Der letzte Schrei : Wiesen im Wald;

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#1
Ha ha ha, man hat ja schon darauf gewartet, wann auf der ununterbrochenen Jagd nach zusätzlichen Planstellen wieder eine neue Sau durch Dorf getrieben wird.
Jetzt sollen es im Windschatten des Hypes um das "Insektensterben" also "Blumenwiesen" im Wald richten. :lol:

"Blumenwiesen: Staatsforsten schaffen Lebensraum für Insekten"
https://www.welt.de/regionales/baye...orsten-schaffen-Lebensraum-fuer-Insekten.html

Ein Grünaderweißling saugt Nektar aus einem Vergissmeinnicht
"Vergissmeinnicht" ist in dem Zusammenhang ja ein wundervolles Stichwort, und klar, "Grünaderweissling" hört sich natürlich viel besser an als "Rapsweissling" (Pieris napi).
Wikiepedia meint dazu : "Der Falter ist nahezu im gesamten Europa, von Skandinavien bis zum Mittelmeer[1], verbreitet."
Unter BRÄU, M., BOLZ R., KOLBECK, H., NUNNER A., VOITH, J. & WOLF, W. (2013) : Tagfalter in Bayern. Verlag Eugen Ulmer heisst es zu dieser Allerweltsart "Die Art ist in Bayern flächendeckend verbreitet und nicht gefährdet".
Der Rapsweissling ist in Bayern in 1997 von 2285 Rasterquadranten (87,4%) nachgewiesen, da kann noch nicht mal der allseits bekannte Kleine Kohlweissling mit 1935 von 2285 Rasterquadranten mithalten. :-D

Wirklich eine "tolle" Allerwelts-Zielart, da muss man wenigstens nicht befürchten, dass der einem trotz aller "Bemühungen" etwa noch wegstirbt, den wird man im Zweifelsfall immer noch irgendwo finden können. :biggrin:

"Der Landtag hatte im Februar entschieden, den Staatsforsten im Nachtragshaushalt 1,5 Millionen Euro für 2018 zur Verfügung zu stellen
Nochmal zusätzlich 1,5 Millionen in ein Fass ohne Boden, anstatt das Geld effektiv einzusetzen.

Die Staatsforsten besitzen gut 800 000 Hektar Fläche, etwa 70 000 Hektar davon sind nicht bewaldet.
Von den "nicht bewaldeten" 70.000 ha entfällt ein grosser Teil auf gesetzlich geschützte Moore, hoffentlich kommt da kein Försterlein auf den Gedanken, "Blumenwiesen" anzusäen.

Die 41 Forstbetriebe der Staatsforsten und die 370 staatlichen Reviere seien aufgefordert, beispielsweise an Waldrändern und entlang von Wegen Blühflächen mit heimischen Pflanzen anzulegen.
Ja was haben die denn dort bisher gemacht, und wozu braucht man dazu 1,5 Millionen zusätzlich ?
Waldränder haben naturschutzfachlich eine herausragende Wertigkeit, dort stattdessen künstlich "Wiesen" anzulegen, wäre ja wohl ein absoluter Schildbürgerstreich und eine Verschwendung von Steuergeldern.

Das Bundesnaturschutzgesetz schreibt vor, dass ab 2020 alle Bewirtschafter heimisches Saatgut verwenden sollen.
Dann ist aber endgültig Schluss mit diesen lästigen Wildäckern, wo kommen wir denn da hin, wenn JEDER (Jäger) einfach ansät, was er für sinnvoll hält ?

Was es Neumeyer zufolge in Deutschland noch nicht gibt, sind speziell waldtypische Mischungen. Diese sollen in den kommenden drei Jahren entwickelt werden.
So so, mit den 1,5 Millionen für 2018 können also gar keine "waldtypischen Mischungen" ausgesät werden, weil es die gar nicht zu kaufen gibt ...
Das kann die darauf folgenden Jahre ja lustig (und teuer) werden, wenn es dann "waldtypische Mischungen" auf dem Markt gibt.
Komisch, dass scheinbar niemand daran denkt, dass sich eine Wiese bei passenden Bedingungen auch ganz von selbst durch "Naturverjüngung" etablieren kann.

Neben Blumenwiesen sollen Gehölze und Sträucher gepflanzt sowie Streuobstflächen angelegt werden.
Wow, was ganz neues : Der Forst pflanzt "Gehölze und Sträucher". Dazu braucht man selbstverständlich noch mal 1,5 Millionen zusätzlich. :biggrin:
Aber der Forst legt ja soooo grossen Wert auf Wirtschaftlichkeit ... :twisted:

Zudem sollen Förster mit Biotopholz Lebensraum für Pilze, Käfer, Fledermäuse und Spechte schaffen. Dafür werden stehende Bäume an der Krone gekappt, so dass ein Verwitterungsprozess einsetzt.
Ach so, jetzt "innovatives" "Biotopholz" statt dem alten Schinken "Totholz".
Und wofür haben wir eigentlich die ganzen "Naturwaldreservate" und das "Vertragsnaturschutzprogramm Wald", die schon lange immer wieder nicht wenig Geld kosten ?
Da kann ich mich doch glatt mal selbst zitieren :

https://forum.wildundhund.de/newreply.php?do=newreply&p=2750542
...
Denn der Förster an sich erwartet als fichtengrüner Halbgott, dass er in seiner Forstplantage das alleinige Sagen hat und dort nach Belieben herrschen kann.
Dort darf z.B. keinem Bäumchen eine Nadel oder ein Blatt gekrümmt werden, es sei denn, der Förster ringelt die Buchen höchstpersönlich.
Denn niemand weiss aufgrund seines unvergleichlichen Forst-Studiums besser, wie man Bäumchen aufpäppelt und auch wieder vernichtet und da lässt sich ein richtiger Förster aber wirklich von niemandem reinreden.
-> Klick : https://www.jagderleben.de/news/forst-herrscht-belieben
...
Einfach Realsatire.

Arbeitstiitel für den neuen BaySF Slogan : BLUMENWIESEN VOR Wild !,
alternativ "INSEKTEN VOR Wild"
(gilt natürlich ÜBERHAUPT NICHT für Bockkäfer (spec.), Buchdrucker, Kupferstecher, Eichenprozessionspin*er, Kiefernspin*er, Maikäfer, Eichenprachtkäfer, Rüsselkäfer (spec.), Lärchenwickler, Lärchenborkenkäfer, Buchen-Wollschildlaus, Buchen-Rotschwanz, Nutzholzborkenkäfer, Fichten-Gespinnstblattwespe, Nonne, Frostspanner, Grüner Eichenwickler, Schwammspin*er, Gespinnstmotte, Roßkastanienminiermotte, Ulmensplintkäfer, etc. pp., man muss es mit der Biodiversität ja schliesslich auch wieder nicht übertreiben ... :twisted:)
 
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#2
Also Förster und Grünlandgesellschaften, Blühflächen.... da sehe ich schon ein paar Probleme aufkommen. Die Möglichkeiten im Wald sind da sehr begrenzt und mancher schöne Traum wird platzen.
Das der amtliche Naturschutz da mit eingebunden wird, ist doch wohl klar. Stichwort Regiosaatgut. So dumm ist man doch nicht. Was die ganze Vorgehensweise angeht, wird man manches "aha" zu hören bekommen.

Aber nichtsdestotrotz: Muss man jeden Ansatz gleich von vornehinein schlecht reden ohne die Umsetzung genauer zu kennen? Es geht ja dabei nicht nur um Blühflächen, sondern auch z.B. um Totholz. Bereits jetzt werden bei uns schon Schneeheideflächen durch den Maschinenring vom Kiefernanflug entbuscht. Was ist daran schlecht?

Was ist verwerflich wenn auf einen Holzlagerplatz mal ein kräftiger Bestand der Ackerkratzdistel steht? Ohne Mulchen oder Roundup. Saatgut ist aber nicht erhältlich, brauchte bisher ja keiner. Außerdem ist die Samenausbeute oft nur bei 1 %. Das macht schon ein paar Probleme bei der Neubegründung.

Oder dann säen wir auf einen neuen Lagerplatz einfach den Huflattich an. Wo ist das Problem? Auch hier ist kein Samen käuflich, da er nicht lagerfähig ist. Alles so Details als Beispiel die sich die Erfinder mangels Detailwissen sicher nicht überlegt haben, aber die Idee ist doch vom Grundsatz her nicht schlecht.
 
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#3
... Alles so Details als Beispiel die sich die Erfinder mangels Detailwissen sicher nicht überlegt haben, aber die Idee ist doch vom Grundsatz her nicht schlecht.
Das ganze ist so selbstverständlich, schon unzählige Male in den unterschiedlichsten Ausprägungen jeweils mit der üblichen Selbstbeweihräucherung inszeniert und angekündigt und schon mit so vielen Mitteln, Programmen und Planstellen hinterlegt, dass es einfach lächerlich ist, dafür jetzt allein für das Jahr 2018 schon wieder zusätzlich 1,5 Millionen abzugreifen.
Das muss im laufenden Betrieb ganz selbstverständlich mit praktiziert werden !
Und wenn dann wirklich konkrete Erfolge erzielt werden, könnte man das ANSCHLIESSEND ja auch gerne präsentieren.

Siehe z.B. hier das sog. "Naturschutzkonzept der Bayerischen Staatsforsten" vom 1. Mai 2009 !
http://www.baysf.de/fileadmin/user_...turschutzkonzept_Bayerische_Staatsforsten.pdf

Und das Jahr 2013 stand dann ganz unter dem Motto des Begriffs der "Nachhaltigkeit", der angeblich vor 300 Jahren von den zukünftigen Bayerischen Staatsforsten erfunden wurde, was wurde da mit erheblichen Kosten für ein Propaganda-Zirkus veranstaltet ... :lol:

Was nötig wäre, sind aber nicht Ankündigungen, sondern konkrete Taten und beim Reality-Check stellt sich in der Regel eine frustrierende Ernüchterung ein.

Wie gesagt, es wird ständig eine neue Sau durchs Dorf getrieben, aber wenn man mal genau hinsieht, tun sich Abgründe auf, z.B. gerade beim realen Artenschutz, wie man auch beim Umgang mit dem Gemswild und diversen anderen Fällen sehen kann.
 
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#4
Also ich finde Waldwiesen zum Picknicken echt klasse.... :13:

Wenn sich das durchsetzt kann der Wald deutlich stärker touristisch erschlossen werden und
der Forst kann mit der Würstchenbude an der Wiese gutes Geld verdienen.
Da sind die 1,5 Mio doch schnell wieder drin.....
 
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#6
Also Förster und Grünlandgesellschaften, Blühflächen.... da sehe ich schon ein paar Probleme aufkommen. Die Möglichkeiten im Wald sind da sehr begrenzt und mancher schöne Traum wird platzen.
Das der amtliche Naturschutz da mit eingebunden wird, ist doch wohl klar. Stichwort Regiosaatgut. So dumm ist man doch nicht. Was die ganze Vorgehensweise angeht, wird man manches "aha" zu hören bekommen.

Aber nichtsdestotrotz: Muss man jeden Ansatz gleich von vornehinein schlecht reden ohne die Umsetzung genauer zu kennen? Es geht ja dabei nicht nur um Blühflächen, sondern auch z.B. um Totholz. Bereits jetzt werden bei uns schon Schneeheideflächen durch den Maschinenring vom Kiefernanflug entbuscht. Was ist daran schlecht?

Was ist verwerflich wenn auf einen Holzlagerplatz mal ein kräftiger Bestand der Ackerkratzdistel steht? Ohne Mulchen oder Roundup. Saatgut ist aber nicht erhältlich, brauchte bisher ja keiner. Außerdem ist die Samenausbeute oft nur bei 1 %. Das macht schon ein paar Probleme bei der Neubegründung.

Oder dann säen wir auf einen neuen Lagerplatz einfach den Huflattich an. Wo ist das Problem? Auch hier ist kein Samen käuflich, da er nicht lagerfähig ist. Alles so Details als Beispiel die sich die Erfinder mangels Detailwissen sicher nicht überlegt haben, aber die Idee ist doch vom Grundsatz her nicht schlecht.

Ja, vom Grundsatz.....

hm... ich hab mir den Text mal flüchtig durchgelesen....

ich denke mir: da wird der Staatsforst zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen wollen.... Falls !!! extra Flächen als " Blühwiese " für Biene Maja und Co. geschaffen werden würden...
angeblich soll ja das Rehwild hauptsächlich " Nahrungsselektierer " sein.... und das Rotwild wird bestimmt auch nicht " Nein " sagen zu den verschiedenen Kräutern und Gräsern....

Ergo: meine ganze persönliche Meinung : da werden hauptsächlich andere Zwecke verfolgt , die aber unter einen " Deckmantel " getarnt...

In den doch recht dichten Buchenbeständen ( oder auch andere Baumarten ) , die auf unsere Monokulturen ( Fichte / Kiefer ) folgten.... wurde es deutlich ! schwerer den Abschussplan zu erfüllen...
die Drückjagden brachten auch nicht immer den gewünschten Erfolg......

Ich denke es wird an einer neuen Taktik " getüftelt "....

Wie gesagt : das ist nur eine Vermutung, ob ich richtig damit liege, wird die Zeit zeigen....
 
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#7
Wenn man sich die Äsungspflanzen des Rehwildes anschaut, dann gibt es da eine ganze Menge die überhaupt nicht gefressen werden. Andererseits wird die Weidenröschenfläche im Rotwildkernbereich auch ohne Zaun ein Wunschtraum bleiben. Tatsache ist, dass z.B. im LR I das Rehwild in hoher Dichte vorkommen kann ohne den Bewuchs zu beeinträchtigen oder zu entmischen. Die Kulturarten sind nach dem ersten Jahr draußen (z.B.Buchweizen) mit und ohne Rehwild.
Niemand redet vom Umbruch mit Neueinsaat von geschützten Flächen. Es geht um Holzlagerplätze zum Beispiel. Wo ist da das Problem hier mal was für die Artenvielfalt zu tun?
1,5 Mio? Das macht der eine oder andere Betrieb als jährlichen Gewinn. Dann bleibt halt mal einer davon im Wald. Ball flach halten :cool:
 
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#9
...
hm... ich hab mir den Text mal flüchtig durchgelesen....
ich denke mir: da wird der Staatsforst zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen wollen...
Ich denke, Du überbewertest die Bürokratie, wahrscheinlich ist es viel einfacher.

In Bayern ist dieses Jahr Landtagswahl, die Haushaltssituation ist recht gut und da wird eben nochmal ein warmer Geldregen mit der Giesskanne verteilt.

Von der Forstbürokratie wird dieser Nachschlag (wie immer) gerne genommen, man muss sich nur noch schöne Geschichten für die Öffentlichkeit ausdenken, was damit eigentlich überhaupt gemacht werden soll.
Was liegt da näher, als auf den Hype mit dem "Insektensterben" (angebliche, aber nie seriös belegte Rückgänge von über 85%) aufzuspringen und flink "dagegen zu halten" :twisted:
Und das ist ev. auch eine willkommene Gelegenheit, von Negativschlagzeilen abzulenken, die man sich u.a. mit organisiert und vorsätzlich nicht ausgefüllten Meldekarten bei diversen Hegeschauen eingefangen hat.

Insgesamt macht die Aktion den Eindruck, dass man über das Sammelsurium der schon seit Jahren immer wieder verkündeten Massnahmen wie Totholz, Wegrandgestaltung, etc. hinaus überhaupt kein durchdachtes Konzept hat :

- Der als "Maskottchen" auf dem Begleitfoto abgebildete Rapsweissling (Pieris napi) ist eine der häufigsten Allerweltsarten überhaupt und als Zielart völlig ungeeignet. Es gibt eine ganze Reihe von wirklich seltenen und anspruchsvollen Schmetterlingsarten, die z.B. auf thermophile Waldsäume angewiesen sind. Ich weiss aber aus eigener Erfahrung mit Gewissheit, das die so gut kein Förster auch nur vom Namen her kennt, geschweige denn draussen ansprechen könnte. Die Bildauswahl spricht insofern eine deutliche Sprache.

- Die (Neu)Anlage von "Blumenwiesen" im Wald ist in den meisten Fällen eine ziemliche Schnapsidee, denn dazu müsste u.a. erst einmal die vorhandene Vegetation brachial umgebrochen werden (das weiss z.B. jeder, der schon mal einen Wildacker angelegt hat).

- Die zusätzlichen 1,5 Millionen sind für 2018 vorgesehen. Allerdings gibt es nach eigner Aussage noch überhaupt keine Saatgutmischungen für die waldtypischen schattigen Bereiche im Handel, die sollen erst in den nächsten DREI Jahren entwickelt werden - damit ist für jeden, der zwischen den Zeilen lesen kann klar, dass die Forstbürokratie erwartet, dass das "Programm" auf unbestimmte Zeit verlängert wird.

- Wo will der Forst eigentlich "Streuobstwiesen" anpflanzen, etwa im Wald ? Und wozu gibt es eigentlich Landschaftspflegeverbände etc. ?

Also wohl eher mehr Schein als Sein, aber die 1,5 Mille allein in 2018 sind absehbar weg.


Und wenn man mal nach der Aktion googelt, dann kommt ein ziemlich schräges Sammelsurium zusammen :

- Hier wird der Eindruck erweckt, man wolle damit MÄRZENBECHER fördern (ohne irgendwelche konkrete Massnahmen zu nennen), gleichzeitig heisst es aber, dass es angeblich schon grossflächige Bestände gibt.
http://www.baysf.de/de/medienraum/p...fruehlingserwachen-im-sulzschneider-wald.html

Wikipedia meint (korrekt) zum Märzenbecher :
"... Als ursächlich für die Gefährdung sind in erster Linie Eingriffe in den Lebensraum der Pflanze zu sehen, wie beispielsweise die Umwandlung naturnaher Wälder oder auch die Entwässerung und Wiederaufforstung von Moorflächen. ..."
Na da hat der Forst ja schon allein beim Märzenbecher so einiges wieder gut zu machen !

Routinemässig darf natürlich auch diese Selbstbeweihräucherung nicht fehlen :
"... Die Blühflächen, einschließlich des verwendeten Saatsguts, müssen hohen fachlichen Ansprüchen gerecht werden, damit sie vom Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten gefördert werden. ..." :lol:

Und hier geht das Gewurbel weiter, diesmal angeblich für die Honigbiene IM WALD, allerdings ohne wirklich konkrete Fakten :sad: :
https://www.onetz.de/waldsassen/ver...-auf-summen-und-brummen-im-wald-d1837447.html

"Mit allen zehn Revierleitern des Landkreises sei bereits ein Strategieplan entwickelt und mögliche Maßnahmen abgesprochen worden, erklärt Fischer. Ende April werde endgültig darüber abgestimmt, was wo wie und wann passiert. Gar nicht so einfach sei es, geeignetes Saatgut zu finden. Autochthon müsse es sein, also den heimischen Arten angepasst. Über das Saatgut müssen sich die einzelnen Forstbetriebe keine Gedanken machen, das besorgt die Zentrale in Regensburg."
-> GRAUENVOLL, da schwant einem schlimmes, wurde dort ev. schon wieder eine Stelle dafür eingerichtet ?!


""Für uns ist das ein Neustart, wir müssen uns mit "learnig by doing" in das Thema einarbeiten", sagt Schneider."
-
> Ja wie gibt es denn sowas, sonst wird doch immer der Eindruck erweckt, dass ein FORSTSTUDIUM für alle Lebenslagen qualifiziert ... :grin:

Das "Main-Echo" wirft schon mal einen Blick in die Zukunft "Bayerische Staatsforsten stellen Millionen Euro zur Verfügung" und berichtet über den Spessart :
"Auf mehreren Wiesenbereichen hat der Forstbetrieb Arnstein bereits den Zeitpunkt und die Form des Mähens an örtliche Natur- und Artenschutzbelange angepasst." -> ja wie war das denn OHNE dieses Programm überhaupt möglich ? :15:
"Wie viel Geld in Arnstein landen wird, kann der Forstmann noch nicht sagen." -> Wer zu früh kommt, den bestraft das Leben ! :wink:

"Damit soll im ersten Jahr die Wiese im Kreuzgrund nur noch extensiv bewirtschaftet - heißt kein Dünger, keine Pflanzenschutzmittel, kein Mulchen, dafür Beweidung mit Schafen - und mit heimischem Saatgut versehen werden. Und an verschiedenen Stellen im Forstbezirk sollen zudem heimische, blühende Sträucher gesetzt werden."

Na das hat aber gedauert !

Zitat aus dem "Naturschutzkonzept der Bayerischen Staatsforsten" aus dem Jahr 2009 :

"Die Flächen, die einer regelmäßigen Nutzung unterliegen, sollen vorrangig extensiv genutzt werden. ... Ausgewählte Flächen außerhalb des Waldes können bei Bedarf zur Unterstützung von Artenschutzprogrammen oder auch für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bereitgestellt werden. "



Grosse Ankündigungen wecken auch grosse Erwartungen.
Das kann aber zum Bumerang werden, wenn dann auch tatsächlich eine Erfolgskontrolle eingefordert wird.
Diese Aktion ist es wert, da mal näher hinzusehen !
 
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#10
Die BaySF überweist jährlich 60-70 Millionen an den Freistaat. Soll sie die 1,5 Millionen für Naturschutz ruhig behalten. Der Forstbetrieb Kipfenberg z.B. Hat mehere Streuobstwiesen. Ein Verein hat damals extra alte Schutzwürdige Sorten rausgesucht. Das Wild freut sich sicher. Ich als Imker freue mich auch.
Es wäre an der Zeit das Thema Waldrand Gestaltung anzupacken. Wenn dafür Geld ist, super.

Viel eher ärgert mich da das unser Landtag den Alpenplan aushebelt und nun 5 Millionen an Bestechungsgeld den Landräten überweist, damit die wiederum das Riedberger Horn nicht zerstören.

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#11
ich weiß überhaupt nicht was daran so sensationell ist. Früher gehörten zu jeder Försterei auch Wiesen, da hier Futter für die Pferde, Kuh,oder Ziegen geworben wurde. In unserer Gegend hatten die meisten Forstreviere diese Waldwiesen weiter gepflegt, bzw. von befreundeten Landwirten pflegen lassen. Da wurden über Sommer Hengstfohlen in Weide genommen, oder einfach Äsung fürs Wild und Refugium für Insekten geschaffen. Früher waren es nicht nur Holzplantagen sondern abwechslungsreiche Reviere mit gesundem Wald und angepasstem Wildbestand.

Horrido
 
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#12
Bemerkenswert an der Meldung ist meines Erachtens allenfalls, dass man die Anlage von Wildwiesen im Wald so hervorheben muss. Beim Forst war das schon immer Thema, zumindest bei uns. Seit einigen Jahren wurden die Mittel für solche Zwecke zwar scheinbar gekürzt und es wird nicht mehr so regelmäßig gepflegt, gedüngt und gesät. Trotzdem gibt es weiterhin viele Wildwiesen, die frei gehalten werden und von denen nicht nur das Wild profitiert.

Ich finde die Maßnahme eigentlich löblich und verstehe nicht ganz die Aufregung. Als Privatpächter lege ich ja auch Wildwiesen und Äsungsstreifen in meinem Revier an, nicht weil ich zu viel Geld habe, sondern weil ich das als Aufwertung des Lebensraum verstehe, was gut für viele Tiere vom Insekt bis zum Hirsch ist.
 
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#13
@äsungsfläche:

Und die pösen Puben vom Forst haben sie alle ohne Ausnahme zugefichtet? Das sind schon echte Schurken, anders kann man es nicht sagen.

Oder wo sind sie hin, die Wiesen, die es ja (angeblich)früher gab?

Scherz beiseite: Aufforstungen von Waldwiesen sind in etwa mit der Rodung kleiner Feldholzinseln zu Vergleichen, dadurch wird ein Inselbiotop zerstört.

Um sowas durchzuziehen muss man schon seeeehr gute Argumente in das Genehmigungsverfahren einbringen.

Beste Grüße: Bo
 
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#14
Moin, es gab auch eine Zeit vor Genehmigungsverfahren;-)
Selbst wenn noch Wiesen da sind, aber die Pflege eingestellt wird, kein Schnitt, keine Düngung, etc. ist die Fläche als Äsungsstreifen wertlos.

Horrido
 
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#15
Dqs empfinde ich jetzt aber fast als Treppenwitz der Geschichte, wenn es nicht so traurig wäre. Im Zuge des Löwe-Programms und damit der an der betriebswirtschaftlichen Seite ausgerichtet Nds. Forstverwaltung hat man vor 20 Jahren alles bepflanzt was sich im Forst Wiese nannte. Als Kind in den 60er Jahren sind wir bei Ausflügen mit der Familie immer über diese Wiesen gestolpert. Dort hat man sogar noch Heu gemacht für die Winterfütterung des Rotwildes, damit die nicht Schälen. Und jetzt machen die Bayern es anders. Haben die noch nicht genug Touristen im Wald? Oder wollen die nur auf die Insekten-Hype aufspringen?

wh
ohmeyer
 
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