Brennpunkt Nachsuche, W&H Heft 18, S 32-38

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#1
Ich meine mich daran zu erinnern, dass wir dieses Thema hier auch schon einmal erörtert hatten. Allerdings dachte ich nicht, dass die Brisanz/Häufigkeit für einen umfangreichen Artikel in Heft 18 der Zeitschrift W&H reicht.

Da wird ein Fall erwähnt, womöglich exemplarisch, dass ein Hundeführer in „Schweisshundführervollwichsoutfit“ vor Ort erschien, die Wutz trotz eines vorliegenden Stückes Darmschlinge für nicht auffindbar erklärte und nach Abfragen eines extremen Obolus von dannen rauschte.

Ja, ich sehe einige Menschen, die voller Stolz ihren BGS spazieren führen. Einige werden wohl nicht jagdlich eingesetzt, andere aber wohl, wenn ich den Artikel richtig interpretiere, wobei aber zahlreiche Besitzer von der Materie herzlich wenig Ahnung zu haben scheinen. Mit Materie ist die Nachsuche gemeint, noch nicht einmal die erschwerte Nachsuche.

Der Vergleich hinkt, aber womöglich ist der BGS oder HS für den einen oder anderen so etwas wie der Hummer oder der X8 oder wie sie alle heissen für den einen oder anderen Grossstadtbewohner, wobei wir diese Hunde sicher nicht mit Steinen bewerfen werden, wie es womöglich alsbald die „tollen“ Umweltaktivisten machen werden, weil die Stimmung halt so ist.

Es ist gut zu wissen, dass viele Jägerinnen und Jäger mit leistungsstarken Hunden allenfalls nach Absprache mit der Schweisshundstation selber nachsuchen, ansonsten aber auf den anerkannten Schweisshundführer warten.

Wenn es abends oder nachts zu spät wird, einfach eine SMS oder andere Nachricht an die Schweisshundstation schicken, die melden sich, da bin ich ziemlich sicher. Die anerkannte Station sollte immer Ansprechpartner sein. (Ich schliesse nicht aus, dass ich in einer glücklichen oder beneidenswerten Lage bin, zwei Stationen sind nicht so weit weg, zu beiden pflege ich ein gutes Verhältnis.)

Auch andere gut eingearbeitete Hunde liefern mit ihren Führerinnen/Führern brilliante Nachsuchen ab, also nicht nur BGS oder HS, das sei doch erwähnt, wobei die Führerinnen oder Führer nicht in Vollwichs unterwegs sein müssen, wie der eingangs des Artikels beschriebene vermeindliche Experte .

Gruss und Waidmannsheil, DKK.
 
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#2
Äh, weiss jetzt ned so ganz genau, was ich davon halten soll.
Für was führt man nochmal einen brauchbaren Hund??

Klar, wenn ich sicher bin, schlecht abgekommen zu sein und mir zu 150% sicher bin, mit dem eigenen Hund nicht des Stückes habhaft zu werden, DANN ruf ich SOFORT einen souveränen Schweisshundeführer an.
Für ein Stück, bei dem ich mir sicher bin gut abgekommen zu sein, das aber nochmal eine Totflucht hinlegt ( klar, weiss ich das erst gaaanz sicher, wenn ich's hab), nehm ich logischerweise zuerst den eigenen Hund. Wird's dann usselig und ich sehe kein vernünftiges Vorwärtskommen, kann auf etliche Meter keinen Schweiss oder sonstiges finden, halte es für schädlich selbst weiterzusuchen, hol ich auch wieder den Schweisshundeführer.
Die würden sich nämlich auch bedanken, wenn sie für jede Totflucht ins nächste Gebüsch anrücken dürften.

Realistische Einschätzung der eigene Fähigkeiten und die des Hundes immer vorausgesetzt.

Orange gewandete Wichtig-Clowns mit nutzlosem Scherenschleifer am Strick hab ich bei meiner Betrachtung jetzt mal aussen vor gelassen.
Die sind kein reines Problem in der Nachsuchenrubrik. Die gibt's auf jedem Streckenplatz zu sehen.
 
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#3
Habe den Artikel auch gelesen. Er ist erfrischend anders als viele Wohlfühlbeiträge.

Ich habe so etwas noch nicht gehört, aber es hat in mir ein ungläubiges Kopfschütteln verursacht, dass ausgerechnet Nachsuchen zu einer Art Modeerscheinung wird. Nachsuche ist für mich eine der Königsdisziplinen der Jagd. Deshalb wäre meine Regel recht einfach: nur und ausschließlich anerkannte Nachsucher anrufen, Denen immer einen ordentlichen Obolus geben und alle anderen wieder wegschicken und es dem Hegering melden.
 
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#5
Nachsuche ist für mich eine der Königsdisziplinen der Jagd. Deshalb wäre meine Regel recht einfach: nur und ausschließlich anerkannte Nachsucher anrufen, Denen immer einen ordentlichen Obolus geben und alle anderen wieder wegschicken und es dem Hegering melden.

Du hast keinen eigenen Hund, richtig?

Mal abgesehen davon, daß es "anerkannte NSF" gar nicht in jedem BL gibt, könnte dann ja die Schweissprüfung für die breite Masse abgeschafft werden. Blöderweise wären dann z. B. in der DJ Saison bei weitem nicht genug "Könige" da, um auf jeder Jagd zumindest einen zeitnah dabei zu haben.
 
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#6
Und gleichzeitig wär's auch toll, wenn flächendeckend zuverlässige Nachsuchenführer zur Verfügung ständen.
Es ist nämlich durchaus auch so, dass einem in manchen Gegenden nichts anderes übrig bleibt, als auf einen bunten Clown zu setzten, weil kein bestätigter und qualitativ guter Nachsuchenführer zur Verfügung steht.

Ups, inhaltliche Doppelung mit obendrüber
 
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#7
.....jeder Hund hat eine Nase .....auch wenns dem stolzen Markenhundebesitzer wehtut ....erstmal sollte es der eigene Hund sein , die NSführer sind zT. so unter Druck (gerade am Wochenende) , dass die Stellenweise gar nicht mehr wissen wo hinten und vorne ist , weil sie viel zu oft und oft zu Unsinnig angefordert werden !
.....ich hatte so eine Situation mal als BGS Inhaber und konnte wirklich gar niemanden mit Hund (beide Pächter zuhause , Jagdaufseher unterwegs usw.) bekommen , dabei war es "nur" eine ungeklärte Totflucht ....statt Stundenlang zu warten bin ich dann nach Hause , habe unseren jagdlich völlig unbrauchbaren dicken Drahthaarmischling ins Auto gestopft (er war noch nie auf Schweiß oder Fährte, ausser die zum Fressnapf) und mit ihm dann nachgesucht ,....schon am Anschuß wußte er worum es ging (er vertraute mir blind , und umgekehrt)....und , er fand ....!
.....Jagd ohne Hund ist halt Schund ....!
Heutzutage machen sich halt zuviele Menschen vieles viel zu Einfach , immer schnell alles auf andere Abschieben , dafür sind die doch da ......oder ?
Grüße +WMH Olli
 
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#8
Du hast keinen eigenen Hund, richtig?

Mal abgesehen davon, daß es "anerkannte NSF" gar nicht in jedem BL gibt, könnte dann ja die Schweissprüfung für die breite Masse abgeschafft werden. Blöderweise wären dann z. B. in der DJ Saison bei weitem nicht genug "Könige" da, um auf jeder Jagd zumindest einen zeitnah dabei zu haben.
Doch habe einen. Und der hat mit Tot- und Nachsuchen von Fuchs bis Sau auch etwas zu tun. Letzte Woche alleine 2x. Und findet sogar ohne Prüfung. Aber die meisten "Nachsuchen" sind Totsuchen bis so grob 200m, oft "bleifrei sei Dank".

Richtig schwere Nachsuchen habe ich zum Glück nur 1-2 im Jahr und da hole ich einen Nachsucheführer. Mit schwer meine ich "angeflickte Sau über 50 kg, wenig Verwertbares am Anschuss, nach 22.00 Uhr, Kontrollsuche beginnt gefährlich zu werden und viele Flüche fallen". Für so etwas hole ich mir dann einen Nachsucher, der das gewissermassen hauptberuflich, dh. dreistellige Anzahl Nachsuchen im Jahr, macht.

Und ich finde es schwer beeindruckend, wenn ein Hund noch 2-3 Stunden zusammen mit dem HF noch hochkonzentriert unterwegs ist oder bei einer Kontrollsuche der HF seinen Hund so lesen kann, dass da "nichts" ist.
 
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#9
Zur Erläuterung sei gesagt, dass ein Fall geschildert wurde, in dem ein Hundeführer den Eindruck erweckt hatte, ein „professioneller“ Nachsuchenführer zu sein, meinte aber, vermutlich nach einem erfolglosen Nachsuchenversuch, dass die Wutz nicht zu bekommen sei, obwohl der Schütze am Anschuss ein Stück Darmschlinge gefunden hatte.
Das hat W&H wohl zum Anlass genommen zu recherchieren und dabei werden sie auf zahlreiche ähnliche Ungereimtheiten gestossen sein.
Ich weis auch von so einem, ich sage mal „Gernegross“, der seine Dienste anbietet, weil sein Hund so gut sei.
Und zur Brauchbarkeit ist zu sagen, dass die Anforderung ziemlich variabel zu sein scheinen, wurde im Forum ja auch schon thematisiert.
Ich fasse den Begriff aber weiter, auch der Führer oder die Führerin muss Ahnung haben und nicht zu knapp.
Eine Kreatur, die nach 100m liegt, kann man vielleicht sogar ohne Hubd finden, aber wenn es hart auf hart kommt, kann es auch schon bei Rehen, dann kann es schnell schief gehen, ist such doof, wenn man auf einen reingefallen ist.
Ist ja nur meine Meinung. Gruss und Waidmannsheil, DKDK,
 
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#10
Und zur Brauchbarkeit ist zu sagen, dass die Anforderung ziemlich variabel zu sein scheinen, wurde im Forum ja auch schon thematisiert.
Darum sollte mindestens zur Brauchbarkeit auf die Zeichen R - erfolgreich auf ntürlicher Rotfährte oder/ und Verbandsschweiß- und -fährtenschuhprüfung geachtet werden wenn man schon mit einem Unbekannten losziehen soll.

In Brandenburg kann man beim LJV Schweißhundeführer abfragen, die müssen auch ein Mindeststandard erfüllen.


CdB
 
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#11
Ich kenne in einigen Bundesländern Schweißhundeführer, geschuldet Einladungen zu Gesellschaftsjagden und es gibt überall solche und andere. Top Jäger von Denen man etwas lernen kann, was Anschußuntersuchung und Beurteilung angeht und Pfeifen, jagdliche Nichtraucher und/oder körperlich überhaupt nicht in der Lage eine Nachsuche durchzustehen, bei den eingesetzten Hunden ähnlich.
 
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#12
... Deshalb wäre meine Regel recht einfach: nur und ausschließlich anerkannte Nachsucher anrufen, Denen immer einen ordentlichen Obolus geben und alle anderen wieder wegschicken und es dem Hegering melden.
Und die anerkannten NSF fallen vom Himmel oder wie? Die haben doch auch erst einmal klein angefangen mit einer Nicht-Schweißhundrasse und haben dann über den Erfolg& Passion sich einen Namen gemacht und erst dann sich eintragen lassen. Wie soll denn ein Hund Erfahrung sammeln, wenn er nicht zum Einsatz kommt? Und nur weil man einen HS oder BGS am Strick hat, ist man noch lange kein NFS oder hat den Garant, dass der Hund was taugt!
 
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#13
Die Kunst ist doch eher seine eigene und die Grenzen des Hundes zu kennen und dann ggf. die Nachsuche abzubrechen und NFS kommen zu lassen
 
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#14
Und die anerkannten NSF fallen vom Himmel oder wie? Die haben doch auch erst einmal klein angefangen mit einer Nicht-Schweißhundrasse und haben dann über den Erfolg& Passion sich einen Namen gemacht und erst dann sich eintragen lassen. Wie soll denn ein Hund Erfahrung sammeln, wenn er nicht zum Einsatz kommt? Und nur weil man einen HS oder BGS am Strick hat, ist man noch lange kein NFS oder hat den Garant, dass der Hund was taugt!
Quatsch... In dem Artikel geht es um Möchtegernnachsucher. So etwas sollte man nicht unterstützen, so meine Meinung. Die dort beschriebene "Einstellung" hat auch nichts mit der Anzahl Nachsuchen zu tun, sondern beginnt - so meine Interpretation- bei der modebewussten Auswahl eines Hundes, geht über unzureichende Ausbildung und wenig Praxiseinsatz, aber alles verbunden mit großem Mundwerk.

Wer einen "HS und BGS am Strick" hat und mit der Einstellung des Artikel Erfahrung sammeln will, hat zumindest bei mir ein Problem. Wirklich schade um den Hund, aber Nachsuche ist nun wirklich nichts, wo man mal rumprobiert und bei etwas Gegenwind nach Hause fährt.
 
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#15
Ich muss dazu sagen, ich habe den Artikel nicht gelesen, sondern hatte mich an Deiner Aussage gestört, dass man immer nur bestätigte NSF rufen soll. Wenn es um Luftnummern geht, egal welche Hunderasse, bin ich ganz bei Dir.
Mir geht es darum, auch engagierten Hundeführern eine Chance zu geben, egal welche Rasse. Es gibt genügend Hunde, die nicht als offizielles Gespann bestätigt sind, und trotzdem gute Arbeit abliefern. Und nur durch Erfahrung werden die Hunde besser. Das gilt genauso für einen jungen Hund einer einer Schweisshundrasse, das ist kein Selbstläufer.
 
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