Brandbrief eines Berufsjägers

Anzeige
Registriert
9 Jul 2019
Beiträge
2.095
Was ist aus der Jagd geworden? Ein Berufsjäger a.D. schreibt, was seinen aktiven Berufskollegen vermutlich die Zornesröte ins Gesicht treibt:

 
Registriert
22 Sep 2015
Beiträge
368
Ich versteh nicht, was er will? Geht es ihm um den Muttertierschutz? In der Tat ist im April ein Schmalreh auf jeden Fall leichter anzusprechen, als im Mai/ Juni und die Wahrscheinlichkeit, ein führendes Stück zu schießen selbst bei falscher Ansprache deutlich geringer...Eine führende Bache kann ich das ganze Jahr erwischen, das lässt sich nicht am Frühjahr festmachen. Da muss ich immer auf der Hut sein!
Und ist es nicht eher sinnvoll, dem Wild im Winter (ab Januar) die Ruhe zu geben, dann wenn die Äsung knapp ist und jede Beunruhigung das Wild verhältnismäßig viel Energie kostet?
PS: ich finde den Brief eher in seinem Ton schädlich für das Ansehen in der Öffentlichkeit: Es sieht so aus, als ob er "die" Forstpartie angreift, in Wirklichkeit unterstellt er eigentlich den Jägern ein komplettes Unvermögen und Unverantwortlichkeit. Die allermeisten Jäger und Förster, die ich persönlich kenne, jagen verantwortungsvoll. Aber gut- nach seinem Bild, was er hier zeichnet- tummeln sich in seiner Umgebeung verantwortungsvolle Totschießer, die im April ausschwärmen und alles abknallen, was ihnen vor die Büchse läuft. Wenn ich Jagd "hasser" wäre, würde ich diesen Brief unter meinesgleichen verteilen!
 
Zuletzt bearbeitet:
Registriert
13 Mrz 2018
Beiträge
294
Denke ich auch das er nicht so ganz Unrecht hat, gerade in Bezug auf den 14 Tage Kurs zum Jagdschein. Wenn ich das heutige Jagdsystem mit dem der DDR vergleiche. Zumindest was ich vom Hörensagen kenne. Frage ich mich warum man nicht das DDR System übernommen hat. Das war und ist um Längen besser. Gerade was Ausbildung und Wildschutz betrifft.
Ein Kumpel hatte einst, Mitte der 80 Jahre eine führende Bache von 30kg mit 2 angesaugten Strichen geschossen. Resultat 1 Jahr Jagdspeere.
Heutzutage interessiert das keinen mehr, es wird einfach geschwiegen.
Ausbildung zum Jäger, sah bei unserem Ältestes der in den 60iger Jahren den Schein gemacht hat, folgendermaßen aus. Erstmal 3 Jahre mitlaufen, dann einen DD bis zur Brauchbarkeit führen und dann konnte man sich zum Lehrgang anmelden. Dieser ging dann auch nochmal 1 Jahr.

Gruß
 
Registriert
20 Aug 2004
Beiträge
1.134
Das wandert eh in den Papierkorb.....
"ein Volk, ein Jägervolk...."

Ab da ist die Argumentation schon zu ende
Mit solchen vermeintlichen Appellen zeugt man eher von Aufgabe
 
Registriert
10 Jun 2009
Beiträge
1.015
Denke ich auch das er nicht so ganz Unrecht hat, gerade in Bezug auf den 14 Tage Kurs zum Jagdschein.

Das ist, wie ich finde, so ziemlich der einzige Punkt in dem er falsch liegt. Hätte er Jäger mit 10 Stück und 1000 Stück Lebensstrecke unterschieden hätte ich ihm Recht gegeben. Aber nur weil die Stunden des Kurses sich über einen längeren Zeitraum strecken kann keiner besser Ansprechen.

Das war und ist um Längen besser. Gerade was Ausbildung und Wildschutz betrifft.

Um das wirklich zu beurteilen zu können sollte man aber mehr als Hörensagen kennen…

Heutzutage interessiert das keinen mehr, es wird einfach geschwiegen.

Der Spruch „Schießen, Schaufeln Schweigen“, so dumm er ist, ist aber auch keine Erfindung der letzten 20 Jahre.

Erstmal 3 Jahre mitlaufen, dann einen DD bis zur Brauchbarkeit führen und dann konnte man sich zum Lehrgang anmelden. Dieser ging dann auch nochmal 1 Jahr.

Und das war wirklich nur dem Wunsch nach besserer Ausbildung geschuldet, oder ging es letztlich nur um staatliche Kontrolle?
 
Registriert
14 Mrz 2005
Beiträge
1.638
Da ich schreibfaul bin mache ich es kurz.
Die Jagd wie sie heute ist gefällt mir auch nicht mehr.
Das Problem hat aber seinen Ursprung schon vor Jahrzehnten.Ich kann mich noch erinnern wie das mit der Kirrerei losgegangen ist. Das ging dann nach dem Motto wenn viel gut ist muss noch mehr besser sein.(Nur ein Beispiel) Mittlerweile wachsen die Sauen Bestände ungebremst und ja die riesigen Monokulturen spielen natürlich auch eine Rolle und und und.
Ein Spruch war früher : Metzger und Bauern sollten keine Jagd pachten. ja warum wohl?
Heute sind das gesuchte Leute...
Und die Industrie spielt natürlich heute auch eine Rolle gel. Am besten 500000 Jäger in De und jeder 10 Waffen...
 
Registriert
21 Jan 2002
Beiträge
64.314
Nur weil es ständig wiederholt wird, aber falsch ist.
Wer sich zum Blockkurs anmeldet hat in 2,3 Wochen einen Jagdschein, ohne daß er jemals zuvor auch nur einen Fuß in einen Wald gesetzt hat.
Niemand muss, wenn der Kurs ein Jahr dauert in den Wald, abef es besteht zumindest die Zeit dazu, bevor er den Schein in der Tasche hat.
Ansprechen lernt man in einem Revier in dem darauf Wert gelegt wird...

Es ist geradezu erschreckend, wie einfach man den JS mittlerweile machen kann und damit die Lizenz zum töten von Wildtieren erwirbt.
Wir haben den Fall im Revier, allerdings hat die Aspirantin hier jede Hilfe den Mangel an Wissen unter Aufsicht zu erwerben.
Ein Kollege im Büro hat null Anleitung und hockt beim Staat und schiesst auf das was er sich als richtig einbildet.
 
Zuletzt bearbeitet:
Registriert
10 Jun 2009
Beiträge
1.015
Wer sich zum Blockkurs anmeldet hat in 2,3 Wochen einen Jagdschein, ohne daß er jemals zuvor auch nur einen Fuß in einen Wald gesetzt hat.

Das kann bei der KJS ganz genau so sein. Ich war vorher im Wald, weil ich seit meinem 5 Lebensjahr mit meinem Vater mitgehe, im Kurs bei der KJS kein einziges mal. Drei Bekannte, die diese Woche Prüfung haben ganz genau so.


Niemand muss, wenn der Kurs ein Jahr dauert in den Wald, abef es besteht zumindest die Zeit dazu, bevor er den Schein in der Tasche hat.

Auch der hier immer genannte 14 Tage Kurs dauert in Summe länger. Und auch da wird keiner daran gehindert vorher und nachher in den Wald zu gehen.

Ansprechen lernt man in einem Revier in dem darauf Wert gelegt wird...

Und genau deswegen ist die Unterscheidung nach Kurslänge vollkommener Quatsch.

Es ist geradezu erschreckend, wie einfach man den JS mittlerweile machen kann und damit die Lizenz zum töten von Wildtieren erwirbt.

Wenn ich die Prüfungen heute mit meiner vor 35 Jahren vergleiche ist da nichtseinfacher. Wenn ich mir allerdings von Bekannten anhöre, was in den 50iger. üblich war, scheint es dort beträchtlich einfacher gewesen zu sein…
 
Registriert
13 Mrz 2018
Beiträge
294
Ich
Das ist, wie ich finde, so ziemlich der einzige Punkt in dem er falsch liegt. Hätte er Jäger mit 10 Stück und 1000 Stück Lebensstrecke unterschieden hätte ich ihm Recht gegeben. Aber nur weil die Stunden des Kurses sich über einen längeren Zeitraum strecken kann keiner besser Ansprechen
Ich schrieb ja auch das er vorher erstmal 3 Jahre mitlaufen musste und sich wissen aneignen musste. Ist das heute noch der Fall. Und du willst mir nicht ernsthaft erzählen, dass man das Waidwerk in 2 oder 3 Wochen erlernt?

Leider kann ich nur vom Hörensagen erzählen. In der Zeit war ich noch Quark im Schaufenster.
 
Registriert
31 Mrz 2009
Beiträge
8.216
Ein paar Anmerkungen:
- auf der einen Seite haben die "Lodenjockel" über Jahrzehnte mit roten Punkten und arrogantem Gehabe und Vorgaben die Bedürfnisse der Forstpartie ignoriert und dem Ansehen der Jägerschaft nicht unbedingt genutzt
- auf der anderen Seite übertreibt die Forstseite mit überzogenen Abschußplänen und "Wald schießen"
- der Kompaktkurs ist per se nicht schlechter als der Jahreskurs, es kommt auf den Charakter und den Willen zu lernen an
- in den Jahren 2018 bis 2020 und frühem Vegatationsbeginn kann man einen früheren Jagdbeginn durchaus positiv diskutieren (aber auch Jagdpausen einhalten)
- dieses Jahr waren Böcke noch Ende Mai im Bast in der Winterdecke, da muß man nicht im April mit der Jagd beginnen
- im Winter muß man bei Schneelage keine Drückjagd mehr veranstalten, damit provoziert man Wildschäden anstelle sie zu vermeiden

Ergo: angemessenes Handeln und mitdenken sind wichtiger als Regeln
 
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Anzeige

Online-Statistiken

Zurzeit aktive Mitglieder
98
Zurzeit aktive Gäste
452
Besucher gesamt
550
Oben