Diskrepanzen zwischen Anspruch und Ausbildung...

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Ich möchte mal wissen wie viele hier schreiben und klagen über zu viele Stunden und Arbeit und dann auch während der Arbeitzeit im Forum gucken.

Ich bin Teilzeitler mit EM-Antrag. Daher habe ich zur Zeit etwas mehr Zeit ( :ROFLMAO: ) zur Verfügung - ich hoffe aber irgendwann mal wieder voll dabei zu sein - ich habe nämlich den besten Job den es gibt.
 
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Ich möchte mal wissen wie viele hier schreiben und klagen über zu viele Stunden und Arbeit und dann auch während der Arbeitzeit im Forum gucken.
Weiß nicht ob es an uns Deutschen liegt, aber viele jammern natürlich auf hohem Niveau. Ich selbst möchte mich aber nicht beschweren müssen. Nach über 20 Jahren in der freien Wirtschaft, davon fast 10 Jahre am Bau, bin ich nun seit fast 10 Jahren bei der "Stadt". Und da ich die andere Seite kenne, versteht ich wiederum das Gejammer einiger Kollegen nicht. Klar, reich werd ich hier nicht mehr. Aber Kaputtarbeiten tue ich mich auch nicht mehr. Und in 18,5 Jahren geh ich in Rente. Fertig. Auch wenn ich hier wieder sehr gern schaffen geh. Macht mir jeder Tag auch viel Spaß.
Ich hab aber auch kein Problem mit Arbeit generell. Bis Ende 2018 gab ich jeden Samstag noch bei Vater geschafft, seit ich 16 war. Mit 8, 9 schon beim Nachbarn Rasen gemäht, Holz aufgeschlichtet. Später Holz gespalten. Ich hatte immer Geld in meiner Jugend.
 
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Versteht mich bitte nicht falsch. Mit Mitte 30 bin ich noch zu jung für die "früher war..." Fraktion. Ich denke aber, dass in den letzten 20 Jahrzehnten (oder mehr...aber davor hab ich altersbeding selbst wenig mitbekommen) eine "Hyperindividualisierung" und eine Art "Ponyhofisierung des Lebens"der Gesellschaft eingesetzt hat, deren Folgen sich auch, aber nicht nur, im Berufsleben zeigen. Jeder kriegt einen Preis, alle sind klug, jeder ist wichtig und man orientiert sich oft an den schwächsten.
Sehe ich ehrlich gesagt komplett anders (ich bin im selben Alter). Die Generation meiner Eltern war die, die mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurde. Wenn ich mir angucke, wie heutzutage von den Arbeitgebern mit den Leuten umgegangen wird, wie die Altersleistungen gekürzt worden sind und wie hart der Wettbewerb schon ab der Grundschule geworden ist, da sind die Kinder und Jugendlichen von heute ziemlich schlimm dran.
 

GMV

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Damit schließt sich auch der Kreis zum Ursprung dieses Threads: Der große Philosoph Karlsson vom Dach sagte einst: "Wenn etwas Spaß macht, dann machen Alle mit." Ein Unternehmen, ein Unternehmer und eine Mitarbeiterschaft, welche diesen Grundsatz pflegen, die finden auch motivierte junge Menschen, die sich gerne und ohne unangemessene Ansprüche in das Team einbringen.

Bin ganz bei Dir - insbesondere, dass man sich eine Arbeit suchen sollte, die einem quasi nicht wie Arbeit vorkommt (sprich, die den eigenen Neigungen so weit wie möglich entspricht). Daher hast Du von mir auch einen Daumen hoch gekriegt. Aber je nach Branche ist entweder der Unternehmer oder der Mitarbeiter ab und an ein "Einhorn", das erstmal gefunden werden muss, bezogen auf das Zitat von Karlsson. Glaube aber, mittelfristig könnte sich das durchaus mehr oder minder einregeln...wird nur nicht jedem gefallen.

Weiterhin glaub ich, dass vieles Einstellungssache ist und wie man mit Widerständen / Härten umgeht - und die gibt es in jedem Beruf - und da haben viele behelikopterte Prinzen,Prinzesinnen und PrinzX teils große Defizite.
 
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In dieser Leistungsgesellschaft mit Zertifikatshlrigkeit bist du halt ohne Abi und Studium nix. Immer mehr studieren.

Aber die Menschen sind im Schnitt nicht schlauer geworden. Das kann ich anhand der Einstellungsgespräche die ich führen durfte/musste klar feststellen.

Das siehst halt überall. Nur leider vergessen wir dabei, dass für „Schraube-rechtsrum-darein“ keine 5k Netto drin sind. Genaus will aber jeder nen Elektriker, Friseur,… haben.
 
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Das siehst halt überall. Nur leider vergessen wir dabei, dass für „Schraube-rechtsrum-darein“ keine 5k Netto drin sind. Genaus will aber jeder nen Elektriker, Friseur,… haben.
Haben wollen vielleicht; zumindest beim Friseur ganz sicher nicht bekommen. So lausig, wie in der Branche gezahlt wird, wundert es mich, dass das überhaupt noch jemand macht.
 

doa

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..als die Eltern noch Lehrgeld zahlen mussten waren oder wurden die Stifte noch ganz anders motiviert..
 
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Wann war das denn? Mein Vater hat 53 die Lehre begonnen, da gabs natürlich Lehrgeld und da er am zweiten Tag Gewerkschaftsmitglied wurde, war das Werkstatt kehren nachdem die anderen Feierabend hatten, auch Geschichte.

Übrigens@evolution, nicht jammern. Deine Elterngeneration hat von deren Elterngeneration profitiert, die für ihre Rechte gestritten haben und haben dabei versäumt weiter zu machen. Deswegen sind Arbeitsbedingungen heutzutage wie sie sind.
 

doa

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Schon ein paar Generationen her, aber den Satz " Du kannst Dir Dein Lehrgeld zurückgeben lassen" kennst Du schon noch?
 

GMV

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Sehe ich ehrlich gesagt komplett anders (ich bin im selben Alter). Die Generation meiner Eltern war die, die mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurde. Wenn ich mir angucke, wie heutzutage von den Arbeitgebern mit den Leuten umgegangen wird, wie die Altersleistungen gekürzt worden sind und wie hart der Wettbewerb schon ab der Grundschule geworden ist, da sind die Kinder und Jugendlichen von heute ziemlich schlimm dran.

Ich glaub, so unterschiedlich sehen wir das nicht. Zumal "sich für den Mittelpunkt der Welt halten" und von der Wirtschaft (Arbeitsbedingungen) und der Politik (Rente, KV, diverse Krisen, de facto Arbeitsverweigerung) angeschmiert werden nicht ausschließt...:)
 
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Naja.
Die jungen Kollegen, frisch von der Uni haben schon andere Vorstellungen von der work-life-balance, als die 30 Jahre älteren..

Mag ja kein Fehler sein, aber einige sind da überhaupt nicht belastbar.
Ganz deutlich zu sehen beim Ärzte-Nachwuchs. Die heutigen Mediziner sind vorwiegend weiblich und mit dem Einkommen aus 30 Wochenstunden zufrieden. Den Landarzt vom alten Schlag gibts nicht mehr.
 
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Kommt nur mir das so vor, oder ist es tatsächlich so, dass mit jedem Jahr die Bewerber für Ausbildungsplätze mehr und mehr Ansprüche stellen?

Teilweise jenseits der Dinge, die über die "Ausbildungsleistungen" weit hinausgehen?

Vor zwei Jahren versuchte eine 23 jährige junge Frau ohne Ausbildung einen Ausbildungsplatz als "Pferdewirtin" zu bekommen, mit der Prämisse das wohl während der Ausbildung 25 € Stundenlohn angemessen sein. Nachdem sie sowohl von ihrem Sachbearbeiter vom Jobcenter, als auch von ihren Eltern darüber aufgeklärt wurde, dass man in der Ausbildung nur Anspruch auf eine Ausbildungsvergütung hat und halt auf Kost und Logis bei Unterbringung im Ausbildungsbetrieb nahm sie den Job zähneknirschend an.

Keine zwei Wochen hat sie die Arbeit ausgehalten und noch problematischer war, dass in den paar Tagen ein unglaubliches Chaos hinterlassen wurde - Futtermittel wurden vertauscht, obwohl ihr mehrfach die Rationen erklärt wurden, Arbeiten die etwas "anstrengender" waren wurden nicht durchgeführt - dazu gehörte das Einstreuen. Nach genau zehn Tagen hatte ihr Arbeitgeber die Schnauze gestrichen voll. Der Betrieb hat die Ausbildung aufgrund der letzten Erfahrungen mittlerweile aufgegeben.

Vor einigen Tagen hatte ich auch eine sehr merkwürdige Begegnung. Einen jungen Mann, der wohl Arbeitssuchend war, allerdings noch ohne Ausbildung. So als Lohnvorstellungen sagte er 19,-- Euro seien eigentlich zu wenig für eine körperlich anstrengende Arbeit und da wäre noch Platz nach oben. Ich fragte ihn nach einer konkreten Vorstellung, und da sagte er "Naja, so 30 Euro die Stunde. Bei einem 6 Stunden Arbeitstag, Wochenenden frei, selbstredend und zwei Monate Urlaub, Vorzugsweise im Sommer."

Ich konnte nur mit dem Kopf schütteln. Die meisten haben null Plan was Ausbildung bedeutet, und dass Du als Ungelernter egal in welcher Branche kaum Forderungen über den Mindestlohn stellen kannst, es sei denn Du hast irgendeinen Skill der gerade für den Betrieb auf dem Du Dich bewirbst relevant ist. Ein gutes Beispiel ist Zuverlässigkeit und Lernbereitschaft in der Landwirtschaft, weil die Thematik sehr komplex ist und es halt nicht eben nur "Tiere füttern", "Mist wegräumen" und "Im Melkstand der Absauganlage beim Melken zusehen" ist.

Aber auch in anderen Bereichen sieht es ähnlich aus, selbst Jungjäger mit Jagdprüfung sind sehr oft ahnungslos worum es in der Jagd geht, und sehr oft von einer großen und ungebildeten Klappe eingenommen. Also im Sinne von unbedacht Vorlaut. Gut, mangelnde Erfahrung - aber wenn einer die Klappe groß aufreißt oder andauernd Fehler macht - dann ist die Neigung einem "Neuen eine Chance zu geben" gegen Null. Insbesondere dann wenn die Vorgänger das Revier leergepirscht haben, oder mit ihren Experimenten zum Thema Jagd Schäden and Feld und Flur verursacht haben.

Wir alle brauchen den Nachwuchs, allerdings hat der Nachwuchs oft keinen Sinn mehr für Feinheiten - wie kann man da noch einen einigermaßen geraden Konsens hinbekommen. Wer hat ähnliche Erfahrungen machen müssen, wer hat Lösungen für diese Probleme - oder zumindest einen Ansatz abseits der Teilweise nicht mehr funktionierenden Normalen Methoden.

Und lasst bitte den Mist mit ZKuB (Züchtigung, Kontrolle und Bestrafung) - damit bekommst Du heutzutage nur Probleme.

Im Normalfall ist das, was vom Jobjenter mehr oder minder unfreiwillig zur Bewerbung in Jobs genötigt wird, die die Leute im Grunde nicht wollen, sowieso alles Schrott. Andererseits sind die jungen Leute aber auch anspruchsvoller geworden. Ist halt so und wer dringend Nachwuchs braucht, gibt sich mit Selbigem heute mehr Mühe als früher.

Bei dem Thema JJ sehe ich kein Problem. Es gibt Dinge, die lassen sich in einem Gespräch abstellen und wenn es nicht fruchtet, gibt es genug Andere, die ne Gelegenheit suchen. Auf der anderen Seite besteht nach alldem, was man in Foren so zu lesen bekommt, auch kein Zweifel daran, dass der Depp nicht immer nur auf der Seite der Suchenden zu finden ist.
Mit den JJ ist es im Kern gar nicht viel anders, wie mit der holden Weiblichkeit. Erstens sollte man kapieren, dass man sich einen JJ nicht "backen" kann und zweitens ist eine gewisse Toleranz bzw. Offenheit nicht das Schlechteste. Zuletzt sollte man drittens gelegentlich auch sich selbst reflektieren. Wer eine überzeugende Persönlichkeit darstellt, kommt mit unterschiedlichen Charakteren leichter klar.
 
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