Bleifrei demnächst auf EU-Ebene, bei Büchsengeschossen und Schrot??

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Demnach wäre Bleischrot, welches sich verkapselt, dem legierten Stahl- bzw. Weicheisenschrot, welches per Oxidation in die Böden und somit ins Grundwasser gelangt, haushoch überlegen.
Die Sache ist nicht einfach. Auch Blei hat Begleitstoffe bzw. wird zum Erreichen einer bestimmten Härte legiert. Da sind dann so muntere Dinge wie Arsen und Antimon an Bord. Je nachdem, wo das Schrot abgelagert ist, liegt es entweder nur "dumm rum" oder wird eben über lange Zeit doch "angelöst" (z.B. bei sehr niedrigem pH-Wert des Bodens). Wenn abgelagerte Stoffe so "Beine kriegen" (Mobilisation), hört die Kontrolle darüber auf und das ist nicht wünschenswert.
 
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Sorry, Jungs - ich bin spät dran in diesem Faden. Ich war die ganze Zeit unterwegs, um einen an Bleimunitionsverzehr erkrankten zu finden. Ich habe es aber nicht geschafft.
1966 soll mal jemand bei Arnsdorf einen Schnupfen auf Grund einer verschluckten Schrotkugel gehabt haben. Aber der Fall ist schlecht dokumentiert, erscheint mir nicht sehr plausibel.

:oops:

Ich geh jetzt Enten füttern.
 
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....Ich war die ganze Zeit unterwegs, um einen an Bleimunitionsverzehr erkrankten zu finden. Ich habe es aber nicht geschafft.....
Das ist typisch, denn ein systematisches Problem bei schleichenden Bleivergiftungen ist ihre reduzierende Wirkung auf Intelligenzleistungen, die oft dazu führen, dass Betroffene gar nicht mehr fähig sind, den Zusammenhang von Bleiaufnahme und Wirkung noch zu realisieren. ;)
 
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Das ist typisch, denn ein systematisches Problem bei schleichenden Bleivergiftungen ist ihre reduzierende Wirkung auf Intelligenzleistungen, die oft dazu führen, dass Betroffene gar nicht mehr fähig sind, den Zusammenhang von Bleiaufnahme und Wirkung noch zu realisieren. ;)
Verstehe ich nicht. ;)
 
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Demnach wäre Bleischrot, welches sich verkapselt, dem legierten Stahl- bzw. Weicheisenschrot, welches per Oxidation in die Böden und somit ins Grundwasser gelangt, haushoch überlegen. Bin jetzt verunsichert und echt gespannt, wie sich diese Thematik weiterentwickelt. Wmh HH
Naja, Eisen ist schon überall vorhanden, auch in Grundwasser, und es schadet im normalen Umfang weder Mensch noch Umwelt.
 
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Weltkriege sind kein Maßstab für das zivile Leben.;)

In Europa gibt es ca. 7.000.000 Jäger. Wenn jeder Jäger nur 20 Schrotschüsse pro Jahr abgeben würde, hätten wir einen Bleieintrag in die Natur von ca. 4.200.000 kg Blei pro Jahr (bei 30g Schrotvorlage).
120 Mio. kg Blei die letzten 30 Jahre.

Man wird also nicht annähernd tausend Jägergenerationen brauchen.
Für die Auswirkung von Blei in Boden und Gewässern schon, denn das was heute eingetragen wird, kommt nur oben drauf.
Das Beispiel hinkt nebenbei. Von den existierenden Leuten mit Jagdschein führen wieviele real die Jagd aus? Wie viele davon mit Schrot? Ich würde mal in Summe auf 5% tippen und da bin ich wahrscheinlich noch großzügig. Nun zu den Zahlen. Im zweiten Weltkrieg wurden alleine 14 Mrd. Patronen in den verschiedenen Kleinwaffenkalibern von deutscher Seite aus produziert (http://michaelhiske.de/Wehrmacht/Heer/Sonstiges/MunVerbrauch/Kap02_05.htm). Man kann annehmen, dass diese auch zum Großteil verschossen wurden. Wenn von allierter Seite nicht mindestens die selbe Zahl hinzukommt, würde mich das wundern. Typisches Geschossgewicht damals so 12g. Bei 30 Mrd. Schuss also etwa 360.000 Tonnen. Erster Weltkrieg wohl etwas weniger, dafür sehr konzentriert auf gewisse Regionen. Sagen wir mal 500.000 Tonnen für die beiden Kriege. Die 5% von den 7Mio Jägern sind 350.000. 32g als typische Ladung und 20 Schuss im Jahr wäre 224 Tonnen im Jahr. Das im Verhältnis zu nur den Zahlen der Weltkriege wären 2230 Jahre Jagd, nur um die gleiche Zahl in den Boden zu bringen. Ich bezweifel irgendwie, dass wir in 2000 Jahren noch so Jagd ausüben. Von der mangelnden Gefährdung des aktuell vorhandenen Eintrages mal ganz abgesehen.
 
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Was hat Angelblei mit Schroteintrag zu tun? Jetzt rechne die Zahl noch auf meine hinzu und wie lächerlich wird dann der Eintrag von Schrot im Verhältnis zu dem schon vorhandenen Eintrag und zum Eintrag anderer Quellen?
 
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"Blei wird seit Jahrzehnten verbreitet in Munition und Angelgerät verwendet. Es wird geschätzt, dass pro Jahr durch diese Verwendungen ca. 21 000 – 27 000 Tonnen Blei in der EU in der Umwelt verteilt werden. "
Quelle: Echa

Macht 13-17 Jahre.
Ääää wann war der WWII vorbei? Bei durchschnittlich 24.000 t/Jahr und den von Chriss geschätzten 500.000 t müssten wir heute rund 2.200.000 t Blei in der Natur verteilen haben. Irgendwie hätten dann die Folgen wohl gravierender ausfallen müss
 
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Was hat Angelblei mit Schroteintrag zu tun? Jetzt rechne die Zahl noch auf meine hinzu und wie lächerlich wird dann der Eintrag von Schrot im Verhältnis zu dem schon vorhandenen Eintrag und zum Eintrag anderer Quellen?
Eben nicht lächerlich. Leider.

Irgendwie hätten dann die Folgen wohl gravierender ausfallen müss
Gravierender als der Nachweis von Blei in sämtlichen Lebensmitteln ?
Gravierender als die Überschreitung von Grenzwerten in Lebensmitteln ?

Stichwort: ALARA
 
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Eben nicht lächerlich. Leider.



Gravierender als der Nachweis von Blei in sämtlichen Lebensmitteln ?
Gravierender als die Überschreitung von Grenzwerten in Lebensmitteln ?

Stichwort: ALARA
Seit wann gibt es Aufzeichnungen über Nachweise von Blei in Lebensmittel und kann man diese in direkten Zusammenhang mit Geschoss/Angelblei bringen? Habe wirklich keine Ahnung und fände die Herleitung sehr lesenswert.
 
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Rechne mal und begründe deine Aussage. Solltest du einen mathematischen Nachweis der Relevanz führen können, bitte. Ansonsten....begrabe das Thema lieber.
 
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"Blei wird seit Jahrzehnten verbreitet in Munition und Angelgerät verwendet. Es wird geschätzt, dass pro Jahr durch diese Verwendungen ca. 21 000 – 27 000 Tonnen Blei in der EU in der Umwelt verteilt werden. "
Quelle: Echa

Macht 13-17 Jahre.
Rechne deine 21.000 bis 27.000 Tonnen Blei pro Jahr mal in Anzahl von Patronen um, und die pro Jäger, und dann überlege nochmal ...
 
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Naja, Eisen ist schon überall vorhanden, auch in Grundwasser, und es schadet im normalen Umfang weder Mensch noch Umwelt.
Ähm, Blei ist genauso fast überall vorhanden. Deshalb gibt es flächendeckend sog. "Hintergrundwerte" (= "normaler Umfang").

Hier geht es jedoch nicht um "normalen Umfang", sondern um lokale "hot spots". Und Eisen ist wesentlich leichter zu mobiliseren als Blei.

Welche Auswirkungen ein erhöhter Eisengehalt im Wasser haben kann, kannst Du z.B. in Fließgewässerorganismen und Eisen, ab Kap. 6, Seite 51 nachlesen.
 
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