Das jagdliche Vermächtnis Herzog Albrechts von Bayern

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anonym

Guest
Danke - lbr. Waidgenosse HDr. in Austria,
danke für Deine PN, danke,

daß Du den Sachverhalt zum Unglücksfall vom 5.Okt. 1983 mit dem VW-Bus, abgebildet im Buch auf Seite 20, am Foto Nr. 29 (Foto etwa aus dem Jahr 1974), siehe auch Abb. in # 38 , mittels Deiner Bekannten vor Ort in Mariazell, nachgegangen bist und schon einiges herausgefunden hast.

Habe-die-Ehre

Dietram
 
A

anonym

Guest
"Im Jagdgewand, im Loden fühlte er sich am wohlsten".

Angeregt durch WM´s Hinweis oben # 43 ,
möchte ich den eingefleischten Republikanern und anderen norddeutschen Waidgenossen,

- einen Kommentar von Karl Pflugmacher
- vom Feber 1980 in der Süddeutschen Zeitung

zur Person, zum Waidgenossen und Autor des oben in Rede stehenden Buches und Vermächtnisses zu lesen geben, geschrieben im Jahr, als Albrecht von Bayern seinen 75. Geburtstag begehen konnte.
Während des II. Weltkriegs floh er mit seiner Familie nach Ungarn, wurde später verhaftet, in den KZs Sachsenhausen, Dachau und Flossenbürg gefangengehalten, bis ihn die Amerikaner am 30. April 1945 befreiten.

Nicht nur, daß er sich im Lodengewand am wohlsten fühlte und so gern seine "bayerische Ruah" pflegte,
statt "höfischer Plauderei" hatte er allemal einen Diskurs mit Waidgenossen, Bauern und Förstern lieber.
Dem Stadtleben zog er das Revier in seinen Wäldern vor; wie seine Ahnen trug er Loden und lebte wie ein Republikaner. Meist war Albrecht von Bayern in der Steiermark zu finden, wo er bei Maria Zell ein Landhaus und ein Jagdrevier im Gebirg gepachtet hatte. Der studierte Forstwissenschaftler und Ehrendoktor der tierärztlichen Fakultät der LMU München, wohnte ansonsten zurückgezogen im Privatteil des Nymphenburger Schlosses in München.

30737412ld.jpg


Karl Pflugmacher schreibt dies im Feber 1980 in der SZ über unseren Autor
 
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anonym

Guest
Worin besteht nun das jagdliche Vermächtnis Albrecht von Bayerns ?

Im Kapitel I, auf den Seiten 1 und 2, sagt er´s uns ganz konkret.

Gelegentlich diskutieren auch hier im Forum Wild + Hund, in einem Forum, in dem vor allem das Wild zu seinem Recht kommen soll, manchmal heftig und ausgiebig , wie bereits seit Jahrzehnten, eigentlich seit unvordenklicher Zeit

- auf der einen Seite gestandene Waidgenossen, von rechtem Schrot und Korn, die darauf dringen: "Das Wild hat einen Anspruch auf Lebensraum" und
- auf der anderen Seite Jäger, die im Hauptberuf den Wald und die Staatsforsten betreuen, Holz produzieren und vermarkten und zusammen mit Verfechtern von Naturschutz und Wildbiologie vehement argumentieren.

In diese Diskussion mischt sich Albrecht von Bayern mit seinem Buch und Vermächtnis ein und ich zitiere mal ein paar seiner Sätze, die er sowohl der einen, als auch der anderen Seite entgegenruft:

"Echte jagdliche Tradition heißt vor allem, eine anständige Gesinnung haben, verbunden mit jagdlicher Erziehung, möglichst von klein auf; dazu fachliches - man möchte fast sagen - "handwerkliches" Können. Diese Tradition ist vielfältig, je nach der Landschaft, in der sie gewachsen ist ... Jagdliches Protzentum, schlechte Manieren, Vereinsmeierei sowie Gleichschaltung und Vorschreibung der Sitten und Gebräuche haben unsere bodenständigen, althergebrachten und gewachsenen Überlieferungen in häßlicher Weise entstellt."
"Ein gewisser Schlag von Trophäenjägern hat die ganze Zunft in Verruf gebracht, Neid und Ärgernis erregt."

"Fast alle Reviere sind durch die Land- und Forstwirtschaft in den letzten 200 Jahren derart verändert worden, daß die Rehe das, was sie zum Wohlbefinden brauchen, nicht mehr ausreichend haben: Äsung nach jahreszeitlichem Bedarf, Einstand und Ruhe."
"Überall dort, wo das Wild früher in den verschiedenen Jahreszeiten alles was es brauchte, meist auf verhältnismäßig kleinem Raum, hatte und daher wenig herumwechseln mußte, aber konnte, wenn es wollte, wird es heutzutage durch die Landeskultur und die Beunruhigung gezwungen, sich oft zu überstellen ... ".

"Beide Seiten - sowohl die verbohrten Vertreter der Jagd, als auch die einseitigen Verfechter der übertriebenen Forderungen der Wildbiologie - scheinen nur zu leicht zu vergessen, daß sie nicht allein auf der Welt sind. Die ersteren müßten einsehen, daß wirklich viel falsch gemacht worden ist und ebenso wie auf die Landeskultur auch auf andere Dinge Rücksicht genommen werden muß, will man nicht unser Wild und die Jagdausübung überhaupt in Gefahr bringen."

"Aber die Forstwirtschaft und auch die Wissenschaft haben nicht nur in der Vergangenheit schon so viele Fehler begangen, daß man in diesen Kreisen gut daran täte, heute nicht mit den Fingern auf das zu zeigen, was die Jäger in der Vergangenheit falsch gemacht haben."
"Wenn die Jäger heute verlangen würden, daß sich alles nach den Erfordernissen der Jagd richten soll - würden sie ausgelacht.
Wenn aber Wissenschaftler verlangen, daß sich die Bewirtschaftung des Wildes und die Jagdausübung ausschließlich nach den Erfordernissen der "Natur" zu richten haben, so ist dieses Verlangen zumindest etwas wirklichkeitsfremd.... Auch in der Forstwirtschaft wäre es schön, wieder Urwälder ohne Nutzung entstehen zu lassen ... Aber so wenig man das verlangen kann, so ist es auch nicht einzusehen, warum Jagd und Wild allein aus allem übrigen herausgenommen und in einer völlig unnatürlich gewordenen Umwelt ausschließlich nach "natürlichen" Gesichtspunkten behandelt werden sollen. Warum sollen Wild und Jagd nicht auch in vernünftiger Weise genutzt werden wie Wald und Acker ? "

"Es wäre im gemeinsamen Interesse an der Zeit, daß sich die verschiedenen Gruppen etwas Mäßigung auferlegen und endlich zu einer vernünftigen Zusammenarbeit kommen. Sonst zahlt das Wild am Ende die Prozesskosten der beiden Parteien."

"Manche harten Worte stehen in diesem Buch. Sie wurden nicht geschrieben, um irgend jemand anzugreifen, sondern um unser Wild ... zu schützen"

- schreibt Albrecht von Bayern.
 
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Für alle denen das Buch zu teuer ist oder sie keine Möglichkeit haben eines zu kaufen, kann ich nur das Rehmuseum in Berchtesgaden empfehlen. Die Forschungsarbeit Herzog Albrechts von Bayern, diese war/ist Grundlage für das Buch "Jagdliches Vermächtnis Herzog Albrechts von Bayern", wird dort dem interessierte Publikum zugänglich gemacht. Aber ACHTUNG: Das Museum ist nicht einfach zu finden - sollte man außerhalb der Führungszeiten vor Ort sein, kann man sich den Schlüssel bei "von Hoesslin Berchtesgadener Keramik" geben lassen. Man ist dann ganz allein im Museum und kann alles auf sich wirken lassen - aus meiner Sicht ein MUSS und absolut empfehlenswert.
Kann ich nur bestätigen, war selber schon im Museum und konnte dort ungestört die Exponate besichtigten. War eine gute Ergänzung zum Buch "Jagdliches Vermächtnis" was ich gottsei Dank mein eigen nennen darf. Dieses Buch ist übrigens den Bayerischen Berufsjägern" gewidmet.
 
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Hallo zusammen,
ich möchte das Thema noch mal kurz hochholen, vielleicht könnt ihr mir ja helfen.

Ich war kürzlich im Rehmuseum in Berchtesgaden und war von der Arbeit von Herzog Albrecht von Bayern begeistert. Vorher hatte ich leider noch nie von ihm gehört.
Ich glaube gerade in der aktuellen Zeit des "Waldumbaus" ist es wichtig auch mal konträre Meinungen zum aktuellen aktuellen Meinungsstand zu lesen.

Wie hier ja schon alle richtigerweise festgestellt haben, gibt es keine Exemplare zu vertretbaren Preisen mehr, daher überlege ich, welches Buch man sich anschaffen sollte.

Es gibt ja:
1. Weichselboden
2. Über Rehe in einem steirischen Gebirgsrevier
3. Das jagdliche Vermächtnis von Herzog Albrechts von Bayern

Könnt ihr mir sagen, ob Buch 3 eine Zusammenfassung der ersten zwei ist? Oder sind alle gleich interessant?

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir ein Buch empfehlen könntet, oder ob ich alle drei kaufen soll.

Besten Dank und Waidmannsheil,
Seppel
 

steve

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Servus Seppel, Buch 3 ist keine Zusammenfassung. Es ist breiter als die eher rehwildbezogenen ersten beiden. Bei booklocker ist derzeit eins für 221€ drin. Empfehlenswert sind alle.
 
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Als addendum zu Steve, im "Vermächtnis" geht es nicht nur um Rehwild sondern auch um den Jagdbetrieb im Allgemeinen, auch z.B. zu Gesellschaftsjagden Hoch- und Niederwald inkl. Flintenwild.

Ginge es Dir ausschliesslich um Schalenwild und Wald, so würde das "Vermächtnis" etwas über das Ziel hinausschiessen. Ist aber auf alle Fälle sehr empfehlenswert.
 
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Worüber ich immer "stolpere" ist die These des Herzogs, dass die Böcke in der Regel mit drei Jahren das stärkste Gehörn haben, und nicht mit 5-6 Jahren, wie man es ja eigentlich lernt.

Gibt es da eigentlich andere Studien zu, z.B. aus Ungarn ? Oder anderen Teilen Deutschlands ?
 

z/7

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Der Gute hat seine Erkenntnisse doch aus dem Gatter, oder? Da wüßt ich schon, wem ich mehr glaube. Einschränkend vllt, daß der Bock als solcher in der freien Wildbahn vllt mehr Anlauf für die Testosteronproduktion braucht?
 
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auf e bay läuft noch 40 Min eine Versteigerung. Geboten werden gerade € 57,00 für "Für Rehe in einem steirischen Revier" .
 
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Worüber ich immer "stolpere" ist die These des Herzogs, dass die Böcke in der Regel mit drei Jahren das stärkste Gehörn haben, und nicht mit 5-6 Jahren, wie man es ja eigentlich lernt.

Gibt es da eigentlich andere Studien zu, z.B. aus Ungarn ? Oder anderen Teilen Deutschlands ?
Nach etlichen Jahren in einem der besten Rehreviere der Vorderpfalz kann ich das für mich bestätigen. Mein bester Bock (Bronzemedaille) und etliche andere waren mit drei Jahren auf dem Höhepunkt und auch am schwersten (20-21 kg). Ältere brachten im Schnitt so um die 18 kg auf die Waage.
 
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