DJV Pressemitteilung : Wald und Wild gehören zusammen!

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#46
Bisweilen. Lies‘ zB den Thread zur Wildbretübernahme rauschiger Keiler. Freigaben bzgl. Hirschen sind immer differenziert und auch innerhalb bestehender Freigaben schieße ich nicht zwanghaft jedes Stück. An einem guten Schmalspiesser habe ich zB keinen Spaß und der deutsche Wald geht an ihm nicht zu Grunde.
 
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#47
Wenn du das so sehen willst, von mir aus. Ich werde dich dann vermutlich auch nicht vom Gegenteil überzeugen können. Ich wüsste zwar nicht, was ich davon hätte, sämtliches Wild auf null zu reduzieren, da ich ja eigentlich auch "nur" Jäger bin, ohne direkten wirtschaftlichen Bezug zum Wald und Spaß an der Jagd habe, aber wenn dir dein Feindbild vom rehhassenden, schießwütigen ÖJV-Förster / Waldbesitzer besser gefällt... bitte.


Gut, von mir aus korrigiere ich meine Aussage dahingehend, dass der Artikel beschreibt, welchen Einfluss ZU HOHER selektiver Verbiss auf ein Biotop hat. Das hingegen wird relativ detailliert und gut belegt dargestellt. Wenn Du mit diesen Aussagen nicht einverstanden bis, wäre das korrekte Vorgehen, eine andere Quelle von vergleichbarer Qualität vorzulegen, die deinen Standpunkt untermauert. Sonst kommen wir ganz schnell dahin, uns nur noch Stammtischparolen entgegenzuwerfen.


Wenn dieses eine Stück Wild pro 100ha die Bestandsdichte ist, die es braucht, damit die Baumarten, die mit den Bedingungen des Standortes heute und in Zukunft zurechtkommen, verjüngen können, dann ist dieses Maß eben der dem Lebensraum angepasste Bestand - ob das dem Jäger nun passt oder nicht. Wie du selbst richtig sagst, ist das Potential von Biotopen sehr unterschiedlich und wenn das Biotop so arm ist, dass es nur ein Stück Rehwild pro 100 ha ernähren kann, ohne selbst Schaden zu nehmen, dann ist das nunmal so. Und wenn massive jagdliche Eingriffe notwendig sind, um diese Verhältnisse herzustellen, dann ist das auch nunmal so und daran ist überhaupt nichts ethisch verwerflich. Von daher ist die Aussage, "man könne jegliche Kultur bzw. Anpflanzung aus der Baumschule einfach ohne Schutz hochbringen" keine Volksverhetzung, da es meines Wissens nach kein Biotop gibt, das überhaupt keinen Wildbestand verträgt.
Ich gebe Dir da voll und ganz recht. Wenn ein Biotop nur ein Stück Schalenwild auf 100 ha verkraften könnte, dann wäre dem so. Allerdings stellt sich die Frage, wer derlei Feststellungen treffen sollte. Auch ist an jagdlichen Eingriffen per ce nix verwerflich. Logisch. Kommt vielmehr darauf an, wie man es tut, wer mit welchen Mitteln warum... ;)

Du ich habe da eine gute Idee für ne seriöse Quelle, wenn es um den Wald geht.

Guggst Du: https://www.stmelf.bayern.de/wald/jagd/forstliches-gutachten/

Da gibt es sogar Revierweise Aussagen, bei denen die Vertragspartner dabei sein können. Wozu also einen ideologiegefärbten Autor hervorheben? Kein Mensch braucht den Bericht im ÖJV-Blattl, um zu wissen dass zu hoher Schaden biotopschädlich wirkt. Der "Kulturstreit" ist vielmehr ein Quantitativer, so wie ich das sehe. ;) Das richige ökologische Maß für Nutzung oder Übernutzung in einem Habitat geht nicht automatisch einher mit dem Maß unter den Gesichtspunkten einer Renditebetrachtung des Waldeigentümers oder Vertreters, der zB im ÖJV seine geistige Heimat fand. :cool:

Im Übrigen pflege ich keine "Feindbilder". Ich unterscheide nur zw. echt ökologisch orientierten Jägern und rein ideologischen Wiederkäuerin. ;)
 
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#48
Wird bei dir auf den Bewegungsjagden das Wild nach seinem körperlichen Zustand freigegeben? Wenn nein, warum soll ich dann nach diesem Kriterium ansprechen! Da konzentriere ich mich lieber auf einen sauberen Schuss! Ich spreche as Wild nur nach freigegeben oder nicht an.

Auch wenn für so manchen Hobbyabenteuerhunter nur noch das Beutemachen bei Bewegungsjagden zählt; ökologisch orientierte Jagd hat noch andere Dimensionen, insbesondere, wenn zB noch Rotwild im Spiel ist. Der "saubere" Schuß ist Grundvoraussetzung (von dem immerfort alle reden, bei Weitem aber nicht alle Hobbyabenteuerhunter beherrschen, die ganz geil aufs Beutemachen bei der Bewegungsjagd sind). Die Ansprache nach dem körperlichen Zustand ist stets dann ein jagdethisches Gebot, wenn sich dem Jäger (nicht jeder Schütze ist ein Jäger) die Möglichkeit der Differenzierung bietet.
 
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#52
Ja ist er. Als "Waldexperten" hat der BJV den Informatiker aber nicht angepriesen. :cool:
Nein, aber sie haben sein mehr als fragwürdiges Statement an prominenter Stelle in einer Pressemitteilung veröffentlicht, was zumindest impliziert, dass der Mann Ahnung von dem hat, was er redet.

Bisweilen. Lies‘ zB den Thread zur Wildbretübernahme rauschiger Keiler. Freigaben bzgl. Hirschen sind immer differenziert und auch innerhalb bestehender Freigaben schieße ich nicht zwanghaft jedes Stück. An einem guten Schmalspiesser habe ich zB keinen Spaß und der deutsche Wald geht an ihm nicht zu Grunde.
Tja, so unterscheiden sich die Verhältnisse... bei uns werden die Schützen extra so ausgesucht, dass sie sowohl gewillt als auch in der Lage sind, bei jeder Gelegenheit Strecke zu machen.

Kein Mensch braucht den Bericht im ÖJV-Blattl, um zu wissen dass zu hoher Schaden biotopschädlich wirkt.
Oh, da lies mal die Pressemitteilung des BJV.

Der "Kulturstreit" ist vielmehr ein Quantitativer, so wie ich das sehe. ;) Das richige ökologische Maß für Nutzung oder Übernutzung in einem Habitat geht nicht automatisch einher mit dem Maß unter den Gesichtspunkten einer Renditebetrachtung des Waldeigentümers oder Vertreters, der zB im ÖJV seine geistige Heimat fand. :cool:
Es geht hier aber nicht um Geld. Oder zumindest nur sehr indirekt, denn grundsätzlich ist ein gesunder Wald auch ein wirtschaftlicher Wald. Momentan geht es aber eher darum, mittel- und langfristig überhaupt noch einen Wald zu haben (siehe auch hier und beachte vor allem auch die Einstellung zur Jagd). Dass der dann (hoffentlich) auch in Zukunft wieder Gewinne abwirft ist eher positiver Nebeneffekt.
 
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#53
Sauber! ÖJV Streicheleinheiten bekommst damit genug.

unter Jagen versteh ich etwas anderes...
Hast du schon mal was auf einer Bewegungsjagd erlegt? Warst du schon mal auf einer? Angenommen dir kommt ein starkes Kitz, was frei ist, passend für einen sauberen Schuss. Würdest du es laufen lassen? Warum soll ich nicht erlegen was frei ist? Bitte um Erklärung?
 
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#54
Hast du schon mal was auf einer Bewegungsjagd erlegt? Warst du schon mal auf einer? Angenommen dir kommt ein starkes Kitz, was frei ist, passend für einen sauberen Schuss. Würdest du es laufen lassen? Warum soll ich nicht erlegen was frei ist? Bitte um Erklärung?
Du kannst bei einem einzelnen Kitz echt beurteilen ob es stark oder schwach ist? Hätt ich jetzt gar nicht geglaubt.
 
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#55
Ich nicht, sehe bei einer Bewegungsjagd auch keine Notwendigkeit, drum beschränke ich mich auch auf freies Stück und nicht freies anzusprechen! Wollt nur bei Jagerloisel nachfragen wie er das handhabt bei Bewegungsjagden!
 
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#56
Nein, aber sie haben sein mehr als fragwürdiges Statement an prominenter Stelle in einer Pressemitteilung veröffentlicht, was zumindest impliziert, dass der Mann Ahnung von dem hat, was er redet.


Tja, so unterscheiden sich die Verhältnisse... bei uns werden die Schützen extra so ausgesucht, dass sie sowohl gewillt als auch in der Lage sind, bei jeder Gelegenheit Strecke zu machen.


Oh, da lies mal die Pressemitteilung des BJV.


Es geht hier aber nicht um Geld. Oder zumindest nur sehr indirekt, denn grundsätzlich ist ein gesunder Wald auch ein wirtschaftlicher Wald. Momentan geht es aber eher darum, mittel- und langfristig überhaupt noch einen Wald zu haben (siehe auch hier und beachte vor allem auch die Einstellung zur Jagd). Dass der dann (hoffentlich) auch in Zukunft wieder Gewinne abwirft ist eher positiver Nebeneffekt.

Ich kann Dich beruhigen. Alles was mein Klub schreibt, lese ich auch nicht. Was die Konkurrenz schreibt aber von der ersten bis zur letzten Seite. ;)

Ok; Hr. Dr. Söder hat nunmehr ein anderes Mantra ausgegeben. Fortan solls nimma ums Geld gehen in den Bayerischen Staatswäldern. Schau mer mal, was rauskommt. Schließlich hat der Hubsi auch noch ne Meinung. :cool: Im Prinzip bin ich aber voll und ganz bei Dir. Es geht um gesunde Wälder. Dennoch gibt es zw. "wirtschaftlichen" Wäldern aus Eigner- oder Investorensicht und "ökologisch" intakten Zukunftswäldern im Interesse der Natur und der Zivilgesellschaft nicht unerhebliche Unterschiede und diese Unterschiede berühren natürlich auch das Thema Jagd bzw. die jagdliche Ethik, die weit mehr umfasst, als nur tierschutzgerecht töten UND bspw. mit der von Dir oben gemachten Aussage (von mir fett hervorgehoben) relativ schnell auf Kollisionskurs gehen kann.

Im Übrigen umfasst eine ökologisch orientierte Jagd sehr viele Aspekte. Nicht alle wirst Du aus der Bayerischen Staatszeitung herauslesen können. Eine ökologische Jagd verträgt bspw. nicht die stetig steigende Zahl von Jagdscheininhabern, die mehrheitlich wohl alle im Walde Beute machen wollen. Sie verträgt auch keine stetig steigende Nachfrage gegen Geld nach Jagdmöglichkeiten oder steigende Pachtpreise, etc. etc.. Die ökologische Jagd der Zukunft erfordert systemische Anpassungen bzw. Änderungen und Reglementierung hinsichtlich der heute vorherrschenden jagdökonomischen Zusammenhänge, was u. a. auch mit einer Modifizierung von Eigentümerrechten, Gewerbefreiheit, etc. zugunsten der Natur einherginge.

Das wiederum wollen aber Deine Glaubensbrüder und Schwestern vom Ökonomischen Jagdverband auch nicht und so belassen sie es blödsinnigerweise lieber dabei, den Schutzstatus des Wolfes zu verteidigen, populistische Generalkritik gegen die Jägerschaft zu betreiben und grünen Politikern irgendwelche Flausen in den Kopf zu setzen, die mit Ökologie soviel zu tun haben, wie Kuhmilch mit Franzbranntwein. Zu allem Übel fallen dann noch Leut wie Du darauf herein und sprechen weniger an, weil sie doch blos schießen, was frei gegeben wurde und wieder eingeladen werden wollen. :cool:;)

(Ergänzender Hinweis: Ironie, Übertreibung und sachdienliche Provokation vollstens beabsichtigt).
 
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#58
Also, ich hab jetzt die Diskussion hier überflogen und ich muss sagen, die Haltung und Stellungnahme vom DJV kann ich nicht nachvollziehen. Die Vom BJV geht ja sogar noch weiter, diese Ignoranten schreiben doch allen Ernstes, es wäre von Vorteil, wenn die jungen Pflanzen verbissen werden, weil die dann ein besseres/größeres Wurzelwerk bilden würden. Ich bin kein ÖJV-Mitglied und es gibt genügend Thesen/Vorderungen, die mich Abstand zu dem Verein nehmen lassen. In meinen Augen ist das kein Jagdverband, sondern ein Waldbauverband. Als solcher finde ich dessen Existens berechtigt! Wo sie aus bloßer Opposition zu den Landesjagdverbänden auf die Abschaffung der traditionellen Jagd hinarbeiten überschreiten die Jungs aber eine Grenze, die ich nicht mit gehen möchte und werde!

So und nun zu den Traditionalisten, die gerne alles so belassen wollen wie es ist und die ob der anstehenden Probleme den kopf einfach noch tiefer in den Sand stecken: Der Klimawandel ist nicht von den Förstern verursacht! die Konsequenzen treffen gegenwärtig und zukünftig aber den Wald und alle, die davon leben und mit und in ihm arbeiten mit voller und - so sieht es zumindest gegenwärtig aus - noch nie dagewesener Härte! Dass wir gegenwärtig noch (wie von einigen angeführt) 50% Nadelholz und 27% Nadelholzreinbestände haben ist v.a. der Vergangenheit und der Langlebigkeit der Wälder geschuldet. BTW, ich würde meinen allerwertesten darauf verwetten, dass sich die Nadelholzreinbestände zu einem nennenswerten Teil in Reviern finden, die traditionell bejagt werden. Wenn dies von Jagdverbänden den Förstern vorgeworfen wird ("verfehlte Forstpolitik der Vergangenheit"), dann ist das so, als wenn der Geißbock dem Gärtner vorwirft, dass der Salat im Garten zur gänze aufgefressen ist! Schizophräner gehts wohl nicht!
Zum Thema Schutzmaßnahmen: Ich wär ja schon froh, wenn die Zäune mal für länger wie acht wochen dicht wären, wenn die Wuchshüllen und Wuchsgitter nicht jedes Frühjahr von den Böcken von den Douglasien runtergefetzt würden, etc.
Zum Thema der Grundstückseigentümer bestimmt, wer auf den Flächen zu welchen Konditionen jagt: Das Problem: hier ist der Privatwald so klein zersplittert, dass viele garnicht wissen, wo ihr Wald steht. Der Waldanteil ist selten bei 50% und die Jagd geht an den, der den Bauern die Sauen von den Feldern fern hält. Komischerweise interessiert die edle DEUTSCHE WAIDGERECHTIGKEIT dabei einen feuchten, aber wehe, der Staatswaldförster nebenan gibt Kitze, Schmalreh und Geißen bei der Drückjagd frei. Den würden die selbsternannten Waidgerechtigkeitsfanatiker am liebsten federn und teeren und unter Streichung sämtlicher Dienstbezüge aus dem Amt, besser noch aus dem Land verweisen!
Sollte einer der privaten Jagdpächter auch nur ansatzweise überlegen, seinen Abschussplan zu erhöhen oder gar auf der jährlichen Drückjagd Rehwild frei geben - der wird geächtet!

Fairerweise gibt es auch einige Jagden, da funktionieren Zäune. Wenn ein Reh drin ist (und es Schusszeit hat), dann genügt ein Anruf und am nächsten Montag ist das Problem dauerhaft gelöst. Diese verständigen Jagdpächter bitten aber auch darum, dass sie nicht namentlich erwähnt oder gar vom Förster gelobt werden.

Zurück zur Ausgangssituation: Die Schadflächen der letzten zwei Jahre sind bekannt, es ist davon auszugehen, dass diese im Jahr 2020 weiter wachsen werden. Forderungen von BJV "das Wild muss vom Waldumbau profitieren!" sind hirnrissig. Jeder, der mit ein wenig Verstand an die Sache herangeht, wird wohl erkennen, dass die Kalamitätsflächen allein schon sämtlichen Schalenwildarten in den kommenden Jahren Äsung und Deckung im Überfluss bieten werden und dass die Reh-, Rot- und Schwarzwildbestände in den kommenden Jahren weiter ansteigen werden. Wer glaubt, dass die bisherigen Abschussvorgaben zum Eindämmen auf ein verträgliches Maß ausreichen werden, ist ein Fantast. Von einem selbsternannten Naturschutzverband erwarte ich, dass man sich der Situation stellt - nicht wie ein beleidigtes Kind, sondern wie ein Partner auf Augenhöhe - der erkennt, dass seine Partner in Nöten sind und der die Ärmel hochkrämpelt und von sich aus fragt, was können wir tun, um Euch zu helfen?
Die Pressemitteilungen von DJV und BJV signalisieren das m.E. nicht im geringsten. Ich bin mir sicher, dass dieses auch die Bevölkerung erkennt, nicht zuletzt weil der Wald für die Deutschen doch etwas ganz besonderes ist. Wenn hier die Jagdverbände sich nicht bald eines Besseren besinnen, werden sie die Konsequenzen tragen müssen. Die Grünen, die unisono mit Umweltverbänden und ÖJV diese Konsequenzen fordern, erhalten so mehr Stimmen und werden dann eben auch die Jagdgesetze ändern, ob das den LJV passt oder nicht...
 
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Also, ich hab jetzt die Diskussion hier überflogen und ich muss sagen, die Haltung und Stellungnahme vom DJV kann ich nicht nachvollziehen. Die Vom BJV geht ja sogar noch weiter, diese Ignoranten schreiben doch allen Ernstes, es wäre von Vorteil, wenn die jungen Pflanzen verbissen werden, weil die dann ein besseres/größeres Wurzelwerk bilden würden. Ich bin kein ÖJV-Mitglied und es gibt genügend Thesen/Vorderungen, die mich Abstand zu dem Verein nehmen lassen. In meinen Augen ist das kein Jagdverband, sondern ein Waldbauverband. Als solcher finde ich dessen Existens berechtigt! Wo sie aus bloßer Opposition zu den Landesjagdverbänden auf die Abschaffung der traditionellen Jagd hinarbeiten überschreiten die Jungs aber eine Grenze, die ich nicht mit gehen möchte und werde!

So und nun zu den Traditionalisten, die gerne alles so belassen wollen wie es ist und die ob der anstehenden Probleme den kopf einfach noch tiefer in den Sand stecken: Der Klimawandel ist nicht von den Förstern verursacht! die Konsequenzen treffen gegenwärtig und zukünftig aber den Wald und alle, die davon leben und mit und in ihm arbeiten mit voller und - so sieht es zumindest gegenwärtig aus - noch nie dagewesener Härte! Dass wir gegenwärtig noch (wie von einigen angeführt) 50% Nadelholz und 27% Nadelholzreinbestände haben ist v.a. der Vergangenheit und der Langlebigkeit der Wälder geschuldet. BTW, ich würde meinen allerwertesten darauf verwetten, dass sich die Nadelholzreinbestände zu einem nennenswerten Teil in Reviern finden, die traditionell bejagt werden. Wenn dies von Jagdverbänden den Förstern vorgeworfen wird ("verfehlte Forstpolitik der Vergangenheit"), dann ist das so, als wenn der Geißbock dem Gärtner vorwirft, dass der Salat im Garten zur gänze aufgefressen ist! Schizophräner gehts wohl nicht!
Zum Thema Schutzmaßnahmen: Ich wär ja schon froh, wenn die Zäune mal für länger wie acht wochen dicht wären, wenn die Wuchshüllen und Wuchsgitter nicht jedes Frühjahr von den Böcken von den Douglasien runtergefetzt würden, etc.
Zum Thema der Grundstückseigentümer bestimmt, wer auf den Flächen zu welchen Konditionen jagt: Das Problem: hier ist der Privatwald so klein zersplittert, dass viele garnicht wissen, wo ihr Wald steht. Der Waldanteil ist selten bei 50% und die Jagd geht an den, der den Bauern die Sauen von den Feldern fern hält. Komischerweise interessiert die edle DEUTSCHE WAIDGERECHTIGKEIT dabei einen feuchten, aber wehe, der Staatswaldförster nebenan gibt Kitze, Schmalreh und Geißen bei der Drückjagd frei. Den würden die selbsternannten Waidgerechtigkeitsfanatiker am liebsten federn und teeren und unter Streichung sämtlicher Dienstbezüge aus dem Amt, besser noch aus dem Land verweisen!
Sollte einer der privaten Jagdpächter auch nur ansatzweise überlegen, seinen Abschussplan zu erhöhen oder gar auf der jährlichen Drückjagd Rehwild frei geben - der wird geächtet!

Fairerweise gibt es auch einige Jagden, da funktionieren Zäune. Wenn ein Reh drin ist (und es Schusszeit hat), dann genügt ein Anruf und am nächsten Montag ist das Problem dauerhaft gelöst. Diese verständigen Jagdpächter bitten aber auch darum, dass sie nicht namentlich erwähnt oder gar vom Förster gelobt werden.

Zurück zur Ausgangssituation: Die Schadflächen der letzten zwei Jahre sind bekannt, es ist davon auszugehen, dass diese im Jahr 2020 weiter wachsen werden. Forderungen von BJV "das Wild muss vom Waldumbau profitieren!" sind hirnrissig. Jeder, der mit ein wenig Verstand an die Sache herangeht, wird wohl erkennen, dass die Kalamitätsflächen allein schon sämtlichen Schalenwildarten in den kommenden Jahren Äsung und Deckung im Überfluss bieten werden und dass die Reh-, Rot- und Schwarzwildbestände in den kommenden Jahren weiter ansteigen werden. Wer glaubt, dass die bisherigen Abschussvorgaben zum Eindämmen auf ein verträgliches Maß ausreichen werden, ist ein Fantast. Von einem selbsternannten Naturschutzverband erwarte ich, dass man sich der Situation stellt - nicht wie ein beleidigtes Kind, sondern wie ein Partner auf Augenhöhe - der erkennt, dass seine Partner in Nöten sind und der die Ärmel hochkrämpelt und von sich aus fragt, was können wir tun, um Euch zu helfen?
Die Pressemitteilungen von DJV und BJV signalisieren das m.E. nicht im geringsten. Ich bin mir sicher, dass dieses auch die Bevölkerung erkennt, nicht zuletzt weil der Wald für die Deutschen doch etwas ganz besonderes ist. Wenn hier die Jagdverbände sich nicht bald eines Besseren besinnen, werden sie die Konsequenzen tragen müssen. Die Grünen, die unisono mit Umweltverbänden und ÖJV diese Konsequenzen fordern, erhalten so mehr Stimmen und werden dann eben auch die Jagdgesetze ändern, ob das den LJV passt oder nicht...

Wo hätte denn bitteschön jemals ein "Grünes Jagdrecht" auf Basis des Revierjagdsytems nennenswerte Auswirkungen auf die Bejagungsmentalitäten in privatwirtschaftlichen Wäldern gehabt?? Wo kein Kläger, da kein Richter gleich welches Gesetz vorliegt.

Und wo eine private Jagdgenossenschaft die Faxen dicke hat, lässt das Recht heute schon genügend Freiräume. Was nützen bspw. "liberale" Jagdzeiten aufs Rehwild, wenn der von Dir erwähnte Jäger die Jagd bekommt, weil er die Sauen vom Feld holt und sich die kleinen Waldeigentümer, die ihren Wald noch nicht mal kennen, auch nicht dafür interessieren? All das bringt doch nix.

Ein Habitat ist ökologisch in der Gesamtschau von Fauna und Flora zu betrachten.

Da braucht man kein ideologisch motiviertes Jagdrecht, sondern es setzt voraus, dass dies eine übergeordnete Stelle macht und entsprechende Vorgaben erstellt werden, die nur über ein Lizenzsystem unter staatlicher Obhut objektiv bedarfsgerecht erfüllt werden können und zwar nach dem Grundsatz von "nah zu fern", d. h. ZUERST die Jäger vor Ort in der Gemeinde und dann - je nach Entfernung - die jeweils näherst liegenden Antragsteller für eine Jagdlizenz, wobei Jagdgenossenschaften / Eigentümervertretungen mitreden können, wer auf ihrem Grund und Boden jagd, allerdings nicht unmittelbar durch das Jagdrecht finanziell profitieren, sondern allenfalls mittelbar durch einen etwaigen Anteil an den Lizenzeinnahmen (Aufwandsentschädigung zB für Errichtung von jagdlichen Einrichtungen, etc.).

Mit dem Ökologischen Jagdmodell nach "Anthas" hätten wir quasi schon fast alle Probleme gelöst. :sneaky::coffee: Populistischen Agitationen der Verbände gleich welcher Couleur wird der Nährboden entzogen. Förster und Försterinnen können keine bösen Buben und schlimmen Lieseln mehr sein und in Deutschland jagen blos noch - ökologisch optimiert durch weniger Treibstoff-Verbrauch - die ortsansässigen bzw. möglichst reviernahen Jäger mit kurzen Strecken ins Revier und viel Zeit, denn wer eine bestimmte Fläche nicht erfolgreich bejagd, bekommt eben die Lizenz nicht mehr.

Ganz nebenbei reduziert man auch noch den Jagddruck durch zu viele Jäger, die es dann nicht mehr geben wird. Die Jagd ist an echten ökologischen Bedürfnissen ausgerichtet und wer Jagd tatsächlich passioniert leben will, wird zu einer Lizenz kommen und sie auch halten können. HF mit geprüften Hunden bekommen in jedem Fall Lizenzen oder einen Bonus.

Charmant an der Lösung ist zudem, dass man waffenrechtliche Erwerbserlaubnisse eng an den Bedarf, der mit der jeweiligen Lizenz verbunden ist, anpassen kann.

Niemand von uns muss sich also mehr ärgern, dass er etwas nicht bekommt, was gar nicht zur Debatte stand. Das verschlankt auch die Jagdforen, fördert die Übersichtlichkeit der Themen und reduziert die Debatten auf Wesentliches über Jagd und Natur. :devilish: :evil:
 
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17 Nov 2016
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#60
Hast du schon mal was auf einer Bewegungsjagd erlegt? Warst du schon mal auf einer?

Nein noch nie! Ich bin nur hier im Jägerforum um Deppen zu Ärgern ;)
Haupthobbymäßig sammle ich Briefmarken und berate Füchse bei der Bausparfinanzierung ,
wohne bei Mutti im sechsten Stock und fahr einen Opel Manta :ROFLMAO:
 
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