sind mir nicht bekannt, ich gehe aber mal davon aus, daß es sie gibt. Vermutlich ist aber eine allgemeingültige Aussage schwer, weil ja bei freilebenden Wild nicht bewiesen werden kann, wo und wann welche Schadstoffe nun aufgenommen oder eben nicht aufgenommen werden. Da schließt sich die Diskussion und Auseinandersetzung ja unmittelbar an die bekannte bleifrei Diskussion an. Vielleicht gibt es Werte, vielleicht gibt es Untersuchungen, aber der Rest ist (erbitterte) Diskussion und Glaube. Unstrittig ist für mich in jeden Fall, daß Wild auf chemisch behandelten Flächen äst und chemisch behandelte Nahrung aufnimmt, welche Auswirkungen das hat, keine Ahnung.
Bzgl gebeizte Maiskörner die die Sauen aufnehmen stellte ich schon vor langer Zeit an eine zuständige stelle eine Anfrage .Ich bekam damals zur Antwort daß es keine Untersuchunen gibt.
Ich glaube die will man gar nicht machen.
 
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#67
Bzgl gebeizte Maiskörner die die Sauen aufnehmen stellte ich schon vor langer Zeit an eine zuständige stelle eine Anfrage .Ich bekam damals zur Antwort daß es keine Untersuchunen gibt.
Ich glaube die will man gar nicht machen.
Was soll der Schexx hier. So lange Wildtiere in Freiheit leben kommen sie auch mit von Menschen eingebrachten Giften in Berührung,das kann und will niemand leugnen, suchst Du hier nach Möglichkeiten Wildbret zu diskreditieren, oder was willst Du?
 
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