Deutschland und seine Schlachthöfe

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#46
Die Lösung ist doch einfach, kauf dein Fleisch beim örtlichen kleinen Metzger, der noch selbst schlachtet. Gibts nach wie vor.
Erstens eben nicht und zweitens eben nicht. Beim örtlichen Metzger muß man sich leisten können, und mit den Auflagen, die die paar, die es überhaupt noch gibt, finanzieren müssen, KÖNNEN die mit dem Supermarkt gar nicht konkurrieren. Man zahlt eben nicht ein paar Prozent mehr, sondern gleich mal das doppelte und dreifache, und diese Spanne ist zu groß.
 
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#47
@z/7 Ja, die schlachtenden Metzger sind wenig geworden, weil die Weltfremde Brüsselbande den Mittelstand systematisch eleminiert, genau wie die viel gepriesene "Bäuerliche Landwirtschaft".
Deine Preisvergleiche sind aber lächerlich, das abgepackte Gehacktes aus irgend einem Supermarkt werde ich mir nicht auf ein Brötchen packen. Wir haben hier auch nur noch 4 Fleischer von ehemals 20, davon schlachten 2 noch selbst, ich bin kein Millionär, kann aber durchaus 100gr. mit kg-Preisen vergleichen und auch bei den Fleischern gibt es immer etwas im Angebot und wenn das kg Rindfleisch von einer Färse, die hier geweidet hat/ gefüttert wurde, 2,-- mehr kostet, als das irische, oder südamerikanische, oder die hochgepriesene deutsche "Jungbullenqualität" im Supermarkt, so zahle ich das gern, ebenso wie ich den Liter Milch von der Milchtankstelle auf einem Hof hole für 1,--/Liter, oder die Eier von einem Bauern wo die Hühner draußen laufen für 0,38/Stck.
Dafür kaufe ich keine Alufelgen für mehrere TEU, oder Fernseher groß wie Schrankwände...:cool:
 
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#48
Das Grundproblem sind die EU Schlachthöje,

die in den 90er Jahren zum Standard gemacht wurden, vorgeblich der Hygiene wegen. Sie dienten in realiter dazu, den Großen, die den Brussélocrates die Entwürfe und Terms schrieben, die lästigen Kleinkonkurrenten vom Hals zu schaffen. auf diese Art und Weise wurden erst die Voraussetzungen geschaffen, auch in Deutschland für diesen Sektor die Billigstlohnsklaverei einführen zu können. Der Metzgermeister und Zerlegebetrieb in der Kleinstadt konnten das nicht.

Gruß,

Mbogo
 
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#49
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#50
Erstens eben nicht und zweitens eben nicht. Beim örtlichen Metzger muß man sich leisten können, und mit den Auflagen, die die paar, die es überhaupt noch gibt, finanzieren müssen, KÖNNEN die mit dem Supermarkt gar nicht konkurrieren. Man zahlt eben nicht ein paar Prozent mehr, sondern gleich mal das doppelte und dreifache, und diese Spanne ist zu groß.
so sieht es aus.bei der fleischtheke vorm netto zahle ich für 4 kammsteaks und vier bratwürste 15€.dafür gibts im netto das doppelte an fleisch. 1kg nackensteak 5,99 :LOL:.da überlegt der normalverdiener mit 3 kindern nicht lange.
 
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#51
Also ich habe hier am Ort noch zwei zur Auswahl. Dazu einen, der aus dem vorderen Odenwald unseren Wochenmarkt 2x die Woche heimsucht und einen im Nachbarort, ich kann fast hinschauen.
Einen etwas entfernteren, der unser Wild veredelt gibts auch noch und der Jagdfreund mit eigener Metzgerei hat Altersbedingt gerade im April aufgehört, der hat im Vogelsberg bei einem Kollegen geschlachtet. Es gibt die noch. Allerdings ist hier dax Publikum vielleicht etwas zahlungskräftiger, als in der Steppe Brandenburgs und schaut bei Lebensmitteln nicht so aufs Geld.
Die muss man unterstützen, dann lohnen auch die Auflagen, aber jammern und dann beim Lidl kaufen ist der falsche Weg.
Und außerdem gibts mittlerweile Biohöfe mit Hofladen, da nimmt man eben mal ein Paket mit 15 kg Fleisch mit Wurst gibts bei den meisten auch, ich wohne die Woche über auf einem solchen, naja wegen Corona aktuell nicht.
 
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#52
Ich hatte letzten Winter kurzfristig das zweifelhafte Vergnügen für einen regionalen Forstbetrieb (Adventskränze/Weihnachtsbäume) tätig zu sein.

In der Branche scheint das ähnlich zu sein: 250 Rumänen, 7 Tage die Woche für 2 Monate, Unterkunft zu 8 in umgebauten Seecontainern, keinerlei Arbeitsschutz oder - Sicherheit, Baumklettern ohne Sicherung, Sägen ohne Schutzhosen,
sämtliche Geräte und Werkzeuge notdürftig in Betrieb gehalten, Fahrzeuge teils seit Jahren nicht verkehrssicher, keine Zulassung, kein TÜV, keine Versicherung. Arbeitszeit für die armen Jungs 12 Stunden alleine draußen im Wald, ohne Verpflegung oder Wetterschutz.

Nach 6 Wochen hab ich meinen Hut genommen und natürlich im Nachgang meinen vereinbarten Lohn als Vorarbeiter nie gesehen. Meiner Meinung nach gehören solche Betriebe umgehend dicht gemacht.

P.S.: Instandhaltung der eigenen Unterkunft, Müll- Altöl und sonstige Entsorgung der eigenen Hinterlassenschafft ist den temporär beschäftigten allerdings auch kaum beizubringen, nach 2 Tagen sieht´s sowohl im Container wie auch im Wald aus wie ne Müllkippe in den 70ern

PPS: Im wirklich wunderschönen Rumänien gibt es sehr verschiedene Volksgruppen oder Ethnien.
Die meisten davon dulden solche Zustände auch zuhause nicht.

kenne ich anders, zu 180 Grad anders...
 
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#53
Nö, den gibts hier schon lange nicht mehr.
Und wenn doch, dann kannste sehen, wie der die Metro-Großwurst von hinten holt und für die Theke aufschneidet(n). Das ist dann auch nur Gewinnmaximierung.


(y)
Gruß-Spitz
Ja, das ist bei mir ähnlich. Die Discounterpreise töten besonders in struktur- und einkommensschwachen Regionen den letzten handwerklichen Fleischer. Gegen das Billigfleisch/Wurst kann der unmöglich mithalten UND noch die behördlichen Auflagen erfüllen. Ich persönlich halte das aber nicht für Zufall. Die Fleisch- und Discounterlobby hat dafür vorsätzlich auch die politischen Weichen gestellt um diesen Markt komplett zu kontrollieren.

Nachweislich werden dem Handwerk auch viel engere Daumenschrauben angelegt als dem Industriebetrieb. Letzterer muss nur mal kurz jammern und den Verlust von Arbeitsplätzen oder Steuern androhen und schon reisen vom Bürgermeister bis zum Abgeordneten alle Kontrollinstanzen, Weichensteller und Entscheider auf Knien an.
 
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#54
Nur mal so, aktuelle Angebote
Nackensteaks mariniert
Aldi 6,65/kg, Metzger eig. Schlachtung 8,20/kg
Schweinebauch zum Grillen
Real 7,65/kg, Metzger, eig. Schlachtung 5,50/kg

ich habe keine Lust weiter zu suchen, das sind aktuelle Preise aus unserer Zeitung, bzw. aus aktuellen Prospekten. Man sollte natürlich schon in der Lage sein, die (meistens) angegebenen Packungspreise mit dem Kilopreis beim Schlachter zu vergleichen, denn die meisten fertig abgepackten Artikel werden zu 6, oder 800gr. verkauft und mit dem Packungspreis fett ausgepreist, der kg Preis steht irgendwo, deutlich kleiner...
 
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#57
... Allerdings ist hier dax Publikum vielleicht etwas zahlungskräftiger, als in der Steppe Brandenburgs und schaut bei Lebensmitteln nicht so aufs Geld....
Vielleicht ist es auch nur nicht so dumm, wie hier.
Wenn Papa hier mit seinen drei verschissenen Drecksplagen aufm Stadtfest war, ist der Hunni locker weg. Und nix außer Bauchschmerzen und Dünnschiss dabei gewonnen.
Gruß-Spitz
 
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#59
Das ist interessant: Wie sind deine eigenen Erfahrungen? Vielleicht bin ich ja nur beim schwärzesten Schaf im weiten Umland gelandet, das wäre schon möglich. Erzähl doch mal bitte wie es auch woanders aussehen könnte
jetzt zu Dir;
meine eigenen Erfahrungen gehen zurück auf Solidarnostsch-Zeiten (die Häckchen müßt ihr Euch jetzt denken), als die Transitstrecken aufgemacht wurden und die ersten Polen und Oberschlesier bzw. deren hier ansässige Verwandtschaft nach Arbeit fragten und die DDRler mit tiefen Neid erfüllten.
Damals waren einige hundert Ak hier im Ort untergebracht, "meine" Leute bei deren Verwandte in der angrenzenden Stadt und wir holten sie mit zwei Kleinbusse. Sie konnten sich recken und strecken wenn sie schlafen gingen und duschen und ordentliche WC standen zur Verfügung. Natürlich "besichtigten" wir auch die Unterbringung in befreundeten Betrieben, nicht nur regional. Wenn @cast schreibt, daß im Tiefbau keine Polen,Schlesier oder Bewohner auf jetzigem rumänischen Staatsgebiet gearbeitet haben und es keine Sammelunterkünfte gegeben hat, ist das von Unkenntnis oder Lüge geprägt.
Ja, es hat Menschenhandelähnliche Zustände am Mainzer Bahnhof und am "Dürckheimer Fass" gegeben. Dies wurde aber nach einiger Zeit, als die Beschränkungen vom Arbeitsamt kamen sehr schnell eingestellt und mit extrem hohen Buß- und Strafgeldern belegt.
Ein befreundeter Spargelbauer südl. von Bremen kam wegen dem Barackenbau und den ständigen Besuchen vom Landkreis kaum zum arbeiten.
Die Beschreibung der eigenen Erfahrungen könnten so weiter gehen.
Zu den Unterkünften:
"umgebaute Seecontainer". es kommen seit Jahren durchaus Wohncontainer (wie im Tief-/Autobahnbau öffentlich zu sehen) zum Einsatz. Schlafplätze, Tisch und Stühle, Spinde. Küche, Naßraum etc. extra. Als ich mit meinen Schlesiern mal einen besichtigt habe und sie wegen Ankauf gefragt habe, schüttelten sie den Kopf und meinten "wir wollen keinen Urlaub machen".
Mein Betrieb wurde einige Male überraschend, rollkommandomäßig mit vier Fahrzeugen am Feld von Zoll, Arbeitsamt und Polizei kontrolliert. Und da war ich, als Betrieb, nicht allein. So machten die Behörden lernunwillige Betriebe katholisch. Ein Arbeiter hatte die Geburtsurkunde dabei, zudem den Arierausweiß seiner Großeltern. Den habe ich mir kopiert, also den Ausweiß. und der Typ vom Zoll hat dies anerkannt. Oh, von der Behörde in Köln kann ich auch ein Liedchen pfeifen. Aber das war noch vor dem EWG-Beitritt Polens.

@Agilo, die 80er Jahre sind lange vorbei; von wegen die Behörden würden wegen Arbeitsplatzwegfall die Augen verschließen, Blödsinn.

Mittlerweile weiß ich von einem sehr engen Kontrollnetz der Ak-Lebensumstände in unserem Landkreis, und eben südl. Bremen. Wer sich die Bilder anschaut, die jetzt im TV verbreitet werden kann mit etwas geübten Auge sehr schnell beurteilen, daß da keine Bruchbuden angemietet wurden. Auch ich miete mittlerweile ein Haus für meine Leute. Sie wollen unter ihresgleichen sein, sind Selbstversorger. Der mitgebrachte Speck schmeckt prima. Huuch, die ASP-Gefahr habe ich doch da glatt... Aber mit NZG ist die Gefahr ja auch besonders gering, wie die Befürworter und sonstiges jagdfeindliches Gesin.. (ich schweife ab) immer hervorheben.

Ein kleiner Auszug meiner "eigenen Erfahrungen".
 
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#60
jetzt zu Dir;
meine eigenen Erfahrungen gehen zurück auf Solidarnostsch-Zeiten (die Häckchen müßt ihr Euch jetzt denken), als die Transitstrecken aufgemacht wurden und die ersten Polen und Oberschlesier bzw. deren hier ansässige Verwandtschaft nach Arbeit fragten und die DDRler mit tiefen Neid erfüllten.
Damals waren einige hundert Ak hier im Ort untergebracht, "meine" Leute bei deren Verwandte in der angrenzenden Stadt und wir holten sie mit zwei Kleinbusse. Sie konnten sich recken und strecken wenn sie schlafen gingen und duschen und ordentliche WC standen zur Verfügung. Natürlich "besichtigten" wir auch die Unterbringung in befreundeten Betrieben, nicht nur regional. Wenn @cast schreibt, daß im Tiefbau keine Polen,Schlesier oder Bewohner auf jetzigem rumänischen Staatsgebiet gearbeitet haben und es keine Sammelunterkünfte gegeben hat, ist das von Unkenntnis oder Lüge geprägt.
Ja, es hat Menschenhandelähnliche Zustände am Mainzer Bahnhof und am "Dürckheimer Fass" gegeben. Dies wurde aber nach einiger Zeit, als die Beschränkungen vom Arbeitsamt kamen sehr schnell eingestellt und mit extrem hohen Buß- und Strafgeldern belegt.
Ein befreundeter Spargelbauer südl. von Bremen kam wegen dem Barackenbau und den ständigen Besuchen vom Landkreis kaum zum arbeiten.
Die Beschreibung der eigenen Erfahrungen könnten so weiter gehen.
Zu den Unterkünften:
"umgebaute Seecontainer". es kommen seit Jahren durchaus Wohncontainer (wie im Tief-/Autobahnbau öffentlich zu sehen) zum Einsatz. Schlafplätze, Tisch und Stühle, Spinde. Küche, Naßraum etc. extra. Als ich mit meinen Schlesiern mal einen besichtigt habe und sie wegen Ankauf gefragt habe, schüttelten sie den Kopf und meinten "wir wollen keinen Urlaub machen".
Mein Betrieb wurde einige Male überraschend, rollkommandomäßig mit vier Fahrzeugen am Feld von Zoll, Arbeitsamt und Polizei kontrolliert. Und da war ich, als Betrieb, nicht allein. So machten die Behörden lernunwillige Betriebe katholisch. Ein Arbeiter hatte die Geburtsurkunde dabei, zudem den Arierausweiß seiner Großeltern. Den habe ich mir kopiert, also den Ausweiß. und der Typ vom Zoll hat dies anerkannt. Oh, von der Behörde in Köln kann ich auch ein Liedchen pfeifen. Aber das war noch vor dem EWG-Beitritt Polens.

@Agilo, die 80er Jahre sind lange vorbei; von wegen die Behörden würden wegen Arbeitsplatzwegfall die Augen verschließen, Blödsinn.

Mittlerweile weiß ich von einem sehr engen Kontrollnetz der Ak-Lebensumstände in unserem Landkreis, und eben südl. Bremen. Wer sich die Bilder anschaut, die jetzt im TV verbreitet werden kann mit etwas geübten Auge sehr schnell beurteilen, daß da keine Bruchbuden angemietet wurden. Auch ich miete mittlerweile ein Haus für meine Leute. Sie wollen unter ihresgleichen sein, sind Selbstversorger. Der mitgebrachte Speck schmeckt prima. Huuch, die ASP-Gefahr habe ich doch da glatt... Aber mit NZG ist die Gefahr ja auch besonders gering, wie die Befürworter und sonstiges jagdfeindliches Gesin.. (ich schweife ab) immer hervorheben.

Ein kleiner Auszug meiner "eigenen Erfahrungen".
Mein lieber Sylvaner,
ich rede nicht von den 80ern, ( ja, ich kenne die Lebensumstände " drüben" zu der Zeit),
sondern von November/Dezember 2019 in einem kleinen, mehr oder weniger Inhabergeführten Betrieb in der Eifel. Glaub mir, es sieht dort so aus wie geschrieben, und ich hab mich noch recht zurückhaltend ausgedrückt. Wenn es bei Dir deutlich besser läuft dann möchte ich Dich dazu beglückwünschen und Dir allen denkbaren Erfolg gönnen.
Leider ist Bremen ein wenig weit weg, sonst würde ich mich glatt bewerben ;-)
 
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