Blackout Deutschand - Möglich oder Unwarscheinlich ?

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So, ich hab' mir jetzt den Spaß gegeben und alle 16 Seiten durchgelesen (allerdings nicht alle LInks).
Um wieder mal ein wenig vom AKW-Thema weg- und zum eigentlichen Thema hin zu kommen: Lasst uns doch erst mal die möglichen Ursachen für ein Blackout zusammentragen und eine Risikobewertung durchführen.

Aus meiner Sicht (aber ich bin da nur interessierter Laie, der allerdings einige berufliche Anknüpfungspunkte hat) gibt es per se mal drei Gruppen (natürliche Ereignisse, Zufallsereignisse, absichtliche Angriffe).
Ich hab' das mal geclustert. Für mich kommen hier in Frage:

Natürliche Ereignisse:
  • Sonnensturm (wie z.B. das Carrington-Ereignis)

Zufallsereignisse:
  • menschliches Versagen (z.B. falsche Reaktion in einer angespannten Netzsituation)
  • koordinationsversagen (wie 2006)
  • EDV-Versagen
  • Fehlprognosen, ggf. in Kombination mit Fehlspekulationen (wie beinahe im Sommer 2019)

Angriffe:
  • HEMP (High-Altitude Electromagnetic Pulse - also das Zünden einer A-Bombe in der oberen Atmosphäre)
  • Hackerangriff auf die Infrastruktur
  • koordinierter physischer Angriff auf die Infrastruktur

Zuerst die gute Nachricht: Zufallsereignisse sind mMn nicht dazu geeignet, einen "echten" Blackout (also langanhaltend und großflächig) zu erzeugen.
Die schlechte Nachricht: Ein Sonnensturm oder ein Angriff hingegen können sehr wohl. Und ein physischer Angriff auf das Stromnetz ist vergleichsweise einfach und auch günstig auszuführen. Allerdings braucht man dazu eine gewisse Manpower (mehrere 100 Mann) oder ausreichend Drohnen inkl. Software - die es aber frei verfügbar gibt. Da es schwierig sein wird, mehre 100 Mann zu mobilisieren, wo jeder absolut dicht hält, halte ich das eigentlich auch nur für einen Staatlichen Angreifer für machbar.

Das war die gute Nachricht. Einen Punkt habe ich oben aber ausgelassen: Fehlende Kapazitäten (in der Erzeugung und/oder Verteilung) sowie fehlende Netzstabilisierung!
Das Problem mit Strom ist, dass in jeder Sekunde genau so viel Strom erzeugt wie verbraucht werden muss. Stimmt diese Balance nicht, steigt die Netzfrequenz oder sie sinkt (je nach Netzzustand).
Bis dato ist es so, dass die großen rotierenden Massen in AKWs und Kohlekraftwerke sich stabilisierend auf die Netzfrequenz auswirken, speziell im kurzfristigen Bereich. Darüber hinaus gibt es Primär- Sekundär- und Tertiärregelung, mit der man den Markt stabil halten kann. Zumindest die meiste Zeit über!
Leider hat sich die Anzahl der Eingriffe, um das Netz stabil zu halten, in den letzten 10 Jahren verzehnfacht. Tendenz: Stark steigend. Konnte 2010 die Abstimmung der großen europäischen Übertragungsnetzbetreiber noch mit einer tägliche Telefonkonferenz durchgeführt werden, ist das mittlerweile nicht mehr möglich. Das erledigen inzwischen Algorithmen.
Wenn also spätestens in 10 Jahren ein Großteil der grundlastfähigen Kraftwerke weg ist, gleichzeitig die Netze noch nicht so ausgebaut sind, wie es notwendig wäre und ungünstige Wetterlagen (die oft zitierte Dunkelflaute) die Produktion von Zappelstrom verhindern, kann es schon mal dunkel werden!

Ich würde daher in Summe die Frage, ob es einen Blackout geben wird, mit "ja" beantworten. Fragt sich eher: wann, und wie lange. Die statistische Antwort dafür lautet übrigens: Ende Jänner um ca. 18h. Weil hier statistisch gesehen der wenigste Wind, kein PV-Strom, aber viel Bedarf vorhanden ist (Heizungen, Herde und ein Großteil der Industrie laufen auf Vollgas).

So, und hier noch ein paar Anmerkungen zu zwei Posts:
Was ich sagen wollte, ist Folgendes: Ein großer ganz Deutschland erfassender Blackout wird nicht passieren, weil das Stromnetz in Deutschland insgesamt sehr gut ist und auch genügend Stromproduzenten vorhanden sind. Notfalls wird aus dem Ausland Strom eingekauft. Ein großer Blackout in ganz Deutschland ist deshalb nur dann zu erklären, wenn jemand das will bzw. geplant hat. So was wird aber nicht passieren, weil wirklich niemand mittel- oder langfristig davon profitieren würde. Natürlich kann es regional passieren, aber dann wohl nur für Stunden oder wenige Tage (... Atomkriege, UFO-Angriffe, etc. mal ausgeschlossen.)
Nach dieser Logik (der fettgedruckte Teil) gäbe es auch Corona nicht. Tut es aber.

Zum Rest: Siehe oben. Dass es derzeit genügend Stromproduzenten gibt, lässt keine Schlüsse auf die Zukunft zu.
Und wer will denn Deutschland helfen? Frankreich hat im Winter selbst genügend Probleme. Österreich liefert Spitzenstrom, aber nur für einige Stunden, und auch nur für den Süden. Bleibt ggf. Polen - da fehlen mir allerdings die Zahlen dazu.

Eigentlich nicht. Es sichert einem Autarkie und damit Schutz vor einem Blackout.
Das ist sogar kostengünstig umzusetzen.
Man darf sich nur nicht die überteuerten Lösung anbieten lassen.
Was allerdings in der Haustechnik bereits geht, ist beeindruckend.
Im Grunde ist es eine Frage des gewünschten komponentenmix.
Der eine für alles Speicher muss noch günstiger werden udn dann ist man energieseitig unabhängug-bis der Gesetzgeber das verbietet.
Ich bin wie gesagt ein bisschen drin in der Materie drin (ich verhandle u.a. PV- und Speichersysteme). Wenn du hier eine kostengünstige Lösung hast: Her damit - ich mache dich reich!
Tatsache ist, dass kein autarkes System (egal welcher Größenordnung, egal mit welcher Technologie) derzeit in Hinsicht auf Preis, Effizienz und Wartungsarmut an das öffentliche Stromnetz herankommt!
Selbst zusammengeschusterte Systeme aus gebrauchten Komponenten, wo auch die Eigenleistung nicht bewertet wird, jetzt mal nicht mitbetrachtet.
 
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Ich füge mal bei den natürlichen Ereignissen Witterungsextreme hinzu (siehe Black-out vor Jahren in NW-Deutschland durch IIRC Mastenzusammenbruch).
 
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Und möglicherweise ist auch ein Überangebot gefährlich: wenn zuviele Erzeugungsanlagen gleichzeitig automatisch in der Leistung reduziert oder sogar ganz abgeworfen werden, könnte auch das einen Domino-Effekt auslösen, der zum Zusammenbruch führt.
 
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Ich finde es anachronistisch heute noch mt wechselstrom im Heimbereich zu agieren.
Wenn der Transport entfällt, gibt es eigentlich keine Berechtigung mehr.
Der ehimbereich lässt sich viel effizienter und sparsamer mit Gleichstrom im Niedervoltbereich betreiben.
Damit laufen auch alle Gerät und die ganzen Wandler kann man auch weghauen.
Hast Du schon mal große Lasten mit Gleichstrom geschaltet?
Falls Du weißt wie ein Elektrodenschweißgerät funktioniert, dann kannst Du es Dir vorstellen...
 
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Was ich sagen wollte, ist Folgendes: Ein großer ganz Deutschland erfassender Blackout wird nicht passieren, weil das Stromnetz in Deutschland insgesamt sehr gut ist und auch genügend Stromproduzenten vorhanden sind. Notfalls wird aus dem Ausland Strom eingekauft. Ein großer Blackout in ganz Deutschland ist deshalb nur dann zu erklären, wenn jemand das will bzw. geplant hat. So was wird aber nicht passieren, weil wirklich niemand mittel- oder langfristig davon profitieren würde. Natürlich kann es regional passieren, aber dann wohl nur für Stunden oder wenige Tage (... Atomkriege, UFO-Angriffe, etc. mal ausgeschlossen.)
Äh. Da kennst Du die Menschen aber schlecht.
Jeder Krieg, jede Destabilisierung nützt irgendwem. Deswegen ist die Welt voll davon.

Zurück zum Thema.
Ohne es jetzt ausgerechnet zu haben und genaue Zahlen zu kennen, kann eine Entwicklung*, in der alles und jedes elektrifiziert wird, vom Dosenöffner über ehemalige Trettroller zu Heizung und Auto, bei gleichzeitiger Reduktion von Energieerzeugung entweder gar nicht oder nur in großer Abhängigkeit zu anderen funktionieren.
D.h. man kauft stabilen Atomstrom aus dem Ausland, weil wir lieber unsere Landschaft großflächig mit Windkraftanlagen, die so grün sind wie eine Diesellock aus dem 19. Jahrhundert, zupflastern.
Ob man es dann mag, dass andere darüber bestimmen, ob bei uns das Licht ausgeht, kann sich auch jeder selber überlegen.

Es, das * ist gemeint, funktioniert eben nicht nach dem Motto, wasch mich, aber mach mich ned naß.
Eine ökologische Wende mit gleichzeitigem weiterem Wachstum und Konsum bei stetig wachsender Bevölkerung ist unmöglich.
Egal wo.
 
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Das Problem sehe ich auch in den kurzfristigen Schwankungen, ich habe einige Anlage die sehr zeitkritisch sind (ca. 1/100 sekunde) die auf einander synchronisiert werden muessen, wenn da der Strom selbst nur den Bruchteil der Sekunde ausfaellt, dann stehen die Anlagen und muessen muehselig wieder angefahren werden, mit Personal welches streamlinemaessig nicht mehr da ist. Wenn das ein paar mal am Tag passiert, leiden die vorgeschalteten Anlagen auch, die auf eine gleichmaessige Belastung konstruiert werden.
Momentan heize ich meine Anlagen mit Gas, alles zusammen so 24 -32 MW wenn das auf Strom umgestellt wird, steigt der Strombedarf um die 6 fache.
Wenn dann der Strom laenger als einen halben Tag ausfaellt, koennen Investitionen in der Groessenordnung von 15-20 Mio Euro abgeschrieben werden, dass kann ich nie und nimmer mit Notstrom realisieren um den Ausfall zu kompensieren.
 
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Das Problem sehe ich auch in den kurzfristigen Schwankungen, ich habe einige Anlage die sehr zeitkritisch sind (ca. 1/100 sekunde) die auf einander synchronisiert werden muessen, wenn da der Strom selbst nur den Bruchteil der Sekunde ausfaellt,
Momentan heize ich meine Anlagen mit Gas, alles zusammen so 24 -32 MW wenn das auf Strom umgestellt wird, steigt der Strombedarf um die 6 fache.
Wenn dann der Strom laenger als einen halben Tag ausfaellt, koennen Investitionen in der Groessenordnung von 15-20 Mio Euro abgeschrieben werden, dass kann ich nie und nimmer mit Notstrom realisieren um den Ausfall zu kompensieren.
Wer braucht 32 MW:oops:
Deine Anlagen kenne ich nicht, aber wenn dem so ist, müßtest Du wie ein Krankenhaus
ausgestattet sein, Batteriepuffer plus großes Aggregat um Zündung und Pumpen
laufen zu lassen.

Remy
 
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Nein. Bodenseewasser zur Kühlung verwenden ist kein Problem. Tipp: wo bauen die Schweizer ihre Kernkraftwerke hin? ... Bitte generell mehr vorher informieren, als einfach posten.
Doch, ist ein Problem. Weil du Wasser in der Natur nicht unendlich erwärmen kannst in es wieder zurück zu führen .
 
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Da zerbrechen sich Wissenschaftler der ganzen Welt die Köpfe, wie die Energieversorgung der Zukunft aussehen kann . Nobelpreisträger , Atomphysiker , Professoren......
Vielleicht sollte man ihnen mal mitteilen , das die wahren Fachleute bei W6H unterwegs sind, und die Lösungen in Theorie und Praxis kennen .
😂😂😂😂
 
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Nach der Energie- und Verkehrswende kommt im Rahmen der "Großen Transformation" als nächste Großbaustelle die Hausheizungswende. Norwegen macht das schon, zwangsweises Verschrotten der Ölheizungen und jetzt auch der Gasheizungen und Ersatz durch Wärmepumpen. Die Dunkelflaute oder ein möglicher Blackout schalten dann also nicht nur Muttis TV und Papis Laptop für das. Homeoffice ab sondern auch die Hausheizung. Die Wasserversorgung hängt auch am Strom, d.h. auch die Klos können nicht mehr gespült werden. Ohne Dusche hingegen hält man es ein paar Tage aus, manche praktizieren das heute schon.
 
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Du hast mal wieder keine Ahnung. Norwegen ist Vorreiter in diesem Thema und verschrottet zwangsweise jetzt auch Gas. Das wird die nachste Baustelle nach dem Auto. Was denkst du denn meint Merkel sonst mit der kommenden, "großen Transformation"?
 
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Öl- und Gasheizungen laufen natürlich im Gegensatz zu Wärmepumpen ohne Strom.
Zwangsweises Verschrotten gibt es auch nicht.
Sehr sinnbefreiter Beitrag.
Also die sind schon findig. Mein Kachelofen funktionierte 50 Jahre tadellos. Dann kam der Kaminfeger und meinte, gemäß der Bundesemissisonsschutzverordnung

https://www.ofenseite.com/kachelofen-heizeinsatz-austauschen

müße der Einsatz ausgetauscht werden. Also kam ein neuer Einsatz rein für 4500 Euro. Der sieht im wesentlichen aus wie der alte, funktioniert ebenfalls tadellos, nur kann ich jetzt größere Holzmöckel reinwerfen.

Sowas ist doch ohne weiteres für alle Heizungen möglich. Und für die Rettung der Welt ja auch alternativlos (ungefähr so wird argumentiert werden).

Zusammengefasst: Meine alte Holzheizung wurde zwangsweise verschrottet.
 
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