Die Jagd verkommt zur Schädlingsbekämpfung

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#48
Du meinst die braucht niemand in der "Trachtengruppe". Du lässt auf der Baustelle die Leute auch nicht deshalb mit der Handschippe arbeiten, weil man das Jahrhunderte so gemacht hat, dafür braucht es einen vernünftigen Grund, sonst kommt ein Bagger o.ä. zum Einsatz.
Nein, ich bruache keine Begründung, wie "ich esse das Fleisch" oder sonstiges Geschwurbel.
Ich jage weil ichs kann und an erster Stelle steht da der Beutetrieb und das erleben auf der Jagd und sonst nix.
 
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#49
Die pfeifen auf alles, jagen schon seit Jahren mit high tec und Hege,Tradition,Brauchtum .....??
Ja, warum geht man denn auf die Jagd? Um Beute zu machen, oder? Hegen ist bei uns Salzlecken aufstellen und gut, mehr Möglichkeiten gibt es eher nicht! Tradition ist eher nicht so mein Ding und Brauchtum schon lange nicht, weil wir im 21. Jahrhundert leben und jagen. High Tech nutzen wir, wenn es Sinn macht...wir unterhalten uns in normalem Deutsch und nicht in einer "wirren" Jägersprache, wir trinken nicht mit rechts, sondern überhaupt nicht und "tote" Tiere füttert bei uns auch nur, wer das will!
Trotzdem wird bei uns waidgerecht gejagt, absolut sicher geschossen und fachgerecht erlegt....denn was nutzt uns Brauchtum und Tradition, wenn das Handwerk nicht funzt!

Was die zur Kultur erhobenen Handlungen betrifft (obwohl man da auch noch mal über die Definition von Kultur im weiteren Sinne sprechen müßte): wenn man genau hinschaut, waren das ursprünglich immer zweckbedingte, der aktuellen Situation entsprungene Handlungsweisen. Erst die Verselbstzweckung und das Beharren auf Beibehaltung auch unter veränderten Bedingungen macht diese Handlungen fragwürdig.
So ist es

Schei... auf die Haltung, ich gehe jagen, mit allem was dazu gehört, weil es mir Spaß macht, das dabei auch noch was zu fressen mit nach Hause kommt ist ein leckerer Nebeneffekt.
Warum gehen wir zur Jagd, weil wir die Geilsten sind ;) und darum schreiben wir das immer und immer wieder hier ins Forum, hört doch auf mit dieser Heuchelei!
Wir haben Spaß an unserem Hobby (auch wenn es gerne versucht wird diesen Begriff negativ zu besetzen), das ist es im Endeffekt! Warum fährt jemand Motorrad, sammelt Briefmarken oder baut Modelleisenbahnen?? Weil es ihm Spaß macht und nicht weil er einen Dienst an der Menschheit leistet...
Das trifft es ziemlich gut und nicht die gesamte Heuchelei auf die Tradition
 
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#50
Der Bauer darf Spaß bei der Bewirtschaftung seiner Felder haben, genau wie der Jäger. Es ist aber aus purem Überlebenskampf entstanden. Spaß war also nie die Triebfeder hinter der Jagd. Warum muss es jetzt Spaß machen? Spaßgesellschaft? Soll, dass das neue Selbstverständnis der Jäger sein?
 
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#51
Ja. Wäre ehrlicher.
Damit, daß die Tätigkeit die Spaß macht einen nützlichen Nebeneffekt hat, kann ich leben.
 
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#52
Nein, ich bruache keine Begründung, wie "ich esse das Fleisch" oder sonstiges Geschwurbel.
Ich esse aber das Wildfleisch sehr gerne. Und da ich davon reichlich habe, scheint es meinen Beutetrieb in keinster Weise zu beeinträchtigen.

Wie immer über die Jagden im Staatswald "hergezogen" wird. Meist von denen in dessen Revieren nur "gezüchtet" wird, wobei die selben dann die ganze Saison von Staatsjagd zu Staatsjagd ziehen und auf alles flacken was den Windfang rausstreckt.

Jeder Reviereigner sollte für sich entscheiden dürfen wie er seine Jagd ausführt. Aber gerade das ist ein emotionales, schwieriges Thema gerade unter Jägern.
 
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#53
... was nutzt uns Brauchtum und Tradition, wenn das Handwerk nicht funzt! ...
Ach ja, diese Zwangsläufigkeit wurde ja in diesem Faden noch gar nicht erwähnt: Selbstverständlich schließen sich handwerklich sauberes Jagen und Tradition aus. Absolut. Schließlich ist das Jagdhandwerk ja eine Inselbegabung.

Brauchtum und Tradition sind IMMER der Ersatz für Defizite im Handwerk. :LOL:
 
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#54
@Totto

Genau das mache ich eben nicht. Der "Staat" wäre das letzte wohin ich zur Jagd gehe.
1. wegen der Vorgaben die es gibt und
2. wegen der Jagdscheininhaber die da herumlaufen.

das habe ich hinter mir
 
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#55
... Spaß war also nie die Triebfeder hinter der Jagd. Warum muss es jetzt Spaß machen? Spaßgesellschaft? Soll, dass das neue Selbstverständnis der Jäger sein? ...
Da die Jagd in unseren Breitengraden schon länger nicht mehr zuerst der Nahrungsbeschaffung dient, wird hinter den heutzutage Jagenden ja wohl irgendeine "Triebfeder" stehen. Bei mir ist es Spaß. Von mir aus Freude, Lust, Genuss, etc.. Und zwar nur und ausschließlich. Wildbret könnte ich auch beim Jäger meines Vertrauens kaufen und zur Waldrettung mit der Waffe stehen auch genügend Andere bereit.
 
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#57
Wie man in viel Threads und Beiträgen mittlerweile zu lesen bekommt, die Jagd ist in erster Linie nur noch zur Schädlingsbekämpfung gerechtfertigt. Das Jagdrecht, welches 1848 als Bürgerrecht erkämpft worden ist, hätte man am liebsten scheibchenweise abgeschafft. Und das Schlimme daran ist, daß man diesen Abschaffungsbefürwortern der Jagd auch noch in diesem Jagdforum eine perfekte Bühne bietet! Die langfristigen Folgen werden sein, daß die Jagd wie wir sie kennen in der Tat abgeschafft wird und das Regulieren der Wildbestände wird einigen ausgewählten Berufsjägern, Forstwirten, Förstern und Rangern überlassen wird. Das sich dadurch auf lange Sicht große Teile der ethisch / moralisch / fachlich überlegenen Besserjäger den Ast absägen, auf dem sie jagen, das scheinen sie nicht zu begreifen. Vor 20 Jahren hatte ich diese Befürchtungen nicht, aber die Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit zeigen, daß die Politik und Parteien kein Problem mit dem Einschränken von Bürgerrechten haben.

Es war abzusehen...
 
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#58
Unsere Gesellschaft unterliegt in den letzten Jahren einem starken Wandel, der eine immer stärkere Entfernung von der Natur und ihren Gesetzen mit sich bringt.
Ob der gut oder schlecht ist, möchte ich hier nicht beurteilen.
Tatsache ist das wir uns mit der Jagd dem nicht entziehen können wir können es etwas hinauszögern aber nicht verhindern.
 
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#59
Ich esse aber das Wildfleisch sehr gerne. Und da ich davon reichlich habe, scheint es meinen Beutetrieb in keinster Weise zu beeinträchtigen.

Wie immer über die Jagden im Staatswald "hergezogen" wird. Meist von denen in dessen Revieren nur "gezüchtet" wird, wobei die selben dann die ganze Saison von Staatsjagd zu Staatsjagd ziehen und auf alles flacken was den Windfang rausstreckt.

Jeder Reviereigner sollte für sich entscheiden dürfen wie er seine Jagd ausführt. Aber gerade das ist ein emotionales, schwieriges Thema gerade unter Jägern.
Das glaube ich nicht, dass sich die , die in ihren Revieren "züchten", anschließend beim Staat auf alles "flacken" was den Windfang raussteckt. Denn das wäre ein zu krasser Gegensatz.

Das Krebsgeschwür in der Jagd ist der Geist des "Ökologischen Jagdverbandes" und das Verhalten der Forstobrigkeit beim Staat und auch anderswo.
Der Umgang mit dem erlegtem Stück, zeigt dies am deutlichsten, aber auch die Äußerungen der betreffenden Personen. Das färbt dann auch auf andere, jüngere Jäger ab, die sich diese, sehr einfachen Meinungen, zu eigen machen.
Nur ein kleines Beispiel von vielen, wie unökologisch, der moderne, der "Besserjäger" sich eigentlich verhält und wie er die Natur mit Füßen tritt : Der Altersklassenaufbau ist unter dem klassischem, vernünftigem Jäger, der auch über die entsprechende Achtung vor dem Leben verfügt, ein wesentlicher Bestandteil seines jagdlichem Handels.
Wenn man aber Reviere, in denen der modere Geist Einzug gehalten hat, in Augenschein nimmt, dann muss man feststellen, dass es so gut wie kein altes Wild mehr gibt.
Die Hege ist abgeschafft, unter dem Deckmantel der "Ökologie", was an Heuchelei kaum noch zu übertreffen ist. Denn mit einem naturnahem Wildbestand hat das auch nichts , aber auch gar nichts mehr zu tuen. Es geht rein nur noch um Zahlen.
Jeder, der sich dieses Verhalten mit zu Eigen macht, gehört mit zu den Totengräbern der Jagd !
In der ehem. DDR gab es zugegeben einen überdurchschnittlich hohen Wildbestand. Allerdings wurde hier auch noch flächendeckend mit Gatterung und Einzelverbissschutz gearbeitet.
Das kostet Geld, Geld was niemand ausgeben will.
Stattdessen biegt man sich jetzt die Jagd "ökologisch" zurecht und rechtfertigt sein Handeln mit Klimawandel und "naturnaher Forstwirtschaft".
Der Jäger soll nicht mehr Anwalt des Wildes sein, sondern ein billiger Erfüllungsgehilfe.
Jeder kann sich hier selber entsprechen einordnen, in welche Kategorie er gehört.
 
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