Der Kugelfang - Faden

Anzeige
Mitglied seit
15 Okt 2011
Beiträge
7.793
Gefällt mir
0
#94
Dann muss das aber ne Fliegende- oder Gebirgssau ohne Kugelfang sein.

Aber sagen wie mal, ca 1500 Joule kommen am anderen Ende noch aus der Sau raus, dann macht das Geschoss auch nach Abprallen am "Kugelfang" im dümmsten Fall noch ganz schön lange Tot.
 
Zuletzt bearbeitet:
A

anonym

Guest
#96
Welches Fazit zieht die DEVA aus diesen Erkenntnissen?
Größtenteils sind es Auftrags-Gutachten, Untersuchungen z.B. für ein Gericht im Fall des Unfalles, bei dem der verletzte Jäger seitlich der Schußlinie - innerhalb des Winkels von 30 Grad - stand. Der 30 Grad Sicherheitswinkel ist seitdem ein anerkanntes Sicherheitsmaß, ebenso wie die 10 Grad unter denen das Geschoß gerade noch vom weichen Boden geschluckt wird. Die DEVA-Ergebnisse sind wohl allesamt Auftragsarbeiten, nach diesem oder jenem Vorfall und haben dann weitgehend vor Gericht Bestand.

Was die Auftrags-Untersuchung zu den Flintenlauf-Geschoßen betrifft, kann Auftraggeber und Untersuchungszweck oben - nach Anklicken des Links - abgelesen werden. Die DEVA ist ja darauf angewiesen, Geld zu erwirtschaften und unternimmt kostpielige Untersuchungen bei denen z.B. 6.000 Probeschuß nötig sind, nicht auf eigene Veranlassung und Kosten.

D.
 
Mitglied seit
7 Dez 2014
Beiträge
372
Gefällt mir
31
#98
Eins verstehe ich nicht: Hier http://lutzmoeller.net/Ballistik/Kleinwinkelstreuung.php wird ein Geschoß an einem Eichenstamm erst bei Winkeln unter 5° abgelenkt, dringt also nicht ins Holz ein. Laut dem Gutachten oben soll aber selbst mit lockerem Boden schon ab 10° ein Risiko von Abprallern bestehen? M.E. hängt doch die Abprallwahrscheinlichkeit ganz wesentlich von der Härte des beschossenen Gegenstandes ab, wenn wir taumelnde Geschoße mal ausser Acht lassen. Das Wasser wegen seiner speziellen Unverdichtbarkeit auf einem See oder einer nassen Wiese "reflektierend" wirkt, halte ich ja noch für möglich. Aber der Unterschied von "gewachsenem Boden" und Eichenholz ist ja nun doch erheblich..

Grüße, Allons!
 
Mitglied seit
13 Sep 2016
Beiträge
408
Gefällt mir
1
#99
Es sind ja nicht nur Abpraller am Boden,die Geschosse kommen zum Teil wieder aus dem Boden heraus!


Gesendet von iPhone mit Tapatalk
 
Mitglied seit
15 Okt 2011
Beiträge
7.793
Gefällt mir
0
Prallt dann aber trotzdem ab, wird ja nicht nochmal beschleunigt.

Gesendet von meinem F5321 mit Tapatalk
 
A

anonym

Guest
Wie weit fliegt denn ein Geschoss nach dem Austritt aus dem Stück ?

40 KG Sau z.B. .
Darauf gibts wohl keine allgemeingültig zutreffende Antwort,
hängt von zu vielen Unwägbarkeiten ab.
Falls ich die DEVA-Untersuchung zum Abprallverhalten von Büchsengeschossen richtig verstanden habe, wurde die Reichweite abgeprallter bleihaltiger Geschoßteile zu 516 m und abgeprallter bleifreier Geschoßteile zu 747 m ermittelt. Nehmen wir mal an, Du hast nur den Lauscher eines Stücks durchschossen, dann fliegt der Geschoßrest sicher kilometerweit ?
 
Mitglied seit
15 Okt 2011
Beiträge
7.793
Gefällt mir
0
Darauf gibts wohl keine allgemeingültig zutreffende Antwort,
hängt von zu vielen Unwägbarkeiten ab.
Falls ich die DEVA-Untersuchung zum Abprallverhalten von Büchsengeschossen richtig verstanden habe, wurde die Reichweite abgeprallter bleihaltiger Geschoßteile zu 516 m und abgeprallter bleifreier Geschoßteile zu 747 m ermittelt. Nehmen wir mal an, Du hast nur den Lauscher eines Stücks durchschossen, dann fliegt der Geschoßrest sicher kilometerweit ?
Auch das hängt von vielen Einflüssen ab. Wie hoch ist der Lauscher vom Reh? 1,5 oder 1,6m da fliegt nix Kilometerweit, wenn wir mal von Ebene Gelände ausgehen in den nächsten 200m fällt das Geschoss bei einer Standart Mittelpatrone rund 30cm. Und dann geht es jeden m deutlich steiler bergab. Das Kilometerweit Fliegen hat man bei einem optimalen Abgangswinkel von 45° geht man jetzt von 100 Zielentfernung aus, Fliegen Rehe oder Sauen selten rund 70 m hoch.

Gesendet von meinem F5321 mit Tapatalk
 
Mitglied seit
15 Okt 2017
Beiträge
478
Gefällt mir
17
Im "gewachsenen Boden" hats auch Steine, die man in der Regel nicht sieht. Außerdem gabs schon Abpraller an Rippenbögen, die auch wieder gestiegen sind...
 
A

anonym

Guest
...
... wird ein Geschoß an einem Eichenstamm erst bei Winkeln unter 5° abgelenkt, dringt also nicht ins Holz ein. Laut dem Gutachten oben soll aber selbst mit lockerem Boden schon ab 10° ein Risiko von Abprallern bestehen?
...
... Das Wasser wegen seiner speziellen Unverdichtbarkeit auf einem See oder einer nassen Wiese "reflektierend" wirkt, halte ich ja noch für möglich. Aber der Unterschied von "gewachsenem Boden" und Eichenholz ist ja nun doch erheblich..

Grüße, Allons!
Vermutlich beinhaltet die Festlegung, daß ein Büchsengeschoß beim Eintritt in weiches Erdreich einen Mindestwinkel von 10 Grad nicht unterschreiten darf, weil das Projektil "sonst mit großer Wahrscheinlichkeit nicht in den Boden eindringt, sondern abprallt", eine Menge Sicherheits-Reserven. Möglicherweise sind da Unwägbarkeiten berücksichtigt, ist da bereits berücksichtigt, daß Steine im Boden Abpraller verursachen, etc.
Beschießt ein auf ebener Erde stehender Schütze mit seiner Büchse auf einen 20 m entfernten Fuchs - Winkel zwischen Schütze und Fuchs ca. 5 Grad zur Horizontalen - wird das Geschoß wohl doch auch in vielen Fällen vom Boden verschluckt, nur sicherer ist halt der steilere 10 Grad Auftreffwinkel ?

Was den Sicherheitswinkel Schrot - Wasser betrifft, hat sich Herr Rottenberger, falls ich ihn richtig verstanden habe, festgelegt. Flacher als 5,5 Grad zur Horizontalen auftreffende Schrotkugeln prallen ab und fliegen weiter.
5,5 Grad ist der Grenzwinkel. Bei 6 Grad Auftreffen bleiben die Schrotkugeln im Wasser. Ein aufrecht stehender Schütze beschießt eine 20 m oder weiter entfernte, gerade auffliegende Ente (Winkel 5 Grad, bei 30 m - 2 Grad) und die Stahlschrotkugeln prallen von der Wasseroberfläche ab und fliegen weiter.
Wasser ist eindeutiger zu beproben, als Boden ?
 
Mitglied seit
30 Dez 2013
Beiträge
626
Gefällt mir
1
Vermutlich beinhaltet die Festlegung, daß ein Büchsengeschoß beim Eintritt in weiches Erdreich einen Mindestwinkel von 10 Grad nicht unterschreiten darf, weil das Projektil "sonst mit großer Wahrscheinlichkeit nicht in den Boden eindringt, sondern abprallt", eine Menge Sicherheits-Reserven. Möglicherweise sind da Unwägbarkeiten berücksichtigt, ist da bereits berücksichtigt, daß Steine im Boden Abpraller verursachen, etc.
Schaut euch bitte den Versuchsaufbau an. Steine sind da nicht berücksichtigt.
Man kann aber wohl derzeit davon ausgehen, dass ein Gericht eine Schussabgabe unter 10 Grad jedenfalls als fahrlässig einstuft, wenn was passiert.
Bei einem Winkel über 10 Grad und einem Abpraller durch einen Stein unter der Oberfläche ist das eher nicht zu erwarten.

Guillermo
 
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Oben