deutsche Vorkriegs-Afrikabüchsen

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#1
Hallo,

ich möchte mal ein , wie ich finde interessantes Thema ansprechen.

Deutsche Vorkriegs -Afrikabüchsen

Gefertigt für die ehemaligen Kolonien, aber auch für den Export an weltweite Handelshäuser.

Leider ist dieses Thema - meines Wissens nach zumindest- ziemlich unbeachtet.
Aber z.B. zahlreiche Waffenkataloge der Suhler Hersteller aus den 20ern und 30ern des letzen Jahrhunderts geben ein Zeugnis davon ab.


Wer kann dazu etwas berichten..

Wer besitzt vielleicht ein Realstück ?
Wer kann Fotos und Informationen dazu etwas beitragen?

Gerne werde ich mich auch aktiv daran beteiligen.. bin aber erstmal etwas neugierg...

Beste Grüße!
 
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#2
In Katalogen vieler Firmen & Handelshäuser tauchen "Großwildbüchsen" oder "Waffen für unsere Kolonien" etc. auf, ohne dass jeweils ein entsprechender Hersteller dahinter steht.
Wahrscheinlich war es nur die berühmte "Handvoll" Suhler Büchsenmacher/ Waffenproduzenten, die spezifische "Vorkriegs-Afrikabüchsen" fertigten - und allen voran, was Einfallsreichtum im Großkaliberbereich angeht, wohl ASS, der selbst die Briten noch befruchtete wenn's um die "dicken Pillen" ging (12,7x70 Schüler - aka .500 Jeffery).
Da bin ich mal gespannt/dankbar auf/über konkretes BILDmaterial!
 
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#5
Repetierbüchse Kaliber 11,2x72 Schüler von August Schüler , Bj. 1923 und abgestempelt von Lyon & Lyon / Calcutta für den Export.

Die Büchse ist in einem sehr guten Zustand und war deswegen unter aller Wahrscheinlichkeit nie in Indien.

DSCF1206.JPG

Waffe mit Zubehör aus den Kolonien , zwar nicht aus den ehemaligen Deutschen , aber trotzdem !
 
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#7
Man notiere die mysteriöse Patrone 404 Magnum Schüler für die keine originale Büchse bekannt ist. Ein Thema für sich !
Vor allem zeit sie, was heute unter einer modernen Konstruktion verstanden wird: Basishülse .404 Jeffery, zylindrisch und mit steiler Schulter.
Danke für den Hinweis!
 
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#9
Repetierbüchse Kaliber 11,2x72 Schüler von August Schüler , Bj. 1923 und abgestempelt von Lyon & Lyon / Calcutta für den Export.

Die Büchse ist in einem sehr guten Zustand und war deswegen unter aller Wahrscheinlichkeit nie in Indien.

Anhang anzeigen 118521

Waffe mit Zubehör aus den Kolonien , zwar nicht aus den ehemaligen Deutschen , aber trotzdem !
sehr schöne Büchse! Wäre es möglich Detailfotos und nähere Daten zu erhalten? Beste Grüße!
 
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#11
Hat das nichts mit den sog. Tropendrillingen zu tun? Schon das ein oder andere hier gelesen...
Nein ich meinte hier keine Tropendrillinge, welche eigentlich normale Drillinge der Bauform her waren, nur im Kaliber variierten und dann als Waffen für die Auslandsjagd angeboten wurden. Ich meinte hier wie schon geopostete , extra gefertigte Repetierbüchsen und DB in Afrikakalibern...
 
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#13
Der Stutzenschaft an der 11,2mm ist original. Die Büchse wurde wahlweise mit Halbschaft (wie auf grandveneurs Bild) oder mit Vollschaft ausgeliefert.
Ich habe auch schon Zivilmauser in 10,75x68 mit 60cm Lauf und Vollschäftung gesehen.
War v.a. in der Zeit um 1910 beliebt.

Warum sollte der Otto Weiss Repetierer nicht für Afrika gedacht sein?
Hat eine Expressvisierung und die 8x60S ist maßlich fast und ballist. identisch mit der .318Westley Richards.
Während man bei der .318WR auf massenreiche, QB-starke TMR-Geschosse setzte, verlud man in der 8x60(S) meist das 12,1g H-Mantel mit Scharfrand und Bleispitze oder Kupferspitze und setzte auf den "paarigen Schockreflex" sowie den ausschießenden Restbolzen.
Mit H-Mantel in 8x57J(S), 8x60(S), 9,3x62/x74R wurden in den 30er-50er Jahren in Afrika/Indien sehr erfolgreich die Big-5 geschossen.
Alte H-mantelprospekte aus der Zeit sind voll mit Erlegerbildern und Abschußberichte von Leopard über Löwe/Büffel bis hin zum Nashorn.
Auch August v. Spieß schoß 1936 seine beiden Kaffernbüffel in der Massajmara bei Margarete Trappe mit dem H-Mantel-"Magnumgeschoß" aus seinem 98er.
 
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#14
Das Elefanten mit der Patrone 9,3x62 , bzw 9,3x74R erlegt wurden ist bekannt , aber mit den Patronen 8x57IS oder 8x60S wird eher eine Ausnahme gewesen sein. Karamojo Bell und seine Kleinkaliber Gewehre ist von weitem keine Referenz auf diesem Gebiet. Er hat so oder so nicht die ganze Wahrheit erzählt. Das ist aber nicht das Thema.

Was die Deutsche Vorkriegs-Afrikabüchsen betrifft , es ist schwer sich ein Bild zu machen über alles was im Umlauf war , so gut bei den Franzosen als auch bei den Briten. Waffen Kaliber 10,75x68 soll es , wenn man Taylor glauben kann , eine Menge in Afrika gegeben haben , aber alle waren sicher nicht aus deutscher Herstellung. Ebenfalls die Waffen Kaliber 10,75x73 alias 404 Jeffery , die ja auch in größerer Stückzahl vertreten waren. Ich glaube aber nicht das viele Büchsen Kaliber 11,2x72 Schüler oder 500 Schüler in dieser Zeit in Gebrauch waren.Taylor kennt die Patrone 11,2x72 nicht , oder verwechselt sie mit der 11,2x60. Man weiß auch das zwischen beiden Kriegen sehr wenig Waffen Kaliber 500 Jeffery auf der britischen Seite hergestellt wurden.

Die Konkurrenz , was die Herstellung von Büchsen für Afrika angeht , war sicher von britischer aber auch belgischer Seite nicht gering. In Deutschland ist mir außer Suhl kein Zentrum bekannt das in dieser Zeit auf dem Gebiet Afrikabüchsen sehr aktiv war. Sicher gab es auch Einzelanfertigungen bei diversen Büchsenmacher.
 
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#15
Die erste ,originale Büchse von Hansen sieht irgenwie billig aus-Schaftholz schlicht- Ausführung sehr einfach. mit den beiden verleimten Querverbindungen leider in meinen Augen uninteressant.


Die zweite Büchse ist in Ausführung und Zustand eine andere Welt.
Eine schöne Büchse in gutem Kaliber, wie sie mit langem Lauf in Afrika zur Jagd auf Antilopen u. Ä..zum Einsatz kamen.

Ein feines Stück, gefertigt wohl für den Export, der Yrds-Bezeichung auf den Klappen des Visiers zufolge...
 
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