Bitte einem Jagdanfänger die Disziplin "Fertigkeitsschießen" verständlich (!) erklären...

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#91
(Ich bin Ing. und Techniker, ich benötige exakte Antworten auf präzise Fragen und kein Jägerlatein !)
Mit diesem Textverständnis hast Du wirklich einen Abschluss als "Ing. und Techniker" geschafft? :rolleyes:

Das ist doch in der DJV-Vorschrift deutlich beschrieben!
Dann wird es Dir hier gleich noch mehrmals beschrieben und Du verstehst es immer noch nicht?

Sorry! Aber DAS von einem "Ing. und Techniker" zu lesen verstehe ICH nicht.

Egal!

Für die Abgabe jeweils EINES Schusses (inkl. ziehen und durchladen/spannen) bleiben vier Sekunden Zeit.
Nach jedem Schuss werden die Waffen wieder fertig gemacht (unterladen oder fertiggeladen und entspannt) und geholstert, die Jacke wieder geschlossen.
Nach der Frage der Aufsicht "Sind die Schützen fertig?" kommt, wenn keiner widerspricht, das "Start", nach drei Sekunden erscheint die Scheibe für vier Sekunden. DAS ist das Signal zum Ziehen und Schießen (es kommt dazu kein weiteres Kommando der Aufsicht).

Ohne hier jeden Einzeln zu zitieren noch ein paar Anmerkungen zu dem Thema:

Die .22er beim Fertigkeitsschießen ist nicht weniger realistisch, als mit der Hornet o. .222 auf den Laufenden Keiler zu schießen - es geht in beiden Fällen um Munitionskosten (zumindest ursprünglich).
Die Teilnahme an diesen Wettkampfschießen kann sehr wohl eine weitere Kw begründen, da größere Kaliber zwar nicht verboten sind, einen aber "oben" ziemlich chancenlos machen.
Diese weitere Kw läuft dann aber auf Sportschützen-Kontingent und NICHT auf "Bedürfnis Jagd".

Das Fertigkeitsschießen stammt aus einer Zeit, als Jagdschutz noch "wichtig" war, insofern ist "auf selber Höhe" eben doch realistisch.
Die 25 m sind der Schießstandrealität (damals, wie heute) geschuldet - oder auf wie vielen Kw-Ständen ist das Schießen auf kurze Entfernung zulässig?
Dazu kommt, dass man irgendwie dafür sorgen muss, dass nicht zu viele "voll" schießen:
Bei den Sportschützen (z.B. Luftgewehr) wurden die Scheiben kleiner, bei den Tontauben wurde die Vorlage von ehemals 32g, über 28g auf 24g verringert und bei der Kw macht man es eben über die 25 m (statt vielleicht realistischerer 5 m).

Da "damals" die Kw (zumindest von Jägern) nahezu immer verdeckt getragen wurde (was auch heute noch die meisten tun werden, die regelmäßig die Kw dabei haben), ist das auch beim Fertigkeitsschießen so.
Mit Cross-Draw ist man da schneller. Das ist aber auch der Grund, warum man (je nach Waffenmodell) entspannt oder unterladen zieht, da bis zu 5 Schützen nebeneinander stehen und nicht auszuschließen ist, dass beim Ziehen mit der Mündung der linke Nachbar überstrichen wird, ein "schneller Finger" zu früh an den Abzug kommt, ...

Womit wir bei den verschiedenen Waffen wären:
Waffen mit außenliegendem Hahn (früher oft ohne Spannabzug) dürfen fertiggeladen und entspannt geholstert werden.
Spannabzüge haben i.d.R. ein so hohes Abzugsgewicht, dass man Ziehunfälle für unwahrscheinlich hält (oder man hat einfach vergessen oder auch "vergessen" die Vorschrift anzupassen).
Mit Spannabzug dürfte man zwar schießen, wäre aber "oben" ziemlich chancenlos, weshalb auch hier alle, denen ich bisher zugeschaut habe, vorgespannt schießen (wenn sie nicht ohnehin eine "Jägerschaftspistole" dazu nutzen).

Darüber ob ein bestimmtes Modell nun fertiggeladen geholstert werden darf oder nicht gab es auch "schon immer" Diskussionen.
Die Heckler & Koch P7 ist so ein Beispiel:
Bei "richtiger" Bedienung sicher, wer schon im Holster den Griffspanner eindrückt ...

Ähnlich dürfte die Glock (und alle vergleichbaren Modelle) einzustufen sein:
Mit New York-Trigger ähnlich Spannabzug und außenliegender Hahn, mit "normalem" Glock-Abzug und womöglich Minus-Feder, Glockmaster o.ä. eher mit einem Schlagbolzen-Schloss zu vergleichen.


WaiHei
 
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#92
Wo ausser bei der Fallenjagd die .22 , und beim Fangschuß mit der Dicken ,setzt der Jäger denn die KW ein.?
Beim Jagdschutz!
Auch wenn viele das gerne ausblenden.
In den vergangenen knapp 40 Jahren stand alle paar Jahre ein, offensichtlich zu kurzer, Bericht über verprügelte, beschossene (sogar aus Vollautomat) und ermordete Jäger in den Jagd-Gazetten.
Die Wahrscheinlichkeit, dass es einen selbst erwischt geht gegen ist aber nicht Null.


Und ja ,es wird jagdlich hinterfragt,weil dies wohl kein Forum der IPSC freunde ist,sondern sich mit der Jagd beschäftigt.
Jagdschutz und Notwehr sind Dir nicht jagdlich genug?
Und gerade am IPSC - International Practical Shooting Confederation - üben echte "Praktiker" die Kritik, dass es eben mit "praktisch" (im polizeilichen Sinne) überhaupt nichts mehr zu tun hätte.


Klar ist das ganze nicht wirklich realistisch, aber welche schießsportliche Disziplin ist das schon.
Wenn Du mit Spannabzug schießt geht das Ganze schon in Richtung Notwehr (bis auf die Entfernung) oder wie stellst Du Dir einen realistischen, jagdlichen Kw-Einsatz vor - auf 2 Meter auf eine auf dem Boden liegende Bock- o. Sauscheibe schießen?


Selbst bei der Polizei gab es, gibt es vielleicht noch immer, unterschiedliche Vorgaben zum Tragen der Waffen.
Wie könnte das bei 16 Landes- + Bundespolizei auch anders sein? ;)


Kenne diverse Polizisten die Ihre Waffe nur unterladen im Holster haben, andere laden fertig und sichern.
Mit welchem Uralt-Modell sind die denn unterwegs?
Schon die "Generation RAF" hatte die strikte Vorgabe keine manuelle Sicherung zu haben.


Realität vs. Sicherheit?! (welche Realität, Kino oder die Echte?!)
Was ist denn die "echte Realität"?
Ein Kollege war am Tag des "Mord im Reinhardswald" im dortigen Forstamt, dort seien alle "ziemlich blass um die Nase" gewesen, v.a. diejenigen, denen schlagartig klar wurde, dass es auch sie selbst hätte erwischen können.


WaiHei
 
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#93
Muß man die Jacke öffnen oder geht auch hochziehen?
Hochziehen ginge auch, es heißt ja nur "die Waffe muss bis zum Erscheinen der Scheibe 'verdeckt' sein".
In der Praxis wird das aber langsamer und umständlicher sein.
Die meisten verwenden einen "ausgeleierten" Druckknopf oder Klettverschluss, die beim ergreifen der Waffe autom. aufspringen.
Man darf beidhändig schießen, da zuerst mit der Linken die Jacke hochziehen (wie sperrig wird die dann), mit der Rechten die Waffe ziehen, Linke lässt Jacke los und geht dann erst zur Waffe ...


WaiHei
 
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#94
Moin

Die Fäden, wo man nicht weiß, sind einige hier nur eingeschränkt im Begreifen oder besonders fähig im Stöckchen zum drüber springen zu halten, das sind mit die unterhaltsamsten 😁

Zum Thema als Ergänzung, das Kommando gibt die Aufsicht erst, wenn alle mit dem Laden fertig sind, Waffe im entsprechenden Zustand im Holster, Jacke zu, Hände nach unten und Aufmerksamkeit nach vorne.
Man hat also alle Zeit die glitschige .22er Patrone ins Magazin/Trommel zu fummeln.

Der positive Stress beginnt erst ab Kommando „sind die Schützen fertig“.

Generell solltest du einfach mal zum nächsten Kurzwaffenübungsschießen bei dir in der Gegend gehen, es dir anschauen und dann selber machen. Dann erkennt man, das ist alles ganz einfach, nur kompliziert in Worte gefasst.
Ging mir die ersten Male auch so, alles etwas komplex und neu, dann noch mit Zeitdruck, mittlerweile reicht es mit Glück und einem sehr guten Tag um die A-Schützen im Bezirk in die Tasche zu stecken.

Waidmannsheil

Meetschloot
 
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#95
Die Glock ist bei Magazin mit nur einer Patrone pro "Schussvorgang" auch nach jedem Schuss entspannbar (Magazin raus Abzug abschlagen - fertig)
Was aber gar nicht nötig ist, wenn keine Patrone im Lauf ist.


Wenn dem also so ist, so ist das dennoch die wohl unsinnigste Art jagdlichen Waffeneinsatz zu simulieren (und das sollte eigentlich jede Jagdsschußdisziplin, lfd. Keiler, Bockscheibe etc. tut das ja irgendwie auch...) ...
Wie schon geschrieben:
Jagdschutz!
Und soo unsinnig, wie Du meinst finde ich das Fertigkeitsschießen nicht.
Wie hieß noch dieses Buch über "Das kampfmäßige Schießen mit Faustfeuerwaffen"?
"Der erste Treffer zählt"
Gut, Hübner hatte bestimmt nicht so viel Ahnung vom Combatschießen ...


... und für mich....Sorry....traditionell übriggebliebener Mist aus dem frühen 20. Jhdt.
Warum beschäftigst Du Dich dann überhaupt damit?
Jagd ist doch auch "Sorry....traditionell übriggebliebener Mist aus dem frühen 20. Jhdt." - heute lebt man VEGAN!


Mein Behörde hat rein rechtlich gar nichts zur Glock gesagt und problemlos eingetragen.
Was sollte sie auch sonst tun?
Als Jagdscheininhaber wird ein Bedürfnis für zwei Kw unterstellt.


Das Gesetz fordert auch nur 200J.... Sonst nix.
Das stimmt nicht ganz!
§19 BJG fordert für den Schuss auf Wild mit der Kw eine Mindestenergie von 200 Joule, einzelne LJGe erlauben für die Fallenjagd auch geringere Energiewerte, bzw. "streichen" die 200 Joule, d.h. es wird für die Kw bei der Fallenjagd gar keine Mindestenergie gefordert.
Ob die Baujagd da bewusst nicht ausgenommen wurde oder das "Schludrigkeit" war kann ich nicht sagen..


Im Zwiegespräch über Abfangwaffen waren die Sachbearbeiterin (Jägerin und Ausbildern)und ich uns einig, dass man das in der Regel Abfangen eh mit der Büchse erledigt,
Abfangen bezeichnet sehr viel mehr den Einsatz der Kalten Waffe, während man bei der Schusswaffe von "Fangschuss geben" spricht.
Sollte eine "Jägerin und Ausbilderin" eigentlich wissen, aber die Jägersprache ist ja auch so "Sorry....traditionell übriggebliebener Mist aus dem frühen 20. Jhdt.".


Ich hab' Dir jetzt zwar ein paar ordentliche Watschen verpasst, war aber gar nicht böse gemeint.

Als Jungjäger so aufzutreten, wie Du das hier getan hast wird Dir jagdlich ganz schnell etliche Türen vor der Nase zuschlagen.
Wenn Du als "Newbie" mit so Sprüchen, wie "traditionell übriggebliebener Mist aus dem frühen 20. Jhdt." kommst, dann brauchst Du Dir wenigstens keinen Urlaub für Jagdeinladungen aufzusparen.

Darf man fragen, ob Du in einer Jagdschule oder "klassisch" beim örtlichen Verein den Vorbereitungslehrgang absolviert hast?
Hattest Du vorher schon Kontakt zur Jagd (Familie, Verwandte)?


WaiHei
 
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#97
@ Marwin; Es gibt doch genug Kursangebote in D und außerhalb, die man zum Training und zur Erweiterung seiner Fähigkeiten nutzen kann.
Da nun mal überwiegend in D nur 25m-Kw-Stände existieren, ist es nicht unvorteilhaft, dort regelmäßige entsprechende Übungen zu absolvieren und erst einmal dort zu lernen, mit einer Kw umzugehen und überhaupt erst einmal präzise zu treffen.
Damit lässt sich schon eine gewisse Sicherheit im Umgang erreichen.
Für alles andere (schnelles Ziehen, instinktives Treffen, Schießen im Dunkeln, Beheben von Waffenstörungen etc) bietet sich m. M. n. der Besuch von speziellen Kursen an, die freilich in D nicht für jedermann angeboten werden bzw. wenn, dann nur in „verkappter“ und damit unvollkommener Form!
 
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#99
Bill hatte, im Ggs. zu Hübner, wohl deutlich mehr "praktische Erfahrung".

BTW: Warum verwendeten eigentlich die verschiedensten Polizeieinheiten in USA so lange Revolver und nicht die 1911er?
Das US-Militär ist ja auch umgestiegen.


WaiHei
 
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Hübner steht bei mir neben Keith und Jordan im Regal. Revolver waren wohl die bessere Polizei Waffe. Einfach, meist waren sie sogar nur 38 SPL davor manchmal sogar nur 32. Der Sheriff oder Deputy brauchte nur wenig Training. Pistolen waren meist die kleineren 9mmkurz oder 7,65. Das änderte sich dann mit der Verbreitung der 9Para und 15 Schuss Magazinen. Und Selbstlader Gewehre wie das Ruger Mini 14 kamen dazu. Da reichte der Revolver nicht mehr.
 
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Revolver waren wohl die bessere Polizei Waffe.
Weil weniger Bedienungsfehler möglich sind oder warum?
Ob man nun "3 Pfund Eisen" in Form eines Revolvers oder einer 1911er OFFEN herumträgt macht ja weder von der Größe, noch vom Gewicht viel Unterschied.
Die Pistole ist ausbildungsintensiver, das sehe ich auch so - aber war DAS der Grund?
8 Schuss gegen nur 6 im Revolver und die schnellere Nachladbarkeit mit weiteren Magazinen, bei längeren "Auseinandersetzungen" sprechen doch mehr für die Pistole.


Pistolen waren meist die kleineren 9mmkurz oder 7,65.
Die US-Sheriffs sind auch mal mit so niedlichen Pistölchen unterwegs gewesen?


WaiHei
 
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Bei der Polizei waren 32er Revolver im Einsatz. Frueher hat man es nicht so gerne gesehen wenn die Polizei zu stark bewaffnet war. Auf der Railroad waren die Polizisten oft mit 32ern bewaffnet. Es ging ja meist darum seine Autoritaet etwas zu untermauern. Nicht um Feuergefechte. Die kleineren County Police Departments haben sicher auch aus wirtschaftlichen Gruenden zu S&W und Colt Revolvern geschaut. Smith und Wesson war das was Glock heute ist. Es waren in den groesseren Staedten oft andere Waffen vorhanden ,falls notwendig. Thompson MP zB.
 
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Die Teilnahme an diesen Wettkampfschießen kann sehr wohl eine weitere Kw begründen, da größere Kaliber zwar nicht verboten sind, einen aber "oben" ziemlich chancenlos machen.

Diese weitere Kw läuft dann aber auf Sportschützen-Kontingent und NICHT auf "Bedürfnis Jagd".
Das ist falsch! Der DJV bzw. Der jeweilige LJV ist kein anerkannter Schießsportverband. D.h. keine 12 monatige pflichtmitgliedschaft und deinen Austritt meldet der LJV auch nicht an die Behörde .
Das Bedürfnis ist Jagd.
 
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