Carbon Lauf

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hallo zusammen, hat jemand solchen Lauf im Einsatz und kann was zu möglichen Schussserien sagen?

Ich meine die Läufe wo ein sehr dünner Lauf aus entsprechendem Laufstahl dick mit Carbon ummantelt ist. Was passiert damit wenn ich mal 20 Schuss hintereinander z.B. im Kino oder auf den Laufenden mache?

Da ich noch an einem neuen Lauf für meine S202 herumdenke, den es von der Stange nicht gibt und daher eh als Sonderanfertigung gemacht werden müsste, könnte es ja evtl. ein solcher carbonummantelter Lauf werden.
 
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Du hast in jedem Fall sehr unterschideliche Wärmeausdehnungskoeffizienten, dazu kommt, daß die Carbonhülle den Lauf gut isoliert und er sich sehr langsam abkühlt.
Für längere Serien auf dem Stand halte ich das Konzept für nicht geeignet. Diese Läufe haben v.a. auf Pirsch und im Gebirge ihre Berechtigung, da sie steif und leicht sind.
Aber bzgl. der Abkühlpausen zwischen den Schüssen würde ich mich am Drilling mit fest verlötetem Laufbündel orientieren.
 
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Hab an meiner CTR einen Lauf von proof einbauen lassen. Im Gegensatz zum originalen Lauf kommt es mir so vor, dass dieser länger braucht um auf Temperatur zu kommen und die Wärme auch schneller wieder los wird.

"The aerospace-grade carbon fiber we use has a specific strength up to 30 times that of stainless steel and a specific stiffness up to 7 times greater than steel. But strength and stiffness are only part of the equation. Heat conductivity and thermal expansion are also of paramount importance when developing a match-grade carbon fiber barrel. Our helical wrapping pattern favors the longitudinal thermal diffusivity of the carbon fibers (along the length of the barrel) allowing them to more efficiently dissipate heat emanating from the barrel, rather than insulating it.

Because our barrels are engineered for thermal performance, they also move heat very effectively through the wall (thickness) of the barrel, greatly increasing heat transport and resulting in barrels that cool faster, live longer, and maintain accuracy over longer sessions of fire."


Außerdem konnte ich noch keine veränderte Treffpunktlage mit zunehmender Temperatur bemerken. Allerdings hab ich auch noch keine größeren Serien als 10 Schuss in Folge gemacht. Danach hab ich immer erstmal abkühlen lassen und mit einer anderen Büchse weiter gemacht.
Als reine Standwaffe würde ich aber eher zu einem standardmäßigen dicken Lauf tendieren, da auch das Mehr an Gewicht für den Rückstoß angenehmer ist je nach Kaliber.
Bis auf den Preis kann ich aber bis jetzt nichts negatives über den proof Lauf sagen. Ich bereue es nicht diesen gewählt zu haben, da ich somit die Büchse trotz des dicken Laufs auch noch angenehm geschultert mit auf die Jagd nehmen kann.
 
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Du hast in jedem Fall sehr unterschideliche Wärmeausdehnungskoeffizienten, dazu kommt, daß die Carbonhülle den Lauf gut isoliert und er sich sehr langsam abkühlt.
Für längere Serien auf dem Stand halte ich das Konzept für nicht geeignet. Diese Läufe haben v.a. auf Pirsch und im Gebirge ihre Berechtigung, da sie steif und leicht sind.
Aber bzgl. der Abkühlpausen zwischen den Schüssen würde ich mich am Drilling mit fest verlötetem Laufbündel orientieren.
ja das sind auch meine Gedanken dazu, muss aber ja nicht zwingend so sein siehe #3

Es soll für Jagd 30% und Stand 70% sein. Da entweder 6,5Creedmore oder 7,62x57 ist das Gewicht für den Stand eher nebensächlich. Wird eh mit Gewinde für SD evtl. Bremse.

Hoffe hier noch auf weitere gute Hinweise und Erfahrungen. Mir ist schon klar das es da auch QS unterschiede gibt.
 
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3 Mai 2009
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Ich lasse mir grad eine Büchse bauen, Tikka System in stainless, Bartlein Carbonlauf und PSE E-Tac Ultralight.

Bin sehr auf das Ergebnis gespannt, muss mich aber noch ne ganze Weile gedulden bis die Büchse fertig ist. Einsatzzweck ist genau umgekehrt, 70% Jagd und 30% für den Stand.
 
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Ich hab für meine R8 einen Carbonlauf von FBT in .270 WSM, die Laufseele aus Edelstahl ist von Bix Andy Atzl. Hochpräzise und 6-8 Schuss in Folge sind auch kein Problem bevor es zu flimmern anfängt. Treffpunktlageveränderungen gibt es keine dabei.
 
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Nur mal so.
Ich dachte der Vorteil eines Carbonlaufs kommt vorallem bei den Ultraleichtbüchsen für die Jagd im Hochgebirge zum tragen, der sehr dünne, weil leichte Stahllauf bekommt eine Verstärkung durch Carbon, die die Probleme von extrem dünnen Läufen eliminiert und gleichzeitig das Gewicht gering hält.
Also was soll so ein Lauf auf einer Waffe für den Stand (70%)? Da ist ein 22mm Lauf doch völlig ausreichend.
Mal abgesehen davon, daß eine extrem leichte Büchse auf dem Stand mehr Nach- als Vorteile hat.
 
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Gibt es von den Herstellern Angaben wie viele Schuß man in welcher Zeit (in welchem Kaliber) abgeben kann, bevor der Lauf wieder abkühlen muß?

Der Carbonmantel wird ja letztlich auf den Stahl geklebt, bei Wärmeeinwirkung wird es unterschiedliche Wärmeausdehnung geben, die - wenn die Hitze zu groß wird - zu Rissen oder partieller Ablösung der Verbindung Carbon/Stahl führen wird.
 
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Es kommt halt darauf an, mit welchem Kunstharz zum laminieren benutzt wird.
Die Harze die ich in der Landwirtschaft für die Böden verwende, können kurzzeitig 120 Grad ab.
Ich gehe mal davon aus, dass die Grenzen des machbaren damit noch nicht ausgereizt sind.
 
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Daß das Harz kurzzeitig die Temperaturen ab kann steht außer Frage, aber ob sich Lauf und Hülle gleichmäßig dehnen und gleich schnell wieder zusammenziehen bzw. ab welcher Grenze es zu Problemen kommt wäre interessant.
 
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Die Wärmeausdehnung von CFK ist abhängig von der Faserorientierung und kann je nach gewünschter Eigenschaft in gewissen Grenzen eingestellt werden. So ist es denkbar, dass die radiale Wärmeausdehnung des CFK-Mantels auf Null gesetzt und somit der Dehnung des Stahllaufs entgegengewirkt wird --> Laufinnenkontur bleibt bei verschiedenen Temperaturen konstanter.
Die C-Faser selber hat in Faserrichtung sogar einen negativen Wärmeausdehnungskoeffizienten.
Bezüglich der Wärmebeständigkeit. Es gibt genug Harzsysteme bzw. Klebstoffe auf dem Markt, welche für "Hochtemperaturanwendungen" problemlos einsetzbar sind.
 
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Werter B.W.-

Vielen Dank für die Einbringung!

Ich möchte allerdings -bar jeder technischen Kenntnis- einbringen, dass ich bisher noch keinen Carbonmantel-Lauf auf einem "Treppchen" gesehen habe.
Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass ich nicht auf dem Stand der Dinge bin...

derTschud, mit Hochachtung vor unseren Carbon-Pionieren
 
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MEIN Bauchgefühl sagt mir das ICH das nicht haben möchte.
Dünne Läufe und Schussserien schließen sich irgendwie aus
 
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MEIN Bauchgefühl sagt mir das ICH das nicht haben möchte.
Dünne Läufe und Schussserien schließen sich irgendwie aus
Gossko sagt 10 Schuss in Folge sind kein Problem. Reicht mir für ein Jagdgewehr völlig aus.
Ich möchte allerdings -bar jeder technischen Kenntnis- einbringen, dass ich bisher noch keinen Carbonmantel-Lauf auf einem "Treppchen" gesehen habe.
Carbon Läufe sind halt für die Jagd gedacht. Was interessiert einen Bergjäger was Sportschützen auf ihren Wettkämpfen veranstalten. Mir stellt sich eher die Frage was passiert wenn ich den Lauf auf einen Felsen klatsch.
 
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Werter Traumtänzer-

"Was interessiert..." hat der werte rupeva
in seiner #4 geschrieben.

Sie können dort nachlesen.

derTschud
 

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