Bockjagd 2022/23

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Die neue Ansitzleiter hat mir schon am gleichen Abend Waidmannsheil beschert.

Ich saß ab ca. 08:00 an einer Fläche, welche wir seit dem letzten Jahr nicht mehr bejagt haben, nachdem der Hochsitz dort einen Sturm nicht überlebt hatte.

Gegen 21:00 sah ich rechts von mir einen starken Bock welcher ein Schmalreh vor sich hertrieb. Ich beobachtete die beiden eine Weile, wobei die Ricke dem Bock bei weitem nicht so zugetan war wie umgekehrt.

Die beiden zogen ihre Kreise und kamen immer weiter auf mich zu. Irgendwann wurde es dem Bock zu bunt und er zog von mir weg in den Roggen, wahrscheinlich um ein willigeres Stück zu freien.

Das Schmalreh trollte sich von dannen und so begann ich ein bisschen zu blatten. Kurz darauf schaut das Haupt des besagten Bockes aus dem Roggen und äugte in meine Richtung.
Langsam zog er auf mich zu drehte dann aber wieder ab und sprang in weiten Sätzen wieder ins Getreide.

Kurz darauf blattete ich wieder eine 3er Serie und wieder kam der Bock auf mich zu. Als er dann ca. 60m Scheibenbreit vor mir verhoffte ließ ich fliegen und die .308/Geco Softpoint bannte ihn an den Platz.
Keine Flucht, wie sich beim Aufbrechen raustellte, hatte die Wirbelsäule von unten was mitgekriegt, so das er wie ein Stein umfiel.

Geschätzt wurde er auf 5-6 Jahre, die Rosenstöcke waren schon sehr tief, bald hätte er wohl zurückgesetzt. Irgendwie hat er sich vorher immer durchgemogelt, er war auf jedenfall keinem meiner Jagdkameraden bekannt.
Aufgebrochen brachte der Gute ca. 18-19kg auf die Waage.

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Vor 4 Wochen auf dem Weg zum Sitz, immer wieder das Feld abgespiegelt.
Plötzlich sehe ich einen Bock.
So einen Starken hab ich noch nie gesehen.
Ich habe mich vorsichtig näher angepirscht. Er äst immer noch und kümmert sich nicht um mich. Das Dreibein aufgestellt und die Winchester drauf. Mit dem ZF nochmals angesprochen. Ja, ein kapitaler Bock. Sehe jedoch nur das Haupt und den Träger. Die Vermutung, wo das Blatt ist, ist da, aber nein, ich kann und will nicht schiessen.
Das Gelände ist leicht abschüssig. Ok jetzt ums Eck, da steht der wacklige Sitz ca. 1.50m erhöht und 20m entfernt. Also, weiter anpirschen, in der Hoffnung, dass es ihn nicht schreckt. Beim Sitz angekommen, steht er noch da. Die 1,50m erklommen, der verdammte Sitz knarrt und zittert ärger als das alte Haus von Rocki Docki. Als ich oben angekommen bin, ist der Bock natürlich abgesprungen. Ok, eventuell kommt er nochmals. Halbe Stunde später steht eine Gais auf der Bühne. Zwei weitere kommen dazu. Plötzlich ein weiterer Bock. Derjenige, der einer Gais hinterher geht. Die Gais hoch erfreut und Jagd mit dem Bock. Sie kommen mir sehr entgegen. Als beide so auf 100m sind, wirft der Bock sein Haupt auf und springt ab. Die Gais unbeeindruckt, jedoch enttäuscht, bleibt auf dem Feld und äst weiter.
Also, Woche später. Der starke Bock kommt sicher wieder. Der Bauer hat am Abend den Klee geschnitten. Kein Anblick, nicht mal einen Hasen. Was soll's. Zwei Wochen in der Hoffnung gewartet, dass der Klee und die Blattzeit jetzt günstig ist.
So, heute Freitag den Plan gefasst, dass es auf den Ansitz geht, in der Hoffnung, dass ich den starken Bock ranblatten kann. Sollte das am Abend nicht gelingen, so übernachte ich im Auto, in der Hoffnung, dass er am Morgen kommen könnte. Um 19:00h auf dem Sitz. Den Moment abgewartet, bis sich alles beruhigt hat. Die ersten Töne aus der Pfeife erschallen lassen, null und nichts. Habs mir gemütlich gemacht, so gut es ging auf dem knorrigen Sitz.
So um 20.00h kommen zwei Hasen, beinahe unter dem Sitz durch. Rennen einander nach und äsen ab und an.
So um 20.45h steht plötzlich ein Reh breit da. Fernglas hoch. Das ist der Bock, der vor 2 Wochen der Gais hinterher war. Ich runter vom Sitz, ganz leise. Das Dreibein hab ich vorher schon eingerichtet. Also, die Winchester drauf. Ins ZF genommen. Er steht breit. Den Finger am Abzug, Atem angehalten, mach den Finger ganz langsam krumm. Springt doch der jetzt 10m vor, mir entgegen. Verfolge Ihn und warte wieder, bis er breit steht. Er hebt das Haupt und schaut mich an. Dann schicke ich die 30-06 auf die Reise. Er sackt zusammen. Ich sehe Ihn nicht mehr. Da hebt er noch mal das Haupt und legt Ihn wieder nieder. Der sollte liegen bleiben und sich nicht mehr bewegen. Die 15 Min. gewartet und dann auf den Anschuss gegangen. Da lag er und hat sich nicht mehr gerührt. In der Trophäe ist er Kapitaler als der Bock, den ich am 15.6. erlegt habe. Doch im Wildbret war er Schwächer. Schätzung von meinem Mitpächter, ca 4 Jahre. Er hat da mehr Erfahrung wie ich.
Jetzt müsste ich, mit meinem Mitpächter nur noch die zwei Böcke Tod trinken. Da muss jedoch meine Frau mit, so das ich kein Problem mit der Trachtengruppe bekomme.
 

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Mit meinem Blattzeitbock hat es gestern Abend geklappt, kurz vor 22 Uhr. Sorry für die bescheidene Qualität der Bilder.
Letztes Jahr nicht bekommen, diesmal hat es beim 6. Ansitz geklappt. Drilling 7x65R, GMX 139gn. Lag im Feuer auf ca. 50m.
16kg.
 

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Im April hatte ich nen Schnupperpraktikanten für eine Woche da (10. Klasse Gym). Der wollte wenn möglich mal mit auf Ansitz. Im Mai hats nicht geklappt, aber am letzten Freitag war es dann so weit. Ich wollte mit dem jungen Mann auf einen Sitz, wo ich vom Mai her noch zwei bis drei Böcke wusste, um die es nicht so schad wäre. Aber schon auf dem Weg dorthin hab ich den Plan fast schon wieder bereut. Der Magerrasen war inzwischen nicht nur mager (wie immer) sondern auch noch Pfurz trocken. Die Bauern, die das heuer mähen sollen (von wollen kann da nicht die Rede sein) brauchen den Schnitt nicht zum Trocknen liegen lassen, das ist jetzt schon Heu. Wenn nicht Stroh. Ich bin selten über eine "Wiese" gelaufen, wo das Gras unter meinen Sohlen gebrochen ist statt abzuknicken...

Am Sitz dann erst mal gemütlich gemacht und irgendwann einige Strophen auf dem Buchenblatt in den Abend geschickt. Es kam dann...
nix.

Anderthalb Stunden und vier Arien später stand dann eine Geiß mit Kitz in einer Senke auf 250m, wo das Gras noch etwas grüner und höher ist. Gesehen hat man die beiden aber nur als dunkle Schatten im hohen Gras mit der WBK. Also nochmal etwas geblattet und nach dem zweiten Pieps reißt mir das Buchenblatt. also neues aus der Tasche gefummelt und zurechtgeschnitzt. Beim Ansetzen auf den Lippen fällt mir auf 40m ein Fleck im hohen Gras aus, der da noch nicht war - Reh. das Glas zeigt einen Bock, auf Schrotschussentfernung. Wie der dahingekommen ist??? keine Ahnung. der Bub bekommt nen Rempler und hat ihn auch gleich im Glas. Der Bock - ehr das Böckle - zieht hinter nen vertrockneten Hollerbusch und weiter auf uns zu. Ich tausch Glas mit Gewehr, der Bock zieht weiter spitz auf uns zu. Mittlerweile ist er so nah unter der 6m hohen offenen Kanzel, dass ich bereits aufstehen muss, es hilft aber nix, immernoch zieht er halb spitz auf uns zu und jetzt is auch noch der Praktikant im Weg. Der Bock verschwindet unter den tiefen Ästen der Eiche, in der auch der Sitz steht. ich hab inzwischen ein Knie auf der Sitzbank, aber der Bock steht verdeckt keine 5m hinter dem Sitz. Irgendwann tut er mir den Gefallen und springt ab. Er verhofft kurz hinter einer Heckeninsel und lässt mir Zeit, meine vier Buchstaben wieder auf das Sitzbrett zu bekommen. Nach weiteren 50m verhofft der Bock nochmals und dreht halbwegs breit und die 308 verlässt den Lauf. Er zeichnet gut auf den Schuss hinters Blatt (Ausschuss auf dem Blatt), geht aber noch 50m und fällt dann in Sichtweite um.

Der Bub nimmt die Finger aus den Ohren (trotz Schalldämpfer eine Vorsichtsmaßnahme) und grinst von einem Ohr bis zum anderen. Am Stück erhält der Bock den letzten Bissen und wir machen zwei drei Erinnerungsfotos. Ich brech geschwind auf, erklär, was was ist. Die Augen werden beim Anblick des Gescheides etwas größer, (drum lass ich auch das Zwerchfell lieber mal zu) aber alles kein Problem. Bock und Bub eingepackt und den jungen Mann bei seinen Eltern abgeliefert. Dort gibts die Geschichte nochmal für die Eltern, n Spezi für mich und den Bub und wir stoßen gemeinsam mit links auf den Bock an. Ich bring ihn anschließend in die Kühlung (Bock, nicht Bub). die Waage sagt 12,5kg, das Schloss sagt, ich hab keine Naht mehr, die Schneidezähne sagen Stummel und damit ist auch klar, der Bock geht zum Händler und nicht in den Kochtopf der Praktikanten-Mama, die mir zuvor erklärt hat, dass Wildpret ja so komisch riecht und ihr überhaupt nicht schmeckt! Aber das ist eine andere Geschichte und ich werd versuchen, sie vom Gegenteil zu überzeugen...

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Ungerader dünnstangiger Sechser, der älter ist, als er ausschaut. Ca. 100m 308. WIn mit nem Barnes TTSX hinters Blatt, aufm Blatt raus, Flucht etwa 50m.

Die "gewaltige" Trophäe wird nach dem Abkochen den Besitzer wechseln und ich gehe davon aus, dass der junge Mann sie in Ehren halten wird. diese Woche hat seine Klasse eine Schulführung im Wald. Ich denke, da wird einer was zum Erzählen haben. In den Sommerferien will er zwei Wochen beim Waldarbeiter unserer Gemeinde jobben.
 
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Seit mehreren Wochen bin ich auf ihn gesessen. An der Stelle steht kein Sitz, deshalb wurde jedes mal der Ansitzstuhl auf den Rucksack geschnallt. Eigentlich war ich der Aktion fast schon überdrüssig, denn ich bin nicht scharf auf große Trophäen und ein Freund von "Zufallsbegegnungen". Aber aus einer Laune heraus habe ich mir eingebildet heuer einen stärkeren Bock erlegen zu wollen. Wir haben ein sehr gutes Rehwildrevier, in dem die Böcke auch alt (6+) werden dürfen. Ziel war ein reifer wenn möglich schon zurückgesetzter Bock. Die wirklich starken sind für mich aber keine Option. Das sind Pächter-Böcke, denn der zahlt auch gutes Geld für sein Revier. Mein Pächter sieht es zwar anders aber das ist meine Haltung dazu.

Mit diesen Prämissen habe ich ihn mir ausgesucht. Zuerst gesehen im Mai, dann immer wieder bestätigt. Mitte Juni habe ich mich dann vermehrt an seinem Einstand angesetzt bis ich die letzte Woche fast jeden Abend und auch morgens dort war. Oft hat er mich genarrt. Zu weit, zu schnell, mal gar nicht aufgetaucht.

Als gestern Abend eine kühle Prise die Umgebung herunter gekühlt hat saß ich um 1930 schon draußen. Um 2000 die ersten Rehe und auch andere Böcke. Aber ich wollte ihn und keinen anderen. Um 2020 plötzlich zwei Stangen und Lauscher im Weizen neben mir auf 40m. Und noch ein paar Lauscher! Ich mache mich fertig und die Geiß zieht los, der Bock hinterher. Auf 50m treten sie aus dem Weizen auf die Stoppeln. Näher kommend verhofft die Geiß 30m vor mir. Sie hat mich erkannt und will abspringen. Der Bock hat nur Augen für sie und steht halbspitz auf mich zu. Jetzt gilt es. Die 6,5x67R lässt ihn noch 10m flüchten, dann ist Ruhe. Der Schuss ging in den Stich und kam hinter dem Blatt wieder raus. Das Herz war abgeschossen.

Meine Freude am Stück ist riesig. Tiefe, starke Rosenstöcke, massiver Träger und und ein zurückgesetztes Gehörn. Ein Bock, wie er für mich im Bilderbuch steht. Es gibt Trophäen, die schön anzusehen sind aber eine bittere Geschichte dahinter haben. Zu weit, schlechtes Licht, schlechte Schüsse etc.
Diese wird keine davon werden. Der Alte brauchte Nerven, Aufwand und Geduld. Am Ende hat alles geklappt. Ein tolles Gefühl. Mein stärkster Bock in 14 Jahren Jagdschein.

Trotzdem freue ich mich jetzt darauf wieder geringe Böcke erlegen zu können. Und noch viel wichtiger ist das Raubwild 😎
 

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Habe Sonntag im Wald an einer Rückegasse angesessen, die zu beiden Seiten eigentlich viel zu zugewachsen war. Nach ein paar erfolglosen Blatt-Serien überlegte ich schon mich umzusetzen, als es plötzlich vielversprechend im Gebüsch raschelte. Definitiv nicht aufs Blatt gesprungen trat der Bock auf die Rückegasse, lief zwar ein paar Meter spitz von mir weg, stellte sich dann aber breit, und lag im Knall.
 
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Noch ein paar Worte zum Oben abgelichteten Bock:
Durch einen unsagbaren Planungsfehler habe ich dieses WE mein Kfz nicht verfügbar, stattdessen die Straßenkutsche meiner Holden oder den extrem tiefen Beatle Cabrio meiner Tochter. Prinzipiell hatte ich das Blattjagd Wochenende schon abgeschrieben.
Begründet durch verschiedene Versprechen konnte ich meiner Gattin dann das Auto für den Abend zur Jagd abschwatzen und machte mich auf den Weg ins Revier. Auf festem Weg geparkt, Schuhe gewechselt und die sieben Sachen geschultert um loszupirschen. Der Wind stand mir gut ins Gesicht und nach einigen Metern kam mir ein Sitz in den Sinn der zwar reparaturbedürftig aber nutzbar ist. Hier wollte ich ein wenig bleiben.
Aufgebaumt und rundum gesichert, holla das schimmert es ja schon Rot. Tatsächlich ein Böckchen, zartes Fiepen machte den Jährling neugierig und lässt in näher ziehen. Dabei sehe ich lauscherhohe Gabeln auf einem gut entwickelten Wildkörper, der sollte es nicht sein. Blick nach Rechts, hier hängen einige Eichenäste ins Sehfeld aber der weitere Bock exakt auf der Reviergrenze (ein Bachlauf) fällt sofort auf. Auch dieser reagiert sofort auf die zarten Töne, verschwindet dann aber hinter einem Hochspannungsmast und der Eiche.
Es dauert eine Weile und er steht immer noch verdeckt hinter dem Eisengestell, ich hatte mich eingerichtet, die Entfernung von 150m passte, und wartete nur noch auf den Schritt nach Vorne. Diesen Gefallen tat mir der Bock nicht, er zog in langsamen Fluchten in das gegenüberliegende Waldstück.
Aus diesem war er mit keiner Blattarie herauszubewege, erst sprang der Jährling bis unter den Sitz, eine Stunde später ein weibliches Stück. Den Bock sah ich immer nur schemenhaft oder als Wärmesignatur.
Jetzt begann es schon zu dämmern und ich wartete noch immer, auf einmal eine zweite Wärmesignatur im Wald, recht zügig bewegte sich diese in Richtung Waldrand, es war eine Ricke und dieser folgte….. der Bock.
Nur noch warten bis er breit steht und die 9,7gr Nosler Partition aus der 7x57R verläßt die K95. Im Schuss steht der Bock Steiff und beginnt zu schwanken und sich leicht zu drehen, es dauert eine ganze Weile bis er fällt, noch ein wenig Schlegels und dann verendet.
Später in der Kühlung stellen wir dann die linksseitige Sehbehinderung/ Erblindung erst fest. Für das Revier ein prima Bock der Selektionsklasse.
Schauen wir mal was die nächsten Tage noch so bringen.
Bis dahin
Waidmannsheil
B.T.
 
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Ich weiß nicht so recht, ob dieser Faden der richtige ist oder der aktuelle Frustfaden...

Freitag abend waren wir zu guten Freunden auf ne Feier eingeladen. 5 Uhr heißt 4 Uhr abreise. Den kurzen nehm ich auf dem Heimweg von der Arbeit mit, die Freude über das Treffen mit den beiden Mädels der Gastgeber schwenkt aber bald um in Frust über "Warum dauert das noch so lange...!"

Kurzerhand schnapp ich mir den Kurzen und die Büx, ein kurzer Blattversuch soll uns beiden Kurzweil bieten. Im Revier den Wind gecheckt, wo ich eigentlich hin wollt, passt der garnicht, aber an ner anderen Ecke sollt es halbwegs passen. Dort weiß ich einen mehrjährigen Spießer, der sich aber seither konsequent seiner Erlegung entzieht.
Auto abgestellt, den Kurzen zum Flüstern verdonnert, "pirschen" wir so gut es geht zum Sitz. In weiser Voraussicht hab ich meine DJ-Sitzerhöhung mitgebracht, dann kann der Bub auch über die Brüstung schauen. Tarnschal rum, leise geladen und dann das Buchenblatt zurecht geschnitzt. Ich erklär dem Bub nochmal, was ich mach und warum, und dass ich jetzt die Geiß nachmach und er nicht erschrecken soll, wenn es gleich quietscht. Gesagt getan, ich lass die erste Strophe los. Nach 3 Minuten die zweite Serie und schon nach den ersten beiden Piepsern seh ich ein Reh auf uns zustürmen. "Da kommt der Bock, halt die die Ohren zu" und ich geh auch schon in Anschlag. Der Bub hält sich die Ohren zu und erstarrt zur Salzsäule. Der Bock rauscht immer dichter und haut keine 15m vor uns die Bremse rein. Die Vergrößerung hat ich schon deutlich runter gedreht, erkenne aber gleich den gesuchten Spießer. Die Rosen sind besser als gedacht. Allerdings steht der hundsverreckte drecks........................................................................................* Bock exakt spitz und bietet Null komma null Trefferfläche, die ohne Grün und zerschossener Keule/Rücken sich ausgehen tät. Aber kein Problem, normal machen die dann ja ein oder zwei Schritt zur Seite - denk ich mir. Der hier nicht, er fixiert uns auf unserem Drückjagdbock für 5 oder 10 Sekunden und springt dann ansatzlos und ohne jedes noch so kleine Verhoffen ab. Dabei rennt er noch zu allem Überfluß in unseren Wind und fängt s Schrecken an. Nach ein zwei Minuten springt er zurück in seinen Einstand und überquert dabei nochmals die etwa 30m breite Wiese auf 150m - und erneut wieder ohne auch nur einmal zu verhoffen...
Danach hat mich das Jagdfieber geschüttelt, wie schon einige zig Jahre nimmer. So arg, dass selbst mein Bub fragte, obs mir gut geht.

Ich hab schon einige Böck in meinem Leben erlegt, DAS war einer, den ich sehr gerne erbeutet hätte. Nicht weils ein besonders starker, alter oder abnormer wäre, einzig weil die Situation es zu einem einmaligen Erlebnis gemacht hätte.

Die kommende Woche hab ich Urlaub und vllt. klappt es ja noch mit einem ersten gemeinsamen Bock mit meinem Bub.

Erlegerfoto mangels erlegtem Bock natürlich keines...

*stellt Euch einfach alle schlimmsten Schimpfwörter vor, die ihr kennt...

@admin: Ich weiß, dass das keine Bockerlegung war, aber es war BockJAGD (so wie es die Überschrift auch vorsieht) und zum Jagen gehören halt auch Erlebnisse, die nicht mit einer Erlegung enden! also BITTE nicht löschen!
 

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