Der mykenische Eberzahnhelm

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Sagenhaft dieser Helm , natürlich ist Zahnschmelz wesentlich härter als Knochen .....und sauschwer zu bearbeiten, selbst heute mit modernen Geräten .....mag mir gar nicht vorzustellen wie lange es gedauert haben muss die ganzen Löcher dort hinein zu drillen ......ich denke die haben eher den Wurzelanteil der Waffen genutzt, mehr Fläche, geradere Oberfläche und leichter spaltbar da hohl.....auf jeden Fall brauchten die schon rotierende Instrumente, sägen (möglicherweise Seilsägen mit zerstossenem Quarz) und große Schleifräder (Sandsteinräder) , sonst hätten die das nicht hinbekommen......ein einfacher Soldat wird wohl kaum solch einen Helm getragen (finanziert bekommen) haben....!
Grüße +WMH, die Zahnfee 😂
PS: denke der Helm war eher zum Schutz gg Schneidwaffen gedacht ....wobei Zahnbein (es ist ja nicht reiner Schmelz, dieser ist als Laminierung auf dem Knochen) wenn nicht ausgetrocknet , äußerst zäh ist
 
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PS: denke der Helm war eher zum Schutz gg Schneidwaffen gedacht ....wobei Zahnbein (es ist ja nicht reiner Schmelz, dieser ist als Laminierung auf dem Knochen) wenn nicht ausgetrocknet , äußerst zäh ist

Es wurden aber in der Bronzezeit überwiegend Stichwaffen verwendet und dann auch diverse Hiebwaffen, wobei die Basis Ausrüstung eines einfachen Kämpfers sicher das Beil unter seinen damaligen diversen Formen gewesen ist. Deswegen muss der Eberzahnhelm, so weit er wirklich im Kampf getragen wurde, schon für einen gewissen Schutz gegen Stiche und Hiebe konzipiert gewesen sein. Wie weit aber die Aristokraten dieser Zeit an vorderster Front gekämpft haben ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Mag aber sein daß es Zweikämpfe zwischen Heeresführer gegeben hat, aus der historischen Zeit sind einige solche Kämpfe schriftlich bezeugt. Deswegen muss man doch davon ausgehen daß die damaligen Schutzwaffen den Gegebenheiten angepasst waren, und so vielleicht auch der Eberzahnhelm.
 
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Ich hab schon einige menschliche Überreste aus den letzten 3500 Jahren untersucht. Ausgeheilte Kampfspuren sind nicht selten. Auch gerne mit den Resten der Projektile im Knochen: Feuersteinpfeilspitzen brechen darin ab und verbleiben. Ich bin nebenbei der erste Entdecker der Pfeilspitze in Ötzis Schulter. Ich dachte dazu: Wenn ich das erkenne, haben die Wissenschaftler sicher schon längst alles durchblickt. Jahre später die Sensationsmeldung: Ötzi wurde erschossen.
So gings mir in der Doku über das Mammutbaby aus dem Eis. Bergen, Auftauen, Reihen von Tests, spezielle Lagerung, genetische Untersuchungen, dann die Sensation: Das Mammutbaby ist eindeutig männlich... Letzte Kameraeinstellung zwischen die Hinterbeine... Aber, hey, wir haben es genetisch nachgewiesen. So wissen wir zumindest, dass die Klöten keine Attrappen waren... :ROFLMAO: :ROFLMAO: :ROFLMAO:
 
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So gings mir in der Doku über das Mammutbaby aus dem Eis. Bergen, Auftauen, Reihen von Tests, spezielle Lagerung, genetische Untersuchungen, dann die Sensation: Das Mammutbaby ist eindeutig männlich... Letzte Kameraeinstellung zwischen die Hinterbeine... Aber, hey, wir haben es genetisch nachgewiesen. So wissen wir zumindest, dass die Klöten keine Attrappen waren... :ROFLMAO: :ROFLMAO: :ROFLMAO:
Damals gab es ja nur zwei Möglichkeiten 😂😂😂
.......heute käme die Wissenschaft nicht mehr so leicht davon .....schließlich könnte es sich ja, trotz Klöten , als Mammumädchen gefühlt haben, oder was ganz anderes .....tztztztzzzzz da habt ihr es euch mal wieder einfach gemacht 🤭
Grüße +WMH Olli
 
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Vor 100 Jahren konnte jeder gebildete Mensch mit diesen Werken etwas anfangen, was man immer wieder in damaliger Sekundärliteratur mit Anspielungen und Vergleichen auf Szenen aus diesen Werken sieht.
Das kannst du ohne jeglichen bildungsbürgerlichen Hochmut sagen. Wir verlieren immer mehr die Kenntnis unserer Urtexte, die viel Einsicht in den Charakter des Menschen bieten und damit auch die Wurzel europäischer Kultur.
 
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Vielleicht liegt es auch am Unterricht in den Schulen. Ich habe kein Überblick mehr über was über Altertumsgeschichte und antike Literatur zu Zeit noch an den diversen Schulen gelehrt wird. Die Deutsche Orient-Gesellschaft kämpft dauern mehr oder weniger erfolglos gegen daß aus dem Programm streichen von einigen Fächern die unter anderem den antiken Nahen-Osten und Vorderasien betreffen. Es geht leider nicht nur um den Unterricht an den Schulen, sondern auch um Schließungen von Instituten an Hochschulen und Universitäten.
 
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Das kannst du ohne jeglichen bildungsbürgerlichen Hochmut sagen. Wir verlieren immer mehr die Kenntnis unserer Urtexte, die viel Einsicht in den Charakter des Menschen bieten und damit auch die Wurzel europäischer Kultur.
Jup. Ich habe heute morgen mit meinen Siebtklässlern in Deutsch das Nibelungenlied angefangen... Einer wusste, wer Wotan ist...
 
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Vielleicht liegt es auch am Unterricht in den Schulen. Ich habe kein Überblick mehr über was über Altertumsgeschichte und antike Literatur zu Zeit noch an den diversen Schulen gelehrt wird. Die Deutsche Orient-Gesellschaft kämpft dauern mehr oder weniger erfolglos gegen daß aus dem Programm streichen von einigen Fächern die unter anderem den antiken Nahen-Osten und Vorderasien betreffen. Es geht leider nicht nur um den Unterricht an den Schulen, sondern auch um Schließungen von Instituten an Hochschulen und Universitäten.
Ich hab Deutsch und Englisch. Ich bin in Deutsch logischerweise auf geschichtliches Vorwissen angewiesen. Die Länder streichen mit zunehmend fehlendem Sachverstand bezüglich fächerverbindender Zusammenhänge Themen der Beifächer.
Einen "Wilhelm Tell" zu unterrichten ist ohne geschichtliches Hintergrundwissen zu Mittelalter, Rittern und der Geschichte des Hl. Röm. Reiches Deutscher Nationen (Staufer und Welfen) nicht möglich.
Legt man die Geschichte zum Verständns selber nach, fehlt Zeit für die Tiefe des Werkes. Es ist ein Teufelskreis, den aber nur die Eltern (Wähler) durchbrechen können. Was die aber logischerweise nicht tun, da harte Wissensfakten in der Abfrage halt entweder richtig oder falsch sind ohne die Möglichkeit der Interpretation zugunsten des Schülers...
 
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Tragisch eigentlich, aber die Lehrpläne werden ja onehin abgespeckt ohne Ende, dass Kay-Sölve, Üffes (Yves) und Kevin ohne Mühe und Plage durch die Schule kommen.
Ich hab zwei sehr nahe Bekannte die sich über dieses Thema unendlich aufregen, weil sie die Klimmzüge dazu machen müssen dass die Schratzen auf der faulen Haut liegen können........

Für mich waren die Heldensagen aus allen Herren Ländern schon als Grundschüler ein Geschenk und die kleine örtliche Bibliothek ein Schatz, die Bibliothek der großen Stadt, nach dem Übertritt ans Gymnasium, ein Tor zur großen Welt.
Allgemeinbildung wurde das mal genannt, wird aber nach dem Ende meiner Generation wohl aussterben.

Daher herzlichen Dank für diesen Faden und bitte weiter so!!

Bausaujäger
 
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Einen "Wilhelm Tell" zu unterrichten ist ohne geschichtliches Hintergrundwissen zu Mittelalter, Rittern und der Geschichte des Hl. Röm. Reiches Deutscher Nationen (Staufer und Welfen) nicht möglich.

Die beständigen Dichter sind bekanntermaßen die tieferen Kenner der kulturellen Zusammenhänge, die sie in ihren Werken verarbeiten. Daran erkennt man auch ein gutes Werk: es ist nicht nur zeitgenössisch aussagekräftig sondern behält seine Wirkung aus seinen Einflüssen oder durch seine Wirkung.

In wie weit wir zukünftig solche Werke noch schätzen und verstehen können steht in den Sternen. Heute muss Bildung am Fließband erledigt werden, der Bachelor mit 22 Jahren befähigt zur Führungsposition und das Können wie Wissen sind bestenfalls Nebensache.

Nichts gegen den Namen Yves. Der ist zumindest ein Frauenmagnet ;)
 
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Ich sag jetzt mal einen Satz, der zwar im Kollegium oft fällt, aber Eltern und Politikern gegenüber zwecks Problemvermeidung von unserer Seite eher nicht geäußerr wird:
Wenn versagen nicht möglich ist, ist gewinnen nichts wert.
 
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