Brandenburg - Jagdgesetz

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#1
"Denn die Jäger fühlen sich von gesellschaftlichen Debatten demotiviert. Ein Beispiel: Einerseits werde verlangt, dass Jäger gut ausgebildet sind und das Wild auf den ersten Schuss treffen, um unnötige Qualen der Tiere zu vermeiden. Andererseits werde der Unterhalt von Schießständen erschwert."

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1145071.brandenburg-beim-jagdgesetz-knallt-es.html

basti

PS: und nicht vergessen: "Die Jagd gehört dem Volk" ;)
 
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#2
"Denn die Jäger fühlen sich von gesellschaftlichen Debatten demotiviert. Ein Beispiel: Einerseits werde verlangt, dass Jäger gut ausgebildet sind und das Wild auf den ersten Schuss treffen, um unnötige Qualen der Tiere zu vermeiden. Andererseits werde der Unterhalt von Schießständen erschwert."

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1145071.brandenburg-beim-jagdgesetz-knallt-es.html

basti

PS: und nicht vergessen: "Die Jagd gehört dem Volk" ;)
Nur um gleich zu Anfang hier jeglichen Verdacht bzgl. einer eventuellen Sympathie für das ND zu zertreuen - mir ist der Fortbestand dieses Blattes und seiner dazugehörigen Partei in etwa so sympathisch, wie die des Völkischen Beobachters nach 1945 gewesen wäre.

Jedoch muss man hier zwei Dinge anerkennen:
Erstens, die Darstellung der meiner subjektiven Einschätzung nach völlig berechtigten Positionen unseres brandenburgischen LJV erfolgt hier erstaunlich objektiv und mehr berichtend als, wie wir das in den öffentlich-rechtlichen Medien oftmals erleben, abfällig und abwertend.
Da steht den Grünen und ihren medialen Hilfstruppen der ideologische Geifer doch oftmals breiter ins Gesicht schreiben.

Und zweitens: Das man für die Jagd und die Pflege von Naturräumen uns Jäger als umsetzende Kraft benötigt und hier mehr oder minder anerkennt, dass die Sache auch Spaß und Freude bereiten soll, hat der Herr von der Linken auch erkannt.

Und das finde ich doch zunächst einmal gut !

Der Spruch "Die Jagd gehört dem Volk" ist zunächst einmal sicherlich einem sozialistischen Jagdsystem zugehörig.
Und obwohl das DDR System die in der NS-Zeit etablierten, feudalen und teilweise pervertierten, jagdlichen Begünstigungen für verdiente Funktionäre zu einem neuen Höhepunkt (oder Tiefpunkt) getrieben hat, war dennoch auch für den kleinen Mann (und auch sehr viele Frauen denen hier alle Türen jagdlich offen standen) die Jagdausübung in herrlichen Naturräumen und wildreichen Revieren durchaus möglich. Eine gewisse politische Konformität natürlich vorausgesetzt.

Und das im Gegensatz zu einem auch bis zum Kriegsende hinweg durchaus sehr feudal geprägtem Jagdwesen, in dem die normalen Dörfler in der Region kaum eine Chance auf eine wie auch immer geartete Jagd auf Schalenwild hatten. Das wurde von vielen Jägern nach dem Krieg hier in den ostelbischen Ländern sicher positiv aufgenommen.

Und heutzutage ?

Während in manchen ostdeutschen Jagdgenossenschaften die Reviere inzwischen einzig unter der Maßgabe "Pachterlösoptimierung" vergeben wurde und die solventen Herrschaften aus der großen Stadt (gerne auch weit entfernt gelegen) dann an einigen wenigen Wochenenden im Jahr mal zur Jagd einschwebten und die Sache vor Ort zwischendurch einem mehr oder minder überforderten, armen Kirrdödel-Rentner überließen, sind andere JGs durchaus interessiert, ortsansässigen Jägern auch mit kleinen Geldbeuteln die Jagd in ihrer Umgebung zu ermöglichen. Zur letzteren Sorte gehört auch meine JG und hier jagen Mann und Frau, Handwerksgeselle, Arzt, Ingenieur, Polizist und Manager gleichermaßen und als Kamaraden und Jagdfreunde der selber Sache verpflichtet und die selben Privilegien genießend.

Bei der Vergabe der Reviere wurden und ggf werden stets regionale Jäger bevorzugt, Menschen die man im Dorfe kennt, die man, wenn es irgendwo jagdlich brennt, auch kurzfristig und persönlich erreichen kann und die sich nicht durch einen Anwaltsbüro am Ku`damm oder, noch schlimmer, auf der Königsallee vertreten lassen.

In dem Sinne ist mir die Idee mit dem "Jagd gehört dem Volke" recht sympathisch geworden und ich bin mir sicher, dass es um einige Reviere in unserem Land besser bestellt wäre, wenn man Leute mit der jagdlichen Pflege betrauen würde, die hier richtig Spaß und Freude an der Sache haben, die das in einem kamaradschaflichen Team, freundlich, motiviert, kenntnisreich und jagdlich fit und vor allem Präsenz zeigend machen und diese Reviere nicht einfach nur "besitzen" oder gepachtet haben, weil es schick ist, sowas zu haben.

Auch in diesem Forum lese ich immer wieder Berichte von Foristen, die sich wirklich sehr positiv präsentieren und bei denen ich keinerlei Zweifel hätte, dass sie, auch bei Tageslicht betrachtet, ein Revier zum Positiven entwickeln, hegen und pflegen würden, und die sich doch stattdessen aus, vermutlich finanziellen Gründen, in der Abhängigkeit eines "haben wollenden" Pächters bewegen müssen, gegängelt werden oder bzgl Waidgerechtigkeit und Jagdpraxis diverse Kröten schlucken müssen, um weiter jagen zu dürfen.

Wenns nach mir ginge - ich würde hier ein System von Eigenjagd, Pacht durch Pächter und Pächtergruppen sowie die Pacht durch Jagdkooperativen durchaus interessant finden. Und bin mir sicher, dass doch einige revierlose Jäger und Jägerinnen im Forum durch letzteres zu guten bzw besseren Jagd- und Hegemöglichkeiten kommen würden, als das aktuell der Fall ist.

Und mit einem Augenzwinkern hier noch ein Schild aus alter Zeit, so wie man es hin und wieder noch in Jagdhütten der Region sieht:

 
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#4
Nach Erzählungen eines Kollegen gab es in der SED eine "Intelligenzlerquote", weshalb Studenten (m, w, d, e, g, a, l), die eintreten wollten, das während eines Ferien-Arbeitseinsatzes machten, weil sie dann dieser Quote nicht zugerechnet wurden. Den Kommentar, dass man das dieser Partei heute noch anmerken könne, fand er nicht so lustig ... :whistle:


Den "Gegenentwurf" zum Ministeriumsentwurf findet man z.B. hier.
 
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#6
»Nicht die Sicherung der Privilegien einiger ewig gestriger Traditionalisten darf hier im Vordergrund stehen«,
zitat: Mathias Graf von Schwerin, der Landesvorsitzende des Ökologischen Jagdverbandes

Wieso müßen diese Pseudoökos immer gleich so auskeilen. Überheblichkeit hoch 3 und dann hier maulen wenn sie nicht ernstgenommen werden.
 
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#7
»Nicht die Sicherung der Privilegien einiger ewig gestriger Traditionalisten darf hier im Vordergrund stehen«,
zitat: Mathias Graf von Schwerin, der Landesvorsitzende des Ökologischen Jagdverbandes

Dann würde ich mal vorschlagen er verzichtet auf seinen durch Geburt und Privilegien erworbenen Besitz und überlässt ihn denjenigen denen seine Vorfahren den selbigen abgepresst haben.
 
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#8
Cooles Schild. Ich dachte, es gab nur Arbeiter und Bauern. Wieder was gelernt. Besonders nett gelöst finde ich den Intelligenzausschluss für Arbeiter, Bauern und Angestellte :)
Drei Symbole waren in der Flagge verteten. Diese stehen für die drei Stände.
Hammer - Arbeiter
Ehrenkranz - Bauern
Zirkel - Intelligenz (was als Kurzform für höhere Bildungsabschlüsse -wie Lehrer, Diplomingenieure, Wissenschaftler, Ärzte usw. - stand) hat sich aus der bolschewistischen Folklore mehr durchgesetzt als der deutsche Begriff Geistesschaffende. Man musste sich ja immer am großen Bruder Sowjetunion ausrichten.
 
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#9
Drei Symbole waren in der Flagge verteten. Diese stehen ach für die drei Stände.
Hammer - Arbeiter
Ehrenkranz - Bauern
Zirkel - Intelligenz (was als Kurzform für höhere Bildungsabschlüsse -wie Lehrer, Diplomingenieure-, Ärzte usw. - stand)
Hä (Fragewort mit zwei Buchstaben)? War det nich der "Ährenkranz"?

Gern wird ja auch der Zirkel mit der russischen Sichel verwechselt :)
 
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#10
Richtig. Die Ähre. Mein Fehler.


Der Sichelfehler:
Damit sitzt man sogar im Bundestag
Matthias W. Birkwald [DIE LINKE] , Rede im Bundestag
"Ich bin 31 Jahre jung, bin in einem Land geboren, das es jetzt nicht mehr gibt. Ich habe einen Impfausweis mit einem Hammer und einer Sichel drauf."

Entweder war er nicht in der DDR geboren oder hat den Ausweis nie betrachtet. Andere Optionen verleiten dazu diesen nicht dem Stande der Intelligenz zuzuordnen ;)
Aber kein Einzelfall
"von der DDR nicht mehr geblieben als ein Impfausweis mit eingeprägtem Hammer- und Sichel-Symbol" @anne_haehnig Redakteurin Zeit

oder Zeit Autorin Valerie Schönian.
"Meine Geburtsurkunde wurde ausgestellt von der Deutschen Demokratischen Republik, der DDR, mein erster Impfpass trägt Hammer und Sichel. "

Vielleicht übersehe ich die Sichel aber auch. Wer kann sie finden?
Damit sitzt man sogar im Bundestag
Matthias W. Birkwald [DIE LINKE] , Rede im Budnestag
"Ich bin 31 Jahre jung, bin in einem Land geboren, das es jetzt nicht mehr gibt. Ich habe einen Impfausweis mit einem Hammer und einer Sichel drauf."

Entweder war er nicht in der DDR geboren oder hat den Ausweis nie betrachtet.
Aber kein EInzelfall in den kommunistischen Reihen
"von der DDR nicht mehr geblieben als ein Impfausweis mit eingeprägtem Hammer- und Sichel-Symbol" @anne_haehnig

oder Zeit Autorin Valerie Schönian.
"Meine Geburtsurkunde wurde ausgestellt von der Deutschen Demokratischen Republik, der DDR, mein erster Impfpass trägt Hammer und Sichel. "

Vielleicht übersehe ich die Sichel aber auch. Wer kann sie finden?
1606745086761.png
Der Impfausweis und seine Embleme ;)
1606745264906.png
Vielleicht meinte man aber auch den SV-Ausweis
 
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#12
Dann würde ich mal vorschlagen er verzichtet auf seinen durch Geburt und Privilegien erworbenen Besitz und überlässt ihn denjenigen denen seine Vorfahren den selbigen abgepresst haben.
A weng Sozialneid hat ja auch unter Waidännern noch nie geschadet 🙈 Mit Verlaub, dein Kommentar ist ebenso dämlich wie das Statement des Gräfleins !
 
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#13
»Nicht die Sicherung der Privilegien einiger ewig gestriger Traditionalisten darf hier im Vordergrund stehen«,
zitat: Mathias Graf von Schwerin, der Landesvorsitzende des Ökologischen Jagdverbandes

Wieso müßen diese Pseudoökos immer gleich so auskeilen. Überheblichkeit hoch 3 und dann hier maulen wenn sie nicht ernstgenommen werden.
Ich denke, dass man das nicht vergleichen kann. Die ursprünglich mal angesichts einiger Revierpächter/inhaber praktizierte Versuch sich in ihren Revieren kleine "Schorfheiden" mit völlig überzogenen Rotwildbeständen heran zu hegen war sicherlich kritikwürdig und hatte mit einem ökologischen Verständnis eines ausgeglichenen Biotopes genauso wenig zu tun wie die Celluloseproduktionsplantagen der deutschen Nachkriegswälder.

Leider wurde dann mit der Zeit das ökologische "Ö" in ein ökonomisches "Ö" verwandelt und, um die Kosten für aufwändige Gatterung, das Anlegen von Wildäckern und Ablenkpflanzungen und somit sehr viel Geld zu sparen, der weitestgehende Abschuss von Wildarten verlangt, die durch eine ebenfalls durchkommerzialisierte Landwirtschaft aus ihren eigentlichen Biotopen, namentlich offenen, strukturreichen Landschaftsformen, Feuchtgebieten und kleineren Gehölzgruppen in die ebenfalls gewinnmaximierten Waldkomplexe verdrängt wurden, wo sie jetzt ebenfalls als Störfaktor wahrgenommen werden.

Leute wie Schwerin und Co. haben hier im Osten nach der Wende, zu teilweise sehr günstigen Preisen, in Größenordnungen Waldflächen erworben und sehen sich gezwungen im aktuelle für die Holzwirtschaft eher schwierigen Umfelde mit ihrem Forstbetrieb Geld zu verdienen. Da schmerzt jeder Pfosten und jeder Meter Maschendraht. Die Philosopie dieser Leute ist mit dem Profitzwang mancher knapp kalkulierender Landwirtschaftsbetriebe vergleichbar - wo versucht wird unter Anwendung fast jeden Mittels eine maximale Rendite aus dem Boden heraus zu quetschen.
Da gilt es teilweise noch Kredite zu tilgen, Maschinen und Mitarbeiter zu bezahlen etc.
Und und von irgendwas muss man auch die schmucke, hoch-ökologische G-Klasse vorm Forsthaus tanken, die man auf dem u.a. Foto von Schwerins Försterei Hirschfelde im Barnim sieht....



Anderseits gibt es in den neuen Bundesländern auch diverse, sehr solvente Waldbesitzer, die hier durch einen bewussten und langfristig investierten Einsatz von Geldmitteln den Waldumbau bei weiterhin deutlich sichtbarem Wildbestand sehr erfolgreich hin bekommen. Für die ist der Wald jedoch nicht wirtschaftlich lebenswichtig sondern eher eine langfristige Anlagen ihrer anderweitig verdienten Mittel und sie freuen sich an der guten Entwicklung der Vegetation sowie artenreichen Lebensraum inkl. eines sichtbaren Schalenwildbestandes. Sind in vielen Fällen selber jagende Naturliebhaber.

Der ÖJV ist eine absolute Splittergruppe, Lobbyverband von zu sehr sparsamem Waldbau gezungenen Waldbesitzern oder -Bewirtschaftern und ihrer Schussknechte. Und obwohl in etwa so mitgliederstark wie die MLPD versuchen sie hier durch krasse Wortmeldungen mit den Großen zu pinkeln, was ihnen, ähnlich der sogenannten Deutschen Umwelthilfe, durch politische Vernetzung offensichtlich in einigen Bundesländern bereits bedauerlich gut gelingt.

Und deren Hoffnung bei dem Eintreten für "Mini-Reviere" bzw. kleinsten Pirschbezirken ist, dass viele Jäger untereinander in Konkurenz treten und dann jagdneidisch maximal Strecke machen wollen und alles umhauen was Schusszeiten hat und des Weges zieht.

Hat mit "Jagd gehört dem Volke" m.E. nach nichts zu tun und diese Reviere hatten früher in DDR Zeiten sehr viel höhere Schalenwildbestände als heute.
 
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#15
A weng Sozialneid hat ja auch unter Waidännern noch nie geschadet 🙈 Mit Verlaub, dein Kommentar ist ebenso dämlich wie das Statement des Gräfleins !
Das eine ist ein Folge des anderen. Verstehst du nicht, war mir klar.

Ja, das hat man nach 1918 und nach 1945 leider versäumt.

Bei dem Grafen nicht. Der streitet glaube ich immer noch gegen das Gesetz daß es nach der Wiedervereinigung gab.
Da wurde er zwar entschädigt, aber wie er glaubt war es zu wenig.
Imho war es immer noch zuviel. Denn von irgendwas hat er ja den Wald bezahlt, den er bewirtschaftet.
 
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