Die absolute Dunkelheit

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#1
Dunkel ist nicht gleich Dunkel. Bei Mond mit Wolken kann man locker durch den Wald gehen. Es gibt aber auch die Situation:

Kein Mond
Keine Wolken

Dann kann sich auch das Licht einer nahen Siedlung nicht in den Wolken reflektieren. Dann ist es absolut Dunkel. Da kann man so lange sitzen und die Augen können so lange adaptieren wie sie wollen. Es ist Schwarz. Meine Frage: Was macht eigentlich das Wild in dieser Situation? Die können nachts doch auch nicht wesentlich besser sehen als der Mensch. Eigentlich müssten die doch auch in den Einständen bleiben. Daraus könnte man doch dann den Rückschluss ziehen: Bei einer mondlosen klaren Nacht ist mit vermehrter Tagaktivität des Wildes zu rechnen.
 
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#2
Völlige Dunkelheit gibt es für Wild nicht, selbst Schwarzwild sieht 10 mal besser als der Mensch.
 
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#4
Der Sehsinn bei Wild spielt eher eine untergeordnete Rolle.
Rehwild z.Bsp. sieht ausgesprochen schlecht, dafür ist der Höhr- und Geruchssinn viel deutlicher ausgeprägt.
Dieses trifft auf den Großteil unserer heimischen Wildarten zu.
Wobei es deutliche Unterschiede gibt, Rotwild etwa äugt wesentlich besser als Rehwild.
 
S

scaver

Guest
#5
Die fühlen, spüren, ahnen, hören und schmecken. Irgendwie kommen die zurecht.
Gestern abend bin ich bei lautem Wind und ziemlicher Dunkelheit mit einer WBK auf einen Überläufer zu, über einen tiefgepfügten Acker direkt vor meinem Haus, also null Deckung. Sternenklarer Himmel, also nicht absolut dunkel. Auf 15 Meter bin ich rangekommen und habe dem ÜL einen Matscheball auf den Wurf geschmissen. Der hat verdutzt zu mir gekuckt und ist erst nachdem ich eine Gespräch mit Ihm angefangen habe, zum Thema, das ist mein Acker, abgehauen.
Sauen sind sehr sozial, aber Rehwild ist schlauer, nur Elche sind dümmer. (Vermenschlichungen sind bewusst gewählt)
sca
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
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#6
Der Sehsinn bei Wild spielt eher eine untergeordnete Rolle.
Rehwild z.Bsp. sieht ausgesprochen schlecht, dafür ist der Höhr- und Geruchssinn viel deutlicher ausgeprägt.
Dieses trifft auf den Großteil unserer heimischen Wildarten zu.
Wobei es deutliche Unterschiede gibt, Rotwild etwa äugt wesentlich besser als Rehwild.
Ich kenn es vom Rehwild eher, dass es recht gut äugt und windet, aber der Hörsinn nicht besonders ist. Daher beim Rehwild nur langsam bewegen (Bewegungsseher) und auf Wind achten. Geräusche sind weniger schadhaft.
Dafür äugt Schwarzwild sehr schlecht, vernimmt und vor allem windet aber sehr gut. Wohl auch ein Grund für die starke Nachtaktivität. Wenn die Lichter eh nicht gut sind, stört auch die Dunkelheit nicht sonderlich. Bei Fuchs und Rotwild ist das Äugen sehr gut, Rotwild kann wohl auch recht weit in den IR-Bereich Licht nutzen. Aber da auch die anderen Sinne deutlich besser sind als beim Menschen, ist Licht nicht so arg der begrenzende Faktor.
 
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#7
hallo.
Deswegen sieht es dich, wenn du bewegungslos auf 20m vor ihm stehst und haut sofort ab? Die Sauen sehen gewiss kaum besser als ein Mensch (mit gesundem Sehsinn)
Ich habe vor kurzen eine interessante Doku über Augen>> Mensch/ Tier gesehen, auch Wildschweine haben Nachtsichtfähigkeit, wie z. B. eine Katze, nur nicht so stark ausgelegt, aber immerhin 10 besser als beim Menschen, Sagt die Wissenschaft.
 
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#8
Wild sieht anders und in der Nacht besser als wir Menschen. Tiere haben eine anatomische Besonderheit, das Tapetum lucidum, welches quasi das einfallende Licht durch Reflektion verstärkt. Deswegen leuchten die Augen von Fuchs, Katze, Reh etc. wenn sie angestrahlt werden.
 
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#11
Der Sehsinn bei Wild spielt eher eine untergeordnete Rolle.
Rehwild z.Bsp. sieht ausgesprochen schlecht, dafür ist der Höhr- und Geruchssinn viel deutlicher ausgeprägt.
Dieses trifft auf den Großteil unserer heimischen Wildarten zu.
Wobei es deutliche Unterschiede gibt, Rotwild etwa äugt wesentlich besser als Rehwild.
Das habe ich auch immer gedacht! Bis mir ein Bock im letzten Jahr gezeigt hat, daß er offenbar Adleraugen hat. Ich bin mehrfach an unterschiedlichen Stellen Tage am dem Boden auf einem Feldweg gelegen und habe auf ihn gewartet. An dem Maisacker wo er immer austrat habe ich keine Möglichkeit für eine Ansitzeinrichtung, da mitten im Feld. Jedesmal wenn ich das Gras ein wenig zur Seite geschoben habe um ein freies Schussfeld zu erhalten ist er abgesprungen. Wir reden hier von 100 bis 200 Meter Entfernung zum Bock...
Wenn es nicht mehrfach passiert wäre, hätte ich gesagt Zufall. Aber so bin ich mir nicht mehr ganz sicher über den schlechten Sehsinn bei Rehwild!

Anderseits kann man es manchmal bei passenden Wind tatsächlich auf wenige Meter angehen - Wild ist unberechenbar! Und das macht jagen so spannend :D
 
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#14
Passt zum Thema,ist auch grad 14 Tage her, dass ich auf Rotwild ansass. Drei Tiere und ein Kalb traten auch alsbald aus, zogen aber nicht auf mich zu, sondern weiter weg in eine Waldecke, also wartete ich weiter, vielleicht kommt noch Schwarzwild, dachte ich mir. Aber dann zogen noch 5 Hirsche im Wald heran, knapp 200 m entfernt von dem Tierrudel, von dem der Wind auf die Hirsche zuwehte. Es war schon sehr dunkel und ich beobachtete alles mit der WBK.
Als der erste Hirsch auf die Wiese austrat, warf das Leittier auf, die anderen gleich mit.
Ich war schon ganz schön baff, gebe ich gern zu, fast 200 m zwischen denen, Witterung stand von den Hirschen nicht zu den Tieren und trotzdem sichete das Leittier sofort, müssen gut äugen können, dachte ich mir.
Gruss, DKDK.
 
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#15
Gestern abend bin ich bei lautem Wind und ziemlicher Dunkelheit mit einer WBK auf einen Überläufer zu, über einen tiefgepfügten Acker direkt vor meinem Haus, also null Deckung. Sternenklarer Himmel, also nicht absolut dunkel. Auf 15 Meter bin ich rangekommen und habe dem ÜL einen Matscheball auf den Wurf geschmissen. Der hat verdutzt zu mir gekuckt und ist erst nachdem ich eine Gespräch mit Ihm angefangen habe, zum Thema, das ist mein Acker, abgehauen.
Das ist ja lustig :)

Ist mir letztes Jahr mit einem Schmalreh passiert. War im Winter auf einen Erdsitz, Wind war gut, vor mir Brombeeren, das Stück kam auf 3-4 Meter , und ich hatte es 10min oder so vor mir, und experimentiert ob und wann es aufschreckt: Reibung der Jacke, Reisverschluss am Rucksack, … es hat einfach weitergeäßt. Erst als ich das von dir erwähnte Gespräch gesucht hatte, ist es erst nach 1-2 min abgesprungen.

Hat auch ganz verdutzt gekuckt :) :) :)
 
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