(Deutlich) Mehr Rehe als geplant erlegt - Jagdleiter erstattet Selbstanzeige

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#62
Von welcher Wildart kennen wir denn den wahren Bestand??
Niederwild außer Rehwild ist sehr gut zu bestätigen auch Hochwild außer Sauen lässt sich bestätigen.
Rehwild lässt sich nicht bestätigen es ist unmöglich hier sinnvoll eine Bewirtschaftung zu planen.
Bestes Beispiel mein Revier als mein Mitjäger und damaliger Hauptpächter ausschied und ich die Pacht übernommen habe hat man mir Vorgeworfen das Rehwild ausrotten zu wollen und das Revier leer zu schießen.
Ich habe den damaligen Abschuss erstmal verdoppelt heute erlegen wir das vierfache und der Bestand gibt noch deutlich mehr her.
Nachdem wir in diesem Jahr wohl die 13- 15 per 100ha erreichen liegt, der Bestand immer noch bei >10 per 100ha das sind reine Zählungen dessen, was man sieht dank WBK.
Man hat mich schief angesehen, wenn am 1. Mai 8 Böcke auf meiner Hälfte von 230ha (Gesamt 450ha) lagen. Und bis Anfang September nochmal 6 dazu kamen.
3zu1.jpg
so sieht das bei mir aus und nein es ist keine Ausnahme an dem Einstand angrenzend die Ricke hatte auch 3 Kitze wir haben sie letztes Jahr Erlegt.
Heute schätze ich wenn ich 1 Reh sehe sind 3- 4 da
 
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#63
Feldrehe kann man schon zählen, sind aber eine Ausnahme im Gesamtbestand. Als mein Jagdfreund die Jagd im Jahr 1995 übernommen hat, erlegte man im "ärarischen" 8 Rehe pro 100 ha. Schuhkartonweise wurden die Jährlinge zur Hegeschau gekarrt. Den Zahn haben wir nach wenigen Jahren gezogen. Jetzt sind es noch 4 Stück pro 100 ha. Der Vorgänger nutzte den Bestand nicht, das Revier war als Fallwildrevier eingestuft. Die Straße erfüllte den Abschuss. Drückjagd brauchen wir keine. Bierärschig nach Lodenjockelsmanier an der Kirrung wird bestes Wildbret "geerntet". Stressfrei, gut geschossen und nicht von Hunden zerrupft..
 
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#64
Feldrehe kann man schon zählen, sind aber eine Ausnahme im Gesamtbestand. Als mein Jagdfreund die Jagd im Jahr 1995 übernommen hat, erlegte man im "ärarischen" 8 Rehe pro 100 ha. Schuhkartonweise wurden die Jährlinge zur Hegeschau gekarrt. Den Zahn haben wir nach wenigen Jahren gezogen. Jetzt sind es noch 4 Stück pro 100 ha. Der Vorgänger nutzte den Bestand nicht, das Revier war als Fallwildrevier eingestuft. Die Straße erfüllte den Abschuss. Drückjagd brauchen wir keine. Bierärschig nach Lodenjockelsmanier an der Kirrung wird bestes Wildbret "geerntet". Stressfrei, gut geschossen und nicht von Hunden zerrupft..
Ich bin jetzt im 5. Jahr alleinverantwortlich und war vorher 6 Jahre stiller Teilhaber ich bilde mir ein mein Revier ein wenig zu kennen den Hasenbestand kann ich dir Relative genau sagen aber beim Rehwild muß ich passen da erlebe ich immer wieder Überraschungen.
 
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#67
Nach meiner Erfahrung lässt sich bei Hegeschauen sehr gut Erkennen, wer vernünftig, also ausreichend, bejagt und wer nicht.
Ein Überblick über die Reviere genügt in aller Regel.

Dass der Bestand explodiert, dort wo ich mit rausgehe, kann ich definitiv nicht bestätigen. Grad in Agrarsteppen Rheinhessens ist das definitiv nicht der Fall.
Hier wird jede Wildart grundsätzlich als Schädling gesehen (und leider auch behandelt) und so sehen die Bestände dann auch aus.

Bisher hab ich hier exakt zwei "Argumente" gegen Abschusspläne gelesen.
1. Die Mutmaßung, es würde sowieso nur beschissen
2. Zeitlicher Aufwand

Ich halte dagegen, dass ich das im großen Stil bescheißen definitiv nicht bestätigen kann.
Dass mit Abschussvereinbarung eine gewisse Geschlechtergleichheit viel eher hergestellt werden kann, als wenn man es "einfach so" laufen lässt.
Ich hab nicht ein Gehörn daheim rumstehen, mich interessieren Trophäen nicht besonders.
Es gibt Andere, die ticken da völlig diametral. Die lässt man dann also walten und schalten nach eignem Gutdünken?
Und der Zeitfaktor beim Ausfüllen eines Zettels überfordert?
Soll ich jetzt hämisch werden?
Wer flüssig lesen und schreiben kann, ist da sehr im Vorteil.

Es gibt zudem massenweise miserabel ausgebildete Jagdscheininhaber, und es werden wöchentlich mehr, denen möchte ich ungern überlassen selber zu beurteilen, was sie so wegknallen.
Diese Kombi ist ein weiterer, von Teilen der Jägerschaft beigejubelter, Sargnagel für die Jagd, ganz im Sinne des forstlichen Rehwildculling.

Wenn man mal geschichtlich so einiges Revue passieren lässt, war das Motto "Stillstand ist Tod" oft genug Bullshit. Sehr viel öfter war Fortschritt Tod.

Sieht man u.a. in der Diskussion über landwirtschaftliche Belange.
Auf einmal wird das Wirtschaften wie es der Uropa tat, nämlich natürlicher Kreislauf, von den aller fortschrtlichlist Gläubigen als das Nonplusultra erkannt, obwohl sie denen, die immer noch so wirtschaften im gleichen Atemzug den Gar aus machen, wo sie nur können.

Und im Odenwald z.B. kann Rehwild gar nicht so viel Wald verfressen, wie für die fucking Windräder abgeholzt und zubetoniert wird.
Aber Windräder sind ja prima toll.
Und Rehwild ist böse.
So ist das mit den Menschen. Indoktriniert und mit dem Verbot der eigenen Überlegung und Beobachtung belegt.
 
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#68
Rehwild lässt sich , von Frühjahr bis Herbst, im Feldrevier ziemlich genau bestätigen, am Besten im endenden Sommer, wenn das meiste abgeerntet ist, dann stehen die Rehe nämlich noch genau da, wo sie den ganzen Sommer standen, wenn ich dort 3 x angesessen habe werde ich überwiegend die gleichen Rehe in Anblick bekommen. Wir haben gute Wintereinstände durch Deckung, Beruhigung, intensiven Zwischenfruchtbau und Äsungsflächen, wer bei uns im Winter Rehwild beobachtet, bekommt einen Herzkasper wegen der großen Anzahl, dann sind aber auch einige umliegende Reviere, Rehwildrein.
 
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#69
Von welcher Wildart kennen wir denn den wahren Bestand??
Nun, einige lassen sich gut zählen, Hasen, Rotwild, Damwild z.B.
Entscheidend ist genaue Zahl bei Arten, die aussterben könnten. Bei allen anderen reicht es, wenn man sich an den Schäden orientiert. Sind sie tragbar aus Sicht der Eigentümer ist alles gut, sind sie es nicht, braucht es Kupfer und Zink, für manche Arten, wie Rotwild, darüberhinaus ein Ruheflächenkonzept, also konkret jemand, der sein Eigentum dafür opfert. Aus ein paar Blaublütern ist das regelmäßig nur der Staat. Was aber anscheinend für vitale Populationen ausreicht.
 
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#70
Bisher hab ich hier exakt zwei "Argumente" gegen Abschusspläne gelesen.
1. Die Mutmaßung, es würde sowieso nur beschissen
2. Zeitlicher Aufwand
:unsure:dann sei so nett und lies nochmal
Und bitter erkläre mir wie ein Plan für eine Wildart die von allen Seiten als nicht zählbar gilt aussehen soll.
Wie kann ich einen Plan für etwas erstellen was ich nicht kenne?
Es ist nun mal wissenschaftlich belegt in verschiedenen praktischen versuchen über Jahre das wenn man alles in Anblick kommende Rehwild, was Jagdzeit hat, erlegt es ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis gibt.
Um es mal deutlich zu sagen, Abschusspläne sind sehr geduldig.
Ich orientiere mich an dem, was Tatsächlich da ist und nicht an Pläne vom grünen Tisch die völlig substanzlos ohne jedes Wissen über den Bestand erstellt werden. Der Rehzüchter möchte So wenig wie möglich besonders beim Nachbarn und der Holzzüchter so viel wie möglich.
Es gibt zudem massenweise miserabel ausgebildete Jagdscheininhaber, und es werden wöchentlich mehr, denen möchte ich ungern überlassen selber zu beurteilen, was sie so wegknallen.
:unsure::unsure::unsure::unsure::unsure:

Es kann nur das erlegt werden, was auch sichtbar ist von daher egal ob mit oder ohne Plan bleiben 2/3 unsichtbar und unbejagt. Dafür braucht es keinen Plan einfach das erlegen, was in Anblick kommt.
 
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#73
Ich bin jetzt im 5. Jahr alleinverantwortlich und war vorher 6 Jahre stiller Teilhaber ich bilde mir ein mein Revier ein wenig zu kennen den Hasenbestand kann ich dir Relative genau sagen aber beim Rehwild muß ich passen da erlebe ich immer wieder Überraschungen.
Ich bin mit allem bei dir. Wir bemühen uns so wie du, den nutzbaren Bestand auch wirklich zu nutzen. Wenn der JAB das so handhabt, ist irgendeine Planung natürlich eher eine Fessel.

Die schwer zu lösende Frage ist jedoch, wie man einen Zoodirektor zum jagen bekommt (ohne körperlichen Nachweis). Und wie man andererseits einen Forstamtsleiter einbremst, der seine Plantage säugetierfrei putzen will (70 DJ-Schützen erwaidwerken einen Bock).

Was schlägst du vor?
 
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#74
Um den Zoodirektor kümmern sich die Nachbarn und der FD bekommt bei der Strecke Probleme, Jäger zu finden bzw. muss die Veranstaltung als "Geselligkeitsevent" deklarieren und bekommt aktuell keine Genehmigung. :whistle:

Nach meiner Erfahrung lässt sich bei Hegeschauen sehr gut Erkennen, wer vernünftig, also ausreichend, bejagt und wer nicht.
Ein Überblick über die Reviere genügt in aller Regel.
Ja, den Überblick bekommt man. :whistle: Wir haben da, wo ich vor 30 Jahren jagte, regelmäßig eine ganze "rote Wand" gehabt, weil in dem Revier mit entsprechendem Jagdkonzept einfach fast keine Knopfböcke vorkamen, wie sie bei den Nachbarn 80% der (wenigen) Jährlinge ausmachten. Da wurde dann versucht, uns den Abschussplan runterzuschrauben, weil wir ja "nur die ganzen gut veranlagten wegballern würden". Mein Fazit schon damals: Hegeschau? In der Form überflüssig, weil zu einfach zu tricksen (wer keinen Bock auf rote Punkte hatte, hat halt einfach die Unterkiefer der alten Ricken mit abgekocht, hat von den Bewertern damals keiner gemerkt). Abschussplan für Rehe? In der Form überflüssig, weil nicht kontrollierbar und schlicht Verwaltungstriebbefriedigung.

Bisher hab ich hier exakt zwei "Argumente" gegen Abschusspläne gelesen.
1. Die Mutmaßung, es würde sowieso nur beschissen
Das ist nur im Bezug auf "nur" eine Mutmaßung.

2. Zeitlicher Aufwand
Gerade bei größeren Revieren mit nennenswertem Waldanteil und Vorkommen anderer Schalenwildarten ist ein sklavisch einzuhaltender Rehwild-Abschussplan einfach nur hinderlich und nervig. Man muss dann nämlich bei DJ eventuell das Rehwild sperren, damit nicht eventuell ein Bockkitz zu viel liegt - was wildbiologisch Schwachsinn ist, weil man es ja mit beunruhigt und das eine Kitz sowieso für die Population völlig irrelevant ist.

Ich halte dagegen, dass ich das im großen Stil bescheißen definitiv nicht bestätigen kann.
Mag bei euch so sein, ich habe da Erfahrungen aus mehreren Bundesländern und sage da deshalb jetzt lieber nichts zu. Aber bewahre Dir ruhig Deinen Glauben. ;)

Dass mit Abschussvereinbarung eine gewisse Geschlechtergleichheit viel eher hergestellt werden kann, als wenn man es "einfach so" laufen lässt.
Das ist inzwischen widerlegt.

Ich hab nicht ein Gehörn daheim rumstehen, mich interessieren Trophäen nicht besonders.
Und dann opferst Du freiwillig die Zeit, die für die Hegeschau herzurichten?

Es gibt Andere, die ticken da völlig diametral. Die lässt man dann also walten und schalten nach eignem Gutdünken?
Bei Rehen können die keinen Schaden anrichten, ohne gegen andere Vorgaben zu verstoßen.

Und der Zeitfaktor beim Ausfüllen eines Zettels überfordert?
Soll ich jetzt hämisch werden?
Wer flüssig lesen und schreiben kann, ist da sehr im Vorteil.
Wer die Listen vom letzten Jahr nochmal ausdruckt noch viel mehr. Das Ausfüllen des zettels ist ja nur einer der letzten Schritte in einer IMHO Zeitverschwendungskette.

Es gibt zudem massenweise miserabel ausgebildete Jagdscheininhaber, und es werden wöchentlich mehr, denen möchte ich ungern überlassen selber zu beurteilen, was sie so wegknallen.
Das ist Sache des JAB.

Und im Odenwald z.B. kann Rehwild gar nicht so viel Wald verfressen, wie für die fucking Windräder abgeholzt und zubetoniert wird.
Das ist Blödsinn. Windräder nehmen einen Bruchteil der Fläche ein, Rehwild verbeisst auf 100% der Fläche, wenn man es lässt.

So ist das mit den Menschen. Indoktriniert und mit dem Verbot der eigenen Überlegung und Beobachtung belegt.
Ich muss jetzt sticheln: Soviel Selbsterkenntnis hätte ich Dir nicht zugetraut. ;)
 
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#75
Wir fahren ohne Abschussplan auf Rehe sehr gut. Wir wissen weder wie viele Rehe wir haben noch was für ein Zielbestand für unseren Wald verträglich ist. Das war früher Kristallkugel und ist es auch heute noch. Und da man sich ja seinen eigenen Abschussplan gebastelt hat, war es eh immer albern.
Wir bemühen uns seit Jahren jede uns bietende Chance zu nutzen. Dennoch ändert sich der tatsächliche Abschuss über die letzten 5 Jahre kaum. Wir schöpfen mit unseren Methoden also anscheinend den Zuwachs ab.

Es spricht ja nichts dagegen, wenn eine Jagdgenossenschaft oder ein Verpächter Abschusszahlen vereinbart, damit z.B. nicht nur männliches Rehwild geschossen wird. Aber dann müssen die Ziele klar definiert sein und es muss nachprüfbare Kriterien geben.

Interessant war in Brandenburg, dass nach dem Wegfall der Abschusspläne das Abschussverhältnis hin zu männlichen Rehen kippte. Ein Schelm der Böses dabei denkt ... ;)

In unserem "Chancen nutzen" Konzept haben wir über die letzten 6 Jahre ein Verhältnis von 60:40 das hin und her pendelt.
 
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